Selten, dass eine Frage Frau Vollmann überfordert. An diesem Tag aber ist es kurz nach 14 Uhr so weit. Sie hat den Telefonhörer aufgenommen und gesagt: »Guten Tag. Daniela Vollmann. Statistisches Bundesamt.

Kann ich Ihnen helfen?« Der Anrufer will etwas über Bundesbürger wissen, die auf Auslandsreisen sterben. Wie und auf welchen Wegen kommen die nach Hause zurück? Sarg, Sack, Urne? Zu Lande, durch die Luft, übers Meer? Frau Vollmann muss passen: »Dazu haben wir keine Daten.« Ganz unberaten will sie den Bürger aber nicht lassen: »Vielleicht weiß die Lufthansa dazu etwas, ich würde es dort versuchen.«

Man mache sich ja keine Vorstellung, was die Leute alles fragten, sagt Daniela Vollmann. Sie arbeitet im zentralen Infoservice des Statistikamtes, und meist kann sie helfen. Manchen Anrufern schickt sie zu ihrer Frage gleich ein vorbereitetes elektronisches Infopaket.

Andere stellt sie in die zuständige Fachabteilung durch. Rund 600 Mitarbeiter des Amtes sind geschult, unkompliziert und schnell Auskünfte über ihr Arbeitsgebiet zu geben.

Manchmal gelingt ihr auch das, wofür Kollege Ralf Müller am Schreibtisch gegenüber amtsintern hoch angesehen ist: Er beantwortet viele Anruferfragen aus dem Kopf. » Den Arbeitsspeicher aktivieren« nennt der erfahrene Statistiker das trocken. Der Mann wäre die Idealbesetzung für die TV-Wissensshow Wer wird Millionär?.

Insgesamt erreichen jährlich 420000 Anfragen das Amt, das macht 1600 pro Arbeitstag. Zwei Drittel davon kommen telefonisch herein.

Vollmann: »Es gibt Phasen, da mag man dann am Feierabend zu Hause einfach nicht mehr ans Telefon gehen.«