Jugendsprache Ja nicht abkatzen!
Wenn Sie die Jugend nicht mehr verstehen, dann sind Sie eben kein Checker (kluger Kopf), sondern eher eine Raufaser (Spießer), ein Honk (Idiot) oder gar Vollastronaut (Vollidiot). Und wenn Ihr Jüngster vom Waldapotheker (Drogendealer) kommt, blubbert und shisht (Wasserpfeife raucht), verrafft (seltsam) wirkt und Bogenhusten hat (kotzt), dann nur ja nicht abkatzen (Beherrschung verlieren) und ihn wuschig bashen (erregt fertig machen) oder ihm gar Dong geben (verhauen)! Lieber den Vertreterschal (Krawatte) ausziehen und erst einmal mit ihm chillig chatten (entspannt plaudern), bis das Clearasil-Testgelände mit Blitzableiter (Pickelgesicht mit Zahnspange) sagt: »Johnson, alles clisso, komm ne Mafiatorte jammern« (Ja, alles klar, gehen wir Pizza essen).
Um sich frühzeitig zu rüsten, sollten Mitglieder der Erzeugerfraktion (Eltern) mit Bonsaikeimlingen (Kleinkindern) erst mal Langenscheidts soeben erschienenes Werk Hä?? Jugendsprache anschaffen. Dann verstehen sie für zwei Euro fünfundneunzig gleich in fünf Sprachen, was ein Sabberholz (Blockflöte), ein Alimentenkabel (Penis), ein Muschidübel (Tampon), ein Fichtenmoped (Motorsäge) und ein Überhangmandat (Wanst) ist. Alles clisso?
- Datum 25.10.2007 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.44 vom 25.10.2007, S.41
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