Migration Eure Einwanderer, unsere Auswanderer
Zwei Welten im Gespräch
Migration bringe niemandem Vorteile, weder in den Herkunftsländern noch in den Zielländern. Der Satz, den Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, auf dem letzten Forum der »Partnerschaft mit Afrika« geäußert hatte, blieb vor allem den jüngeren Teilnehmern aus Deutschland und Afrika im Gedächtnis. Er demonstriere die ignorante Abwehrhaltung Europas, meinte eine junge Frau aus Sierra Leone. Auch im Kloster Eberbach, bei der dritten Tagung der Initiative, die Bundespräsident Horst Köhler gemeinsam mit der ZEIT-Stiftung ins Leben gerufen hat, war das Thema Migration einer der Schwerpunkte. Aber die Teilnehmer aus Deutschland und Afrika diskutierten es mit einer Offenheit, die kurzsichtige Politiker aus Angst vor der Volksmeinung oft scheuen.
So war es nicht verwunderlich, dass in Eberbach die Vor- und Nachteile der Einwanderung differenzierter und widersprüchlicher beurteilt wurden. Ein Nigerianer, der in England arbeitet, rechnete zum Beispiel vor, dass die Rücküberweisungen der afrikanischen Diaspora in die Heimatländer höher seien als die Entwicklungshilfe, die nach Afrika fließe. Umgekehrt beklagte Festus Mogae, der Präsident von Botswana: »Mein Land hat allein an Irland tausend Ärzte verloren.« Motto: Take the best and leave the rest – Europa will nur die Besten, der Rest soll zu Hause bleiben. »An euren Grenzen sterben junge gebildete Afrikaner wie Tiere«, sagte eine Deutsch-Kenianerin, die sich um die Integration afrikanischer Frauen bemüht, »und ihr Europäer gebt für den Grenzschutz mehr Geld aus als für die Zukunftssicherung dieser jungen Leute.« Anstatt neue Mauern am Mittelmeer zu errichten, solle Europa endlich eine Brücke bauen, empfahl ein Regisseur aus Mali.
Porta patet, cor magis. Die Tür steht offen, mehr noch das Herz. Vom Geist des Leitspruchs der Abtei Eberbach ist Europa noch weit entfernt. Das Forum des Bundespräsidenten aber hat er beflügelt: Es führte jenen »Dialog auf Augenhöhe«, den sich Horst Köhler wünscht. Bartholomäus Grill
- Datum 08.11.2007 - 01:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.11.2007 Nr. 46
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Was soll man zu solch vor Naivität und Gutmenschentum nur so strotzende Artikel wie diesen noch schreiben?
Nur ein paar Zahlen, die für sich sprechen:
In Afrika wird die Bevölkerung in den nächsten 10 Jahren um ca. 240 Millionen Menschen anwachsen, so viele wie in Europa die 4 bevölkerungsreichsten Länder (D, F, GB, I) heute zusammengenommen haben, und die auf diesem Niveau verbleiben werden. Warum sollte die weltweit am dichtesten besiedelte Region sich nicht gegen Zustrom von weiteren Menschen schützen, um sich ihren Siedlungsraum einigermaßen lebenswert zu erhalten? Wenn Afrika nur seinen Bevölkerungszuwachs nach Europa exportieren würde, dann würde sich die Bevölkerungsdichte in den Hauptzuzugsländer verdoppeln. Was das an Konsequenzen für Umweltbelastung, Flächenverbrauch, Infrastruktur, CO2-Anstieg bedeutet, kann man sich an den fünf Fingern abzählen.
Aber offensichtlich nicht die Teilnehmer der oben beschriebenen Geisterkonferenz! Da scheint es wie schon in den vergangenen 40 Jahren an den einfachsten Deduktionsfähigkeiten zu mangeln...
Etwas anderes und viel sinnvoller ist die Hilfe vor Ort, die allerdings kolonialähnlichen Zugriff auf die politischen Strukturen in Afrika beinhalten müßte, um erfolgreich zu sein.
Afrika hat nachweisslich viele Laender die sehr reich sind an Bodenschaetzen leider haben die Einwohner dieser Laender wenig davon da die jeweilig herrschende Regierungen das Geld 'unter sich verteilt' man muss nur sehen was mit den Geldern der Rohoel Foerderung in Nigeria geschieht.Es gibt durchaus viele sehr reiche Nigerianer die in eleganten Villen z.B.in London leben,die im Rolls durch die Gegend rollen ,die aber keinen Cent dafuer geben den eignen Leuten auf der Strasse zu helfen.Auch andere 3.Welt Laender geben mehr Geld aus fuer Waffen als fuer den Aufbau ihrer Infrastruktur.Siehe Indien und Pakistan.Alle Entwicklunghilfe fuer diese Laender sollte umgehend gestrichen werden.
Wenn man bedenkt dass nicht weniger Afrikaner in Europa und USA studiert haben muss man sich fragen warum sie nicht am Aufbau ihrer Laender interessiert sind und warum die Innen Politik so klaeglich versagt.
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