24 Morsellen
Bittere Medizin lässt sich leichter in süßer Umhüllung schlucken, daher wurden in früheren Jahrhunderten Arzneien in einem wohlschmeckenden Zuckergebäck verarbeitet: Misce, fiant morsuli (mische und mache daraus Morsellen). Heute sind Morsellen eine kulinarische Köstlichkeit. Sie werden aus einer Zuckerlösung hergestellt, die eindampfen muss, und in den Geschmacksrichtungen Zitrone, Kaffee, Schokolade und Marzipan angeboten. Als Gewürzkonfekt munden mir besonders die Kaisermorsellen, die Morsuli imperatoris. Die Schwan Apotheke in Hamburg, neben der Staatsoper, ist wohl die einzige Apotheke in Deutschland, die diese süße traditionsreiche Spezialität noch anbietet. Und dies nur zur Vorweihnachtszeit: von Ende November bis Mitte Dezember, solange der Vorrat reicht
Mechthild Warmbier, Leiterin Korrektorat
25 Kuhnbacher Bratwürste
Fränkische Würste aus feinem rosa Teig nicht so bekannt, aber besser als die legendären Nürnberger
Jörg Burger, Redakteur ZEITmagazin
26 Flädlesuppe
Am besten in einem der vielen guten Wirtshäuser in Gengenbach im Schwarzwald
Ellen Dietrich, Leiterin Bildredaktion
27 Feinkost aus dem Internet
Oder: dass man inzwischen die besten Sachen aus Deutschland und der Welt online bestellen kann, zum Beispiel bei www.genusshandwerker.de.
Da gibt es solch ausgefallene Leckereien wie das Bunte Bentheimer Schwein, das Schwarzfußhuhn oder Ziegenfrischkäse mit Walnusskrokant aus der Vulkaneifel alles mit Frischegarantie durch ein neu entwickeltes Etikett, das anzeigt, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde. Hans-Georg Pestka und Andreas Hegmann sind schon länger im Geschäft mit hochwertigen Delikatessen: Als Mitglied des bundesdeutschen Vorstands von Slowfood hat Pestka über Jahre beste Kontakte zu Produzenten von guten und ausgefallenen Lebensmitteln in ganz Europa aufgebaut. Die bringt er nun zusammen mit Hobbyköchen, die Spezialitäten wie die rote Zwiebel aus Tropea, den Trüffelkäse aus dem Piemont oder die Wachtel aus der Vendée nicht in ihrem Supermarkt bekommen. Hans-Georg Pestka: Bei uns kauft man im Grunde wie beim Produzenten: Dienstags wird das Schwarze Bigorreschwein in den Pyrenäen geschlachtet, zum Depot nach Paris gebracht, und freitags schmurgelt es schon im Ofen der Verbraucher
Brigitte Jurczyk, freie Mitarbeiterin ZEITmagazin
- Datum
- Quelle DIE ZEIT Nr.48 vom 22.11.2007, S.M12
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