Rucksackreisende Reisen für den Lebenslauf
Sie sind ehrgeizig und lieben Pfannkuchen: Die Anthropologin Jana Binder hat eine Doktorarbeit über Backpacker geschrieben
DIE ZEIT: Frau Binder, Sie haben für Ihre Doktorarbeit das Reiseverhalten von Rucksacktouristen untersucht. Wie kam das?
Jana Binder: Ich bin während meines Studiums selbst als Backpacker gereist, weil man mit wenig Geld lange unterwegs sein kann. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass diese Reisen ihre eigenen Rituale haben, dass Backpacker aus Deutschland, Korea oder Mexiko ähnlich agieren. Das wollte ich genauer wissen.
ZEIT: Wer also sind diese Rucksackreisenden?
Binder: In erster Linie Sprösslinge von Bildungsbürgern. Dass Reisen bildet, ist in diesem Milieu stark verankert. Sie sehen sich nicht als Touristen. Das ist denen ganz wichtig. Wer ein Jahr lang unterwegs ist, der versteht das nicht als Urlaub, für den ist selbst ein Backpacker, der vier Wochen reist, ein Pauschaltourist.
ZEIT: Seit wann gibt es die Backpacker, wie sie heute unterwegs sind?
Binder: In den neunziger Jahren hat die Tourismusbranche die Backpacker als Zielgruppe entdeckt. Die Klientel hat sich seither verändert.
ZEIT: Inwiefern?
Binder: Die meisten haben heute kein Interesse mehr, langfristig aus ihrem Leben auszusteigen. Nur etwa zehn Prozent ziehen los, ohne zu wissen, ob sie wiederkehren. Heutzutage als Backpacker unterwegs zu sein ist eine sehr praxis- und berufsorientierte Handlung. Backpacker sind im Grunde wahnsinnig erfolgsorientiert – und kokettieren nur mit den Hippieklischees.
ZEIT: Moment mal. Reisen für die Karriere?
- Datum 23.08.2007 - 12:12 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23.08.2007 Nr. 35
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Eine gute Geschichte nicht ohne Witz. Nachdem vor Jahren schon das TV Berichte aus Neuseeland brachte wo sich alle Rucksacktouristen im selben Bus aus "Geheimtip aktuell" wiederfanden, nahm ich Abstand, derart underground organisiert die Welt zu erkunden. Also mache ich mich auf, entweder Pauschal oder im wohnen bei Freunden und bin vor Ort Teil des Ortes. Indem ich normale Dinge kaufe also keine Souveniers habe ich auch Kontakt zu normalen Menschen. Und wenn mich jemand, die seit 40 Jahren in Spanien wohnt, durch ihre Stadt führt, mit aufs Amt nimmt, Krankenhaus etc. bin ich auch eher Einheimisch als glotzender Touri. Schön zu lesen das der Doktortitel dann doch davor bawahrt.
In einer anderen Betrachtung wurde die Unmöglichkeit eines reinen Tourismus in Frage gestellt. Komisch, das sich diese Form des Reisens unangenehm bemerkbar macht, Reisen zu Freunden oder Besuche in cognito aber so ein Glücksgefühl hinterlassen.Und wenn meine ausländischen Kollegen noch zunehmen werden, kann sich das ja noch steigern. Ein Hotelzimmer ist dabei durchaus nützlich falls es nicht den amerik. Prof. zu besuchen gilt...
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