Das Rauchen von Wasserpfeifen, auch Shishas genannt, ist vor allem unter Jugendlichen in Mode gekommen. Wenn die Eltern die orientalischen Rauchgeräte kritisch beäugen, werden sie belehrt, dass das erstens nichts mit illegalen Drogen zu tun habe und zweitens weniger schädlich sei als das Rauchen von Zigaretten.

Ersteres stimmt meistens, die zweite Behauptung kann man so nicht stehen lassen. Der Rauch aus der Shisha ist zwar angenehm kühl und kratzt weniger im Hals als Zigarettenqualm, außerdem riecht er durch Zugabe von allerlei Extrakten lecker. Aber es ist und bleibt Tabakrauch; dessen Schadstoffe werden durch die Wasserfilterung längst nicht alle beseitigt. Das Etikett »Null Prozent Teer«, das auf manchen Packungen prangt, ist schlicht gelogen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Ende 2005 die erstaunlich dünnen Kenntnisse über die Shisha-Schädlichkeit zusammengefasst. Ihre Erkenntnisse: Der Raucher atmet beim Genuss einer Pfeife die Rauchmenge von 100 bis 200 Zigaretten ein. Das Wasser absorbiert lediglich einen Teil der Schadstoffe, insbesondere bleibt genug suchterzeugendes Nikotin im Rauch. Die Kohle, die man auf den Tabak legt, und die aromatischen Ergänzungsstoffe erzeugen beim Verbrennen zusätzliche Schadstoffe, etwa Kohlenmonoxid. Zudem warnt die WHO, dass man beim gemeinsamen Rauchen aus einem Mundstück Krankheitskeime weitergeben kann. Auch wenn die UN-Behörde damit die Gefahr vielleicht etwas aufbauscht: Eine sanfte Alternative zum Zigarettenrauchen ist die Wasserpfeife auf keinen Fall. Christoph Drösser

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