Wo fängt Mind-Doping an? Schon beim Traubenzucker oder bei einer Tasse Kaffee oder erst bei Medikamenten?

Ich finde die Grenze zwischen natürlichen oder unnatürlichen Mitteln schwierig. Wenn wir das Koffein heute neu entdecken würden, wären wir demgegenüber wahrscheinlich genauso kritisch, wie wir es Psychopharmaka gegenüber sind.

Was bewirken die Mittel denn? Muss ich nicht mehr lernen, wenn ich Tabletten schlucke?

Die Wirkung der Medikamente ist höchst umstritten. Die Nebenwirkungen sind zum Teil massiv, zudem kann die leistungssteigernde Wirkung sogar ins Gegenteil umschlagen. Mit dem Mittel Ritalin haben Versuchspersonen in psychologischen Tests zwar neue Aufgaben schneller gelöst. Wenn die Probanden allerdings dieselbe Aufgabe ein weiteres Mal lösen sollten, schnitten sie schlechter ab als diejenigen Probanden, die nichts genommen hatten.

Woher kommt das?

Das Problem ist, dass man mit Ritalin dazu neigt, Fragen zu schnell zu beantworten, und deshalb mehr Fehler macht. An dem Mythos, den das Medikament umgibt, ist also nicht viel dran.

Warum glauben dann so viele Menschen, dass ihnen Ritalin bei Prüfungen geholfen hat?