ZEIT: Herr Barenboim, Sie haben einmal gesagt, es sei eigentlich ein Unding, dass der Mensch zwei Hände habe. Könnten Sie uns das erklären?

Daniel Barenboim: Ich rede vom Klavierspielen. Liszt hat einmal gesagt: Man spielt Klavier nicht mit zwei Einheiten, sondern entweder mit einer Einheit aus zwei Händen oder mit zehn gleichberechtigten Fingern. Und das stimmt. Für einen Klavierspieler ist es nicht gut, wenn er daran denkt, dass er zwei verschiedene Hände hat.

ZEIT: Muss ein Klavierspieler das lernen?

Barenboim: Ich finde schon. Schauen Sie, jetzt wird unser Gespräch gleich sehr technisch, aber natürlich ist es beim Bogen eines Streichinstruments so, dass er an seinem Griff, an seinem Frosch, mehr wiegt als an der Spitze. Das ist sozusagen physikalisches Gesetz. Und bei Händen ist es auch so, der Daumen ist nun mal stärker als der kleine Finger. Wenn Sie zehn Töne spielen, müssen Sie aufpassen, dass die beiden Daumen nicht zu laut werden. Oder nehmen Sie die großen Melodien aus dem 19. Jahrhundert, aber auch schon bei Beethoven: Da brauchen Sie besonders die rechte Hand, also einen gleichberechtigten, starken kleinen Finger. Das muss man alles lernen, sicher.

ZEIT: Passen Sie auf Ihre Hände, auf Ihre Finger besonders auf?

Barenboim: Nein.

ZEIT: Sind die Hände versichert?

Barenboim: Nein. Wissen Sie, ich hatte das Glück, hochintelligente Eltern zu haben. Ich hatte ja diese bestimmte Begabung schon als kleines Kind, ich gab mit sieben Jahren meine ersten Konzerte vor Publikum. Was macht mein Vater? Er meldet mich zu einem Boxkurs an. Das war seine radikale Art zu denken: Du boxt jetzt, sonst wirst du denken, deine Hand ist was Besonderes.

ZEIT: Und wie war es im Ring?

Barenboim: Weiß ich nicht mehr. Boxen hat keinen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen. Anders natürlich Fußball. Ich habe als Kind immer Fußball gespielt, ich war gut. Ich bin schließlich Argentinier. Das war übrigens die größte Niederlage meines Lebens, als bei der Weltmeisterschaft 2006 Argentinien gegen Deutschland verlor. Ich war im Stadion, neben mir saß Joschka Fischer, hinter mir Angela Merkel. Eigentlich ein ganz schöner Nachmittag. Doch dann der furchtbare Fehler des Trainers, Riquelme auszuwechseln. Schrecklich.

Als Ort für das erste Gespräch hat Daniel Barenboim die Fachhochschule im Süden von Salzburg vorgeschlagen. Hier lebt und probt der Maestro für einige Wochen mit seinem Divan-Orchester, in dem junge Musiker unter anderem aus Israel, Ramallah und Iran zusammenspielen. Die Fachhochschule ist ein guter Ort für konzentriertes Üben und Reden – draußen das satte Grün des Salzburger Landes, drinnen eine Kantine, die sich dem kraftvoll vorgetragenen Wunsch Barenboims nicht verschließt: Nein, keine Pute möchte er zum Mittagessen, sondern »richtiges Fleisch«. Am Abend zuvor, erzählt er, habe er spät noch etwas essen wollen, »Brot und Käse«, aber im Hotel nichts mehr bekommen. Unglaublich, doch jetzt ist die gute Laune zurück. In Leinenhose und Hawaiihemd sitzt er am Tisch, links und rechts von ihm die Studenten, die jungen Musiker, deren Nähe er sichtlich genießt. Als schließlich auf der Wiese eines Innenhofes ein Fußballspiel beginnt, wirft der Dirigent immer wieder einen interessierten Blick auf die Akteure. Hätte er die Zeit, würde er sich womöglich einwechseln, fit genug wirkt er jedenfalls.

ZEIT: Sie sind Argentinier, deshalb noch ein Wort zu Diego Maradona?

Barenboim: Eine sehr große und sehr tragische Figur. Man muss wissen, welchen Stellenwert Fußball in Argentinien hat. Fußball ist für die Menschen dort einfach alles. Und das Großartige an dem Fußballer Maradona war ja seine Leidenschaft und seine Art zu spielen. Man sah: Alles, was er ist, spielt da Fußball. Und der tragische Fall besteht darin, dass er seine großen beruflichen Fähigkeiten in keiner Weise ins Gleichgewicht bringen konnte mit seinen persönlichen Dingen. Solche Phänomene gibt es ja auch manchmal bei Künstlern.

ZEIT: Waren auch Sie gefährdet? Waren Sie jemals in Gefahr, durch den Applaus, durch den Rummel um Ihre Person überzuschnappen?

Barenboim: Darf ich ein bisschen ausholen für diese Antwort?

ZEIT: Bitte.

Barenboim: Es geht im Grunde um die Frage: Was ist Musik? Ist Musik etwas, das uns hilft, die Welt zu vergessen, oder ist Musik etwas, wodurch wir die Welt verstehen können? Ich meine, es ist beides. Wenn Sie nach einem schrecklichen Tag im Büro samt Telefonat mit Ihrem Steuerberater endlich zu Hause sitzen, ein Glas Whisky trinken und schöne Musik hören, ein Stück, das Sie lieben, und Sie vergessen alles innerhalb von Sekunden: Das ist die Magie des Klanges. Und es ist auch gut so – warum nicht? Aber ich denke, Musik hat noch eine andere Seite, wenn man so will, eine viel größere Dimension: Die Welt kann lernen von der Musik. Ich meine, die Herren Beethoven und Bach oder heute jemand wie Boulez sind nicht nur Experten in Kontrapunkt, Rhythmus und schönen Tönen. Nein, sie haben eine wichtige inhaltliche Aussage. Deshalb hören Millionen von Menschen ihnen seit Jahrhunderten zu. Das hat mit einem tief menschlichen Inhalt zu tun. Und den muss man sich ganz genau anschauen. Also, meine Herren, können Sie mir mit ein paar Worten erklären, was der Inhalt beispielsweise einer Beethoven-Symphonie ist?

ZEIT: Nein.

Barenboim: Richtig. Sie können das mit Worten nicht erklären. Es ist gewissermaßen unmöglich, aber genau das ist das Reizvolle. Das Unmögliche ist mir immer schon lieber gewesen als das Schwierige. Denn das Schwierige kann ja gelingen, wenn man sich richtig anstrengt.

ZEIT: Der Inhalt einer Beethoven-Symphonie…

Barenboim: …besteht aus Klang. Ein Geräusch, ein physisches Phänomen. Was man gestern in einem Saal gespielt hat, ist heute weg. Es besteht nur weiter in unseren Köpfen, in unseren Gehirnen. Noch mal gefragt: Was ist Musik? Die Beziehung zwischen Klang und Stille. Der Klang ist das Leben, die Stille der Tod. Genau in dieser Wechselwirkung bekommt Musik eine metaphysische Dimension. Musik gibt einem die Möglichkeit, in bestimmter Weise übermenschlich zu sein. Mit dem Klang und dem Übergang in die Stille kann ich sozusagen den Tod erleben.

ZEIT: Herr Barenboim, eigentlich hatten wir gefragt, ob der Mensch Barenboim durch seinen großen Erfolg irgendwann gefährdet war, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Barenboim: Ich weiß. Und genau deshalb versuchte ich meine allgemeinen Bemerkungen zur Musik. In der Musik ist man ständig mit Phänomenen konfrontiert, über die man keine Kontrolle hat. Wie soll ich da durchdrehen? Wie kann ich größenwahnsinnig werden? Es ist keine falsche Bescheidenheit, wenn ich das sage: Wer Musik wirklich versteht, muss bescheiden sein, weil er begriffen hat, dass der Klang immer etwas Vorübergehendes ist. Wer Musik macht, fängt immer wieder bei null an. Wir sind keine Bildhauer, die etwas für die Ewigkeit hinhämmern.

ZEIT: Literaturkritiker halten der Autorin Joanne K. Rowling und ihren Harry Potter- Büchern zugute, dass sie junge Menschen an Bücher heranführe. Gilt Gleiches auch für die Musik? Verdient eine Band wie Tokio Hotel Anerkennung, weil sie Jugendliche für Musik interessiert?

Barenboim: Diese Frage stellen Sie an die falsche Adresse.

ZEIT: Wir merken das auch gerade.

Barenboim: Für mich sind das zwei völlig verschiedene Welten. Und zu dieser anderen kann ich absolut nichts sagen, ich weiß einfach nichts davon. Nach meiner Überzeugung findet man nicht zur Musik auf einem Weg, der oberflächlich ist. Damit sage ich nicht, dass ich etwas gegen Veranstaltungen habe, zu denen Tausende von Menschen strömen. Ich hatte nie etwas gegen die Konzerte der drei Tenöre. Ein wunderbares Spektakel…

ZEIT: …dem Daniel Barenboim fernblieb…

Barenboim: …weil ich nicht glaube, dass es mehr Menschen zur Musik bringt. Nein, man kann diesen Umweg nicht machen. Nichts wissen, nichts verstehen, sich einfach hinsetzen und auf den Zauber warten – es funktioniert so nicht. Es ist beispielsweise schon gut, wenn man eine Ahnung hat, welches zentrale musikalische Thema im Mittelpunkt einer Beethoven-Symphonie steht und auf welche Weise dies immer wieder angedeutet und wiederholt wird.

ZEIT: Das Publikum muss sich anstrengen?

Barenboim: Es muss schon aktiv zuhören. Man sollte, wenn man in ein Konzert geht, eine Idee haben von dem, was einen erwartet. Wer sich einfach auf seinen Platz setzt, der wird wenig mitbekommen.

ZEIT: Sie sind sehr streng.

Barenboim: Ich unterscheide schon. Im April war ich zusammen mit dem Orchester und dem Chor der Mailänder Scala zum ersten Mal in Ghana. Die rund 1500 Menschen, die in Accra im Konzertsaal saßen, dazu die Millionen von Fernsehzuschauern, haben bei dieser Gelegenheit nicht nur die neunte Sinfonie von Beethoven zum ersten Mal gehört, sondern klassische Musik überhaupt. Die Leute wussten nicht, was zu erwarten war. Was sie wussten: Es muss etwas Wichtiges sein, etwas menschlich Wichtiges. Schon nach den ersten Takten hatte ich das Gefühl, die hören wirklich genau zu. Ich dachte an das japanische No-Theater, in dem ich mal gewesen bin. Sie verstehen kein Wort, aber Sie suchen. In dem Moment, wo Sie suchen, bekommen Sie alles. Wenn Sie nichts suchen, bekommen Sie nichts.

ZEIT: Spürt man als Dirigent schnell, welches Publikum man im Rücken hat?

Barenboim: Ja, natürlich. Man spürt es nicht am Applaus, man spürt es in der Stille des Raumes. In Accra herrschte eine absolute, eine totale Stille. Die neunte Sinfonie, stellen Sie sich einmal vor, so etwas zum ersten Mal zu hören, den langsamen Satz! Die Leute schienen den Atem anzuhalten, der Abend hat mich wahnsinnig bewegt.

ZEIT: Die Neunte – können Sie die Symphonie in diesem Moment in Ihrem Kopf hören?

Barenboim: Ja, das muss man als Musiker können.

ZEIT: Könnten Sie Ihr Leben anhand von Musik erzählen?

Barenboim: Ja, weil ich es gewöhnt bin, mit meinen Ohren umzugehen. Heutzutage sind viele Menschen das nicht mehr gewöhnt. Sie hören nicht hin, auch aus Selbstschutz vor dem permanenten Geräuschpegel im Alltag. Musik im Aufzug, im Hotel, im Flugzeug – furchtbar. Wenn Sie jemanden nicht sehen wollen, brauchen Sie nur Ihre Augen zuzumachen. Aber versuchen Sie mal, Ihre Ohren zuzumachen, das können Sie nicht.

ZEIT: Sie leiden körperlich?

Barenboim: Es ist physische Penetration. Ich hasse es. Was macht es bitte für einen Sinn, das Violinkonzert von Brahms in einem Lift zu spielen? Drei Stockwerke, und dann raus, dazu ein Häppchen Brahms. Das ist Vergewaltigung!

ZEIT: Wehren Sie sich?

Barenboim: Wie soll ich? Im Restaurant sage ich manchmal: Bitte, könnten Sie die Musik leiser drehen? Einmal habe ich einen Brief gelesen, den jemand an eine amerikanische Firma geschrieben hatte, die in einem Spot mit Mozarts Requiem für den Verkauf neuer Toiletten geworben hatte. Er schrieb, das Requiem von Mozart habe einen starken religiösen Bezug. Da waren sie erschrocken. Sie antworteten, selbstverständlich würden sie das sofort ändern, da sie es nicht gewusst hätten. Einige Zeit später sah ich den Toiletten-Spot wieder. Und was lief für Musik? Aus dem Tannhäuser von Richard Wagner, der angeblich keinen religiösen Bezug hatte. Aber über die Tatsache, dass Musik benutzt wurde, um für Toiletten zu werben, kein Wort. Sie sehen, der Kampf ist hoffnungslos.

ZEIT: Ihr Divan-Orchester, dieser Versuch, inmitten höchster Krisenzeiten mit Musikern aus Israel, Palästina und verschiedenen arabischen Ländern Musik zu machen: Würden Sie sagen, dies ist das wichtigste musikalische Projekt Ihres Lebens?

Barenboim: Eindeutig ja. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie es sein kann, dass so grauenhafte Despoten wie Hitler oder auch Stalin große Musikliebhaber waren. Meine Erklärung: Für sie war die Musik eine Art Geheimgarten, ein eigenes Reich, das nichts zu tun hat mit dem wirklichen Leben. Und genau diese Trennung: da das Leben, da die Musik, regt mich bis heute auf! Das ist schrecklich. Musik und Leben gehören zusammen, wir können nämlich von der Musik sehr viel lernen. Und genau das versuchen wir mit dem Divan. Das ist spannend und macht unendlich viel Spaß.

ZEIT: Kann Musik Denken verändern?

Barenboim: Ich bin nicht naiv. Natürlich löst das, was wir machen, nicht die großen Konflikte. Aber dieses Jahr sind zwei junge Musiker aus Iran dabei, ein Mädchen und ein Junge. In diesen Zeiten, das ist großartig. Und ein kleines Beispiel: Wenn ich in der Probe sage, ihr spielt das alles wunderbar, aber die Klarinette hat auch was zu sagen, ihr müsst ihr besser zuhören. Ihr anderen müsst leiser sein. Wenn dann ein Israeli leiser spielt, damit die Klarinette des Syrers besser zu hören ist, das bringt mehr, als wenn sich die beiden beim Essen unterhielten. Sie sind nämlich in der Musik aufeinander angewiesen. Natürlich werden sie nicht die historische Erzählung des anderen gleich akzeptieren, aber es kann der Anfang sein für ein besseres Verständnis.

ZEIT: Letztes Jahr war der Krieg im Libanon: Hat das die Arbeit im Orchester beeinflusst?

Barenboim: Es war natürlich schwierig, aber der Zusammenhalt war trotz allem nicht gefährdet. Einen Musiker gab es, aus dem Libanon, der kam im letzten Jahr nicht. Er gehörte zur Familie bislang, er war immer dabei. Er hatte von uns ein Stipendium bekommen und hat in Weimar studiert. Ich hab zu ihm gesagt: Wieso bist du nicht gekommen, ausgerechnet du? Da sagte er, in seiner Kultur hätte Musik nur etwas mit Heiterkeit und Vergnügen zu tun, und in Kriegszeiten könne er deshalb nicht mitmachen. Ich habe das respektiert, natürlich. Aber verstanden hat er nichts von der Musik. Als wäre Musik nur eine Veranstaltung für gute Zeiten! Was für ein Missverständnis.

ZEIT: Ihre erste Ehefrau, die berühmte Cellistin Jacqueline du Pre, erkrankte sehr früh an multipler Sklerose und starb nach zwanzigjähriger Leidenszeit. Konnte Musik ihr seelisch helfen?

Barenboim: Ich kann das nicht sagen. Am Anfang war es furchtbar für sie, als sie merkte, sie kann nicht mehr spielen. Später hat sie sich damit abgefunden, gab Musikunterricht. Vielleicht hat ihr die Musik manchmal geholfen angesichts dieser schrecklichen Krankheit. Auf eine gewisse Weise war Musik beides für sie, Kränkung und Trost.

ZEIT: Zurück zum Divan-Orchester: Sie haben entschieden, mit diesen Musikern den Liebestod aus Tristan und Isolde von Richard Wagner zu spielen. Ausgerechnet den Antisemiten Wagner, den Lieblingsmusiker vieler Nazis. Haben Sie das vorgeschlagen?

Barenboim: Nein, das waren die israelischen Musiker, die wollten das. Und zwar aus rein instrumentalen Gründen, das waren die Blechbläser, für die bei Wagner sehr viel zu spielen ist. Und die das sonst nie spielen. Es hatte also rein musikalische Gründe. Bei Wagner geht es mir nie um Politik oder um die Person Wagner, sondern um seine großartige Musik. Nächstes Jahr gehen wir mit dem ersten Akt der Walküre auf Tournee. Wir werden in der Berliner Waldbühne spielen. Stellen Sie das vor: die Waldbühne, von Hitler gebaut. Die Musik von Wagner. Gespielt von uns! Hitler und Wagner würden sich im Grabe umdrehen.

ZEIT: Sie haben vor einigen Monaten einen Skandal in Israel ausgelöst, als Sie bei einer Preisverleihung aus der Gründungserklärung des Staates Israels zitiert und dann gefragt haben, ob die Besetzung eines anderen Volkes mit dieser Unabhängigkeitserklärung in Einklang gebracht werden könne.

Barenboim: Ich habe einfach nur vorgelesen, um zu dokumentieren, was dieser Staat einmal für Ideale hatte. Jeder, der im Raum war, hat begriffen, was gemeint war. Nun, und einige Politiker haben sich furchtbar darüber aufgeregt. Dass man sie an die Ideale von früher erinnert, hat ihnen nicht gepasst.

ZEIT: Sie wollten diese Aufregung?

Barenboim: Nein, gar nicht. Ich wollte nur dokumentieren, wie weit es mit diesem Land inzwischen gekommen ist.

Ein kleiner Junge, vielleicht elf, zwölf Jahre alt, kommt an den Tisch. Dunkles Haar, dunkle Haut. Barenboim redet Englisch mit ihm. Small Talk, beide lachen. Wo er so gut Englisch sprechen gelernt habe, fragt ihn Barenboim. Sie redeten alle Englisch in der Schule, antwortet der Junge. Das Englisch dieser Kinder sei besser als das vieler Deutscher, sagt Barenboim. Der Kleine geht wieder.

Barenboim: Der Junge kommt aus Ramallah. Ein Palästinenser, viele Kids sind so wie er. Aufgeweckt, neugierig, voller Kraft. Man muss sich das vorstellen: 85 Prozent der Bevölkerung in den besetzten Gebieten sind unter 33 Jahre alt. 22 Prozent der Bevölkerung in Israel sind Palästinenser, und die Zahl steigt und steigt. Wie Israel mit diesen Menschen umgeht, ist so unendlich dumm, das macht mich wahnsinnig. Erst seit wenigen Jahren ist es für die Palästinenser innerhalb Israels erlaubt, arabische Literatur zu lesen. Bis dahin durften sie sich nur mit dem Judentum beschäftigen. Warum? Sie sind keine Juden. Das Argument, Israel sei ein Staat für die Juden, ist kein Argument. Denn die Palästinenser sind nun mal da. Was will man tun? Will man sie vertreiben? Will man sie töten? Jeder, der ein bisschen denken kann, weiß: Diese riesige Bevölkerungsgruppe muss integriert werden. Es gibt eine Eigenschaft des jüdischen Volkes, die von allen anerkannt wird, von den Antisemiten und von Philosemiten, das ist die Intelligenz. Ich kann nur fragen: Wo ist sie geblieben? Die Intelligenz der Israelis ist auf eine schreckliche Art betäubt.

ZEIT: Wird Ihre Kritik in Israel verstanden?

Barenboim: Von manchen ja, von vielen nicht. Die Politik derzeit ist wirklich schrecklich. Was tut man? Man versucht den Palästinenserpräsidenten Abbas im Kampf gegen die Hamas mit Geld zu unterstützen. Man versucht ihn zu kaufen – und genau damit macht man ihn politisch tot.

ZEIT: Es gibt in Israel Leute, die sagen: Ach, der Barenboim hat leicht reden, der lebt nicht hier, der lebt nicht mit den Attentaten, den ständigen Bedrohungen. Fakt ist auch, seit es den Zaun gibt, geht die Zahl der Selbstmordattentate zurück. Was sagen Sie zu diesen Einwänden?

Barenboim: Ich frage Sie: Was hat die Politik der sogenannten Stärke gebracht? Was hat es gebracht, dass man immer nur auf Militär und Polizei gesetzt hat? Wollen wir noch mehr Zäune bauen? Die Palästinenser noch schlechter behandeln? Jeder weiß in Israel, sogar viele Hardliner, dass es so nicht weitergeht.

ZEIT: Sie sagen, man könne viel von der Musik lernen, gerade auch, wann man im Leben schnell und wann man im Leben langsam sein muss. Welches Tempo wäre für Israel das richtige?

Barenboim: Prestissimo. Möglichst schnell. Alle wissen, wie es gehen könnte. Seit Jahren, seit Bill Clinton sagen es alle: Man ist bereit, einen palästinensischen Staat zu akzeptieren, die sogenannte Zweistaatenlösung mit den Grenzen von 1967, mit Ostjerusalem als palästinensischer Hauptstadt, inklusive Lösung des Flüchtlingsproblems. Das hat Clinton gesagt, das haben Barak und Arafat gesagt, das hat jetzt die Arabische Liga gesagt und auch Olmert. Warum tut man es nicht?

ZEIT: Was dachten Sie, als damals Arafat den Friedensnobelpreis bekommen hat?

Barenboim: Ich habe ihm nie geglaubt. Arafat war ein großer Kämpfer, aber den Übergang zu einem Staatsmann hat er nie geschafft.

10.30 Uhr. Im großen Hörsaal der Fachhochschule Salzburg beginnt die Probe für die Musiker des Divan-Orchesters, Arnold Schönbergs »Variationen für Orchester«, Opus 31, stehen auf dem Programm. Rund 60 Musiker, darunter auch jene, die gestern Fußball spielten, sitzen nun auf hellen Holzstühlen im Halbkreis. Im Zentrum der Blicke Daniel Barenboim, er sieht alles, hört alles. Wieder und wieder unterbricht er. Es gebe Momente im Leben, da müsse man die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, rät er einer Oboe. Wenig später, als er mit seinem Taktstock wieder auf einen Notenständer trommelt, vergleicht er eine Orchesterprobe mit dem Besuch beim Zahnarzt: Es sei schmerzhaft, »aber nachher, meine Damen und Herrn, fühlt man sich besser«.

ZEIT: Sind Sie stolz auf sich?

Barenboim: Wenn ich Nein sagen würde, wäre das unehrlich. Seit 57 Jahren stehe ich jetzt auf der Bühne. Immer noch kommen junge und alte Menschen in meine Konzerte, viele kommen nicht zum ersten Mal. Das gibt mir einen Impuls, nicht mehr. Ich will das große Wort Pflicht nicht bemühen. Es geht um diesen Impuls, das zu tun, was mir wichtig ist in meinem Leben.

ZEIT: Wissen Sie nach einem Konzert selber ganz genau, wie gut das Orchester war, wie gut Sie als Dirigent?

Barenboim: Ja. Aber ich weiß auch, dass wir selbst bei einem noch so großartigen Konzert nicht alles zum Ausdruck bringen können, was in der Partitur steht. Es ist wie bei einem Berg, es gibt immer eine Seite, die man nicht sieht.

ZEIT: Stimmt die Geschichte, dass Sie einmal die Witwe Furtwänglers besucht und sie gebeten haben, einen Blick in seine alten Partituren werfen zu dürfen?

Barenboim: Ja, das stimmt. Und sie hat sie mir gegeben. Es war für mich hochinteressant, zu sehen, an welchen Stellen Furtwängler am Rande etwas notiert hat, zum Beispiel: Achtung, hier darf es nicht zu langsam werden. Partituren sind etwas ganz Wunderbares.

ZEIT: Schlechte Abende…

Barenboim: …kann es geben.

ZEIT: Haben Sie Lampenfieber?

Barenboim: Es kommt vor. Doch je besser man vorbereitet ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, nervös zu werden. Diese Nervosität hat mit der Angst zu tun, während eines Konzerts die Kontrolle zu verlieren. Wenn es mir an einem Abend nicht gut geht, sei es nur, dass ich müde bin oder hungrig, dann muss ich mich auf meine Professionalität, auf die des Orchesters verlassen können.

ZEIT: Haben Sie Neider?

Barenboim: Nein, weil mich die Pianisten als Dirigenten und die Dirigenten als Pianist sehen. (lacht) Bei den Journalisten ist es manchmal anders. Nur ein Beispiel: Den Zyklus der Klaviersonaten von Beethoven spiele ich seit 1960, ich weiß nicht, wie oft schon. In den vergangenen 50 Jahren habe ich die Sonaten auch regelmäßig in New York gespielt. Nach einem ausverkauften Konzert in der Carnegie Hall vor drei Jahren schrieb der Kritiker der New York Times, er verstünde das alles nicht. Seit 30 Jahren, so der Mann, vertrete er die Ansicht, dass dieser Barenboim keine Ahnung vom Klavierspielen habe, er im Grunde keine musikalisch interessante Aussage habe. Wieso die Leute begeistert seien, sei ihm unerklärlich.

ZEIT: Ist es ein Lernprozess, dass einem die Kritiken irgendwann gleichgültig sind?

Barenboim: Nein. Nach meinem ersten Konzert als Siebenjähriger war ich sechs oder acht Monate später so weit und bin mit einem Orchester aufgetreten, Mozart, Klavierkonzert. Damals gab es danach in Buenos Aires zwei Kritiken in den Zeitungen. In der einen hieß es, seit Mozart hätte man nie so ein Genie erlebt. In der anderen lautete das Fazit: Es sei kriminell, ein achtjähriges Kind in der Öffentlichkeit so spielen zu lassen, besonders, wenn es keine Begabung habe. Wohlgemerkt, es handelte sich um dasselbe Konzert. Mein Vater hat die Zeitungsseiten damals aufbewahrt, er hat sie mir noch jahrelang gezeigt. Ich sollte mich nicht von dem abhängig machen, was alles geschrieben würde Stichwort Kritik: Ich habe vor einigen Jahren ein Buch geschrieben…

ZEIT:Die Musik, mein Leben.

Barenboim: …und ich gab das Buch Heiner Müller, mit dem ich damals zusammenarbeitete. Nach einiger Zeit fragte ich ihn: Und, wie findest du das Buch? Interessant, sagte er, habe ’ne Menge Neues über Musik erfahren. Und wie findest du es sonst?, fragte ich neugierig und ungeduldig. Da antwortete er: Na ja, Heine bist du nicht… (Er lacht schallend)

ZEIT: Sind Sie befreundet mit Dirigenten?

Barenboim: Ja, Zubin Mehta ist wie mein Bruder. Auch mit Pierre Boulez bin ich schon seit Jahrzehnten befreundet.

ZEIT: Herbert von Karajan hat bei Gelegenheit davon erzählt, dass er in einem leeren Konzertsaal nach einer Weile die Musik hören könnte, die in dem Raum gespielt worden sei. Er behauptete es allen Ernstes, auch dass die Stille in einem solchen Konzertsaal eine andere sei als anderswo. Können Sie dies nachempfinden?

Barenboim: Ja, das kann ich. Was Karajan damit anspricht: Dirigenten entwickeln im Laufe der Zeit ihre Ohren unterschiedlich. Das eine, ich nenne es das physische Ohr, hört, was gespielt wird, das andere, das innere Ohr, hört, was wir hören möchten.

ZEIT: Das innere Ohr…

Barenboim: …hört natürlich nicht nur, was wir hören wollen, was wir in der Partitur gelesen haben, sondern wir hören auch immer ein bisschen von dem davor, denn ich muss ja den ersten Klang hören, bevor ich ihn spiele. Das innere Ohr ist also immer ein bisschen voraus.

ZEIT: Wie finden Sie die Konzentration dafür, haben Sie ein Ritual?

Barenboim: Nein, auch insofern habe ich Glück, dass ich so früh mit dem Klavier angefangen habe. Als Kind war ich vormittags in der Schule, dann habe ich Fußball gespielt, dann das Instrument geübt und schließlich am Abend das Konzert.

ZEIT: Also haben Sie stets gewechselt, rein in die Konzentration, raus aus der Konzentration…

Barenboim: …das ist mir ins Blut übergegangen, ich habe keine Mühe damit.

ZEIT: Braucht das Zusammenspiel von Dirigent und Orchester immer Harmonie?

Barenboim: Es gibt auch Aggressionen. Das passiert.

ZEIT: Haben die Musiker Angst vor Ihnen?

Barenboim: Das müssen Sie die Musiker fragen.

ZEIT: Aber Sie müssen das doch auch spüren.

Barenboim: Das Dirigieren eines Orchesters ist mit keinem anderen Beruf zu vergleichen. Gefordert ist natürlich Autorität, andererseits sind Orchester ungeduldig, sensibel. Daraus folgt: Wenn ich als Dirigent die Probe unterbreche, um etwas zu sagen, um etwas zu korrigieren, dann darf ich nicht nachgeben. Ich muss darauf bestehen, die Verbesserung auch zu bekommen. Ein Dirigent darf niemals pro forma handeln, er muss dranbleiben, bis die Musiker das produzieren, was er verlangt. Aber, der Unterschied muss für das Orchester sofort hörbar sein. Die Streicher, die Bläser, sie müssen den Unterschied hören.

ZEIT: Sie kennen die großen Komponisten wie kaum ein Zweiter. Welchen dieser Meister hätten Sie zu Lebzeiten gerne getroffen?

Barenboim: Am liebsten würde ich 24 Stunden mit Mozart verbringen. Ich bin mir sicher, dass ich an einem solchen Tag bestimmt mehrere sehr hübsche Mädchen treffen würde. Eine unglaubliche Vorstellung, im Jahre 1786 mit Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Opernlibrettisten Lorenzo da Ponte für eine Stunde an Figaros Hochzeit oder Don Giovanni zu arbeiten.

ZEIT: Was würden Sie fragen?

Barenboim: Nichts fragen, nur beobachten. Auch Bruckner würde ich gerne zusehen, dessen Musik ich über alles liebe. Er ist einer der Hauptgründe, warum ich zu dirigieren begonnen habe.

ZEIT: Es gibt keinen Musiker, der so viel unterwegs ist als Dirigent, Pianist und Kammermusiker. Wie belohnen Sie sich, wie tanken Sie auf?

Barenboim: Anfang des Jahres war ich, mein schönster Urlaub überhaupt, mit meiner Frau für zehn Tage in der Antarktis. Eine Fahrt mit dem Eisbrecher.

ZEIT: Hatten Sie einen Walkman dabei?

Barenboim: Ich habe keinen.

ZEIT: Keine Musik gehört?

Barenboim: Nein.

ZEIT: Zehn Tage ganz ohne Musik?

Barenboim: Es war wunderbar. Eine großartige Landschaft. Manchmal dachte ich unterwegs an Johann Sebastian Bach, dann habe ich seine Musik auch gehört, aber nur in meinem Kopf.

ZEIT: Passt Bach besonders gut in die Antarktis?

Barenboim: Ich halte nichts davon, die eine Musik dem Eis oder der Wüste zuzuschreiben und bei der anderen Wälder und Flüsse zu assoziieren. Stellen Sie sich einmal vor, Wagner hätte die Sahara-Wüste gesehen, Saudi-Arabien, wer weiß, was er dann geschrieben hätte? Seien wir ehrlich, alle diese Komponisten, die mit der Natur beschäftigt waren, kannten Italien, die Sonne, den deutschen Wald, auch die Berge, aber bestimmt nicht die Wüste oder die Antarktis.

ZEIT: Erinnern Sie sich an Niederlagen in Ihrem Leben?

Barenboim: Vieles läuft nicht gut, fast jeden Tag.

ZEIT: Wir denken eher daran, dass Sir Simon Rattle damals Claudio Abbado als Chef der Berliner Philharmoniker nachfolgte und nicht Sie. Die Musiker haben sich in einer Abstimmung gegen Sie entschieden.

Barenboim: Das empfinde ich nicht als Niederlage. Jedes Orchester und jeder Dirigent hat das Recht, seine Vorlieben zu haben. Das gehört dazu.

ZEIT: Sie können mit Musik fast alles, Ihr Wissen scheint endlos, aber…

Barenboim: …ich weiß, was Sie jetzt fragen wollen. Nein, das Wichtigste wäre, selber zu schreiben. Damals als Student habe ich komponiert. Mittlerweile weiß ich, ich habe leider keine Begabung. Und es ist mir lieber, dass ich Ihnen das sage, als umgekehrt. Wenn Sie so wollen, ist das tatsächlich eine Niederlage.

Das Gespräch mit Daniel Barenboim wird einige Tage später in Salzburgs Getreidegasse fortgesetzt, im Hotel zum Goldenen Hirschen – mehr Mozart geht nicht. Die Salzburger Festspiele sind vorbei, bald wird er mit der Staatskapelle Berlin zu einer großen Tournee durch Japan aufbrechen. Noch will er nicht so recht daran denken. Obwohl der Oberkellner des Hirschen sich alle Mühe gibt, dem verehrten Gast auch Salzburger Nockerln auf den Tisch bringt, macht Barenboim aus seiner Müdigkeit keinen Hehl. Zu viel gegessen, zu wenig geschlafen – einem wie ihm fällt es schwer, sich rar zu machen. Als er sich schweigend eine Zigarre anzündet, meldet sich unversehens der Nebentisch zu Wort, zwei Damen, Mitte 60. »Maestro, Sie waren gestern Abend wunderbar, wir sind immer da, wenn Sie spielen.« Barenboim bedankt sich mit einem Handkuss. Dann muss er los, er braucht dringend einen neuen Frack.

ZEIT: Träumen Sie davon, komponieren zu können?

Barenboim: Manchmal, es ist ein sehr surrealer Traum, so wie Sie vielleicht davon träumen könnten, König von Bayern zu sein.

ZEIT: Haben Sie schon einmal davon geträumt, dass Dirigenten in hundert Jahren die dritte Symphonie von Daniel Barenboim spielen?

Barenboim: Nein, das müssen die Kollegen nicht. Wenn ich nicht mehr bin, ist es auch gut.

ZEIT: Die klassische Musik befindet sich in einer dramatischen Krise. Nur die großen Stars, wie Sie zum Beispiel, sind gut im Geschäft. Und alles redet von Anna Netrebko. Kann sie die Klassik retten?

Barenboim: Ich verehre Anna Netrebko. Sie ist eine wunderbare Künstlerin, sie ist sehr fleißig und sehr genau. Aber natürlich werden die Stars die Klassik nicht retten können.

ZEIT: Ist die Lage also hoffnungslos?

Barenboim: Wie kann die Lage hoffnungslos sein? Es gibt nichts Wunderbareres auf der Welt als klassische Musik. Das Problem ist nur: Wir verlernen zu hören! Und das hat sehr viel damit zu tun, dass dies in den Schulen nicht mehr unterrichtet wird. Man muss den Kindern das beibringen. Es ist ein großes Drama, dass es Kindern vorenthalten wird. Ein Skandal!

ZEIT: Sie haben zwei Söhne…

Barenboim: …und ich bin mit meiner Musikerziehung völlig gescheitert. (lacht schallend) Kleiner Scherz. Nein, Musik spielt für meine Söhne eine große Rolle. Der eine ist DJ, macht Hip-Hop-Musik.

ZEIT: Und das bei diesem Vater!

Barenboim: Wir haben uns mal spätnachts in der Küche getroffen. Wir waren beide sehr müde. Da habe ich ihn gefragt, wie es bei ihm beruflich ginge. Da schaute er mich ziemlich missgelaunt an und sagte: Du interessierst dich null für meine Art von Musik und fragst jetzt nur, weil ich dein Sohn bin. Yes, habe ich gesagt, but what’s wrong with that? Was ist daran falsch?

ZEIT: Herr Barenboim: Sie sind dauernd unterwegs, allein in den letzen Wochen waren Sie in Spanien, Japan, China. Was bezeichnen Sie als Ihre Heimat?

Barenboim: : Schwer zu sagen. Früher war es klar: Israel. Und es ist immer noch für mich ein besonderes Gefühl, wenn ich in Tel Aviv lande. Aber die politische Situation macht es mir schwer, Heimatgefühle zu entwickeln.

ZEIT: Sind Sie religiös?

Barenboim: Nein, gar nicht.

ZEIT: Was heißt es für Sie, ein Jude zu sein?

Barenboim: Ja, was heißt das? Jude zu sein ist ein bisschen Tradition, ein bisschen Volk, ein bisschen Schicksal. Und für mich vor allem ein Gefühl. Ich fühle mich als Jude und bin Jude. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Das Gespräch führten Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert

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