CDU Die Erste Piratin der Union

Angela Merkel, seit zwei Jahren im Amt, betreibt politischen Themenraub für die CDU: Von den Grünen hat sie den Umweltschutz erbeutet, von der SPD das Soziale, von den Liberalen den modernen Lebensstil.

Der Himmel hängt tief über dem Ostseebad Binz. Es ist trüb und grau, leichter Nieselregen fällt. Kein Wind geht, der die Wolkendecke wegwehen könnte, Wetter also für die ganz harten Seeliebhaber. Um 10 Uhr vormittags sitzt Angela Merkel im Frühstücksraum eines Hotelkomplexes vor einer Tasse Kaffee, mit am Tisch sitzen Parteifreunde. Nebenan, in einem Mehrzwecksaal, wird in ein paar Minuten der Parteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern fortgesetzt. Merkel hat sich Zeit genommen. Es ist ihr erster Auftritt vor der Partei nach dem großen Streit mit den Sozialdemokraten über den Mindestlohn. Dem Streit, nach dessen (vorläufigem) Ende ihr SPD-Vizekanzler zurückgetreten ist und erstmals ernsthaft über ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition spekuliert wurde.

In dieser Woche ist Angela Merkel zwei Jahre lang Bundeskanzlerin. Ein Jahr davon, 2006, verbrachte sie mit Weltpolitik, war kaum in Deutschland, weil, wie sie sagt, »die Innenpolitik von der Außenpolitik nicht mehr zu trennen ist«. Tatsächlich gab es natürlich auch formale Gründe: ihre Funktion als EU-Ratspräsidentin und als Vorsitzende der G8-Staaten. Merkel reiste nach China, sie war in Afrika, in Afghanistan, in Indien, in den USA. Sie hat das schmelzende Eis auf Grönland besichtigt und den Dalai Lama empfangen. Doch wer, wie beispielsweise die Sozialdemokraten, dachte, sie sei »weich« geworden, beschäftige sich nicht mehr mit den Machtfragen in Deutschland, habe ihre Partei nicht mehr im Griff, wurde eines anderen belehrt. Und zwar brutal. Binnen einer Woche zeigte Merkel, nein, nicht Kälte, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, sondern Härte. Härte gegen sich selbst, weil sie sich der Blamage aussetzte, eine schon getroffene Zusage zum Mindestlohn wieder rückgängig zu machen, und Härte gegen die SPD, die dies »Wortbruch« nannte, Härte gegen ihren Vizekanzler, der allein deswegen Grund gehabt hätte zurückzutreten.

Aus Merkels Sicht entsprang die Entscheidung schierer Geistesgegenwart. Kurz vor dem Parteitag der CDU Anfang Dezember hat sie erkannt – man könnte auch sagen, ihre Partei hat ihr klargemacht –, wo die CDU nicht hinwill, nicht hindarf: weiter nach links. So begann die zweite Hälfte der Legislaturperiode für die Kanzlerin mit einer politischen Kursbestimmung. Und für die Sozialdemokraten begann sie mit der Erkenntnis, dass an Merkels machtpolitischer Präsenz im Kanzleramt nicht zu zweifeln ist.

Vom fast nördlichsten Punkt Deutschlands nähert sich Angela Merkel nun wieder dem Land, den Bürgern. Hier in Binz, in Mecklenburg-Vorpommern, ist sie Parteichefin, hier beginnt die Sanduhr abzulaufen bis zur nächsten Wahl im Herbst 2009. Hier beginnt der Wahlkampf.

Binz ist dafür ein lockeres Übungsfeld. Hier kann Merkel unkompliziert Hände schütteln. Binz ist Nordostdeutschland, also Heimat. In Binz wird sie mit freundlichem Understatement »eines der wichtigsten Mitglieder des Landesverbandes« genannt, hier ist sie nicht Frau Bundeskanzlerin, sondern die »liebe Angela«. Und ein junger polnischer Politiker lobt sie ehrlich als »Glücksfall für die deutsch-polnischen Beziehungen«, um dann unter Gelächter der Delegierten auf Kosten der »Physikerin Merkel« zu scherzen: »Wir polen sie richtig!«

Angela Merkel hat sich verändert in zwei Jahren Kanzlerschaft. Selbstverständlich. Doch um auszuloten, wie, muss man sich die Angela Merkel des Sommers 2005 noch einmal vor Augen führen. Damals war sie Herausforderin. Sie hatte mit Gerhard Schröder einen Gegner, von dem sie noch nicht wusste, ob sie ihm gewachsen sein würde. Die alles überspannende Frage damals lautete: Kann die das?

Kann die Außenpolitik? Kann die Fernsehen? Kann die Wahlkampf auf Marktplätzen? Und schließlich: Kann eine Frau, eine Ostdeutsche, Bundeskanzlerin? Merkel müssen diese Zweifel, die Ressentiments, die Vorurteile zugesetzt haben. Sie konnte ja nicht wissen, ob sie es konnte. Sie konnte wissen, dass sie es sich zutraute. Die Kandidatin hatte zu beweisen: den Wirtschaftsbossen Kompetenz; den Lobbyisten Kenntnisse; ihrer Partei Führungsstärke. Und so versteckte sie, was ihr dabei hinderlich schien: Menschliches und Persönliches. Zweifel und Unsicherheit. Und ihre ostdeutsche Herkunft.

2005 gaben in der Partei die Wirtschaftsliberalen den Ton an

Jetzt, zwei Jahre später, an der Macht, ist alles da: die Lockerheit, die Sicherheit, dass ein verpatzter Scherz kein Drama ist und das Wir . Wir Ostdeutschen. In Binz, vor den Parteifreunden aus Mecklenburg-Vorpommern, spricht sie über »unser Wirtschaftswachstum«, das bei vier Prozent liegt, und fügt flapsig hinzu, Günther Beckstein sei »die Kinnlade runtergefallen«, als er davon gehört habe. Und weiter: Im Tourismus sind wir an Schleswig-Holstein vorbeigezogen, jetzt greifen wir Bayern an. Den Mecklenburger Delegierten gefällt das alles.

Fragt man Sozialdemokraten, wie sie sich die verbleibende Zeit bis zur Wahl 2009 vorstellen und was sie von der Kanzlerin erwarten, hört man Folgendes: »Angela Merkel hat einen langen Rückweg vor sich.« Das ist keine Analyse, das ist ein Wunsch: Merkel möge sich in die wirtschaftsliberale Wahlkämpferin zurückverwandeln, als die sie 2005 angefangen hatte. Eine nach links gerückte SPD könnte dann mit Kurt Beck an der Spitze einen harten Wahlkampf gegen sie führen.

Merkel reloaded also? Eine aus sozialdemokratischer Sicht schöne Illusion. Dagegen spricht, dass Merkel im Jahr 2005 weniger wirtschaftsliberal war, als es den Anschein hatte. Liest man ihre Reden von damals nach, wird man kaum etwas finden, was sie heute nicht mehr sagen würde. Man hat sie im Jahr 2005 auch deshalb als die harte und kalte Neoliberale wahrgenommen, weil sie in einem gesellschaftlichen Raum agierte, in dem die Arbeitgeberpräsidenten, die Industrieführer und die Dax-Chefs die öffentliche Meinung prägten. Wo sich ganze Belegschaften erpresst fühlten und sich ratlos fragten, wie weit sie denn noch runter müssten mit den Löhnen, um konkurrenzfähig gegenüber den Chinesen zu sein. Wir sahen Merkel damals eingerahmt von Friedrich Merz, getrieben von den Ministerpräsidenten Koch und Wulff, an ihrer Seite den Steuervereinfacher Kirchhof. In der CDU waren die Wirtschaftsliberalen laut. Die Sozialpolitiker schwiegen. Globalisierung war ein Schicksal, das man nicht gestalten, dem man sich anzupassen hatte. Merkel schwang mit in diesem Klangraum, wurde interpretiert auf diesem neoliberalen Grundton.

Hört man Angela Merkel heute zu, wird klar, dass sie ihren politischen Standort nicht verändert hat. Allerdings, sie hat gelernt. Heute fehlt in keiner ihrer Reden der Hinweis auf die Verantwortung der Wirtschaft für das Land. Und das Grundgefühl hat sich sowieso geändert: Der Wunsch nach einem verantwortungsvollen Sozialstaat ist heute in Deutschland Mehrheitsmeinung. Kaum noch jemand wird bestreiten, dass Hedgefonds kontrolliert werden müssen, damit sie in einer Krise nicht ganze Volkswirtschaften ruinieren. Merkels Satz aus dem Wahlkampf 2005, »Wir müssen um so vieles besser sein, wie wir teurer sind«, folgt jetzt ein Nachsatz: »Aber wir können als Deutsche noch so viel Erfindergeist haben, wenn andere Länder Kinderarbeit dulden, können wir nicht konkurrieren.«

Die Welt, wie Angela Merkel sie erklärt, ist eine Welt der einfachen Wahrheiten. Zum Beispiel der Unterschied zwischen Sozialdemokraten und Christdemokraten: Sie sei sehr dafür, dass es gerecht und solidarisch zugehe in Deutschland, sagt sie. Das hieße aber nicht, dass man alle Menschen gleichmache. Sie freue sich darüber, dass Menschen unterschiedlich seien. Beifall. Gleichmacherei gegen die Freiheit zum Unterschied? Merkel ist eine Meisterin der Vereinfachung. Sie nutzt diese Fähigkeit, wo es passt, populistisch. Aber auch, und genauso unnachgiebig, zur Aufklärung, dort, wo es ihr gefällt.

Ökologie wird nicht länger auf der Kleinkunstbühne verhandelt

Merkel, die Volkspädagogin. Wenn Unionspolitiker in der Vergangenheit über Umweltschutz sprachen – dann meist in parodistischer Übertreibung. Da hatten Fledermaus, Hamster und Großtrappe wenig zu lachen. Sie wurden bereitwillig dem vermeintlichen Fortschritt geopfert. Wir wissen nicht, was Merkel dazu sagen würde. Doch seit sie als Kanzlerin zur Klimaschützerin wurde, hat das Thema in der Union die Kleinkunstbühne verlassen. Merkel macht aus dem Thema etwas Großes. Sie sagte kürzlich in Kyoto, wir hätten uns in Deutschland »zu lange mit den falschen Dingen aufgehalten«. Sie meint das Kleinklein der Verordnungen für Verpackung, Legehennen, Feinstaub. Merkel macht aus Klimapolitik Politik für Menschenrechte, für internationale Gerechtigkeit, für weltweites, verträgliches Wachstum, für friedliche Stabilität.

Wenn ihr Auftritt vor den Parteitagsdelegierten in Binz ein Testlauf dafür ist, ob man auch in Wahlkämpfen mit komplizierten Themen punkten kann, so ist er gelungen. Es ist ruhig im Saal, als Merkel die Ursachen für die Klimaerwärmung anspricht. Die Konzentration wächst, als sie erklärt, warum uns nur noch wenig Zeit bleibt, um unumkehrbare Entwicklungen zu vermeiden. Und überzeugt sind die Zuhörer, wenn sie begründet, warum wir uns dafür interessieren müssen: um zu verhindern, dass sich Menschen aus dann unbewohnbaren Küstenregionen Afrikas nach Norden aufmachen, um zu überleben. Um zu verhindern, dass der steigende Bedarf an Lebensmitteln auf der Welt nicht mehr befriedigt werden kann. Und schließlich »um unseren Wohlstand zu sichern«.

Merkel hat ein grünes Thema mehrheitsfähig gemacht. Sie ist nicht nur Meisterin der Vereinfachung. Sie ist auch eine waghalsige Produktpiratin. In zwei Jahren Kanzlerschaft holte sie sich aus allen Parteien das Beste: von den Grünen den Umweltschutz, von den Liberalen die freiheitlich-emanzipatorische Lebensweise, von der SPD die soziale Ansprache. Sie hat die Union zu einer Art Querschnittspartei entwickelt und damit wählbar gemacht für Teilmilieus aller ihrer Konkurrenten. Frauenemanzipation, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, erneuerbare Energien – hört man Merkel zu, scheint es, als gehörten diese Themen zum Gründungskonsens der Christlich Demokratischen Union.

Diese Selbstverständlichkeit ist zunächst verblüffend. Noch ist nicht ausgemacht, ob sie dauerhaft bei Wählern und Anhängern verfängt. Doch unverändert wird Merkel von ihren politischen Gegnern unterschätzt. Von der SPD: »Merkel wird sich entlarven.« Von den Grünen: »Die Leute werden merken, dass hinter ihren Ankündigungen nichts steckt.«

In ihrer nordostdeutschen Heimat käme keiner auf die Idee, Merkel zu unterschätzen. Dort kennt man sie und weiß, wie sie schwierige Situationen meistert. Und bevor Merkel nach drei Stunden ihren Heimatlandesverband wieder verlässt, wünscht sich der frühere Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Alfred Gomolka, dass sie »Kurs hält«. Und sagt ihr auch, wie das geht: Angesichts von Hindernissen könne man nicht immer gradlinig segeln. Manchmal sei die kürzeste Verbindung »die Kurve«. Merkel hat freundlich genickt und gelächelt. Das wusste sie schon.

 
Leser-Kommentare
    • ttob
    • 22.11.2007 um 8:13 Uhr

    Mir ist Merkel vor allem durch ihr kategorisches NEIN zum Mindestlohn (a)sozial aufgefallen.
    Ich hab schon öfter gegrübelt, warum die Frau die Beliebtheitsskala der Politiker anführt und ich muss mir eingestehen, es gibt derzeit keinen (bekannten) Politiker den ich ihr vorziehen würde, sehr bedenklich, denn eigentlich mag ich sie gar nicht, aber die anderen sind schlicht noch unsymphatischer.
    Ich muss auch gestehen, ich habe den Artikel gar nicht gelesen. News aus dem deutschen Königshaus: neue Gräben zwischen den Parteien, ParteiX taktiert erneut gegen ParteiY, Vertreter aus ParteiZ schürt den Streit mit Vertreter aus ParteiY, ParteiX "klaut" Themen von ParteiY, Verhandlungen abgebrochen da ParteiZ hofft ihr Profil damit zu stärken. Blablablabla. Immer dasselbe, nur die Gesichter ändern sich. Sachorientierte Politik sieht anders aus, Demokratie erst recht. Wenn ich solche Artikel lese, dann wird mir immer wieder klar, wie degeneriert diese Form von Parteiendiktatur mittlerweile ist und wie sehr wir uns damit abgefunden haben, sie für unverbesserbar und alternativlos zu halten. Auch erinnert es mich daran, bei der nächsten Wahl keine 4-jährige Pauschalvollmacht mehr zu vergeben, an KEINE der Parteien. Meine Stimme gehört mir, ICH will gefragt werden und selbst mit abstimmen und zwar ohne dazu in die Intrigen- und Netzwerkerei der großen Meinungskonglomerate gezwungen zu sein.
    Aber natürlich allen viel Spaß, die gern darüber diskutieren wollen, welche Partei/Person von welcher die Themen "geraubt" hat.

  1. Frau Merkel steht für Menschenrechte - sie empfängt den Dalai Lama im Kanzleramt (wem hat es geholfen? den Gefangenen in China? den Tibetern?) - kurz danach grillt sie privat mit Bush auf seiner Ranch in Texas (dieser hat einen völkerrechtswidrigen Krieg im Irak begonnen, duldet Folter, Entführung, Todesstrafe usw.).
    Frau Merkel steht für Klimaschutz - dafür fliegt sie zu den Gletschern nach Grönland und lässt im roten Anrak vor Eisgletschern schöne Bilder produzieren - angeblich gab es in Heiligendamm dank ihrer Überzeugungskraft ein Umdenken von Bush bei der Klimapolitik (bleiben werden eher die Bilder vom überdimensionierten Strandkorb) gleichzeitig verhindert sie Maßnahmen der EU bei deutschen Kfz-Herstellern zur Verringerung von CO2.
    Merkel steht für das Soziale - auf dem letzten Parteitag  hat sie der Verlängerung der Zahlung des Arbeitslosengeldes für ältere Arbeitslose zugestimmt - finanziert sollte dies aber zu Lasten der anderen Arbeitslosengeldempfänger (z.B. junge Familien) werden.
    Merkel steht für das Liberale - damit Frauen Berufstätigkeit mit Kindern organisieren können, sollen mehr Krippenplätze geschaffen werden. Schauen wir mal ob des Betreuungsgeld im Gesetzentwurf bleibt. Oder was meinen sie mit liberal, dass es keine Denkverbote z.B. für Schäuble gibt?
    Ich hätte viele Fragen an Frau Merkel und würde mir wünschen Journalisten würden sie einmal stellen z.b.:
    Halten Sie den Irakkrieg nach wie vor für richtig oder was hat gegebenfalls ihre Meinung geändert?
    Stehen Sie für die solidarische Finanzierung der Gesundheit oder soll dies in Zukunft mit einer Kopfpauschale organisiert werden?
    Wie schützen wir uns vor Terrorangriffen z.B. beim Atomkraftwerk Biblis und wo soll der Atommüll entsorgt werden?
    Wie soll eine menschenwürdige Finanzierung der Arbeitsleistung von Menschen erfolgen, wenn nicht Grenzen (Mindestlohn) eingehalten werden müssen und soll tatsächlich die Gesellschaft mit dem Aufstocken der niederigen Entlohung die Gewinne der Unternehmen bezahlen?
    Halten Sie es für richtig, das Kinder mit 10 Jahren aussortiert werden und der Geldbeutel über die weitere Entwicklung entscheidet (in Bayern bei der Frage an eine Abiturklasse, wessen Eltern, denn auch Abitur hätten, gingen fast alle Hände nach oben)?
    Schön, wenn wir die Antworten unserer Kanzlerin auf diese Fragen kennen würden!
     

  2. Angela Merkel tut eigentlich nur das, was schon Gerhard Schröder vor ihr gemacht hat, als er tief in die Programmkisten von CDU und FDP hineinlangte, um sich daraus das Nötige für seine Politik der "Neuen Mitte" zu holen. Damit gelang es Schröder eine Zeitlang, Union und FDP in Bedrängnis zu bringen.
    Nun ist Merkel an der Reihe, die SPD mit derselben Taktik zu schlagen. Seit die SPD nach links gerückt ist und bereitwilig das Feld der politischen Mitte geräumt hat, fällt es Merkel ja auch leicht, diese Mitte für sich und ihre Partei zu beanspruchen.

  3. ist mir bei der Wertung der Kanzlerarbeit von Frau Merkel eingefallen. Falls es so etwas gibt, wer hält eigentlich die Rechte an den Jubelreden Honeckers &Co.? Wer diese besitzt gehört in Zukunft wohl nicht zu den Bedarfsträgern eines Mindestlohnes.
    Davon abgesehen habe ich aus dem Artikel herausgelesen, das Frau Merkel zwar das ein oder andere Problem hatte, aber sehr stark ist und nicht unterschätzt werden darf. Und die Probleme?
    Über die Suggestion das Frau Merkel, nachdem Sie sich anfangs (direkt nach ihrem Eid dem (ganzen?) Volk zu dienen) nun einmal nur um Einzelne Angehörige der Gesellschaft (Wirtschaft, Lobbys ...) kümmern konnte , nun ihre schon immer vorhandene soziale Ader wiederentdeckte konnte ich leider nur kurz lachen.
    Über die Suggestion, das Frau Merkel auch für Ostdeutschland etwas erreicht hat gar nicht mehr.

    • rawe64
    • 22.11.2007 um 10:48 Uhr

    Ihre Fragen sind alle richtig. Aber ist es nicht auch sehr bequem, alle Antworten von "der Polititk" oder von "der Kanzlerin" einzufordern? In einer aufgeklärten Demokratie liegt die Verantwortung bei jedem Einzelnen.
    Ich würde mir wünschen, dass viele BürgerInnen ein ähnliches Verantwortungsgefühl entwickeln würden wie Münte+Merkel.

  4. Welche Möglichkeiten sehen Sie, betreff der Fragen von @Paula48 effektiv, ergebnisorientiert und zumindest mittelfristig, persönliche Verantwortung einzufordern und wahrzunehmen? Mit jedem Tag sind nämlich weniger Menschen in der Lage auch nur die richtigen Fragen zu Gehör zu bringen. Ist es nicht auch von Seiten der Politik häufig sehr bequem gelöst, die Verantwortung des Einzelnen einzufordern ohne diese bei Bedarf auch nur wahrzunehmen?

    • Anonym
    • 22.11.2007 um 11:14 Uhr

    unlesbarer artikel. frau merkel wird von jack sparrow adoptiert. nur zur erinnerung. der ist äusserlich munter. innen mausetot.

  5. Frau Bundeskanzlerin,Piratin, wie sinnig und zutreffend! Sie wissen warum!Wissenschaft und Advent Advent: Wir finden uns in der Ambivalenz von Freude und Hoffnung einerseits und Leid und Endzeit (Apokalyptik) andererseits …Die Odyssee unseres Bewusstseins erschließt sich die Naturwissenschaften … Glaube und Wissen prallen in bislang nicht gekannter Wucht aufeinander und sorgen zunächst für reichlich Dramatik und Tragik … Der Humanismus bricht sich Bahn – Gott soll tot sein! Welch eine Transformation die sich da Bahn bricht – Aufklärung schreibt sich neu!Und sie dreht sich doch … Columbus entdeckt uns Amerika … Ich denke, also bin ich …Kopernikus fürchtet den Klerus, erst in seinem Todesjahr wird uns die Sonne zum Zentrum – als Hypothese. Galileo Galilei sieht schärfer und liefert hierfür die Beweise und, muss abschwören, doch die Naturwissenschaften sind nicht mehr zu stoppen, ein vielleicht nicht ganz so ernst zu nehmender Essay:Gott, für Platon ist er Creator für seine Bilder (Creationisten!), für Aristoteles Beweger der Entfaltung und für La Place nur eine Hypothese auf die er verzichten kann, ist Gott damit tot? Wer meint, auf Gott, den Mythos, die Mystik verzichten zu können, der hat nicht nur uns Menschen in unserem Menschsein nicht verstanden, sondern das Leben und unser Universum insgesamt nicht verstanden – es fehlt ihm an Ahnung und Sehnsucht von und nach der Wahrheit und Wirklichkeit!Zweifellos, Gott, Mythos und Mystik werden sich anders erweisen als wir bislang annehmen, doch sie bleiben uns als Grundbefindlichkeit und Wirklichkeit erhalten – anders!  Archimedes Punkt, La Place nimmt diesen, von Leibniz’ Monaden inspiriert, als teilnahmsloser Beobachter (Dämon) ein und irrt, in dem er beobachtet und schließt verändert er und er sich! Wechselwirkung! Information (Geist) bewegt!Das bedingt Leibniz’ vagabundierende Monaden mit Türen und Fenstern, wie von Schrödinger später aufgezeigt – wir als initiierte Ikon-Menschen! Ich darf mich als solchen erleben und erfahren! [...]Universum, Gott, Leben und Lebewesen in permanenter wechselwirkender Selbstschöpfung, nur die Spielregel liegt fest! Bahn brechend die Arbeiten von Isaac Newton, er schaut die Fragmente seiner Vorgänger zusammen und rechnet und rechnet und die Naturwissenschaften stürmen los – schneller als die verrückten Börsen, Newtons Hobby: Börsenspekulant! Es ärgert ihn fürchterlich, er kann die Planetenbahnen exakt berechnen, doch nicht das verrückte Treiben an den Börsen – er verspielt ein Vermögen.Die Planeten und damit auch unsere Erde ziehen in Ellipsen (Kepler) um die Sonne, Gravitation und Fliehkraft halten sie auf ihren Bahnen, das neue Weltbild, es ist nicht mehr zu leugnen – Götterdämmerung! Beschert von Gottgläubigen! Kant ist von den neuen Wissenschaften tief beeindruckt und dennoch reichen sie nicht an das Ding-an-sich heran, weshalb uns Kant kurzerhand zum Nichtwissen verdonnert …[...]Wir werden wissen, die Frage ist nicht ob, sondern wann, es wird noch dauern … (Affinität von Bewusstsein und Werk, von Bewusstsein und Ereignissen).Die Wahrheit der Wirklichkeit, sie wird sich uns vollends zeigen! Die Wissenschaft schreitet, von den vermeintlichen Grenzen in unserer Vernunft unbeeindruckt, fort und erschließt sich und uns Bereich um Bereich … Newtons Weltmaschine läuft und läuft und sie läuft noch heute – die Mechanik bleibt uns für immer erhalten.Was hält uns die Welt im Innersten zusammen, etwa zweitausend Jahre zurück, zur Suche nach Demokrits Atomen und den Fragen nach Energie und Kräften …Mit der Tüftelei von Max Planck gerät Newtons Mechanik schwer ins Wanken, Fakten sind nun einmal Fakten, das Plancksche Wirkungsquantum entpuppt sich als eine der wesentlichen Naturkonstanten …Aus ihm sollte nichts werden und er definiert uns Raum und Zeit, Materie und Energie neu: Albert Einstein. Was ist absolut – nichts! Alles ist relativ zu sehen! [...]Heisenberg bemüht einmal mehr Urbilder, dieses Mal, mathematische – Symmetrien sind allgegenwärtig. Dem stimme ich grundsätzlich zu, allerdings nicht unabhängig von Materie, sondern nur in Verbindung mit Materie! Das Eine existiert nicht ohne das Andere! Dies gilt auch für Einsteins Gravitationswellen (Einsteins Allgemeine), sie existieren nicht unabhängig von Materie!Der Elektromagnetismus und die Hauptsätze der Wärmelehre tun ein Übriges …Fortan führt Zufall und Notwendigkeit Regie und alles fluktuiert, einen Sinn gibt es nicht, wir leben und erleben eine sinnlose Welt … Wir Menschen als chemisch-physikalische Reaktionsmuster, ständig fluktuierend und in einem Universum ohne Sinn …Dabei, Heisenbergs These von den Symmetrien, stellt Zufälle nicht nur infrage, sie lässt sie letztlich nicht wirklich zu!Die Naturwissenschaften brechen sich Bahn und entgleisen …Die Biologie entdeckt uns als evolvierende Kokon-Menschen, ohne den  Ikon-Menschen in uns auch nur zu erahnen … Die Fragen die uns nach wie vor bedrängen sind die nach der Natur des Geistes und des Geistes in der Natur und die Antwort: Natur (Materie) und Geist (Information) wechselwirken und folgen permanenter Selbstschöpfung … Unser Universum, als Ewiges Jetzt! Erscheinungen und viel dahinter – ergründen wir es! Wir wissen darüber bislang  so gut wie nichts! Offenbarung und Herausforderung: Besinnung! Wir Menschen selbst sind uns Perspektive und Zukunft – oh Schreck! Finden wir Menschen uns in unserem Menschsein und damit in und mit Gott – um der Apokalypse zu entrinnen![...] Advent: Bangen zwischen Endzeit und Hoffnung … Schauen wir zusammen und denken wir nach … Wissenschaftliche Weltbilder und Wissenschaftsbilder, gut und schön, Lebensbilder zählen …Die Bibel ist uns Buch der Odyssee unserer Entwicklung, der Koran ist uns Regelbuch mit überkommenen Regeln, unsere Odyssee soll ihr Ende gefunden haben – oh Schreck!Zur Odyssee unseres Bewusstseins siehe meine Bücher HANS blogs … (in Vorbereitung)[...] clavacs(http://hansahas.blogg.de) Anne, Miriam, wie bekannt halte ich mich mit Entschuldigungen eher zurück, hier drängt es mich, mich zu entschuldigen, denke, ihr beide wisst wofür – gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte, als Brüderle … (Anne! Miriam!)Viel Spaß euch beiden und Danke!Wie ihr doch von mir lernen könnt – wie kann ich mich nur soheillos selbst überschätzen! (Gouvernante, Frau Professorin, smili!) Herr Altkanzler Kohl – Danke! (Herr Thierse!)Angie, mein Buch nehme ich gerne zurück, dieses will sich verdient sein … (Frau Bundeskanzlerin!) Münte, ich bleibe! Gratulation und Danke! Gesundheit für Ihre Frau! (Herr Müntefering!)Francine! Rosanna!Herr Heck, zumindest angesichts des Schicksals ihrer Frau, hätten Sie auf den auf mich gemünzten Zynismus verzichten können – es hätte sich geboten! Danke mein Herr!Jörg, in der Tat, welch ein Ungeheuer: Leviathan!

    [Dieser Kommentar entsprach leider nicht den Regeln, er wurde an den markierten Stellen gekürzt.Bitte unterlassen
    Sie chauvinistische Äußerungen sowie kommerzielle Werbung.
    Die Redaktion / ft]

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  • Quelle DIE ZEIT, 22.11.2007 Nr. 48
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