Klassik: Ich bin eine deutsche Seele
Ingo Metzmacher, der neue Chefdirigent des Deutschen Symphonieorchesters Berlin, will am Tag der Deutschen Einheit den Antisemiten Hans Pfitzner aufführen. Ein Gespräch über das Deutsche in deutscher Musik
DIE ZEIT: Herr Metzmacher, in Ihrer ersten Spielzeit als Chefdirigent des Deutschen Symphonieorchesters in Berlin begeben Sie sich auf die Suche nach der »deutschen Seele«. Warum?
Ingo Metzmacher: Weil ich selbst eine bin.
ZEIT: Woran merken Sie das?
Metzmacher: Ich bin auf der Suche nach dem, was das Deutsche ausmacht. Wo komme ich her? Worin wurzele ich als Musiker? Das sind Fragen, denen ich schon lange nachgehe. Ich habe sehr viel von meinem Vater gelernt, der ja auch Musiker war. Er hat in den zwanziger Jahren in Leipzig studiert, noch bei Julius Klengel. Da war Max Reger gerade tot, und es wurde, als mein Vater dort war, von ihm erzählt, als würde er noch leben. Es ist eine sehr deutsche Tradition, in der ich groß geworden bin. Als sich jetzt abzeichnete, dass ich nach Berlin gehen würde, war es ein spontaner Impuls, das Deutsche in der Musik in einer Konzertserie zu erforschen. Wir werden Hans Pfitzner und Kurt Weill aufführen, Schumann, Liszt, Eisler, Beethoven, Mendelssohn, Henze.
ZEIT: Ist denn die Frage nach dem Deutschen in der Musik im Moment besonders aktuell?
Metzmacher: Klar. Spätestens die Fußballweltmeisterschaft im vergangenen Jahr hat doch gezeigt, dass man an solche Fragen offener und unbefangener herangehen kann.
ZEIT: Sie glauben also daran, was viele behaupten: Die Fußball-WM hat den Deutschen die Selbstversöhnung gebracht?
Metzmacher: Ich glaube nicht, dass sich durch die WM alles geändert hat. Das war schon vorher anders, aber die WM war der Moment, wo das ganz natürlich herauskam.
ZEIT: Und deshalb führen Sie nun am Tag der deutschen Einheit Hans Pfitzners romantische Kantate Von deutscher Seele auf. Was interessiert Sie plötzlich an Pfitzner?
Metzmacher: Ich habe um Pfitzner immer einen großen Bogen gemacht. Ein Freund hat dann mal eine CD mit Orchesterliedern aufgelegt. Ich war ganz beeindruckt und hab gefragt: Was ist das? Es war Pfitzner. Ich dachte mir, aha, siehst du, man muss halt erst mal die Musik hören, bevor man urteilt. Es gibt auch eine Geschichte mit meinem Vater, der Pfitzner kannte und mit ihm in den zwanziger Jahren musiziert hat.
ZEIT: Und was hat Ihr Vater über Pfitzner erzählt?
Metzmacher: Dass er immer grantig war, wenn man zu spät kam.
ZEIT: Hat er ihn als positive oder negative Figur geschildert?
Metzmacher: Mein Vater hat ihn sehr geschätzt, mir gegenüber aber nicht so viel von ihm erzählt. Von meiner Mutter weiß ich, dass er immer sehr gerührt war von Pfitzners Musik.
ZEIT: Hans Pfitzner war Moderneverächter und Antisemit. Von ihm existiert der Satz: »Ich habe zeit meines Lebens in die Kerbe gehauen, die heute als theoretische Voraussetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung gilt.« Er hat dem als »Polenschlächter« berüchtigten Nazi Hans Frank bis in die Nürnberger Prozesse hinein die Freundschaft gehalten.
Metzmacher: Er war aber auch ein Freund des Dirigenten Bruno Walter.
ZEIT: Ja, aber als Bruno Walter ihn nach Kriegsende in einen Brief auf die Entsetzlichkeiten in den Konzentrationslagern hinwies, bekannte sich Pfitzner unbeeindruckt zu Hitler, zur NSDAP und tat die Massenmorde als »unvermeidlich« ab.
Metzmacher: Furchtbar, was Pfitzner so alles von sich gegeben hat, gegen die internationalen Juden oder gegen die Moderne in der Musik. Obwohl ihn die Nazis ja nicht mochten, weil er so eine grüblerische, in sich verknotete Musik geschrieben hat.
ZEIT: Ist es wirklich eine gute Idee, ausgerechnet am Tag der deutschen Einheit, den politisch völlig inakzeptablen Pfitzner aufzuführen?
Metzmacher: Ich will ein Stück zur Debatte stellen. Man kann doch an so einem Tag nicht nur irgendeine festliche Musik spielen. Die Bereitschaft zur streitbaren Auseinandersetzung gehört für mich dazu. Ich sehne mich in meiner Arbeit immer danach, dass Musik auch eine gesellschaftliche Bedeutung hat, dass die Leute nicht nur hingehen und hinterher sagen, die haben aber gut gespielt. Vielleicht kriege ich dafür am Ende einen auf den Deckel, kann sein.
ZEIT: Sie möchten, dass man das Politische und Biografische bei Pfitzner mal außen vor lässt und nur die Musik hört?
Metzmacher: Genau. Ich will dieser Musik eine Chance geben. Vielleicht ist das auch deshalb möglich, weil ich völlig unverdächtig bin, in einer rechten politischen Ecke zu stehen. Die Kantate berichtet von deutscher Seele, sie ist eigentlich ein Liederzyklus, aber geschrieben für vier Sänger, großen Chor und Orchester. Ich kenne kein anderes Stück in dieser Art. Von Pfitzner weiß man, dass er in Liederabenden als Begleiter Überleitungen improvisiert hat, von einem zum nächsten Lied. Die hat er hier auskomponiert. Es gibt zwischen den Liedern riesige Orchesterzwischenspiele, eine Nachtmusik zum Beispiel. Ich dirigiere ja eigentlich nur Werke, denen ein Moment des Wagnisses, des Aufbruchs, des mutigen Behauptens innewohnt. Das finde ich unbedingt gegeben bei diesem Stück. Einerseits hat Pfitzner gegen die Moderne gehetzt, andererseits ist ein Orchesterzwischenspiel, Tod des Postillion, unglaublich modern. Das steht unmittelbar neben Gustav Mahler.
ZEIT: Ist dem Stück ein nationalistischer Ton einkomponiert?
Metzmacher: Es gibt nur eine Stelle in dem Eichendorff-Texten, an der heißt es: Und das Land ist doch frei!
ZEIT: Das klingt unangenehm dröhnend: Blech, volles Orchester, C-Dur!
Metzmacher: Da ist ihm der Gaul durchgegangen. Man muss bedenken: Pfitzner hatte angeblich seine beste Zeit in Straßburg als Musikdirektor. Und dann wurde Straßburg nach 1918 französisch. Das sogenannte Diktat von Versailles hat ihn, wie viele Deutsche, extrem geschmerzt. So schrieb er 1921 in seiner Kantate diese Stelle…
ZEIT: …aus der ein revanchistischer Geist tönt…
Metzmacher: Mal abwarten. Ich habs ja noch nicht gemacht.
ZEIT: Das Fortissimo steht aber doch drin in der Partitur.
Metzmacher: Aber es ist ja klar, dass wir dieses Werk nicht aufführen können wie jedes andere Stück Musik. Es ist eine Aufgabe, die wir uns da gestellt haben. Und selbstverständlich möchte ich nicht hinterher auf die Schulter geklopft bekommen im Sinne von: Mensch, der Metzmacher macht den Pfitzner wieder gesellschaftsfähig, dem wird politisch jetzt alles vergeben.
ZEIT: Mit welcher inneren Einstellung gehen Sie an Pfitzner ran? Darf man das eine heimlich erwachte Liebe nennen, oder ist es eine kritische Auseinandersetzung mit Provokationseffekt?
Metzmacher: Ich habe mich immer instinktiv zu bestimmten Sachen hingezogen gefühlt, das war damals bei Karl Amadeus Hartmann, für den ich mich starkgemacht habe, nicht anders. Ich hab dann das Gefühl, ich muss das jetzt unbedingt machen.
ZEIT: Gibt es da nicht einen Widerspruch: Auf der einen Seite haben Sie in Hamburg gemeinsam mit Peter Konwitschny Wagners Meistersinger unter der Prämisse auf die Bühne gebracht, dass man das Werk nicht von seiner Rezeption lösen kann. Sie haben die Musik in der prekären Schlussansprache von Hans Sachs angehalten und darüber auf offener Bühne diskutieren lassen. Nun plädieren Sie bei Pfitzner dafür, mal von der unheilvollen Rezeption abzusehen. Wie passt das zusammen?
Metzmacher: Moment, Moment. Wir hatten bei den Meistersingern ein Problem mit dem Text an der Stelle. Wir haben deutlich gemacht, dass der Text damals bei Wagner etwas anderes meinte als heute, nach der Geschichte, die wir seitdem erlebt haben. Bei Pfitzner ist das nicht so. Der hat selbst ganz bewusst auf die Zeitgeschichte reagiert, in Deutschland im Jahr 1921. Jetzt ist die Frage, wie ich das heute aufführe: Das werden wir am 3. Oktober sehen. Vergessen Sie auch nicht: Pfitzner ist ja nicht der einzige Komponist, den wir in unserer Konzertserie spielen. Das nächste Projekt ist gleich Kurt Weill: Der Silbersee. Das Stück wurde 1933 uraufgeführt, da waren die Nazis gerade an die Macht gekommen. Es basiert auf einem Schauspiel von Georg Kaiser und beleuchtet eine ganz andere Schnittstelle deutscher Geschichte. Am Ende gehen die beiden Helden mitten im Sommer über einen vereisten See ins Ungewisse.
ZEIT: Und Sie machen zusammen mit der fünften Symphonie von Beethoven und den Ernsten Gesängen von Eisler Les Préludes von Liszt, das die Nazis als Erkennungsmelodie für ihre Wehrmachtsmeldungen missbraucht haben. Wollen Sie dem Stück auch wieder eine Chance geben?
Metzmacher:Les Préludes hat sich von dem Missbrauch durch die Nazis nie erholt. Es ist ein Stück, dass zeigt, wie sehr Musik instrumentierbar ist.
ZEIT: Und in allem haust die deutsche Seele. Was macht sie denn nun aus?
Metzmacher: In ihr hat vieles Platz. Banal formuliert: Sie ist zu extremen Äußerungen fähig, in alle Richtungen. Das macht ihre Faszination und zugleich ihre Verführbarkeit aus. Mich interessiert in diesem Zusammenhang auch eine Figur wie Wilhelm Furtwängler, der mir früher völlig fremd war. Man ist schnell dabei, zu sagen, er sei weltfremd gewesen und unpolitisch und habe nur für die Musik gelebt. Das könnte man von meinem Vater auch sagen, aber das stimmt so nicht. Es gibt bei Furtwängler einen Zusammenhang, zwischen der Haltung, die Welt nur durch die Musik zu betrachten, und dem Entschluss, in Deutschland zu bleiben, um die großen Ideale zu verteidigen. Dass er genau dadurch missbraucht wurde, finde ich erschreckend.
ZEIT: Hätten Sie das vor fünfzehn Jahren genauso gesehen?
Metzmacher: Da hätte ich gesagt: Wer sich so verhalten hat, den kann ich nicht akzeptieren.
ZEIT: Interessiert Sie auch, was Furtwängler musikalisch gemacht hat?
Metzmacher: Inzwischen mehr, ja. Allein so ein Satz wie: »Es kommt immer drauf an, wie es klingt«, auf die Frage nach dem richtigen Tempo. Wenn man, wie ich, von der modernen Musik kommt, ist man von einer Absolutheit des Tempos geprägt. Da steht geschrieben: Achtel gleich 172, Sie stellen ihr Metronom ein und spielen das so. Es gibt kein Herantasten: Wie soll das eigentlich klingen? Furtwängler hatte recht, dass Klang und Tempo einander bedingen. Auch seine Freiheiten in der Agogik weiß ich heute viel mehr zu schätzen. Musik ist viel beweglicher, als ich, von der neuen Musik kommend, einmal dachte.
ZEIT: War nicht Otto Klemperer Ihr Vorbild?
Metzmacher: Das ist er immer noch. Es gibt ja nicht nur eine deutsche Tradition. Es gibt auch die, die Deutschland verlassen hat. Leute wie Klemperer, die gesagt haben, ich will in diesem Land nicht mehr spielen. Erich Kleiber, Fritz Busch – die bewundere ich sehr. Ihre Haltung war auch eine musikalische: kompromisslos, gerade, klar.
ZEIT: Was ist deutsch an deutschen Dirigenten?
Metzmacher: Der berühmte Begriff des Kapellmeisters. Die Schulung an der Praxis. Die deutsche Karriere läuft ja immer über das Opernhaus. Man wird Repetitor und irgendwann in den Graben gestellt. Es geht dabei um Handwerk. Das formt sehr. Man hat nicht die Haltung: Ich bin Dirigent und muss jetzt was ganz Besonderes machen. Man lernt, sich nicht größer zu machen als die Musik.
ZEIT: Wenns ums Deutsche an der deutschen Musik geht, wird gerne Ernest Ansermet zitiert, der gesagt hat: Die deutsche Musik hat die Welt gelehrt, was Tiefe ist.
Metzmacher:(stöhnt) Das ist ein problematischer Begriff, weil der nahelegt, dass wir irgendwie tiefer seien als andere.
ZEIT: Und was ist mit dem viel diskutierten deutschen Orchesterklang? Gibt es den?
Metzmacher: Glaube ich nicht. Orchester sind ja lebendige Organismen. Man muss mit ihnen den Klang bei jedem Stück und jedem Komponisten wieder neu suchen. Klang ist etwas, das reagiert auf Umgebung, auf Menschen, auf alles.
ZEIT: Was sagen Sie zu Joachim Kaiser, der über die deutsche Musik geschrieben hat: »Die Welt sollte einsehen, warum musikalische Menschen das ominöse Wörtchen ›deutsch‹ nicht voller Selbsthass aussprechen, sondern stolz und ein wenig melancholisch«?
Metzmacher: Das hat er schön gesagt.
Das Gespräch führte
Claus Spahn
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Deutschland hat bis zum Beginn des 19.Jhdts als politisch zerrissenes Land und über Jahrhunderte der vielfältigen militärischen, politischen und kulturellen Einflussnahmen auf das Pseudogebilde des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation eine enorme Vielfalt an geistigen, musischen und philosophischen Leistungen hervorgebracht. Daraus ist der Ruf der Deutschen als europäische Kulturnation entstanden.Auch das Bundesverfassungsgericht hat 1972 im Urteil über den Grundlagenvertrag mit der DDR den Begriff der deutschen Nation über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur definiert.
D.h. aber im Umkehrschluss:
1. Es gibt keine monolithische deutsche Identität und auch keine deutsche Seele. Eine geographische, politische und kulturelle Einheit ist nur in gewillkürter Form geschaffen worden. Ein Nationalstaat wie Frankreich und England dies in der Geschichte organisch geworden sind, ist Deutschland nie gewesen.
2. Die Schaffung der deutschen Einheit unter Ausschluss Österreichs 1870/71 war nichts anderes als ein barbarischer selbstzerstörerischer Akt, der die Kulturnation vernichtet und an ihre Stelle krankhaft verzehrte Feindbilder zur Identitätsstiftung gesetzt hat, (Erbfeind Frankreich, England "das perfide Albion") über die man sich negativ definiert, eine Gemeinsamkeit des Deutschen eingeredet hat, die es nie gab.
Deutschland ist keine verspätete Nation sondern im Sinne politisch geographischer Einheit auch heute ein Kunstgebilde.
Militarismus und Totalitarismus haben vom 19.Jhdt an, den kulturellen Reichtum ausgezehrt und den autoritären Charakter des Schrumpfgermanen erzeugt. Es ist genau dieser Geist der Primitivität, der auch heute die Realität der fiktiven deutschen Seele ausmacht.
Meiner Meinung nach, hätte man Gesamtdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg nie wieder zu Macht und Einfluss kommen lassen dürfen. Faschismus ( Nationalsozialismus ), Totalitarismus, Kadavergehorsam, Spießertum, Blockwartmentalitäten etc. beherrschen das Denken der modernen Deutschen wie eh und je.
Dank erhöhter Lebenserwartung stirbt die Nazibrut auch einfach nicht aus und im gesellschaftlichen Bewußtsein ist längst der Stab des antihumanen und antidemokratischen Denkens an die jüngere Generation weitergegeben.
Fazit:
Man lausche also der Musik und lasse das Nachdenken über eine deutsche Seele, denn das Charakteristische am modernen oder postmodernen ( welch sinnentleerte neologistische Worthülsen )Deutschtum ist vor allem die Geist- und Seelenlosigkeit.
Richtig. Gleiches gilt aber ebenso für England und Frankreich das Sie als angebliches gegenbeispiel für eine homogene Nation anführen. Das Vereinigte Königreich besteht aus England und Schottland, England aus Wales, Anglia, Greater London, Devonshire.. alles Regionen in denen es mehr oder weniger große Gruppen in der Bevölkerung (und Parteien) gibt die eine Unabhängigkeit anstreben. Ähnliches in Frankreich (Bretagne, Normandie, Lothringen, usw.)
Alle Nationen sind irgendwo "Willensnationen". Und das hat deutsche geeint. Richtig nicht unser Blut eint uns nicht aber unsere gemeinsame Sprache aber vor allem der WILLE zur Einheit. Daher ist Ihr Einlass nicht falsch aber mal wieder sehr sehr akademischer Natur wie es deutsche sog. "Intellektuelle" lieben. Gerade bei diesem Thema. Auch zeigt das Beispiel von Bayern eindrucksvoll das sich kulturelle Vielfalt und eine nationale Einheit keinesfalls widersprechen. Ein bayerischer Nationalist im übrigen will auch heutzutage nichts lieber als ein unabhängiges Bayern und verachtet Preußen, Berlin und die "Preißn" (alles jenseits der Donau). Allein daher ist es schon Irrational z.B. der CSU "deutschtümelei" vorzuwerfen wie es an anderer Stelle gern getan wird, offensichtlich gerade weil diese Leute annehmen die Bundesrepublik sei Homogen und auch wenn man nie in Bayern war könne man doch sicherlich wunderbar laut seine Meinung in die Welt brüllen weil das sei doch eh alles wie daheim nur das es anstatt CDU oder gar NPD eben CSU hieße.
Das hingegen kein unterschied für die Leute mehr zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu spüren ist, ist nicht die "Schuld" der Nation sondern das den Leuten dort das eigene Erbe nicht wichtig ist und alles das mit Tradition in zusammenhang steht sowieso verpönt ist - übrigens eine andere Position der sog. "Intellektuellen" für die kulturelle Vielfalt wie es mir scheint nur aus exotischem Kunsthandwerk aus Tibet oder dergleichen zu bestehen hat.
Im übrigen, auch wenn Sie sich noch so sehr mit Schachtelsätzen voller "großer Worte" ergehen - Sie machen genau das was Sie 84 mio. Menschen vorwerfen nämlich Rassismus. Ob man die deutschen nur ob der Nationalität als besonders edle Menschen oder besonders schlechte Menschen beurteilt wächst nämlich auf dem gleichen Grund. Und auch das von den Germanen, also bitte in jeder Schulform lernt man in Geschichte dass das Römische Reich bis an den Rhein und die Donau reichte, Südbayern also z.B. zum zivilisierten Römischen Reich gehörte und dort auch nie Germanen sondern Bajuwaren (in Schwaben die Alemannen) gelebt haben. Germanen ist ein Kunstbegriff und beschreibt beinahe alle Westeuropäischen Stämme der Völkerwanderung bzw. damals von den Römern alles jenseits des Rheins und der Donau im "unbekannten Land" - ob Ukraine oder Norwegen (Die anderswo gern genannten "Teutonen" waren übrigens ein dänischer Stamm deren Siedlungsgebiet sich NIE auf Gebiet eines späteren deutschen Staates befand). Sie arbeiten mit den Kampfbegriffen derer die Sie angeblich verurteilen, geben diesen Kampfbegriffen dadurch aber erst Gewicht. Und merken es nicht mal.
Die Begriffe, die ich der Nazinomenklatur entlehnt habe und die durchaus polemisch gebraucht wurden, nehme ich in keinster Weise zurück. Rufmordendes Getratsche widerlicher Dorftrottel erlebe ich tagtäglich seit 14 Jahren und korrigiere hier nichts, weil es empirisch überprüfbar meinen Lebenserfahrungen entspricht, und selbst bis in das engste Umfeld meiner sogenannten Familie betrieben wird.
Nationen sind immer etwas künstliches. Sie und das gesamte Feld des Nationalen sind als Begriff erst im 19.Jhdt in Mode gekommen.
Ich habe mich auf England und Frankreich nur insoweit beziehen wollen, dass England seit der Glorious Revolution 1688 und Frankreich seit der Revoution 1789 über eine einheitliche staatliche Ordnung verfügt haben, die sich evolutionaär entwickelt hat und beide Länder haben schon seit dem Mittelalter über eindeutig definierte Staatsterritorien verfügt.Natürlich haben Sie recht, dass es die Nation nirgendwo je gegeben hat und geben wird, da überall die Zugehörigkeit zu einer Region und einem Stamm bzw. bestimmte kulturelle Gegebenheiten die Identität eines Menschen konstituieren. Ganz nebenbei lassen sich die Wurzeln des Netionalsozialismus und des modernen europäischen Antisemitismus auch auf eine sogenannte Thule-Gesellschaft, die in Böhmen oder Mähren als Zusammenschluss von Arbeitern gegründet wurde und die Geschreibsel eines Stewart Chamberlain und Grafen Gobineau
zurückführen. Antisemitismus war immer ein gesamteuropäisches Phänomen.
Ich verweise auf Karl-Dietrich Bracher "Die deutsche Diktatur" und Herzig "Die Geschichte des Judentums in Deutschland". Erst die Shoa hat diesen latenten Antisemitismus, der sich bis dahin nur in mehr oder weniger begrenzten Progromen geäußert hat, zu einem Fanal des Untergangs des Humanen gemacht.
Der Aufreisser des kommentierten Artikels ist aber wohl eher gewesen, dass ein deutscher Dirigent in einem Komponisten ebenfalls deutscher Provenience, der Antisemit war oder gewesen sein soll, interessante Musik entdeckt hat und er sich die Frage gestellt hat, was wohl seine Identität als Deutscher ausmacht.
Übrigens finde ich, wenn die Musik gut ist, ist es vollkommen unerheblich, ob der Komponist Juden nicht mochte. Diese Musik am Tag der Deutschen Einheit aufzuführen halte ich auch für zulässig. Da neben der Musik kein antisemitischer Text existiert.
Luther wird als toller Hecht in der gesamten protestantischen Welt und großer Humanist hingestellt, obwohl er glühender Antisemit war und die gnadenlose Ausbeutung und das Gemetzel am darbenden Volk im Bauernkrieg ausdrücklich gutgeheissen hat. In meinen Augen war Luther zwar ein verrückter Spinner aber global gesehen erkennt man ihn ja fast als Religionsstifter an.
Ein Komponist erzeugt dagegen vergleichsweise harmlose Töne und Klangwelten, solange kein tendenziöser Gesang hinzugefügt wird..
Das Grundsätzliche was mich daran gestört hat war nicht direkt was Sie sondern wie Sie schrieben - ich finde derlei unterschwellige Aggressivität ist schlicht kein teil von Gesprächskultur. Eine Meinung kann und soll jeder haben aber diese wird in meinen Augen eher entwertet wenn derjenige diese auf so eine Art vorbringt. Zumal ich zu diesem persönlichen Beispiel mit Ihrer Verwandtschaft sagen muss: reden Sie mit denen. Und lassen Sie den Ärger darüber nicht im Internet heraus, da gehört er einfach nicht hin. Und zuletzt möchte ich sagen das ich es schade find das jegliche Debatte die auch nur in die Nähe des "Nationalgefühls" geht von einigen sofort genutzt wird sämtliches grundsätzliches Gedankengut (gleich welcher "Färbung") dazu hervorzubringen und damit die ganze Diskussion sofort zu Erwürgen. Zum einen sind diese Positionen bekannt und x-fach gehört (kein Erkenntnisgewinn) und zum anderen wenden sich die meisten Diskutanten, ich stelle das nur fest und werte nicht, dann "genervt" ab und ich sag mal "lassen denjenigen halt reden". Wer dann noch "anwesend" ist sind jene mit den sogenannten Extrempositionen die sich dann gegenseitig auf die inzwischen Jahrzehnte eingeübte Weise Verbal (und im Leben manchmal Real) die Köpfe einschlagen. Nochmal, sowas halte ich nicht für Diskussions- und Gesprächskultur.
Über Deutschland will ich nicht mehr diskutieren. Dieses Land ekelt mich was seine Menschen angeht einfach nur an. Über Meinungen kann man nicht dikutieren.
Beängstigend finde ich was für ein Weltbild einige zu haben scheinen.
"Dieses Land ekelt mich was seine Menschen angeht einfach nur an."
"Über Meinungen kann man nicht dikutieren."
Außerdem würde mich brennend das "Land" interessieren in dem Sie denken mit solch einer egomanischen und selbstherrlichen Einstellung willkommen zu sein.
Beängstigend finde ich was für ein Weltbild einige zu haben scheinen.
"Dieses Land ekelt mich was seine Menschen angeht einfach nur an."
"Über Meinungen kann man nicht dikutieren."
Außerdem würde mich brennend das "Land" interessieren in dem Sie denken mit solch einer egomanischen und selbstherrlichen Einstellung willkommen zu sein.
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