Medien Die mit dem großen Geldsack
ARD und ZDF bauen ihr Internetangebot zur Internationalen Funkausstellung massiv aus. Privatsender und Zeitungen fühlen sich bedroht.
So modern war die ARD selten: Derzeit können Zuschauer »Ihre Frage nach Berlin« mit einer Videokamera aufnehmen und an die Tagesschau im Internet schicken. Die interessantesten Fragen werden im Morgenmagazin ausgestrahlt und sollen von Politikern wie Kurt Beck, Edmund Stoiber, Ursula von der Leyen und Peer Steinbrück beantwortet werden.
Die ARD ist in ein Onlinefieber geraten, seit die Intendanten im Juni ihre »Digitalstrategie« verabschiedet haben. Dabei handelt es sich um eine Art Fahrplan für eine Medienwelt, in der Fernsehen, Internet und Mobilfunk wohl zusammenwachsen werden.
Und die ARD will mitwachsen.
Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa), die an diesem Freitag in Berlin beginnt, wird die ARD-Mediathek präsentiert. Auf dieser zentralen Onlineplattform werden vom Herbst an die Programme der Landessender, vom NDR bis zum SWR, und des Ersten verfügbar sein. Das ZDF hat mit einem ähnlichen Angebot gute Erfahrungen gemacht. Der Zuschauer kann die Mediathek wie eine Programmzeitschrift nutzen und direkt auf Nachrichten, Magazine oder Unterhaltungssendungen zugreifen, die an den sieben Vortagen im Fernsehen liefen. Die Verantwortlichen beim ZDF schwärmen vom Zuspruch der Zuschauer, die sich Kriminaldauerdienst oder Dokumentationen wie 2057 – Unser Leben in der Zukunft online anschauen. Außerdem bieten ARD und ZDF Kurznachrichten fürs Handy. Die Tagesschau in 100 Sekunden ist bereits gestartet, zur Ifa folgt die Mobilausgabe von heute.
Die Neuheiten sollen einem Mangel abhelfen. Die Sender tun sich schwer damit, junge Zuschauer zu erreichen. Gerade haben sie einen Negativrekord aufgestellt: Nur 5,7 Prozent der 14- bis 49-Jährigen wollten im Mai das Programm des ZDF sehen, die ARD kam im Juni auf 6,7 Prozent. Intensiv bemühen sich die Öffentlich-Rechtlichen, die verlorene Jugend auf neuen Kanälen zurückzugewinnen. Es scheint zu gelingen: Die Hälfte der Mediathek-Nutzer auf ZDF.de ist jünger als 30 Jahre.
Privatsender und Zeitungsverleger fürchten ein Ungleichgewicht im Markt, wenn die gebührenfinanzierten Konkurrenten sich grenzenlos in den digitalen Medien ausbreiten dürfen. »ARD und ZDF planen derzeit, so massiv in den Wettbewerb einzusteigen, dass die Privaten kaum noch mithalten können«, sagt Jürgen Doetz, Vorstand des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien. Ihn stört, dass ARD und ZDF ihre digitalen Nischenkanäle EinsExtra und ZDFinfokanal quasi zu Nachrichtensendern ausbauen. Das könnte einen Investitionsstopp bei n-tv und N24 zur Folge haben, hieß es von den Privaten.
- Datum 30.04.2008 - 12:10 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.08.2007 Nr. 36
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bemerkenswert, dass den zuständigen bei ard und zdf anscheinend die rechtliche grundlage ihrer puren existenz komplett aus dem gedächtnis verschwunden ist -- mit gutem grund gibt es keine öffentlich-rechtliche, gebührenfinanzierte zeitung! das, was seinerzeit für den zeitungsmarkt gesagt wurde, nämlich dass es zur sicherung der meinungsvielfalt keiner öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten zeitung bedarf, gilt für das internet genauso -- maw eine gebührenfinanzierte ausbreitung ins internet, noch dazu durch potentiell unbegrenzte geldmittel, ist in keiner weise gerechtfertigt.
schon die gegenwärtige rundfunkstruktur lässt die qualität auch der ör sender starke zweifel an ihrer existenzberechtigung aufkommen (man führe sich nur das nachmittagsprogramm des zdf zu gemüte -- von der menschenverachtung und heuchelei dort kann sich die bild noch eine scheibe abschneiden) -- wenn nun aber in zukunft rundfunk und online-aktivitäten nicht mehr zu unterscheiden sein sollen, fällt die grundlage für die existenz der ör runfunkanstalten und ihrer gebührenfinanzierung weg!
wenn man zusammen mit dieser einstellung der ör dann noch die perfide strategie der ausweitung der gebührenpflicht betrachtet (die nebbich eindeutig belegt, dass die kontrolle durch die politik komplett versagt), die auch für internetfähige pcs und mobilgeräte gilt, und damit bewusst einen grossen wenn nicht den überwiegenden anteil von geräte erfasst, die nicht für die irgendwie geartete nutzung von ör angeboten im internet bestimmt sind und die eingeführt wurde, ohne dass damit auch nur eine verpflichtung der ör verbunden war, tatsächliche angebote zu erstellen, dann muss man ernsthaft fragen, inwiefern den ör überhaupt noch grenzen gesetzt sind!
in der konsequenz läuft die strategie der ör darauf hinaus, rundfunk über eine kostenlose telephonnummer anzubieten -- und dann für alle telephone rundfunkgebühr zu erheben ...
der schutzschild der "wahrung der meinungsvielfalt" hat ganz offensichtlich dazu geführt, dass sich in de ör der eindruck verfestigt hat, sie könnten sich alles erlauben und müssten niemanden fürchten -- sehr schön belegt wird diese haltung immer wieder durch die drohbriefe der gez, die in ihrer sprache und frechheit immer wieder verblüffen und die frage aufwerfen, wie sich eine öffentliche einrichtung dinge erlauben kann, die eine privatwirtschaftlich tätige schon allein durch rechtsanwaltskosten in den ruin getrieben hätten.
ps: es sein in diesem zusammenhang noch auf die offensichtliche verfassungswidrigen aktivitäten der gez hingewiesen -- der begriff "meinungsfreiheit" scheint dort unbekannt ...
http://www.heise.de/newst...
Ich finde den Schritt der öffentlich-rechtlichen in das Internet nur logisch.
Früher habe ich viel Radio gehört. Das wurde dann weniger. Mit den aktuellen Podcast-Möglichkeiten höre (und sehe) ich wieder Sendungen. Das Internet bietet Verteilungs- und Organisationsmöglichkeiten, die dem Nutzer bessere Auswahl ermöglicht. Nach und nach wird das Fernsehen, wie wir es kennen, aussterben. Das ist gut so. Desweiteren nutze ich ein Computer-basiertes Aufnahmeprogramm für Fernsehsendungen (EyeTV der deutschen Firma Elgato). Das ist ebenso sehr bedienungsfreundlich. Auch da wird gezielter Medienkonsum besser möglich. Ein Stichwort eingegeben und schon findet man die relevanten Sendungen. Ein Klick und die Sendung wird zur gegebenen Zeit aufgezeichnet. Später kann man die Sendung etwas zurechtschneiden und dann auf einem anderen Gerät (portabel oder stationär) anschauen.
Die Qualität der Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender mag zwar unterschiedlich sein, aber seit einiger Zeit konzentriert sich mein Fernsehkonsum oft nur noch auf deren Sendungen (wenig Werbung, dafür mehr Informationen, Dokumentationen, ...). Spielshows, Talkshows, etc. schaue ich nicht. Ich suche die Sendungen gezielt aus dem grossen Angebot heraus: Der größte Teil der Sendungen, die mich interessieren, kommt von den öffentlich-rechtlichen Sendern. Wer, so wie ich gezielt sucht, der wird erstaunlich viel Qualität finden. Man muss dann eben nicht die Telenovela sehen, weil es gerade nichts anderes gibt. Archive zuhause, auf dem iPod oder im Internet, geben einem die Möglichkeit die interessanten Sendungen dann zu sehen, wenn man Zeit und Lust dazu hat.
Die privaten Fernsehsender sind in nicht schützenswert. Auch sie müssen ihren Weg in das Internet finden. Wenn sie keine neuen Angebote entwickeln, dann ist das nur ihre eigene Trägheit, die sie von den Nutzern fernhält. Es ist natürlich immer einfacher, die bestehende Kundschaft zu melken, als sich den Veränderungen anzupassen. Zusätzlich basieren die privaten Fernsehsender auf einem passiven Nutzungsmodell. Das ist in keiner Weise schützenswert. Alles, was uns von dem passiven Konsum wegbringt, sollte gefördert werden. Aus gesellschaftlicher Sicht ist weniger Medienkonsum mehr. Das läuft natürlich den kommerziellen Interessen entgegen, aber es gibt keinen Grund, warum wir in 'Verdummung' investieren sollten - ausser eben kommerzielle Gründe. Diese müssen dann mal zurückstehen.
Der Multimediakonsum wandelt sich (Fernsehen, Radio, Musik, ...) - die öffentlich-rechtlichen Sender sollten sich anpassen dürfen.
Die privaten Inhalteanbieter (Zeitungen, Buchverlage, Musikfirmen, Radiosender, Fernsehsender, ...) müssen sich auch überlegen, wie sie präsent sein wollen. Auf die öffentlich-rechtlichen Sender zu verweisen und die eigene Passivität zu kaschieren, greift zu kurz. Gerade in Deutschland ist die TV-Landschaft, was neue Technologien angeht, sehr träge. Die Zeitungsverleger sind da meisst weiter. Auch die grossen Magazine sind im Internet besser unterwegs. Die privaten Fernsehsender haben da noch Nachholbedarf - aber es liegt an ihnen selbst, ob sie im Internet erfolgreich sein werden.
Es ist eine Unverschämtheit sondersgleichen, daß diese Entwicklungen den Gebührenzahlern aufs Auge gedrückt werden, wobei viele Menschen diese neuen Möglichkeiten nicht nutzen können oder wollen. Das ist Veruntreuung von Gebührengeldern.
Das gesamte Gebührenwesen der öffentlich rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten gehört in Frage gestellt.
Das BverG hat heute entschieden, dass die Bundesläner gegen die verfassungsrechtlichen Regelungen verstoßen haben, indem sie hinter dem Gebührenvorschlag der Rundfunkkommission zurückblieben. Dabei dürfen die Bundesländer nur einschreiten, wenn der Bürger "unangemessen" belastst wird.
Ich finde das eine Frechheit sondergleichen! Der Grund des Gebührenanstiegs ist nicht mit dem Ausbau des Angebots der öffentlich rechtlichen zu begründen, sondern mit der jahrelangen Misswirtschaft dder öffentlich rechtlichen. Das wird großflächig von der Bundesregierung gedeckt. Der Verbraucher wird hier wieder zu Kasse gebeten.
Dass der Steuerzahler bereits die öffentlich-rechtlichen finanziert wird hierbei verschwiegen.
Derartige Notstände erhärten meine Entscheidung aus diesem unrentablen Land auszuwandern.
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