Kindergarten Zeig mal

Liebe, Sexualität, Geburt – was müssen Kindergartenkinder davon schon wissen? Alles, was sie interessiert, sagen Experten. Aber die Erwachsenen sind verunsichert.

Die blauen Gardinen sind zugezogen, nur durch einen Spalt fällt Sonne in den Raum. Auf kleinen Matratzen sitzen acht Kinder im Kreis. Sie wissen, was jetzt passiert, und flüstern die ersten Worte mit, als Erzieherin Heike Henke die Geschichte vom kleinen Nilpferd beginnt. »Das Nilpferdbaby ist ganz traurig, denn es kann sich nicht den Rücken waschen wie sein Freund, der kleine Elefant. Wollen wir dem Nilpferdbaby helfen?«

Die Vierjährigen nicken begeistert. Ein paar legen sich auf den Bauch, die Arme und Beine weit von sich gestreckt, die anderen knien neben der Matte. »Zuerst gießen wir Wasser über den Rücken«, sagt Henke. Schschsch. Die Kinder berühren leicht den Rücken ihres Partners. Danach wird mit Fäusten der ganze Körper geschrubbt, mit Fingerspitzen der imaginäre Sand verteilt und zum Schluss alles eingecremt – mit liebevollen, langsamen Handbewegungen. »Nilpferdbaby, bist du zufrieden?«, fragen die Kinder ihren Partner auf der Matte. Ein schläfriges Nicken, dann Rollenwechsel. »Wie hat sich das angefühlt?«, fragt Heike Henke in die Runde. »Mir hat das ganz toll gefallen!«, ruft ein Kind nach dem anderen.

Mehrmals in der Woche geht Heike Henke mit ihrer Gruppe in den Ruheraum. Die Arbeit mit Körper und Bewegung gehört zu den Schwerpunkten des Klax-Kindergartens in Berlin-Pankow, einer von sechzehn Einrichtungen in privater Trägerschaft, die das Konzept der Erzieherin und Künstlerin Antje Bostelmann umsetzen. Neben Rollenspielen, Kunstatelier, Bauwerkstatt und Experimenten sollen die Kinder auch lernen, die Signale ihres Körpers wahrzunehmen, um für ihr eigenes Wohlbefinden zu sorgen. Die meisten Vierjährigen wissen, was sich gut anfühlt – auch wenn sie noch nicht die passenden Wörter dazu finden.

Was in den Berliner Klax-Kindergärten im Bereich Körpererfahrung längst zum Alltag gehört, soll nun auch in anderen deutschen Kindergärten Einzug halten. Seit vier Jahren reist das Kindermusical Nase, Bauch und Po der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durch Deutschland. In fünf Bundesländern hat die Aufklärungs-Liedertour schon Kinder und Erzieher begeistert. In diesen Tagen machen der Bär Paule Po, Nina Nase und Balduin Bauch Halt in Brandenburg und Hessen.

Und zum ersten Mal gibt es Proteste. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen rief zum Boykott der Aufführung auf. Kinder aus katholischen Einrichtungen sollten dem Musical rund um die Themen Körper, Partnerschaft, Liebe, Gefühle und Geburt besser fernbleiben. Nach Auffassung der Kirche hat Sexualaufklärung ihren originären Platz im Elternhaus und kann nicht Aufgabe einer Theatertruppe sein. Der Diözesanverband der katholischen Elternschaft Deutschlands (KED) in Fulda sprach von »primitiver sexueller Aufklärung«. Die Folge: Jedes fünfte Kind blieb daheim.

Was sollten, was müssen Kindergartenkinder über Sexualität wissen? Sind sie nicht viel zu klein? Welcher Zeitpunkt ist der richtige, um ihnen das Thema nahe zu bringen? Nicht nur Eltern, auch Erzieherinnen sind verunsichert. »Kinder wollen wissen, wie Leben entsteht. Sie haben viele Fragen, und es ist zu spät, sie erst in der Pubertät aufzuklären«, sagt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. So simpel das auch klingt, das Thema sorgt für Aufregung. Erst im August musste Pott die Broschüre Körper, Liebe, Doktorspiele aus ihrem Haus zurückziehen, weil es Bedenken von Eltern und Politikern gab.

Die Liedertour Nase, Bauch und Po richtet sich nun an Vier- bis Sechsjährige und ist Teil einer bundesweiten Initiative, mit der die BZgA Kindergärten für das Thema »Körpererfahrung und sexuelle Aufklärung« sensibilisieren möchte. Nach der Auftaktveranstaltung werden Fortbildungen für Erzieherinnen angeboten und die Kindergärten mit einer »Infobox« ausgestattet, die Puppen, Bücher, Puzzles, Filme und Audiokassetten zu bestimmten Themen wie Körper oder Geburt beinhaltet.

Im Musical möchte der Bär Paule Po ein Elefantenbaby bekommen. Darüber wundern sich die zuschauenden Kinder natürlich sehr. Denn Paule Po ist ein Bär und noch dazu ein Mann. Gemeinsam mit einem Moderator, der durch die Geschichte führt, klären die kleinen Besucher Paule Po auf und haben hinterher eine Menge über sich selbst erfahren.

Genauso wie Kinder wissen wollen, warum ein Auto fährt und eine Wolke nicht vom Himmel fällt, stellen sie wissbegierig und unbedarft Fragen zu ihrem Körper. Und die Fragen dürften nicht vor der Kindergartentür aufhören, sagt Elisabeth Pott. Sie sollten sofort geklärt werden. Und je ernster und ehrlicher man mit den Kindern umgehe, desto weniger Schamgrenzen würden sich bei ihnen aufbauen.

»Es ist wichtig, einfache Antworten zu finden und nicht zu meinen, die Kinder wollten genaue biologische Erklärungen hören«, sagt Wiebke Wüstenberg, Kleinkindpädagogin an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Genau wie sich die Kinder für andere Körperteile interessieren, erforschen sie auch ihre primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, spielen daran herum und untersuchen sie. Mit zwei Jahren seien es Körperöffnungen und Ausscheidungen, die Kinder besonders faszinierten. Im Alter von vier bis sechs entwickelten sie langsam eine eigene Identität. Auf einmal interessieren sie sich dafür, woher sie kommen, wie es im Bauch ihrer Mutter war. Sie möchten mehr über die Geburt wissen.

Was also bedeutet Sexualerziehung im Kindergartenalltag? Die Bonner Psychologin Helga Tolle schult zurzeit in Brandenburg 80 Multiplikatoren aus sexualpädagogischen Beratungsschulen, Fachschulen für Sozialpädagogik und Jugendämtern, die demnächst die Workshops für die Erzieherinnen durchführen sollen. »Nicht alle Teilnehmer haben das gleiche Verständnis, was genau Sexualerziehung beinhaltet«, sagt Tolle. »Sexualerziehung ist Sozialerziehung, Persönlichkeitserziehung und auch Wertevermittlung.«

Das bedeute, nicht nur den Körper kennenzulernen, sondern auch Gefühle und Grenzen zu erfahren, in die Geschlechterrollen hineinzuwachsen, Ja und Nein sagen zu können. »Kinder, die schon im Kindergarten lernen, was ihnen gut und weniger gut tut, sind gestärkt und sagen auch später in der Pubertät Nein, wenn ihnen etwas nicht gefällt«, meint Pott. Dennoch sollte kein Kind mit dem Thema überfordert werden. Wenn ein Kind gerade lieber in Tierrollen schlüpft, sollte niemand versuchen, es zu überreden, seinen Körper zu erforschen.

Die Aufklärungsinitiative der BZgA versteht sich vor allem als Präventionsarbeit. Die Hoffnung ist es, mit aufgeklärten und selbstbewussten Kindern sexuellem Missbrauch und frühen Schwangerschaften entgegenwirken zu können. Funktionieren kann ein solcher Anspruch nur, wenn Kindergärten und Eltern auch in diesen Fragen eng und offen zusammenarbeiten.

Im Wolkenhaus in Berlin-Pankow staunen Mütter und Väter manchmal ein wenig beschämt, wenn Erzieher ganz selbstverständlich von den Doktorspielen ihrer Kinder erzählen. Etwas nervös zeigten sich auch die Eltern eines Jungen, der eine Woche lang sein Prinzessinnenkostüm nicht ausziehen wollte. Das sei ganz normal und gehöre einfach dazu, beruhigten sie die Erzieherinnen. Ihr Junge brauche das eben gerade.

 
Leser-Kommentare
  1. warum sollen sich Menschen für etwas schämen das doch ganz natürlich ist? Wenn ihnen etwas gut tut, wenn z.B. das kleine Mädchen dem kleinen Jungen an den Pipi fasst und er findet das toll, dann kann er sich diese Leistung bei ihr das nächste mal selbst holen. Natürlich mit ihrem Einverständnis. Oder bei einem anderen Mädchen. Hauptsache der Körper fühlt sich toll an. Denn der Körper, das ist eine geile Sache...Früher oder später lernen die Kleinen doch sowieso dass sie eigentlich nur komplexe Maschinen sind. Schöne neue Welt

  2. "erforschen sie auch ihre primären und sekundären Geschlechtsmerkmale...". Seit wann haben Kids im Kindergartenalter bereits sekundäre Geschlechtsmerkmale? Früher gabs sowas erst ab Pubertät. Vielleicht hat die Autorin des Artikels selbst ein bisschen Nachholbedarf in Sachen Aufklärung?

  3. Es geht
    um social engineering, um die Schaffung des neuen, geschlechtsvariablen
    Menschen. Um das zu erreichen, muß sich der Staat der Kinder bemächtigen und
    sie so früh wie möglich sexualisieren. Das besorgt die Bundeszentrale für
    gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Abteilung für Sexualaufklärung
    untersteht dem Familienministerium, alles übrige dem Gesundheitsministerium.
    Die BZgA verteilt ihre Schriften kostenlos an Eltern, Lehrer, Erzieher, an
    Schulen und Schüler. Jeder kann sie kostenlos über die Internetseite bestellen
    und dort auch einsehen. Hier einige Beispiele:

    Der
    "Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3.
    Lebensjahr" fordert Mütter und Väter dazu auf, "das Notwendige mit
    dem Angenehmen zu verbinden, indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt,
    gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküßt wird". (S.
    16) "Scheide und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch
    Benennung und zärtliche Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter)
    und erschweren es damit für das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu
    entwickeln." (S. 27) Kindliche Erkundungen der Genitalien Erwachsener
    können "manchmal Erregungsgefühle bei den Erwachsenen auslösen". (S.
    27) "Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes, wenn es die
    Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu verschaffen, ausgiebig
    nutzt." (S. 25) Wenn Mädchen (1 bis 3 Jahre!) "dabei eher Gegenstände
    zur Hilfe nehmen", dann soll man das nicht "als Vorwand benutzen, um
    die Masturbation zu verhindern". (S. 25) Der Ratgeber fände es
    "erfreulich, wenn auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen
    Blick in diese Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen -
    fühlen Sie sich bitte alle angesprochen!" (S. 13)

    Weiter
    geht's im Kindergarten. Mit dem Lieder- und Notenheft "Nase, Bauch und
    Po" singen Kinder Lieder wie diese: "Wenn ich meinen Körper anschau'
    und berühr', entdeck' ich immer mal, was alles an mir eigen ist ... wir haben
    eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen
    meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr', ja
    ja, dann kribbelt sie ganz fein. 'Nein' kannst du sagen, 'Ja' kannst du sagen,
    'Halt' kannst du sagen, oder 'Noch mal genauso', 'Das mag ich nicht', 'Das
    gefällt mir gut.', 'Oho, mach weiter so.'"

    Vom
    Kindergarten in die Schule. Wenn die Pornographie noch nicht zu Hause zur
    Familienunterhaltung gehört, dann zeigen sich die Kinder entsprechende
    Videoclips auf dem Handy. Mit 9 Jahren beginnt der Verhütungsunterricht,
    genannt Sexualkunde, weil sie nun ins Alter kommen, wo die niedlichen
    Kinderspiele eine höchst unerwünschte Folge haben können: Schwangerschaft.
    Neunjährige Kinder üben in der Schule, Kondome über Plastikpenisse zu ziehen,
    um sich so für den "Kondomführerschein" zu qualifizieren.

    Alle
    Schriften der BZgA für alle Altersgruppen propagieren die Sexualisierung der
    Kinder und Jugendlichen ab einem (!) Jahr. Sie unterminieren die elterliche
    Autorität. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung
    reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung. Durchgängig wird die
    Gleichwertigkeit jeder Form sexueller Praxis - homo, lesbisch, bi, trans - mit
    der Heterosexualität unterstellt. Die Kinder und Jugendlichen werden ab neun
    Jahren in der Schule zu Experten der Verhütung ausgebildet. Abtreibung wird
    ihnen als eine harmlose Option zur freien Entscheidung angeboten.

    Dies ist
    die "Familienpolitik" eines Staates, der von der demographischen
    Krise in seiner Existenz bedroht ist. Weil Gender Mainstreaming die globale und
    nationale Agenda mit oberster Priorität ist, kann das Problem des
    Familienzusammenbruchs, der massenhaften Tötung ungeborener Kinder und der
    sinkenden Geburtenrate nicht gelöst werden. Die von Staat und Medien betriebene
    moralische Zerrüttung des Volkes ist die Wurzel des Übels.

    Sind die
    sechzig Prozent Taufscheinchristen mit der Zwangssexualisierung durch Staat und
    Medien einverstanden? Sind es die Muslime? Ist es die Mehrheit der Eltern ohne
    religiöse Bindung? Gewiß nicht, aber großes Schweigen liegt über dem Land -
    Merkmal eines prä-totalitären Zustandes der Gesellschaft.

    Im
    Bereich von Politik, Medien und Universität steht auf Gender-Widerstand
    Verleumdung, Einflußlosigkeit, berufliche Ausgrenzung. Ein neues Schimpfwort
    wird zu einem juristischen Tatbestand, um den Widerstand zu kriminalisieren:
    Homophobie. Der Begriff unterstellt, daß all jene von krankhafter Angst besessen
    sind, die daran festhalten, daß die Sexualität nur dann dem Menschen und der
    Gesellschaft zum Wohl gereicht, wenn sie Ausdruck der Liebesvereinigung von
    Mann und Frau ist, offen für die Fortpflanzung. Das Europaparlament hat mit
    seiner Entschließung B6-0025/2006 vom 18. Januar 2006 angekündigt, daß es
    Homophobie "ausmerzen" will. In Polen schreitet die EU im Frühjahr
    2007 zur Tat. Weil Polen keine "homosexuelle Propaganda in Schulen"
    will, soll nach dem Willen der großen Mehrheit des EU-Parlaments (26. April
    2007) in Polen eine "fact-finding mission" wegen "zunehmender
    Tendenz zu rassistischer, fremdenfeindlicher und homophober Intoleranz"
    durchgeführt werden, um das Land beim Europäischen Gerichtshof anklagen zu
    können.Es ist
    Zeit aufzuwachen. Zu lange sind wir auf die ideologischen Phrasen von Freiheit,
    Toleranz und Antidiskriminierung hereingefallen. Sie dienen in erster Linie der
    Diskriminierung und Ausgrenzung von Christen und Konservativen und der
    Abschaffung der Meinungs- und Religionsfreiheit.Wachen
    wir auf! Stehen wir auf, damit die "Schöne neue Welt", die Aldous
    Huxley in den 1930er Jahren vorausgesehen hat, nicht Realität wird. Deren
    Bewohner, von denen keiner "jemals lange warten mußte, daß man ihm
    gewähre, sobald er merkte, daß er begehre", blicken mit Grausen auf die
    Zeit zurück, als es noch die "lebendgebärende Mutter" gab, die ihre
    eigenen Kinder säugte "wie eine Katze ihre Jungen, aber eine Katze mit
    Redegabe, eine Katze, die ohne Unterlaß: 'Mein Kleines, mein Süßes' sagen konnte".Gabriele Kuby ist Soziologin, Publizistin und Mutter von drei Kindern. Ihr neuestes
    Buch "Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen" ist im
    fe-Medienverlag erschienen.

  4. Kann mir jemand sagen was ich machen muss, um den geposteten Text im selben Format wiederzufinden wie in der Vorschau?

  5. Ich fürchte, ein nachträgliches Bearbeiten ist hier nicht möglich - ansonsten hilft evtl. der HTML-Knopf und das Entfernen der entstandenen <br> und <p>'s.

    • Rellem
    • 11.11.2007 um 10:06 Uhr

    Hi @ll
    "Was müssen Kinder über Sexualität wissen?"
    Nichts.
    Das nötige Wissen darüber(im passenden Alter), werden sie sich schon selber *erarbeiten*.
    Alles andere ist zwanghafte Sexualisierung unter sehr fragwürdigen Umständen, deren Zweck sehr kritisch hinterfragt werden muss.
    Erziehung der besonderen Art ist auch hier zu "bestaunen"
    www.dissens.de
    @ Wanderfalke
    Schöner Post, danke dafür.
    Gruss
    Rene

  6. von der ZEIT. Aber hier zeigt sich, dass die Bewertungsfunktion Klamauk ist.Die Bewertung, dazu Negativbewertung von Posting 5 (Schneegestöber) ist ja nun wirklich sinnlos. Er hat auf meine Frage (die mit dem Basisthema nichts zu tun hat) höflich und sachlich geantwortet. Das ist alles. Was gibt es da für Minuspunkte zu verteilen?

  7. <p><cite>Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung.</cite></p>
    Haben Sie in letzter Zeit ferngesehen? Oder ins Kino gegangen? Sicherlich im Internet gesurft!
    Das ist nicht 'der Staat' oder 'die Medien'. Das ist die Gesellschaft, ergo: Wir alle. Die Gesellschaft hat sich in diese Richtung entwickelt, und es steht Ihnen selbsverständlich fei, diese Entwicklung zu kritisieren. Aber diese Meinungsfreiheit ist ebenso eine besondere Errungenschaft unserer demokratischen Gesellschaft wie die Religionsfreiheit und die Freiheit, seine Sexualität (in den Grenzen der Vernunft, also immer auf der Basis von Konsens) auszuleben. Sie können nicht das eine ohne das andere haben wollen, denn wo würden sie die Grenzen ziehen? Denken sie an das berühmte Zitat Rosa Luxemburgs!
    <p><cite>Diskriminierung und Ausgrenzung von Christen und Konservativen und der Abschaffung der Meinungs- und Religionsfreiheit. </cite></p>
    Aber das ist doch gar nicht der Fall! Sie dürfen Ihre Meinung hier frei mitteilen! Oder eine Zeitung herausgeben, oder sich auf eine Kiste im Park stellen und sie dem geneigten Zuhörer kundtun. Allerdings müssen Sie sich Kritik gefallen lassen. Denn wenn jeder eine Meinung haben darf, darf auch der/die Homosexuelle oder das Flittchen sich äußern. Ich finde die Meinungsfreihwit in Deutschland nicht gefährdet, genausowenig wie die Religionsfreiheit. Meine persönliche Kritik an Ihrem Statement läuft darauf hinaus, dass Sie die Freiheit anderer nach Ihrem Gutdümken beschneiden wollen, und dafür religiöse Gründe vorschieben. ZU oft wurde Religion schon benutzt, um Andersdenkende zu unterdrücken oder gar zu töten. Sie sollten versuchen, eine frohe Botschaft zu verkünden und nicht, mit dem Flammenschwert zu drohen. Am besten verkündet man solche Botschaften immer, wenn man sie vorlebt...
    <p><cite>Durchgängig wird die Gleichwertigkeit jeder Form sexueller Praxis - homo, lesbisch, bi, trans - mit der Heterosexualität unterstellt. </cite></p>
    Und nur weil eine Form zur Fortplanzung führt ist sie richtig und alle anderen falsch?
    Wenn also Sex nur der Fortplanzung dient ist das schon sehr traurig. Ich halte es für die beste Form, Zuneigung auszudrücken und vielleicht sogar Spaß zu haben.
    Warum kommt es mir bei vielen Christen so vor, sie werden von ihrem Glauben eingeengt und beschwert, anstatt ihn zu feiern und Freude zu empfinden, dass er sie befreit?
    Aber das schweift vom Thema ab.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle DIE ZEIT, 08.11.2007 Nr. 46
  • Kommentare 11
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Erziehung | Kindergarten
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service