Preise Noch keine Panik
Brot, Bier und Benzin werden teurer, doch die Löhne bleiben unten. Was Verbraucher schmerzt, beruhigt die Währungshüter
Es begann mit der Milch. Gefolgt von der Butter. Um bis zu 40 Prozent sind die Preise für diese Grundnahrungsmittel im Laufe des Jahres gestiegen. Manches Stück Fleisch, manche Flasche Bier und manche Süßigkeit kostet jetzt 30 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Angst vor der Inflation geht um.
Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Konzern deutliche Preiserhöhungen ankündigt – oder stillschweigend durchsetzt. Zuletzt teilten Energieversorger mit, dass sie die Preise für Gas und Strom zum Jahreswechsel um acht bis zehn Prozent erhöhen. Dann wurde ein Fass Rohöl kurzzeitig für mehr als 90 Dollar gehandelt, so viel hatte es noch nie gekostet, und die Mineralölkonzerne zogen Konsequenzen. 1,39 Euro kostete zum Wochenbeginn ein Liter Superbenzin.
Wird alles noch viel teurer? Wie lange dauert es noch, bis solche Preissteigerungen auch das Wachstum hemmen? Solche Fragen stellen sich deutsche Verbraucher und ihre Banker, und auch in Washington wurde darüber am vergangenen Wochenende leidenschaftlich diskutiert. Der Internationale Währungsfonds hatte zu seinem Jahrestreffen geladen, und die Finanzminister und Spitzenbanker aus fast allen Ländern der Erde kamen. Ein Thema: natürlich die Krise an den Finanzmärkten. Das andere: die globale Teuerung. Auch erfahrene Finanzmarktprofis machen sich mittlerweile Sorgen. »Wir dürfen die Preisgefahr nicht aus den Augen verlieren«, sagte Bill Rhodes, Vizechef des weltgrößten Geldinstituts, der amerikanischen Citigroup.
Allerdings sind nicht alle unruhig. In den wichtigsten Notenbanken der Welt überwiegt derzeit die Gelassenheit. Bundesbank, Europäische Zentralbank (EZB) und Federal Reserve beschäftigen ganze Abteilungen mit der Analyse der Inflationsrisiken. Wie Meteorologen das Wetter prognostizieren die Ökonomen mit Hilfe von hoch komplizierten Computermodellen die Teuerungsrate in der Zukunft. Was die Computer in Frankfurt, Washington und London ausspucken, gibt ihnen momentan keinen Anlass zur Panik.
»Es deutet derzeit nicht viel darauf hin, dass ein dauerhafter starker Anstieg der Teuerung droht«, sagt ein hochrangiger Notenbanker. EZB-Zentralbankchef Jean-Claude Trichet warnt zwar öffentlich vor Inflationsrisiken. Die EZB schätzt die Lage aber nicht als so gefährlich ein, dass sie die Zinsen kräftig erhöhen will, um so die Teuerung zu dämpfen.
Die Preise für Mode sind über Jahre sogar gesunken
Ausgerechnet ein Umstand, der die Verbraucher angesichts der steigenden Preise so schmerzt, stimmt die Währungshüter optimistisch: Die Löhne steigen nur langsam.
Die Experten der Notenbanken schauen nämlich vor allem auf die Löhne, wenn sie die Inflationsrisiken abschätzen. Schnellen diese insgesamt nach oben, nimmt die Teuerungsrate rapide und dauerhaft zu. Dann ist »Inflationsalarm«. Doch davon sind die deutsche und die globale Wirtschaft weit entfernt. Das Wachstum ist hierzulande zwar kräftig, aber nicht so, dass überall die Arbeitskräfte knapp würden. Also sind auch die Zuwachsraten bei den Entgelten vergleichsweise niedrig. Das dürfte in den kommenden Monaten so bleiben, denn in den jüngsten Tarifabschlüssen wurden durchgehend moderate Zuwächse vereinbart. In den USA schwächt sich die Wirtschaft infolge der Krise am Immobilienmarkt sogar deutlich ab, die Arbeitslosigkeit dürfte bald wieder steigen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sagt voraus, dass die Inflationsrate in Deutschland im kommenden Jahr alles in allem bei nur noch 1,6 Prozent liegen wird.
Erst wenn Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte dauerhaft mit höherer Inflation rechnen und als Ausgleich für den Kaufkraftverlust entsprechende Gehaltsforderungen durchsetzen, droht eine gefährliche Spirale. So war es bei der Ölkrise der 1970er Jahre. Damals führte ein starker Anstieg des Ölpreises dazu, dass die Arbeitnehmer deutliche Lohnsteigerungen erzielten. Das trieb die Teuerung zusätzlich an und zog noch einmal höhere Gehaltsforderungen nach sich.
Inflation gilt bei Ökonomen nicht grundsätzlich als schlecht. Zumindest nicht bei allen Ökonomen, zumindest nicht immer. Sie kann auch so etwas wie das Schmiermittel einer Volkswirtschaft sein. Sie erleichtert es Unternehmen und Verbrauchern nämlich, sich ständig an neue Bedingungen anzupassen. In einer kriselnden Branche könnte es nötig werden, die Löhne zu kürzen, aber Lohnsenkungen lassen sich nur schwer durchsetzen. Wird das Geld in dieser Lage weniger wert und die Löhne werden nicht angehoben, dann sinkt die »reale« Entlohnung quasi automatisch. Gefährlich wird es, wenn die Teuerung zu stark steigt. Denn der Preis spielt in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung eine zentrale Rolle. Er signalisiert, wie knapp Güter sind, und steuert so Produktion und Konsum. Hohe Inflation verzerrt das komplexe Preisgefüge und stört so die Wirtschaftsentwicklung und kann sogar eine Rezession auslösen.
Die meisten Währungsbehörden haben es sich deshalb zum Ziel gesetzt, einen leichten Preisanstieg zu erzeugen. Die Europäische Zentralbank etwa strebt eine jährliche Teuerung von knapp zwei Prozent an. Die Bank von England toleriert sogar maximal drei Prozent. Die Frage ist also nicht, ob die Preise überhaupt steigen sollten, sondern ob es zu einer globalen Teuerungswelle kommt, die die Inflation über ihr gesundes Niveau treibt.
In den vergangenen Jahren fiel es den Währungshütern nicht allzu schwer, ihre Ziele zu erreichen. »Die Rahmenbedingungen waren für die Zentralbanken ausgesprochen günstig«, sagt Kenneth Rogoff, Wirtschaftsprofessor an der Harvard-Universität. Denn in den Schwellenländern Asiens gliedern sich Millionen von Landarbeitern in die globalen Produktionsketten ein. Weil das Überangebot an Arbeitskräften die Löhne drückt, können Staaten wie China und Indien die Welt mit Billigprodukten überschwemmen. Die Preise für Bekleidung und Schuhe sind in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland um 1,6 Prozent gesunken – vor allem wegen der günstigen Importe aus Asien.
Die Integration der Schwellenländer in die Weltwirtschaft hat einen zweiten, möglicherweise noch wichtigeren Effekt: Wenn Unternehmen mit der Verlagerung der Produktion ins Ausland drohen können, fällt es den Gewerkschaften schwerer, die Belegschaften für den Kampf um höhere Löhne zu mobilisieren. Die Globalisierung habe die »Verhandlungsmacht der Arbeiter geschwächt«, heißt es im aktuellen Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, einer Dachorganisation der Zentralbanken.
Insbesondere in den USA, die wegen ihrer schieren Größe für die Weltwirtschaft von enormer Bedeutung sind, hat ein weiterer Faktor die Inflation gebremst. Die Verbreitung von Computer und Internet löste zu Beginn der neunziger Jahre einen beispiellosen Produktivitätsboom aus. Dank der neuen Technik konnten im selben Zeitraum und zu annähernd unveränderten Kosten erheblich mehr Güter hergestellt werden als zuvor. Wenn aber das Angebot an Produkten steigt, die Nachfrage aber nicht, sinkt deren Preis.
Anders als die Klagen über Teuro und Preisabzocke also vermuten lassen, wurde das Leben in Deutschland in den vergangenen Jahren kaum teurer. Zwischen 1996 und 2006 stiegen die Preise nur um 15 Prozent – über die zehn Jahre davor waren es noch 25 Prozent. Auch international legte die Inflation nur wenig zu, obwohl die Weltwirtschaft kräftig wuchs.
Mehr Getreide anzubauen wäre in der EU kein Problem
Wenn jetzt also Butter, Bier und Benzin teurer werden, dann ist das eine direkte Folge ebenjener Globalisierung, die die Preise zuletzt so langsam steigen ließ. Um ihre Wirtschaft zu modernisieren, brauchen Länder wie China inzwischen viel Energie, weil die Bevölkerung reicher wird, konsumiert sie mehr hochwertige Nahrungsmittel. Solche Entwicklungen halten Volkswirte aber für verkraftbar – und verweisen auf Anzeichen dafür, dass die Preise für diese Güter nicht ungebremst steigen werden. Weltweit wird nur ein Bruchteil des urbaren Landes bebaut. Allein in Europa wurden in den vergangenen Jahren 3,8 Millionen Hektar Land stillgelegt. Darauf könnten nach Schätzung der Europäischen Kommission 10 bis 17 Millionen Tonnen Getreide zusätzlich geerntet werden. Schon hat die EU ihr Flächenstilllegungsprogramm ausgesetzt. Beim Öl gibt es zwar weniger Ausweichmöglichkeiten, aber alternative Energien und die Atomkraft werden schon populärer.
Selbst die Beobachtung, dass in China die Löhne für Facharbeiter in der Küstenregion stark steigen, beunruhigt die meisten Zentralbank-Experten nicht. Die Industrialisierung hat weite Teile des Landesinneren noch nicht erreicht. Und andere Staaten stehen bereit, um die Rolle der Chinesen in der Weltwirtschaft zu übernehmen. Es gebe »viele Länder in Afrika oder Asien, die glücklich wären«, wenn China aus der Billigproduktion aussteige, sagt IWF-Chefvolkswirt Simon Johnson.
Insofern glauben viele Experten, dass ein wirkliches Risiko für die Weltwirtschaft durch eine hohe Inflation erst eines Tages entstehen kann, wenn die Integration der asiatischen Schwellenländer in die Weltwirtschaft abgeschlossen ist. Dann können die Zentralbanken zwar trotzdem dafür sorgen, dass die Teuerung niedrig bleibt. Notenbanken versorgen die Wirtschaft mit Geld. Senken sie die Zinsen, kurbeln sie die Wirtschaft an und treiben damit die Preise nach oben. Straffen sie die Geldpolitik, bremsen sie Wachstum und Teuerung ab. »Letztlich können wir theoretisch jede gewünschte Teuerungsrate herbeiführen, wenn wir nur wollen«, sagt ein Zentralbanker.
Dafür haben die Währungshüter das Rüstzeug. In den großen Industriestaaten sind sie unabhängig. Abkommen und Gesetze schützen sie vor politischem Einfluss. Für Skeptiker sind solche Argumente Schönwetterkonstruktionen. »Notenbanken sind Teil des politischen Umfelds«, sagt Harvard-Ökonom Rogoff. »Wenn wir eine Situation haben, in der die Wirtschaft kaum mehr wächst und die Inflation hoch ist, wird es enormen Druck auf die Zentralbanker geben, die Konjunktur durch niedrige Zinsen zu stützen. Auch wenn das die Teuerung weiter nach oben treibt.« Am Ende sei es eine politische Entscheidung.
Ein Zentralbanker drückte es bei der Tagung des Internationalen Währungsfonds so aus: »Jedes Volk hat die Inflationsrate, die es verdient.«
Zum Thema
Leitwährungswatch: Es gibt kein Inflationsproblem - Ein Beitrag aus dem Weblog »Herdentrieb« »
- Datum 25.10.2007 - 02:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 25.10.2007 Nr. 44
- Kommentare 9
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Inflation - wird in "alten" Büchern auch als ein Zustand beschrieben in dem (auch zeitverzögert, wechselnd...) Löhne und Preise relativ gleichermaßen ansteigen. In der derzeitigen (langanhaltenden) Situation sinken oder stagnieren die Löhne in Deutschland während die Preise steigen. Also habe ich entweder die falschen Bücher, es ist eine Schieflage vorhanden oder der Markt wird zwar von der Gesellschaft insgesamt bedient aber nur wenige unterliegen dessen Gesetzen. Deflation - In vielen "alten" Büchern wird auch von dieser Legende berichtet. Einige historische Ökonomen waren sogar der Meinung, ein Wechselspiel zwischen Inflation und Deflation wäre für eine gesunde Wirtschaft eine wesentliche Vorraussetzung. Leider sind mir entsprechende Begebenheiten unbekannt. COMPUTER - Ein Rechner setzt die ihn gestellten Aufgaben (zumindest zumeist), nach Maßgabe des Menschen um der ihn bedient. Das Verwenden eines Rechners für empirische Untersuchungen hat keinerlei Einfluß auf die Wertigkeit derselben. - Oder anders ausgedrückt; Ein Rechner spuckt zumeist das aus, was man von ihm will - Sein "Intelligenzgrad" entspricht in der Regel dem des Bedieners.
In den letzten Jahren wurde in Deutschland eine moderate Lohnpolitik gemacht. Was letzlich bedeutete, weniger Geld gegen Arbeitsplatzsicherung. Lohnverzicht war angesagt.Seit letztem Jahr nun werden wieder höhere Löhne gefordert und auch bezahlt. Aber der Reallohn ist trotzdem gesunken.
Was nützt es einer 4-köpfigen Familie, wenn sich Währungshüter über die nicht steigende Löhne freuen, die Preise für Lebensmittel und Energie aber steigen? Mehr Geld ausgeben für die gleiche Ware...Dumm nur, dass dann das Geld nicht reicht. Und ich rede dabei nicht von Luxusgütern oder einer Flasche Wein. Es geht um Grundversorgung.
Dann hat man auch nichts davon, dass Schuhe und Kleider billiger geworden sind. Wir greifen zu Nadel und Faden und bereits getragener Kleidung. Das kostet nämlich noch weniger.
Und im Falle des Teuro und der Preisabzocke glaube ich auch keiner von mir gefälschten Statistik. Bei genug Gegenständen wurde der Preis 1:1 umgesetzt. Was jeder merkte, der auf den Preis achtete oder aber einfach weiss, wie wenig Geld sich im Portmanai sich befindet.
Noch was...angeblich gibt es ja dieses Jahr so schlechte Ernten...So viele Äpfel (Obst im Allgemeinen) wie dieses Jahr, gab es schon lange nicht mehr. Und aufgekauft wurde das von niemandem, das meiste landet auf dem Kompost. Aber der Preis muss ja mit irgendeiner Begründung steigen. Der Markt regelt das? Fragt sich nur Wie und Wann.
Ich wünsche den Menschen, welche so über Arbeitslose, Geringverdiener, Zeitarbeiter, 'Sozialschmarotzer' etc. herziehen, einmal ein halbes Jahr lang nur von Harz IV zu leben.
Wen interessiert die Inflationsrate, wen die "Besorgnis" oder "Gelassenheit" der Banker, wenn die Preissteigerungsraten uns alle jeden Tag ärmer machen?
Wer kann sich von günstigerer Mode ernähren? Und warum ist die Mode billiger geworden (nicht preiswerter) und immer schlechter in der Qualität? Warum haben wir soviele Allergien von Kunstfasergemischen und deren Farbstoffen, von Wasch- und Weichspülmitteln, von allen Arten von Chemie, die es NIRGENDWO in der Natur gab und gibt (und auf die der Mensch als natürliches Wesen auch nicht eingerichtet ist)?
Wer versucht da, uns mit geschönten Statistiken Sand in die Augen zu streuen, es wäre ja alles nicht so schlimm?
Wieso droht erst eine "gefährliche Spirale", wenn die Menschen wieder versuchen, die immensen Preissteigerungsraten (zugegebenermaßen 40% bei einigen Lebensmitteln innerhalb weniger Monate!) wenigstens teilweise durch Lohnerhöhungen auszugleichen?
Wer bestimmt in einer von internationalen Großkonzernen beherrschten Welt die Preise, die fast nirgends mehr die realen Kosten berücksichtigten, sondern per politischem Lobbyismus festgelegt werden, zu Nutz und Frommen der wenigen ganz Reichen?
Eine mittlere Preissteigerungsrate von 2 % im Jahr macht uns alle, die wir darauf angewiesen sind, von Erwerbsarbeit zu leben, im Verlaufe unseres Arbeitslebens (z.B. 40 Jahre) um ca. 55 % ärmer, wenn es keine Lohnsteigerungen gibt; das ist das Ziel "unserer" Zentral-Banker (laut diesem Beitrag). Bei 3% sind es sogar 70%!Wollen wir das?Warum werden immer andere (Schwellenländer, Dritte Welt, Gewerkschaften etc.) beschuldigt, für Fehlentwicklungen verantwortlich zu sein, wenn doch also dieses alles "hausgemacht" und offensichtlich zielgerichtet ist?
Wie sollen überhaupt bei den gegenwärtigen Subventionen, Marktabschottungen, Interventionismus etc. jemals Marktpreise entstehen, die die realen Kosten widerspiegeln?
Wie "vorsorgen" die Notenbanken die Wirtschaft mit Geld, indem sie Papiergeld drucken, das keinen realen Gegenwert hat? Die Staatsverschuldung verschiedener europäischer Länder ist bereits höher als das BIP!
Warum müssen wir uns auch noch von den Verursachern all dieser Mißstände verhöhnen lassen, "jedes Volk" sei für "seine" Inflationsrate selbst verantwortlich?
Wann langt es uns endlich, all diesen Wahnsinn zu ertragen?
@ hans-im-glück:
Ihre Frage ist berechtigt, aber Inflation ist nun mal in jeder Wirtschaft eingebaut. Jeder möchte gern gelegentlich mal eine Lohnzulage erhalten, jeder möchte gern "befördert" werden. Preise hängen von Löhnen und von Angebot und Nachfrage ab. Jeder will ein Auto haben, also steigen die Ölkosten, denn die Weltölvorräte werden immer geringer. Steigende Löhne und steigende Preise verursachen die Inflation.
Steigen die Preise, so verlangt man höhere Löhne. Höhere Löhne aber verursachen höhere Preise ... usw.usw. So entsteht die Inflationsspirale, von der Sie sprechen, die die "bösen" Zentralbanker befürchten und zu vermeiden suchen.
Zitat:"Steigen die Preise, so verlangt man höhere Löhne. Höhere Löhne aber verursachen höhere Preise ... usw.usw." Zitat Ende.So sollte es sein, ja. Fakt ist allerdings, das wir seit Jahren REallohnverluste hinnehmen müssen, während die Preise weiter steigen. Laut meinen büchern folgt auf Kaufkraftverlust / Reallohnverlust normalerweise Deflation - weniger Geld ist dann mehr wert.Aber in den letzten Jahren hat sich irgendwie alles voneinander abgekoppelt, was man immer als sicher annahm - z.B. der schöne Spruch:" Geht es der Wirtschaft gut,...." Stimmt ja auch nicht mehr.Was wir brauchen ist endlich eine Europäische Weise mit der Globalisierung umzugehen. Eine Europäische! Mit Europäischen Steuernormen, vielleicht sogar einer europäischen "Sondersteuer" für Produkte die CO2 lastig hergestellt werden,... Solange es das nicht gibt, wird die Mehrheit der Menschem in diesem Land es immer schwerer haben.Haute hat die StaBuA veröffentlicht, das es uns doch allen so viel besser geht. Die Löhne sind so enorm gestiegen. Nimmt aber aber sich das Ganze mal konkret vor, sieht man, das es weniger Menschen mit Tariflöhnen gibt, 1€ jobs, Zeitarbeit wuchert, Minijobs, working poor.Und auf all das kommt dann noch Preissteigerungen von teilweise 40% und mehr.Irgendwann knallt das - und dann wohn ich hier hoffentlich nicht mehr.Benjamin
...über den gar nicht lang und breit diskutiert werden muß;er ist lediglich ein typisches Bsp. dafür, daß- Wirtschafts"wissenschaft" oft ohne jeglichen Bezug zur Realität betrieben wird und- bei der Verbreitung der Inflationslüge ("15% Preissteigerung von 1996 bis 2006") wirklich alle Sorten von Schreiberlingen vorbehaltlos mitwirken
Egal in welchem Gewand: Zu viele _Verwalter_, die zu wenig zum verwalten haben, aber zu viel zu sagen, und die sich selbst zuletzt entlassen würden, am liebsten wahrscheinlich gar nicht. Geld ist ohnehin nur bedrucktes Papier, solange es keine Goldpreisbindung oder dergleichen gibt.
Als Ex-Programmierer verstehe ich was von Automatisierung: Arbeit gibts nicht genug für alle, jedenfalls nicht, solange die sog. Menschenrechte gelten und die Würde unantasbar sein soll.
In vergangenen Zeiten kamen zu solchen Gelegenheiten u.a. folgende Erscheinungen zu Hilfe: Pest, Massenverhungern, Soldatenverluste bei Kriegen (später in den Kolonien), Landgewinne auf anderen Kontinenten.
Bspw. dem Wirtschaftswunder nach 1945 gingen 60 Mio ex voraus. Daher auch die Vollbeschäftigung ([gestrichen. Nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern aufgrund der unglücklichen Formulierung. /Die Redaktion pt.])
Und in Zukunft ??
Hoffentlich gilt diese Formulierung als passabel: Zur Gesellenzeit meines Opas (ca. 1933) gab's 8 Mio Arbeitslose (!) in Deutschland allein !
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