Schwangerschaft Kinderwunsch auf Eis

Reproduktionsmediziner können jetzt auch Eizellen einfrieren – für eine Schwangerschaft nach Plan

Wenn Sandra Meilert* sich etwas vornimmt, geht sie die Dinge systematisch an. Das hat die Unternehmensberaterin in ihrem Beruf gelernt. Bevor die 37-Jährige entschied, welchem Arzt sie sich anvertrauen wollte, machte sie sich erst umfassend kundig. Sie las medizinische Fachartikel, studierte die Präsentation der Mediziner im Internet, fragte telefonisch nach Preisen und Erfolgsraten der Behandlung. Begriffe wie In-vitro-Maturation, Vitrifikation oder Kryokonservierung sind ihr geläufig. Schließlich wählte Sandra Meilert die Universitätsklinik Bonn.

Immerhin ging es um Eizellen, aus denen einmal Kinder entstehen können, ihre Kinder. Seit Herbst vergangenen Jahres lagern 29 Keimzellen in einem Stickstofftank bei minus 196 Grad. Sie warten darauf, dass sie irgendwann aufgetaut und nach einer künstlichen Befruchtung wieder zurückgepflanzt werden. Für Meilert sind die in Kälte erstarrten Keimlinge eine Art Rückversicherung für den Fall, dass es nicht klappen sollte, auf normalem Weg ein Kind zu bekommen.

Dabei hatte eigener Nachwuchs lange Zeit keinen Platz im Leben der Düsseldorferin. Bis Mitte dreißig war das Kinderkriegen kein Thema für sie. Meetings in Frankfurt, Reisen zu Kunden nach London, ihre Arbeit füllte sie vollständig aus. Zudem müsse man sich selbst erst einmal kennenlernen, glaubt sie, bevor man Verantwortung für andere übernehme.

Irgendwann schien auf einmal alles zu passen, sie fühlte sich bereit für den Nachwuchs, aber es wollte mit der Schwangerschaft nicht klappen. Die Jahre vergingen, und Sandra Meilert sah ihre Aussichten für eine Empfängnis langsam schwinden. Irgendwann hörte sie davon, dass man Eizellen auch einfrieren kann, und begann sich mit der Idee anzufreunden: die gleiche Chance auf eine lange Fruchtbarkeit zu haben wie ein Mann.

Tatsächlich ist die Natur in Bezug auf das Kinderkriegen ausgesprochen frauenfeindlich. Während Männer bis ins hohe Alter Nachwuchs zeugen können, ist das Alter für das weibliche Geschlecht der Fruchtbarkeitskiller Nummer eins. Sperma ist ein robustes Massenprodukt. Es lässt sich einfrieren, ohne beim Auftauen Schaden zu nehmen. Eizellen dagegen sind Einzelstücke, die sich bislang jeder Langzeitaufbewahrung verweigerten.

Glaubt man den Aussagen von Fortpflanzungsexperten, dann könnte die Medizin in Zukunft für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen. »Der Erhalt der Fruchtbarkeit ist zurzeit das spannendste Thema der Fertilitätsmedizin«, sagt Michael von Wolff, Gynäkologe an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Die Techniken, weibliche Keimzellen zu konservieren, haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Eher als früher gelingt es, sogar unfertige Eizellen außerhalb des Mutterleibes weiterzuentwickeln. »Die Wissenschaft ist auf diesem Feld enorm in Bewegung geraten«, sagt Sören von Otte von der Universitätsklinik Lübeck.

Die jüngste Erfolgsmeldung präsentierten Forscher vom McGill Reproductive Center in Montreal Anfang Juli. Auf dem Europakongress der Fortpflanzungsbiologen in Lyon verkündeten sie die Geburt eines Mädchens, das aus einer erst im Labor gereiften, eingefrorenen und schließlich künstlich befruchteten Eizelle entstanden ist. Drei weitere Frauen seien nach dieser Methode schwanger geworden, berichtet der Leiter der kanadischen Forschungsgruppe, Seang Lin Tan.

Damit rückt der Traum näher, die Fruchtbarkeitsgrenze nach hinten zu schieben. Nach Jahrzehnten beruflicher Erfüllung und persönlicher Freiheit als 40-Jährige entspannt ans Kinderkriegen zu denken – das ist keine reine Fiktion mehr. Zuerst einmal aber weckt die sogenannte Kryokonservierung von Eizellen Hoffnungen bei jungen krebskranken Frauen. Denn bisher gehörte Unfruchtbarkeit zu den häufigsten Spätfolgen einer Tumorbehandlung. »Nun besteht die Möglichkeit, dass auch diese Frauen in Zukunft Kinder bekommen«, sagt der Reproduktionsmediziner von Otte.

So haben immer mehr Krebspatientinnen noch vor Beginn von Bestrahlung und Chemotherapie einen Termin in der Kinderwunschsprechstunde. Auch bei Tanja Marquardt musste es schnell gehen. Bereits am ersten Termin schickten die Lübecker Onkologen sie weiter zu ihren Kollegen aus dem Befruchtungsfach. »Über Kinder hatte ich mir bis dahin keine Gedanken gemacht«, sagt die 22-Jährige, »und in der Situation erst recht nicht.« Wenige Wochen zuvor hatten Ärzte bei Marquardt Morbus Hodgkin entdeckt, einen bösartigen Tumor der Lymphdrüsen. Marquardt hatte anderes im Kopf als Kinder.

Dennoch willigte sie ein, in den folgenden Tagen täglich eine Hormonspritze zu bekommen, um ihre Eierstöcke zur Überproduktion anzuregen. Nach zehn Tagen war ihr Bauch hart und leicht aufgedunsen; 22 reife Eizellen wurden ihr entnommen. Noch immer weiß Marquardt nicht, ob sie diese jemals benutzen wird. »Aber ich bin auf der sicheren Seite«, sagt die junge Frau.

Eizellen enthalten viel Wasser. Beim Einfrieren bilden sich spitze Kristalle

Bis vor einigen Jahren haben Krebsmediziner auf die Fruchtbarkeit ihrer Patientinnen wenig Rücksicht genommen. Beim Lebenretten dachten sie kaum daran, die Fähigkeit der Frauen zu schützen, neues Leben zu spenden. Doch dank der verbesserten Krebstherapie überwinden jedes Jahr mehr als 5000 Tumorkranke im zeugungsfähigen Alter ihr Leiden. »Da stellt sich schon die Frage, was nach der Behandlung kommt«, sagt von Wolff.

Zusammen mit anderen Medizinern gründete der Heidelberger Wissenschaftler FertiProtekt, einen Zusammenschluss verschiedener Universitätskliniken, um die Erkenntnisse der Reproduktionsforschung an Krebspatientinnen weiterzugeben. Die Medizin geht dabei verschiedene Wege, um die Fruchtbarkeit zu schützen. Bei der neuesten Technik werden Teile des Eierstocks entnommen und für eine spätere Reimplantation eingelagert. Die kleine Operation funktioniert ohne Hormonbehandlung. Sie soll den Frauen die Chance geben, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Bislang ist dies weltweit nur belgischen Wissenschaftlern in einem Fall geglückt.

Mehr Erfolge verzeichnet man nun mit der Konservierung von Eizellen. Schon lange wissen Mediziner, dass befruchtete Keimzellen oder Embryos das Einfrieren und Auftauen problemlos überstehen. Jedes Jahr werden über 1000 Wunschkinder nach einer solchen Behandlung geboren, einige nachdem der frühe Embryo, aus dem sie sich entwickelten, jahrelang im Kältebad schlummerte.

Doch junge Krebspatientinnen wie Tanja Marquardt wissen noch gar nicht, mit wem sie später vielleicht Kinder haben wollen. Sie wollen sich unbefruchtete Eizellen aufsparen – die sich jedoch bislang nur schwer einfrieren ließen, ohne sie zu schädigen. Der Grund: Weibliche Keimzellen, die größten Zellen des Menschen, enthalten viel Wasser. Beim Einfrieren bilden sich messerscharfe Kristalle, die oft die Zellmembran und damit das Ei zerstören. »Mehr als die Hälfte der Eizellen war nach dem Auftauen nicht mehr zu gebrauchen«, erklärt der Bonner Fertilitätsspezialist Hans van der Ven.

Spezielle Zusätze für den Gefrierschutz und neuartige Kryotechniken haben die Überlebensraten jedoch erheblich erhöht. Statt die Eizellen wie bisher langsam einzufrieren, werden sie nun blitzschnell mit einem Kälteschock behandelt, der keine Eiskristalle entstehen lässt, sondern das Wasser in den Zellen in einen glasartigen Zustand versetzt. Besonders italienische Forscher bringen die Verglasungstechnik (Vitrifikation) zurzeit voran – auch dank dem Vatikan.

Unter dessen Einfluss verabschiedete Italien vor vier Jahren eines der restriktivsten Fortpflanzungsgesetze der Welt, das jedes Einfrieren befruchteter Eizellen verbietet. Seitdem konzentrieren sich die Kryoexperten des Landes auf Alternativen. Recht erfolgreich, wie es scheint. Laut Eleonora Porcu, Fortpflanzungsmedizinerin an der Universität Bologna, hat die Kryotechnik mehr als 250 italienischen Elternpaaren zum ersehnten Nachwuchs verholfen.

Die Mutter hinterlegt Eizellen für ihre unfruchtbare kleine Tochter

Noch befindet sich die Technik im Experimentierstadium. Die Schwangerschaftsraten liegen niedriger als bei der herkömmlichen künstlichen Befruchtung. Aber sie steigen. Das kanadische McGill Reproductive Center berichtet von Überlebensquoten der Eizellen von 85 Prozent sowie 20 Geburten. Gesundheitliche Störungen oder Auffälligkeiten der Kinder sind bislang nicht bekannt. Gleichzeitig machen die Forscher aus Montreal deutlich, welche bizarren Familienkonstellationen durch die neue Technik entstehen können. So erzählen sie von dem ersten Fall, bei dem eine Frau die Eizellen nicht für sich selbst, sondern für ihre Tochter hinterlegt hat. Das heute siebenjährige Mädchen leidet an einem Gendefekt, der es wahrscheinlich unfruchtbar macht. Daraufhin entschloss sich die Mutter zur generationsübergreifenden Fertilitätsspende. »Die Chancen, dass die Tochter mit den eingefrorenen Eizellen der Mutter irgendwann schwanger wird, stehen gut«, erklärt der leitende Arzt Seang Lin Tan.

Die auf Eis gelegte Fruchtbarkeit ist damit keine Fantasie mehr – und genau deshalb auch eine Option für gesunde Frauen, die Furcht haben, dass ihr Kinderwunsch am Alter scheitert. Insbesondere gut ausgebildete Akademikerinnen schieben die Familiengründung häufig so weit hinaus, dass die Fruchtbarkeit bereits zu ermüden begonnen hat. Das aussichtsreichste Alter zur Fortpflanzung sind die Jahre bis 35, erläutert der Gynäkologe von Wolff. Danach gehen die Chancen auf ein Kind steil nach unten.

Bisher konnte die Medizin Frauen mit altersbedingter Unfruchtbarkeit nur durch eine Eizellspende helfen (die in Deutschland freilich verboten ist). Alle Wundergeschichten von Müttern im Oma-Alter beruhen auf dieser Technik. Die Eizellspende hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Genetisch verbindet die Mutter nichts mit ihrem Kind.

Fortpflanzungsärzte in den USA bieten deshalb seit einigen Jahren eine Fertilitätsprophylaxe der eigenen Eizellen als Teil ihres Leistungskatalogs an. In Boston machte eine Harvard-Absolventin aus der Angst vor der Unfruchtbarkeit sogar eine Geschäftsidee: 2004 gründete Christy Jones die Firma Extend Fertility (Verlängere die Fruchtbarkeit). Hier können sich Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen, um sie zu gegebener Zeit mit männlichem Sperma befruchten zu lassen – bisher allerdings mit höchst ungewissen Erfolgsaussichten. Auch im McGill Center lagern Eizellen, die sich Patientinnen aus Kanada, Hongkong oder Großbritannien haben einfrieren lassen.

In Deutschland setzen bislang nur wenige Frauen auf die Fertilitätsversicherung im Eis. Zwar gebe es immer wieder Anfragen, sagt Sören von Otte von der Uniklinik Lübeck. »Konkrete Fälle hatten wir jedoch noch keine.« Juristische Hürden existieren hierzulande nicht; Eizellen genießen, im Gegensatz zu Embryonen, keinen besonderen rechtlichen Schutz. Der Aufwand zu ihrer Gewinnung ist aber groß. Mehrere Tausend Euro kostete Sandra Meilerts Behandlung, von den Krankenkassen wird sie als Lifestyle-Therapie eingestuft und nicht erstattet. Auch die täglichen Spritzen über zwei Wochen sind eine Belastung. Doch wenn die Technik sich weiterentwickelt, glaubt Sandra Meilert, werden mehr Frauen sie nutzen.

Auf die belastenden Hormongaben würden die Fertilitätsexperten gern verzichten. Sie regen den weiblichen Körper an, mehr als ein Ei heranwachsen zu lassen, wie es im natürlichen Zyklus geschieht. Eine Alternative wäre es, den Frauen unreife Keimzellen zu entnehmen und sie außerhalb des Körpers weiterzuzüchten. Jede Frau verfügt pro Quadratmillimeter Eierstock über hundert Follikel. Dieses Fruchtbarkeitsdepot anzuzapfen und die Eizellen im Labor auszureifen gelingt Medizinern bisher nur im letzten Stadium der Entwicklung. Die In-vitro-Maturation (IVM) wird bei Frauen verwandt, die eine Hormonbehandlung bei der künstlichen Befruchtung ablehnen oder deren Körper auf die Wirkstoffe zu heftig reagiert. Dies ist etwa beim sogenannten PCO-Syndrom der Fall, bei dem Zysten in den Eierstöcken wuchern. Rund 1000 IVM-Kinder wurden bisher weltweit geboren, darunter einige Dutzend auch in Deutschland.

Eine vollständige Entwicklung im Labor – von der Urkeimzelle bis zur befruchtungsfähigen Eizelle also – funktioniert heute jedoch nur bei der Maus. Dennoch bleibt die Weiterzüchtung im Labor die langfristige Vision der Reproduktionsmedizin. Denn dann brauchte man die Patientinnen nicht mehr zu stimulieren: Eine einmalige Operation, bei der ihnen Eierstockgewebe entnommen wird , würde ausreichen. Die gesamte Hormonspritzerei entfiele. Der Eizellmangel, eines der größten Probleme der Fruchtbarkeitsbranche, wäre behoben. Aufregende Aussichten, meint Sandra Meilerts Arzt Hans van der Ven: »Das würde die gesamte Reproduktionsmedizin revolutionieren.«

*Name von der Redaktion geändert

 
Leser-Kommentare
    • Keyzer
    • 13.11.2007 um 21:48 Uhr

    Die Forschung in Ehren und ich bin sicher, dass eingefrorene Eizellen ihren Sinn haben, inbesondere bei drohender Unfruchtbarkeit. Aber verlängerte Fruchtbarkeit? Es hat schon seinen Sinn, dass Frauen ab einem gewissen Alter unfruchtbar werden. Ehrlich gesagt tun mir die Kinder jetzt schon leid, die im Alter von 10 Jahren eine 60-jährige Mutter haben.Ansonsten kann ich nur empfehlen, bevor für den unerfüllten Kinderwunsch mal eben ein paar Tausend Euro ausgegeben werden, sich ein Buch und ein Thermometer im Wert von 20 EUR zu kaufen und es dann mal mit der symptothermalen Methode probieren. Die Chancen auf eine Schwangerschaft steigen durch die Bestimmung des ungefähren Zeitpunktes des Eisprungs rapide an. Falls das nicht klappt, kann man immer noch einen Eingriff wagen und/oder Hormone schlucken.

  1. „Glaubt man den Aussagen von Fortpflanzungsexperten, dann könnte die Medizin in Zukunft für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen.“
     
    „Nach Jahrzehnten beruflicher Erfüllung und persönlicher Freiheit als 40-Jährige entspannt ans Kinderkriegen zu denken – das ist keine reine Fiktion mehr.“
     
    Vor geraumer Zeit haben die Menschen sich als Jäger und Sammler durch das Leben geschlagen. Die Frauen haben Kinder bekommen in einem Alter in dem es für sie nicht gesundheitsschädigend war. Männer sind stattdessen auf Mammutjagd gegangen, um der jungen Familie ein gesunde Basis zu bieten und weil zu was anderem sie auch nicht nütze waren. Das Gesetz der Natur! Doch mit welchem Part war dieses Gesetz denn so hart, mit den Frauen oder den Männern? Während die Frauen, nebst der Pflege der Kinder, mit Beeren und Pflanzen sammeln eine erhebliche Grundlage für die Familie stellten, so konnte der Mann lediglich das Extra an Futter bringen! Doch war dieses Extra denn so wichtig? Vielleicht rührt daher die Geschichte vom starken Geschlecht. Das die Frauen den Mann als stark bezeichneten liegt auf der Hand, doch bedeutet stark auch gleichzeitig bestimmend? Vielleicht haben sich nur ihrer „Nutzlosigkeit“ bewusste Männer diesen Kniff ausgedacht um fortan sich als der Pol, um den sich alles drehen muss, darzustellen, wobei es doch genau anders war und offensichtlich auch gehört.
    So ist die Frau die Basis der Familie und nicht der Mann! Demnach ist es an der Zeit, dass der Mann versteht, dass er sich emanzipieren muss. Die Welt spricht immer von Selbstverwirklichung und meint damit den Beruf! Falsch! Betrachtet man die Geschichte des Menschen, so ist "Beruf" ein sehr junges Wort. Der Beruf der Menschen war zuvor lediglich die Fortpflanzung, der Fortbestand der Art! In diesem Kontext kann dann auch Beruf Selbstverwirklichung werden. Mann und Frau geben etwas von Sich und schaffen etwas Neues, Jemand Neues! Was kann denn noch mehr Selbstverwirklichung sein?
     
    Mir ist wohl aufgefallen, das dies ein wissenschaftlich, zumeist medizinischer Bericht ist, der seine Faszination verdient hat! Doch leider steht der Kontext, auf dessen er seine Berechtigung sucht auf wackeligen Füßen. Wir sollten uns glaube ich nicht als Gott aufführen und nicht die Natur versuchen zu verarschen…. Ein Freund von mir hat einmal gesagt, dass wir erst kapieren werden wie klein wir sind, wenn uns die Luft ausgeht! Denn die Welt ist es nicht die das uns vorliegende Luftgemisch zum Leben benötigt, nur wir! Vielleicht sollten wir uns diesen Satz ein wenig durch den Kopf gehen lassen und am Ende erkennen, dass die Natur nicht einfach nur zu dumm ist alles richtig zu machen…. Vielleicht sind auch wir Menschen zu dumm, indem wir etwas richtig machen wollen, etwas absolut falsch machen! Wir sind natürliche Lebewesen und ich hoffe wir werden nicht einmal zu künstlichen Lebewesen mit Plastikhaut und Carbonfingern. Künstliches Wissen, künstliche Hüften, künstliche Befruchtungen und sonstige Eingriffe in unsere natürliche Konstruktion zeichnen erste Weg dorthin… ich hoffe wir verpassen unser Ziel und die Natur macht uns zu dem, was wir wirklich sind…Natur!

    • pioja
    • 14.11.2007 um 18:25 Uhr

    Die im Artikel kurz beschriebene Technik wird sicher dazu beitragen
    Eizellen an dementsprechend bedürftige Frauen liefern. Sie wird jedoch
    nur schwer das optimalen Zeitinterval für eine Schwangerschaft
    verändern können - dieses liegt bekanntlich bei ungefähr  22-27
    Jahren. Eine Schwangerschaft in höherem alter trägt erhöhte Risiken mit
    sich. Inwiefern die Karrierefrau durch den Einsatz dieser Technik diese
    herabsetzen kann verstehe ich nicht ganz.Zu dem, was wir wirklich sind:  Selbstverständlich gehören wir zu Natur.
    Wir beinflussen sie nur mehr als jedes andere uns bekannte Lebewesen,
    und leider überwiegend zum Schlechten. Dies liegt jedoch auch daran,
    dass sich viele gesellschaftliche und industrielle Prozesse nur sehr
    schwer steuern lassen, oder leider kaum rückgängig zu machen sind.
    Ob es nun falsch ist künstliche Lebenwesen zu schaffen ist
    eine Ansichtssache. Wenn die wirklich großen Probleme dieses Planeten
    gelöst wären, dann wäre dies sicher nur ein sehr kleiner Fleck auf dem
    weißen Hemd der Menschheit.

  2. ...der überraschenderweise in dem Artikel mit keinem Satz erwähnt wurde: so sehr auf der sicheren Seite ist die Karrierefrau dann auch noch nicht.
    Sie muß ja schließlich auch noch einen Mann finden, der bei der Sache mitmacht und sich schon zu Beginn einer Beziehung bereit erklärt, zwecks Nachwuchsinduktion bei der aufwendigen, technischen und gefühlsarmen Prozedur einer Reagenzglaszeugung mitzuwirken. 

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  • Quelle DIE ZEIT, 08.11.2007 Nr. 46
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