Haare wärmen. So knapp ließe sich beschreiben, was an Haaren natürlich ist, alles andere zum Thema ist zwischen Banalität und Skandal angesiedelt. Haare bedecken Haut – aber wo, an wessen Körper, in welcher Zeit des Lebens oder der Geschichte, das alles eröffnet weite Felder des Experimentierens mit einem Stoff, der vieles zulässt, nur das nicht: sein Wachstum zu bremsen. Die Münchner Fotografin Herlinde Koelbl hat sich dem Thema sechs Jahre lang hingegeben. Es sind Studien in Texturen und Posen. Wuschel, Fluten, Stoppel, Kringel. Als Extremfälle, sozusagen Koelbl-typisch. Jedes Bild ist ein kleiner Schock (Herlinde Koelbl: Haare; Verlag Hatje Cantz, Ostfildern 2007; 175 S., 39,80 €). Am 31. August öffnet im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe die Ausstellung »Haare« (bis 18. November), die später in die Münchner Villa Stuck weiterzieht (13.3.–15.6.2008).