Söldner

Blutige Willkür der Söldner

Heute im Irak, morgen in Darfur: Private Sicherheitsfirmen verdienen prächtig am Krieg. Nun bemüht sich die Branche um ein gutes Image.

Wenige Minuten nachdem Mitarbeiter des amerikanischen Unternehmens Blackwater vergangene Woche mitten in Bagdad das Feuer eröffnet hatten, lagen elf irakische Zivilisten tot auf dem Asphalt. Die Söldner hatten ohne Not geschossen, ergab eine Untersuchung des irakischen Innenministeriums. Der irakische Ministerpräsident Nouri al-Maliki sprach von einem »Verbrechen« und einer »Verletzung unserer Souveränität«. Er kündigte an, dass er Blackwater die Lizenz entziehen werde. Die söldner sollten das Land verlassen. Doch wenige Tage später gingen die Männer von Blackwater ihren Geschäften im Irak wieder nach, als sei nichts gewesen.

Wer sich fragt, warum die Worte Malikis ohne Folgen blieben, findet eine beunruhigende Antwort. Washington, der Patron der irakischen Regierung, hätte sich einen Rausschmiss der Firma nicht leisten können. Männer von Blackwater sind unter anderem für den Personenschutz des amerikanischen Botschafters in Bagdad zuständig, sie überwachen Teile der Grünen Zone, des Regierungsviertels in Bagdad, und sie erfüllen eine ganze Reihe von Aufgaben, über die wenig bekannt ist. Viele Verträge, die Blackwater abschließt, sind sogenannte black contracts – Inhalt geheim. Zu den Auftraggebern von Blackwater gehören das Pentagon, das State Department, die CIA und Privatfirmen. Blackwater ist nur eine von Dutzenden sogenannten Sicherheitsfirmen, die im Irak arbeiten. Insgesamt sind nach Schätzungen von Experten rund 120000 private contractors im Irak tätig, was die Anzahl der Besatzungssoldaten fast verdoppelt (die US-Armee hat zurzeit rund 170000 Soldaten im Irak). Es ist nicht polemisch, die Söldner zur offiziellen Streitmacht zu zählen. Das Pentagon selbst tut dies. Unter dem Rubrum total force der USA listen die Militärbürokraten aus Washington ausdrücklich auch die contractors auf. Die Söldner sind eine Macht, auf die Amerika zählt – und offenbar zählen muss. David Petraeus, Oberbefehlshaber der US-Armee im Irak, gab vor einem Untersuchungsausschuss des Senats zu, dass ihn »manchmal private Sicherheitsleute« geschützt hätten.

Contractors ist ein schwammiger Begriff für Dienstleister aller Art, vom Koch bis zum Mechaniker. Es geht also nicht nur um Leibwächter. Manchmal sind subtilere Hilfsdienste gefragt. Die Firma CACI International und die Firma Titan spielten im Folterskandal von Abu Ghraib eine Rolle. Nach dem Bericht von Generalmajor Antonio Taguba, der die Vorfälle in untersuchte, waren mindestens ein Verhörspezialist und drei Übersetzer dieser Firmen in den Skandal verwickelt. Pratap Chatterjee, Direktor der NGO Corpwatch, schätzt, dass zum Zeitpunkt des Skandals im Jahr 2004 rund 50 Prozent aller Verhörspezialisten contractors waren.

Bisher ist in mehr als vier Jahren kein einziger Söldner vor Gericht gekommen, obwohl es eine ganze Reihe von Berichten über Zwischenfälle gibt, bei denen die Privatsoldaten willkürlich auf Menschen geschossen und sie getötet haben. Dagegen mussten sich bisher 64 US-Soldaten wegen Mordes vor Kriegsgerichten verantworten. Die contractors genießen eine De-facto-Immunität, denn die irakischen Behörden dürfen sie ohnehin nicht verfolgen. Der erste Gouverneur des Iraks, Paul L. Bremer, hat es ihnen durch die Order 17 untersagt. Order 17 der Übergangsverwaltung gilt bis heute. Die Straffreiheit, die sie garantiert, steht einem Einkommen gegenüber, das in keinem Verhältnis zu demjenigen regulärer Soldaten steht. Generalin Janis Karpinski, Kommandeurin des Gefängnisses Abu Ghraib zur Zeit der Folterfotos, gibt folgenden Dialog mit einem contractor wieder: »Er sagte zu mir: ›Was verdienst du hier? 3000 Dollar im Monat? – Das kriege ich in einer Woche!‹«

Das große Geschäft für Firmen wie Blackwater begann nach den Attentaten vom 11. September 2001. Zu Anfang des Jahrtausends war Blackwater noch ein sehr kleines Unternehmen. »Es existierte kaum«, schreibt Jeremy Scahill in seinem Standardwerk Blackwater. Der »Krieg gegen den Terror« füllte die Kassen der Firma. Heute hat das Unternehmen rund 2300 Söldner in neun Ländern, es kann insgesamt auf 21000 Männer zurückgreifen, es besitzt eine eigene Luftflotte von 20 Flugzeugen, Kampfhelikopter und ein 7000 Hektar großes Trainingsgelände. Insgesamt bildet Blackwater 45000 Männer im Jahr aus. Die Firma ist eine Privatarmee – und sie ist überall einsetzbar. Selbst in den USA. Nach dem Hurrikan Katrina patroullierten Blackwater-Söldner in den Straßen von New Orleans. »Sie scheffelten insgesamt 240000 Dollar pro Tag«, rechnete Jeremey Scahill vor, »das sind 950 Dollar Tageshonorar für jeden Blackwater-Mann.«

Nur ein Krieg ohne sichtbare Opfer ist politisch führbar

Die Grundlagen für den unaufhaltsamen Aufstieg privater Sicherheitsfirmen hat Dick Cheney gelegt, der heutige Vizepräsident der USA. Cheney war zwischen 1989 und 1993 Verteidigungsminister. Der Kalte Krieg ging damals zu Ende. Cheney reduzierte die Zahl der aktiven Soldaten von 2,1 Millionen auf 1,3 Millionen. 1991 gab er bei einer Tochterfirma von Halliburton – dem Unternehmen, dem er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Verteidigungsminister vorstand – eine 3,9 Millionen Dollar teure Studie in Auftrag. Halliburton sollte prüfen, welche Aufgaben sich beim Militär privatisieren ließen. Die Vorschläge gingen sehr weit. Letztlich schuf Halliburton so einen Markt für sich selbst, denn die Firma gehört bis heute zu den größten Profiteuren der Privatisierung der US-Armee.

Doch erst der Irak wurde zu einer wahren Goldmine für die Söldnerindustrie. Als der Krieg im März 2003 begann, war ein Mann Verteidigungsminister, der ein Ideologe des small footprint war, des Militäreinsatzes mit wenig Soldaten. Donald Rumsfeld wollte den Krieg, aber es sollten möglichst wenig Truppen eingesetzt werden. Die amerikanische Generalität war weitgehend anderer Meinung. Rumsfeld setzte sich darüber hinweg und verantwortete damit nach Auffassung vieler US-Generäle das Desaster im Irak. Die Gründe für Rumsfelds Sturheit sind ideologischer und politischer Natur. Ideologischer, weil Rumsfeld zu den Vertretern des Glaubens gehört, die Privatisierung sei die Lösung aller Probleme. Rumsfeld wollte im Irak einen Krieg führen, der die amerikanische Öffentlichkeit möglichst nicht direkt berührte. Nach Meinung vieler amerikanischer Konservativer ist der Vietnamkrieg schließlich nicht auf dem Schlachtfeld, sondern zu Hause verloren gegangen. Die Bevölkerung in der Heimat wollte die Opfer für diesen Krieg nicht mehr bringen. Je weniger echte Soldaten, desto geringer dieses »politische Risiko«. Das ist Lehre aus Vietnam.

Die Söldner machten es möglich, Kriege zu führen, die man ohne sie entweder gar nicht oder auf ganz andere Weise geführt hätte. Wenn ein Söldner im Irak ums Leben kommt, gibt es kein großes Aufsehen, es sei denn, es geschieht unter außergewöhnlichen Umständen. Im Februar 2004 wurden vier Söldner von Blackwater in Falludscha gelyncht. Der Mob zerteilte die Körper und hängte sie auf einer Brücke auf. Die Bilder gingen um die Welt. Die Angehörigen der vier Opfer klagten gegen Blackwater. Der Fall wurde in den USA zu einer großen Geschichte. Im Normalfall aber sterben die Söldner im Stillen. 770 sind nach Berechnungen von Jeremy Scahill seit März 2003 im Irak ums Leben gekommen. Das Stille, Verschwiegene der privaten Sicherheitsfirmen gehört zu den »Wettbewerbsvorteilen« gegenüber einer regulären Armee.

»Nennen Sie mir eine wirklich erfolgreiche UN-Mission!«

Das ändert sich langsam, zu groß ist die Industrie geworden, zu oft gibt es schlechte Nachrichten über Söldner. Darauf haben diese Unternehmen reagiert. Sie haben einen Dachverband gegründet, die International Peace Operations Association (IPOA). Die Lobbygruppe bemüht sich nach Kräften, vom Image des Söldners wegzukommen. Vom Krieg zum Beispiel redet sie schon gar nicht mehr. »Wir sind im Friedensgeschäft, weil Frieden wichtig ist«, heißt es bei IPOA. Die Unternehmen haben begriffen, dass selbst ihr Geschäft sich ohne ethische Etikette nicht gut verkaufen lässt: »Unsere Mitglieder gehören zu den professionellsten, fortgeschrittensten und ethischsten Unternehmen in diesem Industriezweig«.

Moral aber ist nicht nur gut fürs Image, sondern schafft auch neue Märkte. Blackwater hält sich seit geraumer Zeit für das sudanesische Krisengebiet Darfur im Gespräch. Sollte es zu einer Intervention in der Region kommen, will Blackwater dabei sein. Sein Gründer Eric Prince hat die Sprache der humanitären Interventionisten schon völlig verinnerlicht. »Ich habe den Film Rwanda Hotel gesehen, und mir ist schlecht geworden. Und ich frage: Warum haben wir das zugelassen? Wir können beim nächsten Mal etwas machen, und zwar ohne große US-Intervention. Wir können eine multinationale Brigade stellen, die aus Professionellen besteht!« Prince ist der Spross einer steinreichen, stramm rechtskonservativen christlichen Familie mit besten Verbindungen nach Washington. Er weiß, dass er den Markt der humanitären Interventionen mächtigen Konkurrenten streitig machen muss. Über die UN sagte Prince im Januar 2006: »Nennen Sie mir eine wirklich erfolgreiche UN-Mission!«

Selbst die Nato ist aus Sicht von Blackwater eine Konkurrentin, die man gerne aus dem Markt drängen würde, wenigstens zum Teil. Cofer Black, Vizepräsident von Blackwater, sagte: »Wir haben das Potenzial, Sicherheitsoperationen für einen Bruchteil der Kosten einer Nato-Operation durchzuführen.« Und wem das einen Schauer über den Rücken laufen lässt, den beruhigen die Söldner mit Verweis auf die amerikanische Geschichte. Die IPOA lässt wissen: »Das ist alles nichts Neues. Auch George Washington hatte Söldner!«

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Leser-Kommentare

    • 27.09.2007 um 20:16 Uhr
    • andrku

    Ein Trend vor dem man unbedingt warnen sollte.

    Die Privatarmeen führen zu einem Teufelskreislauf, zum einem verteuern sie die Anwerbung regulärer Streitkräfte und verschlechtern deren Niveau, da sie die besten Leute selbst anheuern und besser bezahlen. Zum anderem MÜSSEN diese Firmen Konflikte haben um zu überleben. Dass sie entsprechend Lobbyarbeit leisten, um ihren Teil der Steuergelder abzubekommen, dürfte eine rein logische Folge sein. Last not least stellen sie eine Bedrohung für den Staat selbst dar, niemand kann sagen, was passiert, wenn die mal eben beschließen das Weiße Haus "zu bewachen".

    Dass das durchaus passieren könnte, ist nichtmal so unrealistisch, denn sogar den Luftraum erobern sie sich mittlerweile, Blackwater bestellt zB. Kampfflugzeuge:
    http://www.freace.de/arti...

    Herrn Rumsfeld sollte man vielleicht mal das Buch "Logoland" von Max Barry vorschlagen. Es behandelt humorvoll und äußerst realistisch wie ein Land mit nahezu machtloser Regierung von großen Konzernen beherrscht wird. Eine Horrorvision. Die Privatarmee gibt es dort auch, die NRA (National Rifle Assoziation) übernimmt diese Aufgabe. Sie erledigt auch außerhalb des Krieges alles was halt so anfällt, Auftragsmorde zum Beispiel. Auch die Polizei ist privatisiert und anonymisiert und verdient sich ihr Geld auf zweierlei Weise.

    MfG
    AKu

  1. Nennen Sie mir einen Konflikt, in dem Söldner keine Kriegsverbrecher waren.

    • 27.09.2007 um 22:19 Uhr
    • DominikRogala

    Solche Gruppierungen sollten von der UN verboten werden. Eine andere Möglichkeit um diese moralfreien und skrupellosen Verbrecher zu entmachen gibt es glaube ich nicht. Sicherlich kann man genausogut den Krieg verbieten, es würde aber zumindest verhindern, dass zum Beispiel jene, die für den "Iraqi Freedom" kämpfen selbst zu spüren bekommen was dort vorgeht.

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    Solche Gruppierungen sollten von der UN verboten werden. Eine andere Möglichkeit um diese moralfreien und skrupellosen Verbrecher zu entmachen gibt es glaube ich nicht.

    Das halte ich für einen frommen Wunsch (auch wenn ich froh wäre, wenn er einträte :-) Ich zitiere mal Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/w...


    Ein Kritikpunkt ist die historisch bedingte Zusammensetzung des Sicherheitsrats. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats machen regen Gebrauch von ihrem Vetorecht, um Verurteilungen und Sanktionen gegen sich selbst oder befreundete Staaten abzuwenden. So legte von 1946 bis 1964 etwa die Sowjetunion 103 Mal ein Veto gegen im Übrigen einstimmige Mehrheiten ein. Bei 69 Konventionen zu Israel legten die USA in 20 Fällen ein Veto ein.
    ...

    Ein zentrales Problem der Vereinten Nationen sind und bleiben die kaum vorhandenen Kompetenzen. Es gelang den Vereinten Nationen vor allem deshalb, nahezu alle Staaten der Welt unter einem Dach zu vereinen, weil die Charta an entscheidenden Stellen so flexibel interpretierbar ist, dass sie von praktisch allen kulturellen Überzeugungen und politischen Ideologien – auch wenn diese sich z. T. gegenseitig ausschließen – in deren Sinne und zu deren Gunsten entsprechend der Situation ausgelegt werden kann. Damit das Konzept einer handlungsfähigen Weltorganisation vollständig aufgehen kann, wäre eine massive Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an diese Organisation in allen drei Bereichen der Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative und Judikative) notwendig. Dazu ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum ein Staat bereit.

    Die UN ist in meinen Augen ein zahnloser Tiger. Angesichts der Kosten die sie verschlingt, muss man den Sinn ihrer Existenz fast anzweifeln. Ich sehe im Übrigen auch keinen Grund warum man diese Gruppen nicht nationalstaatlich verbieten können sollte, bzw. gar nicht erst erlauben. In D gibt es so einen Verein ja noch nicht. Seien wir also aufmerksam, dass unsere Regierung nicht in diese Richtung tendiert und den USA mal wieder alles nachmacht.

    MfG
    AKu

  2. In den USA scheint vieles schon privatisiert zu sein. Filz und Klüngel sind nichts besonderes. Wie der Artikel es beschreibt, hat Dick Cheney schon als Verteidigungsminister eine Studie zur Privatisierung in Auftrag gegeben bei einer Firma, in der er nach seinem Ausscheiden aus seinem Amt Vorstand wure. Danach kommt er als Vizepräsident zurück und füttert die Firma als Regierungsmitglied weiter mit Aufträgen im Rahmen eines Krieges, den er mitausgelöst hat.

    Donald Rumsfeld will den Krieg ausserhalb des Bewusstseins der Öffentlichkeit führen lassen, damit sie ihm nicht in die Quere kommt. Sehr demokratisch!

    Eric Prince, Gründer von Blackwater, entstammt aus einer sehr reichen, stramm rechtskonservativen Familie mit besten Kontakten nach Washington. Das lässt tief blicken.

    Bei diesen Fakten kann es einem vorkommen, dass gewisse amerikanische "Eliten" den Irak-Krieg auch deshalb veranstaltet haben, um kräftig Geld scheffeln zu können.

    Das hat noch gefehlt, eine Privatarmee für die Rechtskonservativen, die alles machen kann, was sie will.

    Ich glaub, diese Leute waren vom 3. Reich begeistert gewesen.

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    ist ja wohl nicht neu, wiewenig Soeldner dies sind.

    Ausserdem: Krieg ist Frieden (G. Orwell).

    Wer noch nicht genug ueber Gegenwart und Zukunft des privatisierten Staates / Krieges weiss, der lese Naomi Kleins "Schockstrategie", mit weiterfuehrenden Literaturangaben.

    • 27.09.2007 um 23:08 Uhr
    • andrku

    Solche Gruppierungen sollten von der UN verboten werden. Eine andere Möglichkeit um diese moralfreien und skrupellosen Verbrecher zu entmachen gibt es glaube ich nicht.

    Das halte ich für einen frommen Wunsch (auch wenn ich froh wäre, wenn er einträte :-) Ich zitiere mal Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/w...


    Ein Kritikpunkt ist die historisch bedingte Zusammensetzung des Sicherheitsrats. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats machen regen Gebrauch von ihrem Vetorecht, um Verurteilungen und Sanktionen gegen sich selbst oder befreundete Staaten abzuwenden. So legte von 1946 bis 1964 etwa die Sowjetunion 103 Mal ein Veto gegen im Übrigen einstimmige Mehrheiten ein. Bei 69 Konventionen zu Israel legten die USA in 20 Fällen ein Veto ein.
    ...

    Ein zentrales Problem der Vereinten Nationen sind und bleiben die kaum vorhandenen Kompetenzen. Es gelang den Vereinten Nationen vor allem deshalb, nahezu alle Staaten der Welt unter einem Dach zu vereinen, weil die Charta an entscheidenden Stellen so flexibel interpretierbar ist, dass sie von praktisch allen kulturellen Überzeugungen und politischen Ideologien – auch wenn diese sich z. T. gegenseitig ausschließen – in deren Sinne und zu deren Gunsten entsprechend der Situation ausgelegt werden kann. Damit das Konzept einer handlungsfähigen Weltorganisation vollständig aufgehen kann, wäre eine massive Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an diese Organisation in allen drei Bereichen der Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative und Judikative) notwendig. Dazu ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum ein Staat bereit.

    Die UN ist in meinen Augen ein zahnloser Tiger. Angesichts der Kosten die sie verschlingt, muss man den Sinn ihrer Existenz fast anzweifeln. Ich sehe im Übrigen auch keinen Grund warum man diese Gruppen nicht nationalstaatlich verbieten können sollte, bzw. gar nicht erst erlauben. In D gibt es so einen Verein ja noch nicht. Seien wir also aufmerksam, dass unsere Regierung nicht in diese Richtung tendiert und den USA mal wieder alles nachmacht.

    MfG
    AKu

    Antwort auf ""Iraqi Freedom""
    • 28.09.2007 um 0:12 Uhr
    • Benski

    Um direkt den eventuell auftretenden Vorwürfen zu begegnen:
    Nein ich halte die Privatisierung von staatlichen Aufgaben, insbesondere militärischen nicht für richtig. Ebenso stehe ich Aussagen von Blackwater kritisch gegenüber.
    Trotzdem habe ich auf der Seite von Blackwarter folgenden Beitrag gefunden: http://www.blackwaterusa....
    In diesem begegnet die Firma fast allen in diesem Artikel zusammengefassten Vorwürfen. Es kann sich somit jeder Leser selber eine Meinung darüber bilden. Ich persönlich denke jedenfalls, dass die Wahrheit wohl wieder einmal zwischen der Verschwörungstheorie und der euphemistischen Selbstdarstellung von Blackwater liegen wird.

  3. ist ja wohl nicht neu, wiewenig Soeldner dies sind.

    Ausserdem: Krieg ist Frieden (G. Orwell).

    Wer noch nicht genug ueber Gegenwart und Zukunft des privatisierten Staates / Krieges weiss, der lese Naomi Kleins "Schockstrategie", mit weiterfuehrenden Literaturangaben.

    • 28.09.2007 um 5:34 Uhr
    • DominikRogala

    In der EU sind solche Unternehmen meines Wissens nach verboten. Die Mitarbeiter könnten außerdem für die Verbrechen, sollten die sich als wahr herausstellen, in den Heimatstaaten verurteilt werden.

    Korrektur: "[...]es würde aber zumindest verhindern, dass zum Beispiel jene, die für den "Iraqi Freedom" kämpfen selbst zu spüren bekommen was dort vorgeht."
    Soll heissen: "[...]es würde aber zumindest verhindern, dass zum Beispiel jene, die für den "Iraqi Freedom" kämpfen nicht selbst das ganze Ausmaß dessen zu spüren bekommen was dort vorgeht."

    mfG,
    Dominik.R

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  • Von Ulrich Ladurner
  • Datum 27.9.2007 - 07:12 Uhr
  • Quelle DIE ZEIT, 27.09.2007 Nr. 40
  • Kommentare 14
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