Guatemala Die mordenden Machos

In Guatemala werden gezielt und massenhaft Frauen ermordet. Ihre Henker bleiben straflos.

Mord an Frauen. Guatemala erschüttert die Welt mit einem Wort, das erst nur Menschenrechtler benutzten, das nun aber auch Politikern täglich über die Lippen geht: feminicidio. Schon hat das Parlament Guatemalas eine »Kommission zur Untersuchung des Feminizids« eingerichtet. Im vergangenen Jahr wurden in dem kleinen mittelamerikanischen Land 582 Frauen ermordet, sagt die Polizei, dieses Jahr schon 380. In den allermeisten Fällen handelt es sich um junge Frauen, oft noch Mädchen, die aus armen Vierteln stammen. Warum Frauen? Darauf gibt es keine klare Antwort, nur Spuren, die viel über die brutale Realität erzählen, in der die Menschen in Guatemala leben.

Ein Bürger des Zwölf-Millionen-Landes kann aus vielen Gründen getötet werden: Weil er das Schutzgeld nicht bezahlt, weil er zufällig Augenzeuge eines Verbrechens wurde. Die Gewalt ist längst endemisch geworden. Seit Jahresbeginn wurden im Durchschnitt täglich 16 Menschen ermordet, die meisten nach bestialischer Folter. Guatemala-Stadt ist Regierungssitz und Hauptstadt der Gewalt. Touristen kommen schon gar nicht mehr auf den Parque Central, den großen Platz vor der Kathedrale im Zentrum, wo indianische Marktfrauen Tücher in leuchtenden Farben feilbieten. Wenn es dunkel wird, bleiben auch die Einheimischen weg. Die ganze Innenstadt gilt als »rote Zone«. Hier treiben die Maras, die berüchtigten Jugendbanden, ihr Unwesen, die nach der Maxime »plata o plomo« handeln – »Geld oder Blei«.

Gewalt ist die größte Sorge aller Bürger. Die Morde sind auch das alles beherrschende Thema im Wahlkampf von Guatemala, das kommenden Sonntag neue Gemeinderäte, ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten bestimmt. Bereits 43 Politiker sind in den vergangenen sechs Monaten erschossen worden. Es ist die blutigste Wahlkampagne der letzten zwanzig Jahre.

Wer kann die Gewalt eindämmen? Wer kann den konservativen Staatschef Óscar Berger beerben? Nur zwei Kandidaten haben diesen Sonntag eine Chance, die Stichwahl am 4. November zu erreichen. Ein Favorit ist Álvaro Colom von der Nationalen Einheit der Hoffnung, einer Mitte-links-Partei. Für einen Teil seiner Stimmen wird er seinem Onkel zu danken haben. Der war populärer Bürgermeister der Hauptstadt, bis ihn ein Todesschwadron 1979 ermordete. Coloms Gegner heißt Otto Pérez Molina und kandidiert für die rechte Patriotische Partei. Zu Beginn der achtziger Jahre, es war die schlimmste Zeit des 36-jährigen Bürgerkriegs, diente Pérez Molina als Leutnant im Hochland von Quiché, just da, wo die Militärs die meisten verbrecherischen Massaker an der Zivilbevölkerung verübten. Wer sich daran noch lebhaft erinnert, hasst ihn, doch in der Hauptstadt dürfte er die Oberhand gewinnen. Pérez Molinas verspricht landauf, landab »mano dura«, eine »harte Hand« gegenüber den Verbrechern, denen von heute natürlich.

Ob am Ende Colom oder Pérez Molina siegt – für Norma Cruz ist das einerlei. Die Leiterin der Stiftung Sobrevivientes (»Überlebende«), die sich um gewaltgeschädigte Frauen kümmert, erwartet nach der Wahl noch mehr Gewalt. Und noch mehr Morde an Frauen. »Der Staat hat an einer Lösung kein Interesse«, glaubt sie, »und deshalb werden gerade zwei Prozent der Mordfälle aufgeklärt.« Warum ist die Rate so gering, warum gehen gerade die Frauenmörder straflos aus?

Norma Cruz’ Büro ist eine Art Museum der Gewalt. Über ihrem Schreibtisch hängt das Foto einer Frau in indianischer Tracht mit silberner Krone: Sandra Culajay, die 19-jährige Schönheitskönigin der Stadt San Juan Sacatepéquez. Sie wurde von einem Arbeitskollegen, der in sie verliebt war, vergewaltigt und brutal ermordet. Daneben das Foto von Bernarda López, Mutter von vier Kindern. Sie wurde von einer Jugendbande umgebracht, obwohl sie unter Polizeischutz stand. Sie starb, nachdem sie als Zeugin im Prozess gegen die Mörder ihrer Schwester ausgesagt hatte. Diese wiederum hatte vor Gericht die Mörder eines gelähmten Jungen namentlich genannt.

Hier lassen die Mörder Motive erkennen. Sandra fiel dem Besitzanspruch eines Machos zum Opfer, der wusste, dass Sexualverbrecher kaum strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Bernardas Henker wollten eine Botschaft aussenden: Wer auspackt, der stirbt. Aber was ist mit all den Morden an Frauen, die irgendwo als verstümmelte Leichen gefunden werden? Nora Cruz kann angesichts fehlender Ermittlungen nur spekulieren. Vielleicht werden Töchter oder Frauen von Mitgliedern rivalisierender Drogenringe umgebracht? Vielleicht ermorden die Täter systematisch Frauen aus den unteren Schichten der Gesellschaft? Schon gibt es neben dem Feminizid einen weiteren Begriff für diese Art der Hinrichtungen: die »soziale Säuberung«.

Iduvina Hernández will dieses Wort nicht benutzen. Die Leiterin des Instituts Sicherheit in der Demokratie spricht lieber von »außergerichtlichen Hinrichtungen stigmatisierter Personen«. Um zu verstehen, was sie meint, erzählt Iduvina Hernández die Geschichte der Maras, der berüchtigten Jugendbanden. An sie zahlt jeder Busfahrer täglich seine 50 Quetzales (5 Euro), weil schon über 80 Chauffeure erschossen wurden. Die ersten Maras tauchten in Guatemala Mitte der achtziger Jahre auf. Zur Plage wurden sie, als die USA in den neunziger Jahren Tausende von Mittelamerikanern in ihre Heimatländer zurückschickten. Die beiden größten Banden, die Mara 18 und die Mara 13, sind in der 18. und der 13. Straße von Los Angeles entstanden. In Mittelamerika sollen sie heute zwischen 70000 und 100000 Mitglieder haben. Ihre Mitglieder, die Mareros, verunsichern ganze Städte und Landstriche, sagt Iduvina Hérnandez. »Da die Polizei nichts unternimmt, sondern im Gegenteil ihrerseits den Mareros einen Teil der erbeuteten Schutzgelder abpresst, üben die Menschen vielerorts Selbstjustiz.« Die terrorisierten Bürger bezahlen Killer, um sich das Problem vom Hals zu schaffen. Die nennen sich manchmal auch »Polizisten«.

In Guatemala gibt es knapp 20000 staatliche Polizisten und über 100000 Privatpolizisten. Letztere sind oft entlassene Soldaten oder Polizisten, die wegen der geringen Bezahlung den Staatsdienst quittiert haben, aber auch viele Arbeitslose. Sie arbeiten in einer der 83 Sicherheitsfirmen, die in der Regel pensionierten Offizieren gehören. Die privaten Polizisten bieten Personenschutz und sichern die Häuser der Reichen. Ihre Mittel sind brutal. In den Armenvierteln bringen sie Mareros um, aber führen zugleich einen Feldzug gegen Homosexuelle, Prostituierte und Straßenkinder – unter allen Gruppen viele Frauen und Mädchen. Weil viele dahinter ein System vermuten, sprechen sie von »sozialer Säuberung«.

»Mein Sohn wurde stranguliert und mit aufgeschlitzter Kehle auf der Straße nach Antigua gefunden«, berichtet Julio Vásquez, der Autoersatzteile verkauft und seinen wahren Namen nicht in der Zeitung sehen will. Er wohnt in Villa Nueva, einem Vorort außerhalb von Guatemala-Stadt. Kein Polizist, kein Ermittlungsbeamter, niemand sei bei ihm aufgekreuzt, um Fragen zu stellen. Er selbst habe nicht Anzeige erstattet. »Mir bleiben nur noch zwei Söhne«, sagt der 40-Jährige, »die will ich nicht auch noch verlieren.« Dass Polizisten die Täter waren, steht für ihn außer Frage. Die Todesschwadronen der »sozialen Säuberung« haben ihre Methoden: Sie entführen die Opfer, foltern sie und lassen sie weitab von ihrem Wohnort zur Abschreckung liegen.

Einige der privaten Sicherheitsfirmen haben ihre eigenen Geheimdienste. Die nationale Polizei hat ihnen ganze Datenbestände verkauft. »Illegale Strukturen haben sich überall im Staat eingenistet«, sagt Iduvina Hernández. Welche Ausmaße dies angenommen hat, zeigte sich vor einem halben Jahr. Ein Krimi aus Mord, Drogen und hoher Politik: Drei Parlamentsabgeordnete aus El Salvador wurden auf dem Weg zu einem Treffen in Guatemala entführt und ermordet. Ihre Leichen fand man verkohlt im Auto. Drei Tage danach nahmen die Ermittler den Leiter der Abteilung für Organisiertes Verbrechen der nationalen Polizei und drei seiner Mitarbeiter fest. Weitere drei Tage später drang ein bewaffnetes Kommando ins Hochsicherheitsgefängnis ein und schnitt den vier inhaftierten Polizisten die Kehlen durch. Sie sollten über das große Drogengeschäft nichts mehr erzählen können. So der Verdacht. Der Innenminister und der Polizeichef traten zurück.

Drogenhandel, Mord an Frauen, Schutzgelderpressung und »soziale Säuberung« sind in Guatemala eng miteinander verquickt. Der Sauerstoff für die mörderische Krake, die sich der staatlichen Institutionen bemächtigt, ist die Straflosigkeit. Und die hat in Guatemala Tradition. Im 36-jährigen Bürgerkrieg, in dem bis 1996 rund 200000 Menschen starben, hat die Armee Zehntausende von Maya-Indianern umgebracht und Hunderttausende vertrieben. Niemand wurde dafür je zur Rechenschaft gezogen. Ob der künftige Präsident – ob er nun Colom oder Pérez Molina heißt – den Staat von seinen kriminellen Parasiten befreiten kann, glauben weder Norma Cruz noch Iduvina Hernández.

Aber eine erste Hilfe könnte nun von außen kommen. Das Parlament hat einer Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) mit UN-Mandat zugestimmt. Ihre Aufgabe wird es sein, kriminelle Strukturen in den Sicherheitsapparaten aufzudecken. Man wird die Kommission gut schützen müssen.

 
Leser-Kommentare
    • stepe
    • 08.09.2007 um 12:40 Uhr

    Erste Aussage: "Dieses Jahr wurden schon 380 Frauen ermordet."

    Zweite Aussage: "Seit Jahresbeginn wurden im Durchschnitt täglich 16 Menschen ermordet." Es wurden dieses Jahr also ca. 3700 Menschen ermordet.

    Wer sind nun die restlichen 3200 Ermordeten? Alles Männer und Jungen? Was soll der Begriff "Femizid"?

  1. Was ist der Unterschied zu Deutschland?
    Die feministische „Wissenschaft“ hat doch in unzähligen „wissenschaftlichen“ Arbeiten „bewiesen“, dass auch in Deutschland das Patriarchat einen Vernichtungskrieg gegen Frauen führt.
    Warum wird mit dem Finger auf Guatemala gezeigt?

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    Es ist auch ein Frage der Bildung. Am besten wäre, wenn Alice Schwarzer sich mal nach Guatemala aufmachte und den Leuten dort erklärt, dass Männer Angst haben vor starken Frauen.

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    “Ihr Verlierer“
    war die Überschrift eines „Essay“ (Hetzschrift wäre treffender) von Susanne Gaschke in der ZEIT. Danke ZEIT für den aktuellen Bericht über die Verlierer.

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    Der Artikel harmoniert auch gut zu „Abschied vom Alphatier“ von Gaschke, http://www.zeit.de/2007/0....
    Ja, es ist schon beeindruckend, wie das Patriarchat kuscht vor den Powerfrauen.

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    Nach dreißig Jahren männerfeindlicher Hetze, männerfeindlicher Gesetzgebung, männerfeindlicher höchstrichterlicher Rechtsprechung und männerfeindlicher Rechtspraxis traut sich kaum noch ein Mittelstandsmann was. 55% der studierten Männer kriegen keine Kinder.
    In der Unterschicht ist das anders. Dank steigender Wurfprämien kriegen die immer mehr Kinder (die Männer aus dieser Schicht haben eh nichts zu befürchten. Tiefer als Hartz IV geht es nicht).
    Und, was glauben Sie, werden die später alle ein Hochschulstudium aufnehmen?
    Oder wird (wenn das sozial Netz reißt) die Masse des Prekariats genau solche Banden bilden?

    Was uns in diesem Artikel beschrieben wird ist eine Vorschau auf Deutschland im Jahr 2030. Mal sehen, was dann die Frauen sich noch trauen.

    • Mento
    • 08.09.2007 um 22:27 Uhr

    [Entfernt. Für Äußerungen, die Gewaltanwendung, bzw. -herrschaft gutheißen, ist dies nicht das geeignete Forum. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • andrku
    • 09.09.2007 um 11:15 Uhr

    @Mento

    All dies waere nur unter einer moderaten Diktatur zu "verwirklichen."

    Eindeutig der dümmste Kommentar den ich bis jetzt von dir gelesen habe! Wenn du dich auch nur ein bisschen in der Geschichte Guatemalas auskennen würdest, dann wüsstes du, dass der Bürgerkrieg auf eine Folge von Diktaturen zurückgeht, die sämtliche sozialen Errungenschaften der kurzen demokratischen Periode rückgängig machten und mit ziemlicher Sicherheit (zumindest anfangs) vom CIA unterstützt wurden (Truman-Doktrin und die Angst vorm Kommunismus).

    Von 1960-1996 (!) herrschte Bürgerkrieg, 36 Jahre lang! Bürgerkriege zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie besonders verrohend auf und gegen die Bevölkerung wirken. Diese Folgen zu beseitigen wird noch Jahrzehnte benötigen.

    Welche Diktatur (von welchem Land) wünschst du dir denn? Welcher Diktator ist denn deiner Meinung nach geeignet ein solches Land zu befrieden? Wirtschaften nicht gerade Diktaturen in die eigene Tasche und sind kaum am Wohl des Volkes interessiert? Was soll diese Diktatur machen, wenn die Indios sich nicht fügen wollen? Todesstrafe für alle? Genozid an den Indios wurde auch schon mehrmals getestet, ohne Erfolg. Bitte beglücke uns mit deinen Vorschlägen!

    So einfache Lösungen klingen schön, aber den Teufel mit dem Belzebub austreiben, hat selten das gewünschte Resultat. Was G braucht ist Geld und internationale Hilfe für den Aufbau einer funktionierenden Polizei, Legeslative, Bildungssystem, Sozialstaat. Nur mit ausländischer Hilfe ist es möglich die landesweite Korruption zu bekämpfen. Bis die Gewalttendenz aus der Gesellschaft verschwunden ist, wird noch einige Generationen dauern. Die Einführung einer förderalen direkt-demokratischeren Regierungsform könnte nützlich sein, um das Misstrauen zwischen den Volksgruppen zu minimieren. Knallhartes langsames und mühevolles Klein-Klein, nicht mit einem Handstreich zu erledigen.

    MfG
    AKu

    • andrku
    • 09.09.2007 um 11:15 Uhr

    @Mento

    All dies waere nur unter einer moderaten Diktatur zu "verwirklichen."

    Eindeutig der dümmste Kommentar den ich bis jetzt von dir gelesen habe! Wenn du dich auch nur ein bisschen in der Geschichte Guatemalas auskennen würdest, dann wüsstes du, dass der Bürgerkrieg auf eine Folge von Diktaturen zurückgeht, die sämtliche sozialen Errungenschaften der kurzen demokratischen Periode rückgängig machten und mit ziemlicher Sicherheit (zumindest anfangs) vom CIA unterstützt wurden (Truman-Doktrin und die Angst vorm Kommunismus).

    Von 1960-1996 (!) herrschte Bürgerkrieg, 36 Jahre lang! Bürgerkriege zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie besonders verrohend auf und gegen die Bevölkerung wirken. Diese Folgen zu beseitigen wird noch Jahrzehnte benötigen.

    Welche Diktatur (von welchem Land) wünschst du dir denn? Welcher Diktator ist denn deiner Meinung nach geeignet ein solches Land zu befrieden? Wirtschaften nicht gerade Diktaturen in die eigene Tasche und sind kaum am Wohl des Volkes interessiert? Was soll diese Diktatur machen, wenn die Indios sich nicht fügen wollen? Todesstrafe für alle? Genozid an den Indios wurde auch schon mehrmals getestet, ohne Erfolg. Bitte beglücke uns mit deinen Vorschlägen!

    So einfache Lösungen klingen schön, aber den Teufel mit dem Belzebub austreiben, hat selten das gewünschte Resultat. Was G braucht ist Geld und internationale Hilfe für den Aufbau einer funktionierenden Polizei, Legeslative, Bildungssystem, Sozialstaat. Nur mit ausländischer Hilfe ist es möglich die landesweite Korruption zu bekämpfen. Bis die Gewalttendenz aus der Gesellschaft verschwunden ist, wird noch einige Generationen dauern. Die Einführung einer förderalen direkt-demokratischeren Regierungsform könnte nützlich sein, um das Misstrauen zwischen den Volksgruppen zu minimieren. Knallhartes langsames und mühevolles Klein-Klein, nicht mit einem Handstreich zu erledigen.

    MfG
    AKu

    • andrku
    • 09.09.2007 um 11:15 Uhr

    @Mento

    All dies waere nur unter einer moderaten Diktatur zu "verwirklichen."

    Eindeutig der dümmste Kommentar den ich bis jetzt von dir gelesen habe! Wenn du dich auch nur ein bisschen in der Geschichte Guatemalas auskennen würdest, dann wüsstes du, dass der Bürgerkrieg auf eine Folge von Diktaturen zurückgeht, die sämtliche sozialen Errungenschaften der kurzen demokratischen Periode rückgängig machten und mit ziemlicher Sicherheit (zumindest anfangs) vom CIA unterstützt wurden (Truman-Doktrin und die Angst vorm Kommunismus).

    Von 1960-1996 (!) herrschte Bürgerkrieg, 36 Jahre lang! Bürgerkriege zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie besonders verrohend auf und gegen die Bevölkerung wirken. Diese Folgen zu beseitigen wird noch Jahrzehnte benötigen.

    Welche Diktatur (von welchem Land) wünschst du dir denn? Welcher Diktator ist denn deiner Meinung nach geeignet ein solches Land zu befrieden? Wirtschaften nicht gerade Diktaturen in die eigene Tasche und sind kaum am Wohl des Volkes interessiert? Was soll diese Diktatur machen, wenn die Indios sich nicht fügen wollen? Todesstrafe für alle? Genozid an den Indios wurde auch schon mehrmals getestet, ohne Erfolg. Bitte beglücke uns mit deinen Vorschlägen!

    So einfache Lösungen klingen schön, aber den Teufel mit dem Belzebub austreiben, hat selten das gewünschte Resultat. Was G braucht ist Geld und internationale Hilfe für den Aufbau einer funktionierenden Polizei, Legeslative, Bildungssystem, Sozialstaat. Nur mit ausländischer Hilfe ist es möglich die landesweite Korruption zu bekämpfen. Bis die Gewalttendenz aus der Gesellschaft verschwunden ist, wird noch einige Generationen dauern. Die Einführung einer förderalen direkt-demokratischeren Regierungsform könnte nützlich sein, um das Misstrauen zwischen den Volksgruppen zu minimieren. Knallhartes langsames und mühevolles Klein-Klein, nicht mit einem Handstreich zu erledigen.

    MfG
    AKu

  2. 5. @mento

    Das ist genau die Logik, die Guatemala erst in diese Lage gebracht hat. Klar, "Mano Dura" vom Herrn Ex-Offizier, der ja damals im Hochland schon mal Erfahrungen gesammelt hat mit dem Ruhe schaffen- die Ruhe von Massengräbern.
    Von wegen, "diese Länder" sind nicht demokratiefähig. Das ist lächerlich. Das hat man von diesem Land hier auch mal gedacht, oder?

    • Mento
    • 09.09.2007 um 19:25 Uhr

    Na gut, ich will konkreter werden. Ich hatte mich missverstaendlich ausgedrueckt. Mit "moderatur Diktatur" meine ich keine hausgemachte Diktatur, so wie sie es in der Vergangenheit gegeben hat. Sondern ich meine eigentlich eine internationale Zwangs-Verwaltung. Im Prinzip also eine Kolonialmacht - in diesem Falle waere dies Europa. Die meisten dieser ehemaligen Kolonien haetten es auch bleiben sollen - unter gewissen reformierten Bedingungen.
    Man schaue nur nach Schwarzafrika. Die ehemaligen Kolonien und nun "freien" Laender scheinen voellig unfaehig, ein halbwegs funktionierendes Sistem aufzubauen. Soll da Demokratie eine Loesung sein? No future. Demokratie funktioniert nur, wenn die Bevoelkerung gewisse Voraussetzungen erfuellt und mitspielt.
    Mal sehen, ob das in Afganistan oder Irak funktioniert ... .
    Ich gebe zu, dass mein Vorschlag stark provokativ und sicherlich nicht mehr zu realisieren ist (leider). Also bitte nicht zu ernst nehmen! Auf jeden Fall muesste auf solche Laender starker Druck von aussen ausgeuebt werden.

    • apild
    • 10.09.2007 um 13:07 Uhr

    Da werden massenweise Menschen getötet.
    Gefoltert, aufgeschlitzt u.s.w.
    Ca. 10% sind Frauen, das ist Femizid, was ist mit den anderen von "Machos" getöteten Menschen?
    Ist das Normalizid?
    Finde jeder Mord ist einer zuviel unabhängig vom Geschlecht.

  3. Die ganze Innenstadt gilt sicherlich nicht als "rote Zone", natürlich kommt das stark auf die Definition und Sichtweise an. Die Aktivitäten der Jugendbanden (maras) konzentrieren sich hauptsächlich auf die Z18 (M18), Z3 (MS13), wo sich auch die Müllhalde befindet. Diese Viertel werden von den mareros kontrolliert - durch Schutzgelder oder eben Morde. Die umliegenden Zonen sind allerdings auch stark betroffen, „schliesslich scheisst sich niemand ins eigene Haus“.
    In bestimmten Zonen, wie z.B. "El Gallito“ (Der Hahn),  kontrolliert durch die MS13, traut sich sich die Polizei fast nicht mehr hinein. Es gibt nur vereinzelt Razzien, da es der Drogenumschlagplatz von Guatemala-Stadt ist. Das Viertel hat seine eigenen Gesetze; man muss mit runtergekurbelten oder transparenten Fensterscheiben das Viertel passieren, sonst stirbt man - wie zwei Jugendliche, die das wohl nicht gewusst haben. Juristisch gesehen spricht man im Spanischen daher von einer "Sustitución parcial de la norma jurídica fundante". Mit anderen Worten: Die staatliche Souveränität wird in einem Teil des Staatsgebietes nicht mehr anerkannt und ersetzt.
    Grundsätzlich ist es hier aber überall gefährlich – an manche Orten mehr, wie z.B. in Villa Nueva, an anderen weniger (z.B. Antigua). Wenn man in Guatemala von Gewalt spricht, dann darf man sich nicht nur auf die Jugendbanden fokusieren. Man täuscht sich manchmal gewaltig.

    Was die Parteien angeht, so hat die "mitte-links"- Partei UNE die zweite Wahlrunde und damit die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Die rechte "Partido Patriota" (PP), die mit einer "harten Hand" (mano dura) geworben hat, verlor knapp. Beide Parteien sind leider keine angemessene Antwort auf die Probleme Guatemalas. Aber man muss sich entscheiden. Der derzeitige Präsident hat sich um die zentralen Probleme nicht gekümmert; nur um die Infrastruktur, welche die Voraussetzung für ein (neoliberales) Freihandelsabkommen mit den USA bilden soll. 4 verlorene Jahre, die wichtig gewesen wären, um sich der zentralen Themen wie Armut und Gewalt anzunehmen.  

    Vor 5 Jahren wussten noch viele Menschen hier nicht, was die sog. maras (Jugendbanden) sind. Das Land war noch (einigermassen) sicher. Momentan gibt es etwa 20 Morde täglich, es erinnert eher an einen Bürgerkrieg. Die PP ("harte Hand") wollte nach ihrem Wahlsieg vorübergehend den Ausnahmezustand ausrufen, was meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung gewesen wäre, da man die maras nur bedingt auf anderer Weise bekämpfen kann. Wirft man dazu mal einen Blick auf das Bevölkerungswachstum, dann wird einem schnell klar, dass ein eher linker Ansatz zur Lösung des Problems erst zu spät geringe Effekte haben wird. Die UNE, welche die Wahl gewonnen hat, spricht leider nur von einer "intelligenten Lösung". Mehr kann man nur raten. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die maras keinen Mundraub aus Armut heraus begehen, sondern (Auftrags)Morde, Erpressungen, Waffenhandel, Drogenhandel, Entführungen etc. Es ist ein organisiertes Verbrechen, dass mafiähnliche Strukturen aufweist. Das Problem einer repressiven Regierungspolitik könnte sein, dass sich die Jugendbanden noch stärker integrieren. Es ist ein Dilemma.

    Meiner Meinung nach gibt es zwei Wege, die man kombinieren muss:
    a) Das Parlament hätte der Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) in allen seinen Aspekten (!) zustimmen müssen. Schliesslich ist Guatemala auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Allerings hilft diese Kommission nur bei der Eindämmung der Auswirkungen des Problems. Ein Pflaster sozusagen, das nur bedingt hilft.
    b) Wie sich das Land in 5-10 Jahren entwickelt, weiss man nicht. Aber blickt man mal 5 Jahre zurück, dann ist es eine düstere Entwicklung, die keine gute Zukunft verspricht. Man kann die maras als eine parasitäre Enklave sehen, die stetig wächst und sich von Tag zu Tag besser organisiert. Leider hat man die Chance verschlafen, dieses Problem vor Jahren zu lösen, als die ersten Deportierten aus den USA zurückkamen und dieses Virus hier verbreitet haben. Heute braucht man - meiner Meinung nach - scharfe Gesetze und einen funktionierenden Polizeiapparat, der diese umsetzt. Erst vor Jahren wurde die Polizei hier (von den USA) neu ausgerüstet: Neue Autos, neue Uniformen, Ausrüstung etc. In den USA hatte man wohl Angst, dass daraus ein JoJo-Effekt werden könnte und das „abgeschobene Probleme“ (Deportierten aus Los Angeles) wieder zurückkommen. Aber es ist zu spät, das organisierte Verbrechen hat sich in einem erschreckenden Masse internationalisiert. Und dabei sieht man nur die Spitze des Eisbergs.
    In Honduras werden Tattoo´s, die zu einer mara-Zugehörigkeit schliessen lassen, mit bis zu 2 Jahren Gefängnis bestraft. Die Antwort der maras zu diesem Gesetz war der Mord von 32 Personen in einem öffentlichen Bus. Die Nachricht: "Legt euch nicht mit den maras an". Promt folgte die Antwort der Regierung. Der Brand in einem Gefängnis, in dem mareros inhaftiert waren. Der Brand wurde nicht gelöscht.
    Man muss versuchen die Mitglieder, besser gesagt den Kern, einer mara zu angemessen bestrafen; zum anderen muss man mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten (Sozialprogramme, Betreuungsprojekte etc.), damit ein Wachstum der mara verhindert wird und das soziale Rekrutierungsgebiet dezimiert wird. Letzteres sollte bedingt durch die Umsetzung in den von maras kontrollierten Vierteln, aber auch finanziell gesehen und durch das enorme Bevölkerungswachstum in den niedrigeren Schichten, eine wirklich schwierige Aufgabe sein.

    Eines darf man aber nicht vergessen, auch die Zivilbevölkerung wehrt sich. Schutzgelder (z.B. an öffentlichen Bussen, die „kontrollierte Viertel“ passieren: 10€/Woche), Erspressungen, Entführungen etc. lassen die privaten Sicherheitsfirmen boomen. Warum auch nicht, wenn die öffentliche Polizei dazu nicht (mehr) in der Lage ist. Schliesslich ist die Sicherheit (normalerweise) eine staatliche Aufgabe. Deswegen auch eigene Geheimdienste und staatliche Datenbestände.
    Aus dem Artikel geht auch das Beispiel  des getöteten Sohnes in Villa Nueva hervor. Villa Nueva ist gefährlich und bekannt für seine mara-Aktivität. Ein Mord ist dort fast Alltag. Beispielsweise wurde ein privater Sicherheitsmann, der eine Eisdiele bewachte, 21 Jahre alt, einfach um 1 Uhr mittags erschossen. Warum? Damit man ihm seine Pump-Gun klauen kann. Die Polizeistation war 100m entfernt.
    Aus dem Artikel geht leider nicht hervor, in was der Sohn verwickelt war. Liest man hier die Zeitung, kann man zwischen den Zeilen oftmals lesen, warum derjenige gestorben ist. Für den Autor ist es einfach, den Mord des Sohnes auf die sog. „Todesschwadrone“ und die "soziale Säuberung" zurückzuführen. Nehmen wir mal an, er war nicht das Opfer, wie es der Autor darstellt, sondern ein Täter: Vielleicht war der Sohn ja ein marero und ist bei einem bewaffneten Überfall in einem öffentlichen Bus ums Leben gekommen. Danach hat man ihn einfach am Strassenrand liegen gelassen. Ruft niemand die Polizei, gibt es logischerweise auch keine Ermittlungen des ministerio público. Der Vater würde natürlich niemals zugeben, dass sein Sohn marero ist. Das ist meine Spekulation zur Geschichte des Sohnes.
    Eine kleine persönliche Anmerkung dazu: Auf einer dreispurigen Strasse liegt auf dem äussersten Streifen eine Person auf der Strasse. Leblos. Und das in einer Kurve. Niemand hält an, um zu sehen, was los ist. Ich selbst war erschrocken. Aber leider ist es oftmals eine Falle und im Gebüsch warten die „Kollegen“ bis jemand anhält. Das macht einen wirklich traurig, da man helfen will. Schliesslich weiss man nicht,was passiert ist.
    Blättert man hier in den Zeitungen, dann sind die ersten Seiten voll von neuen Morden. Fast immer sieht man auf den Bildern Ermittlungsbeamte des ministerio públio. Oftmals sind die Morde an mareros der verfeindeten mara zuzuschreiben. Aber wie soll man da ermitteln? Zu behaupten, dass der Staat an einer Lösung kein Interesse hat, ist sehr vage, da man bei 20 Morden täglich einfach nicht die Kapazität aufbringen kann, um die Morde angemessen aufzuklären. Es fehlen einfach das Geld und die Mittel. Was würde Derick machen, wenn es täglich 20 Morde in einem Gebiet gibt, dass etwa so gross ist wie die ostdeutschen Staaten?

    Der Begriff "Selbstjustiz" ist für mich nicht unbedingt ein negativer Begriff. Guatemala gilt als "schwacher Staat", da sich die Staatsmacht nicht über das gesamte Territorium erstreckt (z.B. Petén). Es ist also für den Staat nicht möglich sein ganzes Territorium angemessen zu kontrollieren.
    Zu den maras und dem Staat kommt noch eine dritte Partei ins Spiel: Die Zivilbevölkerung. Die gehobeneren Schichten können sich private Sicherheitsdienste leisten. Aber es gibt sie nicht nur für deren Häuser, sondern auch für Parkplätze, Projekte, Einkaufsläden etc. Die ärmeren Schichten haben diese finanziellen Mittel nicht. Also organisiert man sich und patrulliert in der Nacht in seinem Viertel. Und das mit gewissem Erfolg. Es ist also nicht nur ein Krieg zwischen Staat und einem kleinen Teil der Bevölkerung (maras), sondern auch der Zivilbevölkerung.
    Ich persönlich bin der Meinung, dass eine polizentrische Ordnung (nach der Theorie von Hayek) die beste Sozialordnung ist; Selbstjustiz ist daher nur die Konsequenz eines Fehlverhaltens in einer Gesellschaft mit abstrakten Normen. Schliesslich hat der Mensch Jahrunderte mit Verhaltensnormen gelebt, die man nicht als Gesetze aufgeschrieben hat.
    Auch in Indígena-Dörfern (man spricht nicht von Mayas, da diese vor 500 Jahren ausgestorben sind) übt man heutzutage noch Selbstjustiz. Da gibt es dann beispielsweise Peitschenschläge für Raub. Das mag sich inhuman anhören, aber in den USA wird man legal per elektrischem Stuhl hingerichtet. Ausserdem sollte man bei den verschiedenen Kulturen auch einen gewissen Relativismus bewahren (Kulturrelativismus).

    Um nochmal zum Text zurückzukommen: „Die terrorisierten Bürger bezahlen Killer, um sich das Problem vom Hals zu schaffen“. Natürlich muss sich die Zivilbevölkerung wehren, beispielsweise bei Erpressungen, Überfällen oder Entfühurngen. Das macht man natürlich nicht selbst. Schliesslich ist die Gesetzeslage zu delikat und korrupt (!), als dass man sich  (angemessen) wehren kann und sich danach einfach auf das Gesetz beruft. Ob es immer „Killer“ sind, bezweifle ich. Aber vielleicht private Sicherheitsdienste, die gegenüber dem Gesetz bei Angriffen besser gestellt sind als Zivilpersonen. Wird beispielsweise ein Bus überfallen, ein Zivilist steht auf, zieht seine Waffe und tötet oder verletzt die „Asaltantes“, dann flieht er danach. Von den Leuten im Bus wird er bestimmt nicht verraten. Da sagt niemand der Polizei was. Fraglich ist allerdings, ob die Polizei dann noch in diese Richtung ermittelt. Ist der „Asaltante“ nur verletzt, kann es sein, dass z.B. die mara Rache übt - sollte sie rausbekommen, wer du bist.

    Ich halte es für übertrieben, dass der Autor behauptet, dass die Mittel der privaten Sicherheitsdienste „brutal“ sind. Desweiteren schreibt er: „In den Armenvierteln bringen sie mareros um“. Wenn man das liest, bekommt man ja fast noch Mitleid mit den „armen mareros“. Das ist eine typisch-europäische und leicht links angehauchte Sicht der Dinge. Würde der Autor hier leben, würde er das keinenfalls schreiben. Ausserdem führt man keinen Feldzug „gegen Homosexuelle, Prostituierte und Strassenkinder“. Die Prostitution ist hier offiziell verboten, dass schliesst auch Homosexuelle mit ein, die vielleicht anschaffen gehen. Man hört vereinzelt, dass Prostituierte oder Transsexuelle umgebracht werden. Aber ich denke, dass das mehr damit zusammenhängt, dass ihr Arbeitsmillieu einfach gefährlich(er) ist. Was die Strassenkinder angeht, so kann sich das ganze nur auf jungen mareros beziehen. Das durchschnittliche Eintrittsalter liegt bei 12-14 Jahren. Auch an den Schulen wird geworben. Es gibt also auch Kinder, die geziehlt morden. Allerdings würde ich nicht von einem „Feldzug gegen Strassenkinder sprechen“.

    Es ist leider schwer aus europäischer Sicht manche Einstellungen hinsichtlich der Lösung der Probleme Guatemalas zu verstehen, da man hier einfach nicht wohnt und die Umstände nicht am eigenen Leib erfährt. Auch ich habe vor meiner Zeit in Guatemala über viele Dinge anders gedacht. Ich weiss auch nicht, ob ich hier in 10 Jahren noch leben kann, weil es einfach zu gefährlich wird. Aber ich bin mir sicher, dass es in 4 oder 8 Jahren einen deutlichen Umschwung bei den Präsidentschaftswahlen nach rechts geben wird. Ob das gutzuheissen ist, muss man abwarten. Der Ausnahmezustand wäre – meiner Meinung nach - jetzt schon eine angemessene Lösung. Und verschläft man jetzt das Problem, dann wird alles nur noch schlimmer.
    Nachdem ich mich in meiner Universität schon öfters mit dem Thema maras auseinandersetzen musste, bin ich in meiner Arbeit auf keine realistischen (!) Lösungsansätze gekommen. Wie soll das dann eine Regierung schaffen, wenn man nicht mal ein theoretisches Lösungsfundament erarbeiten kann.
    Man sagt, dass das 20. Jahdt. das Jahrhundet der Diktaturen war. In meiner damaligen Facharbeit (im Gymnasium) über die Militärdiktatur in Chile war mein letzter Satz: „Man könnte also die Frage, ob Lateinamerika eine neue Welle von Diktaturen droht, mit einem „Nein, aber…“ beantworten.“

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  • Quelle DIE ZEIT, 06.09.2007 Nr. 37
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  • Schlagworte Mittelamerika | Guatemala
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