Film "Persepolis" Das Leben kann so mies sein. Trotzdem!Marjane SatrapiSeite 4/4

ZEIT: Da hat der Humor geholfen, dass der Schrecken so nahe an einen herankriecht, dass man ihn kaum mehr ertragen kann. Marjane lauscht als kleines Mädchen, wenn die Besucher zu Hause von Folterungen erzählen. Was empfinden Sie für das Kind in Ihrem Film, das Sie sind?

Satrapi: Ich finde, sie schlägt sich gut. Worauf ich sehr stolz bin – jetzt vermische ich einmal die Figur und mich selbst –, denn ich habe viele Menschen gesehen, die voller Hass waren. Oder extrem zynisch wurden. Wenn Sie intelligent sind, können Sie sehr schnell zynisch werden. Das Leben kann so mies sein. Ich meine, es ist so verdammt kurz und voller Scheiße, es wäre kein Leben, wenn man nicht mehr lächeln könnte. Menschen erfahren Härte, und sie werden selber hart. Ich bin glücklich, dass ich nicht hart geworden bin. Ich bin stolz, dass ich nicht gewalttätig geworden bin. Ich glaube nicht an Blut für Blut. Es gibt Dinge, die ich verurteile – aber ich bekämpfe sie nicht mit den gleichen Waffen. Ich habe immer noch Sterne in meinen Augen.

Das Gespräch führte Susanne Mayer

Marjane

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 22.11.2007 Nr. 48
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    • Schlagworte Kino | Film | Iran
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