Klimawandel
Die Versammlung der Weltveränderer
Wenn sich die Nationen auf der Klimakonferenz in Bali einig werden, kann die Rettung des Planeten beginnen.
Frieden und Klimaschutz haben eins gemein: Alle sind dafür. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Trotzdem werden Kriege geführt, trotzdem wird die Erde aufgeheizt. Immer schneller geht das. Deshalb wird es nun heiß, unvermeidlich – es sei denn, es ginge ein Ruck durch die Völker und durch die Regierungen aller Länder. Sofort.
Die Gelegenheit dafür naht. Nächste Woche treffen sich Abgesandte aus nahezu sämtlichen Staaten auf der indonesischen Insel Bali zur Weltklimakonferenz. Beamte und Minister, also Leute, die normalerweise Vermerke und Verordnungen schreiben oder geübt darin sind, einfache Wahrheiten wolkig auszudrücken. Es sind Leute, die eins nie tun: Revolutionen anzetteln. Das müssten sie aber. Denn nur nächste Woche auf Bali bietet sich ihnen die Chance, womöglich tatsächlich die letzte, den drohenden Hitzekollaps der Erde mit einiger Aussicht auf Erfolg zu bremsen. Es werde »richtig ernst«, heißt es im Umfeld von Angela Merkel.
Ob sie wollen oder nicht, tatsächlich sind es allemal Weltveränderer, die sich dieser Tage nach Bali aufmachen. Was sie tun oder lassen, trifft nämlich jeden. Entweder lassen die Weltveränderer zu, dass der Meeresspiegel steigt, dass Missernten sich häufen, dass Haus und Hof mehr als bisher den Naturgewalten ausgeliefert werden; jeder wird sich damit arrangieren müssen. Oder sie schaffen die Voraussetzung dafür, dass der Trend gebrochen wird; jedem Einzelnen verlangte das ab, in Zukunft anders zu leben und zu wirtschaften.
Machbar ist es. Es spricht auch eigentlich nichts dagegen, weil die Alternative grausam ist. Die Frage ist nur, ob sich die Menschen freiwillig von ihren Gewohnheiten verabschieden – und wie die klimaverträgliche Technik in die Welt kommt. So gesehen, ist die Weltklima- eine Weltwirtschaftskonferenz. Und so gesehen, überrascht es auch nicht, dass es auf Bali viel Stoff zum Streiten gibt. Beim Geld hört schließlich die Freundschaft auf.
Die Tourismusmanager von Bali fürchten sich schon. Nusa Dua, ein Retortendorf, geschaffen für solvente Tauch- und Surffreunde und ausgestattet mit einer ansehnlichen Zahl von Vier- und Fünfsternehotels, wird für ein paar Tage Mittelpunkt der Weltpolitik sein – und einen Härtetest erleben. Mehr als 10.000 Konferenzteilnehmer und Beobachter werden erwartet, Hotelbetten sind knapp, und nicht einmal das Internationale Tagungszentrum bietet allen Delegierten Platz. Zelte werden sie vor dem Regen schützen, der im Dezember auf die tropische Insel prasselt. Vermutlich wird es drunter und drüber gehen, während sie um die Rettung des Klimas ringen – und die Uhr tickt: Zehn Jahre brauchten die amtlichen Klimaschützer, um das Kyoto-Protokoll zu verhandeln und völkerrechtlich in Kraft treten zu lassen. Ende 2012 verliert das fast wirkungslose Abkommen schon wieder seine Gültigkeit. Danach droht ein völkerrechtliches Vakuum in Sachen Klimaschutz. Damit es dazu nicht kommt, braucht man ein neues »Mandat«, wie es im UN-Jargon heißt, und das müssten die Abgesandten auf Bali beschließen. Sie müssten sich auf die Marschrichtung und auf einen Zeitplan für den Kampf gegen den Klimawandel einigen – im Konsens. Kein einziges der 192 Länder dürfte dagegen stimmen.
Seit Wochen schon übertreffen sich deshalb ranghöchste Politiker in Beteuerungen zum Klimaschutz. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verglich die von der Erderwärmung heraufbeschworene Gefahr mit der von Kriegen. Einen ganzen Tag lang redeten Ende September Top-Politiker aus mehr als 150 Ländern, unter ihnen 80 Staats- und Regierungschefs, im New Yorker UN-Hauptquartier über den großen Kampf – während bei ihnen daheim der CO₂-Ausstoß wuchs.
Angela Merkel tat sich besonders hervor. Die deutsche Bundeskanzlerin schwor erst die EU und anschließend die G8-Nationen auf den Klimaschutz ein. Sie flog nach Grönland, um den Treibhauseffekt in Gestalt schmelzender Gletscher zu besichtigen. Und von Peking bis Tokyo, von Neu Delhi bis zu George W. Bushs Ranch in Crawford suchte sie Verbündete – nur damit auf Bali nichts schiefläuft. Wenn Bali scheitert, wäre »Miss World« Merkel entzaubert – und könnte auch daheim nicht mehr viel für den Klimaschutz tun.
Heimische Kritiker hat sie schon. Mehrmals stellte sie sich vor die Autoindustrie und wehrte ein Tempolimit ab. Und dass in Deutschland neue Kohlekraftwerke gebaut werden, halten viele für einen Ökoskandal. Deshalb hat eine Allianz von 40 Organisationen, unter ihnen Greenpeace und Misereor, zu einer Protestkundgebung im rheinischen Neurath aufgerufen, wo gerade ein riesiges neues Braunkohlekraftwerk entsteht. Am 8. Dezember findet sie statt, zur Halbzeit der Bali-Konferenz und zeitgleich mit Aktionen rund um den Globus: In Irland werden um 14 Uhr Kirchenglocken läuten, in der Hauptstadt Neuseelands findet eine Klimakirmes statt, in Neu Delhi sammeln sich Klimabewegte zum Marsch der »Bewusstseinsschärfung«.
An Problembewusstsein mangelt es nicht. Schon vor 15 Jahren, beim Erdgipfel in Rio de Janeiro, haben die Staats- und Regierungschefs gelobt, die Erde und ihre Bewohner vor einer »gefährlichen« Erwärmung zu bewahren – und ihre Zusage wieder vergessen. Nur deshalb wird es in Zukunft öfter heißen: Das Wetter spielt verrückt. Tatsächlich dreht aber nicht das Wetter durch. Es ist der Mensch.
Valencia, Mitte November, Bali minus zwei Wochen. Zum letzten Mal in diesem Jahr tagt der UN-Klimarat (IPCC), der demnächst den Friedensnobelpreis erhält. Die Vereinten Nationen installierten das Netzwerk der Wissenschaftler vor 20 Jahren, damit diese Erkenntnisse zum Klimawandel sammeln und bewerten. Ergebnis der Sisyphusarbeit: CO₂ wurde zum politischsten Molekül aller Zeiten. Kohlendioxid ist zwar nicht das einzige menschengemachte Treibhausgas, aber das wichtigste. Einiges davon entsteht, wenn Wälder abgefackelt werden – aber das meiste, wenn Kohle, Öl und Gas verbrennen, also wenn Wohnungen geheizt werden, wenn Auto gefahren wird, wenn Strom erzeugt und verbraucht wird. Ausgerechnet dann, wenn der moderne Mensch seinem Alltag nachgeht.
Drei dicke Berichte haben die Wissenschaftler seit Anfang Februar abgeliefert. Jetzt, in Valencia, geht es um die Quintessenz, 23 »Seiten zur Zukunft des Planeten«, wie der IPCC-Vorsitzende, der Inder Rajendra Pachauri, ankündigt. Auf ihnen steht viel, was nicht unbedingt beunruhigend klingt: Die globale Durchschnittstemperatur ist in den vergangenen 100 Jahren um 0,74 Grad gestiegen, und der Mensch hat maßgeblich dazu beigetragen. Na und? Bis zum Ende des Jahrhunderts kann die Erwärmung auf vier Grad steigen, es können aber auch sechs Grad werden. Alles schon da gewesen. Soll die Erwärmung in 100 Jahren zwei Grad nicht überschreiten, darf die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre 400 ppm nicht überschreiten. 400 was?
Im Klartext: Seit der letzten Eiszeit hat sich die Erde in 5.000 Jahren nur um rund fünf Grad erwärmt. Ein vom Menschen verursachter Temperaturanstieg um weitere fünf Grad katapultierte den Blauen Planeten in den roten Bereich – mit katastrophalen Konsequenzen. Schon das fast unvermeidliche Plus von nur zwei Grad würde für Durchschnittstemperaturen sorgen, die wahrscheinlich nie geherrscht haben, seit Homo sapiens die Erde besiedelt.
Das Phänomen ist so einmalig wie die Herausforderung: Das Wirtschaften muss geradezu neu erfunden werden. Als gehorchten sie einem Naturgesetz, ließen Handel und Wandel bisher stets den CO₂-Ausstoß wachsen, auf mittlerweile 28 Milliarden Tonnen im Jahr, doppelt so viel wie 1970 und weiter steigend. Soll die Erwärmung auf halbwegs erträgliche zwei Grad begrenzt bleiben, müssten dagegen die Emissionen erstmals schnell und drastisch sinken, laut IPCC bis zum Jahr 2050 um 60 Prozent, noch unter das Niveau von 1970. Das hat die Stunde geschlagen.
Ohne Kohle, Öl und Gas gäbe es fast nichts. Keine Heizung und keinen Strom, keine Fabriken, kein Papier, keine Autos, keine Handys, keine Computer. Und davon sollen die Menschen nun lassen? Tatsächlich ist ein bisschen Kohlendioxid gar nicht schlecht. Ohne CO₂ in der Atmosphäre wäre es auf der Erde im Durchschnitt nicht 15 Grad warm, sondern minus 18 Grad kalt. Nur 0,028 Prozent Kohlendioxid in der Luft bewirken diesen erstaunlichen Unterschied.
Das sind 2200 Milliarden Tonnen. So viel CO₂ war in der Erdatmosphäre, als Thomas Newcomen im Jahr 1712 die Dampfmaschine erfand. Fast 200 Jahre später fiel dem schwedischen Chemiker Svante Arrhenius aber auf: »Wir blasen unsere Kohlenminen in die Luft«, schrieb er 1896 und fügte hinzu, dies müsse »eine Veränderung in der Transparenz der Atmosphäre bewirken«. Die CO₂-Menge in der Atmosphäre stieg tatsächlich: auf heute mehr als 2900 Milliarden Tonnen – und mit messbaren Effekten: Elf der vergangenen zwölf Jahre gehörten zu den wärmsten seit 1860. Die Gletscher schmelzen. Weil Permafrostboden taut, häufen sich Felsstürze. Wassermassen dehnen sich aus und lassen den Meeresspiegel steigen. Wintersportorten fehlt der Schnee. Und all das nur, weil die Temperatur um ganze 0,7 Grad stieg.
Soll der Anstieg die Zwei-Grad-Marke nicht überschreiten, dürfen nur noch weitere 180 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in der Atmosphäre deponiert werden. Unter erschwerten Umständen: Bisher absorbiert die Erde die Hälfte des emittierten Kohlendioxids, vor allem in den Ozeanen. Neue Hinweise zeigen aber, dass die Fähigkeit der Meere zur CO₂-Aufnahme abnimmt. Es wird also nicht nur mehr emittiert – von jeder Tonne verbleibt auch mehr in der Atmosphäre.
Hans Joachim Schellnhuber, Forscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Berater der Bundeskanzlerin, beginnt seine Reden gern mit diesem Witz: Treffen sich zwei Planeten im Weltall. »Bruder«, sagt der eine, »du siehst schlecht aus. Was ist los?« »Mir geht’s wirklich übel«, antwortet der andere, »ich habe Homo sapiens.« – »Schlimm«, sagt der Erste, »aber glaub mir, das geht schnell vorbei.« Ein Klimawitz, übertrieben. Vernichten wird die Erwärmung die Menschheit wohl nicht. Aber sie wird ihr extrem viel Ärger bereiten, wahrscheinlich auch Kriege. Schellnhuber will das nicht. Deshalb ist er zu einer Schlüsselfigur der Klimadebatte geworden. Neulich war Jeffrey Immelt bei ihm, der Chef von General Electric, dem zweitgrößten Konzern der Welt. Auch Manager von Pensionsfonds haben ihn konsultiert; sie wollen die Milliarden der Rentner nicht in Unternehmen stecken, deren Geschäft der Klimawandel bedroht.
Oldenburg. Die Katholische Hochschulgemeinde hat eingeladen zum Vortrag über den Klimakiller Mensch. Schellnhuber redet dann lieber vom Klimawandel und lässt den Naturforscher sprechen. Er sagt, dass sich der Treibhauseffekt beschleunigt, weil der Regenwald des Amazonas abstirbt. Er redet vom grönländischen Eisschild, das auf einem Gleitmittel aus Schmelzwasser gen Meer rutsche und dabei kleine, bereits messbare Erdbeben verursache. Er spricht davon, dass sich die Ozeane mit fortschreitendem Tempo in riesige Mineralwasserpools verwandeln, mit unabsehbaren Folgen für das marine Leben. Und er meint, das der Meeresspiegel langfristig um 50 Meter zu steigen droht. Das, sagt Schellnhuber, sei eine üble Nachricht, nicht nur für Oldenburg. Die größte Migrationsbewegung der Weltgeschichte würde eingeläutet. Und übrigens, eine Weltuntergangsprognose sei das nicht, sondern »nüchterne Physik und Chemie«.
Vor allem ist es die Ökonomie, wie Fatih Birol weiß. Der Türke stand früher in Diensten der Opec und ist heute Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur (IEA) in Paris. Einmal im Jahr schreibt Birol den World Energy Outlook, die Bibel der weltweiten Energiewirtschaft. Es geht darin um Kohle, Öl und Gas. Darum, wie viel davon es noch gibt. Was das Zeug kostet. Wer es hat und wer es braucht.
Als Birol die neueste Version seiner Bibel verfasste, erlebte er eine Überraschung, ein geistiges »Erdbeben«, wie er sagt. Er hatte seinen Computer mit einer Menge Daten gefüttert, Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftsentwicklung, Preisentwicklung und so weiter. Heraus kam, dass in Zukunft der Energieverbrauch und der CO₂-Ausstoß wohl noch stärker zulegen würden als befürchtet. Um knapp 1,8 Prozent der Energieverbrauch, um etwas mehr sogar der CO₂-Ausstoß. Das bedeutet, wenn nichts geschieht, wird sich der Ausstoß in nur 40 Jahren noch einmal verdoppeln. Die CO₂-Menge in der Atmosphäre wird um rund 2500 Milliarden Tonnen steigen. Und die Temperatur dürfte sich um fünf Grad erhöhen. Als Birol all das klar wurde, sah er sich zu einer fast unbotmäßigen Formulierung veranlasst. Klimaschutz? »Bislang wurde in den meisten Ländern diesbezüglich mehr geredet als gehandelt«, schrieb er in seine Bibel – und sagte, die Welt habe einen »Elektroschock« nötig.
Besonders China, lautet die landläufige Diagnose. Dort gehen jede Woche zwei neue Kraftwerke ans Netz, werden Jahr für Jahr ein Drittel mehr Autos verkauft, und China verdrängt die USA vom Platz eins der größten CO₂-Emittenten. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Pro Einwohner gerechnet, ist der Ausstoß niedrig, 34 Prozent der Emissionen stecken in Exportprodukten, und seit 1850 hat China nur einen Bruchteil (14 Prozent) dessen zum Klimawandel beigetragen, was die EU und die USA verantworten.
Tatsächlich ist es bisher keinem Land der Welt gelungen, sein Sozialprodukt dauerhaft zu erhöhen, ohne mehr Energie zu verbrauchen. Jahrzehntelang wuchs dieser Verbrauch immerhin weniger schnell als die Weltwirtschaft. Dank Strukturwandel und technischem Fortschritt sank zwischen 1970 und dem Jahr 2000 der Energieaufwand pro erwirtschaftetem Dollar um 30 Prozent. Per Saldo stieg der Energieverbrauch trotzdem stark, weil die Wirtschaftsleistung mehr als fünfmal so stark stieg. Es war ein Wettlauf. Und nun bewegt sich der eine Parameter auch noch rückwärts. China und Co. benötigen für ihre nachholende Industrialisierung viel Zement und Beton, Stahl und Strom – Güter eben, deren Herstellung enorm viel Energie verschlingt. Die Folge: Der Energieaufwand pro Dollar, der auf dem Globus erwirtschaftet wird, hat jüngst wieder zugenommen, ein lange nicht erlebter Vorgang.
All das ist nur ein Teil des Problems, denn das Wirtschaftswachstum kostet nicht bloß mehr Energie als früher, sondern braucht auch mehr Kohlenstoff. Jahrzehntelang schienen kohlenstoffärmere Energien, erst Öl, dann Gas, die kohlenstoffreiche Stein- und Braunkohle zu verdrängen. Nun kehrt König Kohle aber mit Macht zurück: In den vergangenen vier Jahren stieg der weltweite Kohleverbrauch mehr als doppelt so schnell wie der gesamte Energieverbrauch. Das Gros davon verbrennt China, das mit Kohlevorkommen gesegnet ist. Auch andere Länder entdecken die Kohle wieder, weil sie relativ billig blieb, während Öl und Gas schnell teurer wurden. Die Ironie: Öl ist zwar klimaschädlich, teures Öl aber noch mehr, weil es dem noch klimaschädlicheren Kohleverbrauch Vorschub leistet. Die Zeichen stehen auf Sturm.
Wenn nichts geschieht, wird also der weltweite CO₂-Ausstoß im Jahr 2050 doppelt so hoch sein wie heute. Er müsste sich aber halbieren. Die geschrumpfte Menge müssten die neun Milliarden Menschen, die dann leben, unter sich aufteilen. Pro Kopf wären das weniger als zwei Tonnen im Jahr. Das schaffen derzeit die Kubaner oder Ägypter. Aber jeder Deutsche müsste sich, um das Ziel zu erreichen, mit einem Fünftel seines gegenwärtigen CO₂-Ausstoßes begnügen, jeder Nordamerikaner sogar mit nur einem Zehntel.
Dennis Meadows machte 1972 mit dem Buch über die Grenzen des Wachstums für den Club of Rome Furore. Mit Vorliebe und mit dem ihm eigenen Humor schildert der Amerikaner heute, wie sich die Reaktion seiner Kritiker im Laufe der Jahre gewandelt hat. Siebziger Jahre: Es gibt keine Grenzen. Achtziger Jahre: Vielleicht gibt es welche, aber sie liegen in weiter Ferne. Neunziger Jahre: Womöglich sind die Grenzen doch schon recht nah, aber Technik und Markt werden das Problem lösen. 2000: Technik und Markt haben es leider nicht geschafft, aber mit mehr Wachstum werden wir es schaffen. Demnächst, sagt Meadows, werde es heißen: Ging leider nicht. Aber jetzt ist es zu spät, etwas zu unternehmen.
Klimaschutz oder Wachstum, ist das tatsächlich die einzige Alternative? Die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, unzählige Expertisen aber dagegen. Es käme auf den Versuch an, nicht zuletzt deshalb, weil sich ohne Klimaschutz der globale Geschäftsklimaindex vermutlich dem Gefrierpunkt näherte. Tatsächlich ist lähmende Angst der größte Feind des Klimaschutzes. Denn jeder kann sofort das Klima schützen – indem er jedes Jahr seinen CO₂-Ausstoß um 200 Kilogramm senkt. Das ergibt in 40 Jahren exakt jene acht Tonnen, auf die jeder Deutsche langfristig verzichten müsste. Die Raumtemperatur in der Wohnung um ein Grad abzusenken brächte schon die erste halbe Rate. Täglich drei Kilometer mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu fahren entspräche einer ganzen Rate. Und Sprit sparend Auto zu fahren sogar über zwei Raten. So einfach kann Klimaschutz sein. Nur – viele Menschen wissen es nicht, und ihre Regierungen nähren den Glauben, in Zukunft könnte einfach so weitergelebt werden wie bisher. Berlin hat es bisher nicht einmal geschafft, den CO₂-Ausstoß von Autos verbraucherfreundlich zu kennzeichnen.
In einem sind sich alle Experten einig: Erst einmal muss Energie durch intelligente Technik ersetzt werden. Die meisten Häuser auf der Erde sind Energieschleudern. Müssen sie aber nicht sein: Libella, ein Ableger des Hauskonzerns Kampa, bietet serienmäßig und ohne Mehrkosten sogenannte Dreiliterhäuser an. Um angenehm temperiert zu werden, benötigen sie nicht mehr als jährlich drei Liter Heizöl pro Quadratmeter oder die entsprechende Menge Erdgas; im Durchschnitt verbrauchen deutsche Häuser gegenwärtig rund sechsmal so viel.
Autos verbrennen im weltweiten Durchschnitt rund acht Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Fahrzeuge, die sich mit der Hälfte begnügen, werden längst angeboten – und es geht auch bald mit einem Viertel. Der amerikanische Energieforscher Amory Lovins hat das Konzept eines solchen Autos bereits entwickelt. Und ein Münchner Unternehmen namens Loremo (Low Resistance Mobility) hat am Reißbrett ein Auto konstruiert, das sich mit nur 1,5 Litern begnügen soll. 2009 soll der Loremo in Serie gehen. Auch in der Fertigung kann die Industrie heute viel erreichen. In Fabriken verbrauchen Elektromotoren rund zwei Drittel allen Stroms. Moderne Technik lässt den Verbrauch um rund ein Drittel sinken, ohne Zusatzkosten.
Selbst für den normalen Bürger gibt es längst Ökohilfe. Ein typischer Kühl- und Gefrierschrank verbraucht jährlich 339 Kilowattstunden Strom; das entspricht einem CO₂-Ausstoß von 209 Kilogramm. Bessere, etwa gleich große Geräte begnügen sich mit 130 Kilogramm. Zusatzkosten entstehen nicht, weil der höhere Anschaffungspreis durch die geringeren Ausgaben für Strom wettgemacht werden. Und Kühlgeräte sind nur ein Beispiel von vielen.
Doch angenommen, zwischen Peking und New York, Kapstadt und Stockholm hielte die beste Technik Einzug, und es würde überall schick, Energie zu sparen – es reichte nicht, um uns zu retten. Weil in Zukunft mehr Menschen mehr Autos, mehr Fernsehgeräte, mehr Wohnraum und mehr elektrische Helfer haben werden, wäre es schon toll, wenn die globale Nachfrage nach Energie bis 2050 stabil bliebe.
Das Wichtigste fehlt nämlich. Die größte Herausforderung ist der Umbau der weltweiten Stromproduktion. Kraftwerke stoßen gegenwärtig fast so viel CO₂ aus, wie im Jahr 2050 insgesamt noch erträglich ist. Ohne Revolution der Stromproduktion wird deshalb das Klima mit Sicherheit ruiniert. Entweder man entscheidet sich, auf Atomkraft umzusteigen. Oder es gelingt, das bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entstehende Kohlendioxid aufzufangen und zu verstauen. Oder Wind und Sonne liefern die Energie der Zukunft. Die Probleme sind jeweils gewaltig.
Atomenergie: Gegenwärtig steuern 445 Kernkraftwerke 17 Prozent zur weltweiten Stromproduktion bei. Um die nukleare Stromproduktion bis zum Jahr 2050 nur zu verdreifachen, müsste von sofort an alle sechs Wochen irgendwo auf dem Planeten ein neuer Meiler ans Netz gehen. Doch vielerorts wird Atomkraft nicht akzeptiert, die Endlagerung des Abfalls ist ungeklärt, das Problem der Proliferation waffenfähigen Materials ungelöst.
Klimaverträgliche Kohlekraftwerke: Die Energiewirtschaft hofft auf diese Technik, aber niemand hat sie in großem Maßstab erprobt. Dabei will man das bei der Kohleverbrennung entstehende CO₂ auffangen und unterirdisch bunkern. Auch viele Wissenschaftler halten das für die einzige Chance. Die EU-Kommission schlägt vor, von 2020 an alle neuen Kohlekraftwerke damit aus- und bestehende Anlagen schrittweise nachzurüsten. Doch ungeklärt ist, was die Sache kostet und wie sicher sie ist. Denn hoch konzentriertes CO₂ ist gefährlich: 1986 explodierte jedenfalls eine CO₂-Gaswolke, die aus einem Kratersee in Kamerun aufgestiegen war. Sie tötete fast 2.000 Menschen.
Grüner Strom: Elektrizität aus Sonne und Wind ist zwar frei von CO₂, aber bei uns subventionsbedürftig. Chancen hat sie nur, wenn sie an den besten Standorten der Welt erzeugt wird. Der Kasseler Energieforscher Gregor Czisch hat ausgerechnet, dass Windstrom aus der Passatwindregion Südmarokkos sich problemlos bis in die Mitte Deutschlands transportieren ließe, und das zu konkurrenzfähigen Kosten. Auch der Club of Rome macht sich für derlei Ideen stark: 0,3 Prozent der Wüstenfläche der nordafrikanischen und nahöstlichen Länder genügten, um ganz Europa zu versorgen. Auch auf andere Weltregionen ließe sich das Konzept übertragen. Insofern verhindere nur ein »Mix aus Böswilligkeit und Ignoranz« bisher, dass Politik und Wirtschaft sich ernsthaft mit der Idee beschäftigten, sagt Uwe Möller, Generalsekretär des Club of Rome. Welcher Weg beschritten wird, hängt von den Kosten ab. Und die bestimmt unter anderem die Politik. Ganz freiwillig werden China und Co. im Namen des Klimaschutzes keine teuren, CO₂-freien Kraftwerke bauen; schließlich, lautet ihr Argument, habe »der Westen« das Klimaproblem verursacht. Also müsse der Westen auch die Hauptlast schultern – und den bisher Zukurzgekommenen die Technologie quasi schenken.
Der Umweltökonom und CDU-Politiker Lutz Wicke hat einen visionären Vorschlag dafür entwickelt: Kyoto plus nennt er seine Idee vom weltweiten Emissionshandel. Jeder Staat erhält gemäß seiner Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl an Zertifikaten zum CO₂-Ausstoß. Länder, die unter ihrem Limit liegen, können anderen, Industrienationen zum Beispiel, Erlaubnisse zur Luftverschmutzung verkaufen – und mit den Erlösen eine klimaverträgliche Energieversorgung aufbauen. Damit verbunden wäre ein enormer Geldtransfer von Nord nach Süd. Wenn überhaupt ein wirksames Klimaschutzregime komme, sagt Wicke, dem es an Selbstbewusstsein nicht mangelt, dann »nur meins oder ein ähnliches«.
In Bali könnten die Weichen gestellt werden.
Rachmat Witoelar ist Architekt, Vater von drei Söhnen, indonesischer Umweltminister und als solcher Chef der Bali-Konferenz. Zu beneiden ist er nicht. Er kann die Verhandlungen zwar in den Sand setzen und als derjenige bekannt werden, dessen Ungeschick die Welt ins Verderben riss; retten kann er das Klima aber nicht. Denn die Rettung des Klimas steht nicht auf der Agenda von Bali. Nach ihrem ungeschriebenen Drehbuch wollen die Klimadiplomaten einen neuen Vertrag erst 2009 abschließen, bei ihrem fünfzehnten Treffen in Kopenhagen. Jetzt kommt nur das Mandat dafür zustande – wenn Rachmat Witoelar eine glückliche Hand hat. Wenn das Grüppchen von handverlesenen Delegierten, das er beauftragen wird, den Entwurf für ein Bali-Mandat zu schreiben, sich einigen kann. Und wenn anschließend, nach nächtelangen Debatten, niemand mehr Nein sagt.
Das Mandat ist nur dann stark, wenn es einen Zeitplan beinhaltet, noch stärker, wenn es den anschließenden Verhandlungen eine Richtung gibt. Der Welt ein Ziel für die Minderung der Emissionen zu setzen – das wäre eine solche Vorgabe. Oder wenn es Bemerkungen darüber enthält, nach welchem Prinzip die Last des Klimaschutzes unter den Nationen aufzuteilen ist. Oder Hinweise darauf gibt, wie die Voraussetzungen für einen weltweiten Kohlenstoffmarkt zu schaffen sind. Wie Länder, die ihre Wälder nicht abholzen, dafür entschädigt werden sollen. Wie armen Nationen zu helfen ist, sich an die Folgen der bereits unvermeidbaren Erwärmung anzupassen.
Es gibt viel zu reden auf Bali, aber eben auch viel zu streiten. Denn im Verhandlungssaal sitzt die Welt: Vertreter kleiner Inselstaaten, die vom Klimawandel existenziell bedroht sind. Europäer, die sich gern mutig geben, aber oft Angst vor der eigenen Courage bekommen. Repräsentanten der USA, die Schaden von ihrer Ökonomie abwenden wollen. Politiker aus Schwellenländern wie China und Indien, die Klimaschutz wichtig finden, aber meinen, er sei erst mal Sache der Reichen. Dazu Abgesandte aus Staaten, die Öl verkaufen wollen – und solche, die auf Geld hoffen, wenn sie ihre Regenwälder erhalten.
Wenn Witoelar Erfolg haben will, muss er an die Schmerzgrenze gehen. An die von allen.
- Datum 3.12.2007 - 03:02 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 29.11.2007 Nr. 49
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Die Kioto-Protokoll war fast respektive vollkommen wirkungslos. Der Mensch ist erst bereit bei einer eingetretenen Katastrophe darüber nachzudenken, was der Auslöser derselben war/ist. Und Politiker als Unterart der Spezies Mensch, nunja, das ist eine ganz eigene Geschichte. Ich sehe in dieser Konferenz eine nette Unterhaltung für Politiker. Und nichts würde mich mehr freuen, wenn ich mich irre. Und die Presselandschaft spielt fröhlich mit in diesem Trauerspiel, leider ist die Zeit hier auch mit dabei.Wann ging das letzte mal richtig was voran? Ich höre sie noch, die Rufe: "Wir sind ein Volk!". Damals hat das Volk seinen Willen geäussert, und die Mauer fiel. Scheinbar geht es nicht anders, eigentlich eine Schande für jedes Volk, daß sich so durch seine Politiker gängeln lässt, und diese sogar auch wieder wählt, anstelle sie in die Wüste zu schicken!
Offensichtlich wird jetzt zum Großalarm geblasen, um das Klima und damit gleich auch die Welt zu retten.
Und das ist eigentlich ganz einfach. Man muss nur das CO2 um 80 % senken, und dann liegen die Temperaturen wieder auf vorindustriellem Niveau. Schalter an, Temperatur hoch, Schalter ungelegt, Temperatur nach unten. Und alles schön ausgerechnet in Tonnen C02.
Kein Wort von den enormen Unsicherheiten, die in den Annahmen über die Einflussgrößen auf globalen Temperaturen herrschen. Und eine Sonne, die das Klima verändert, zumindest war sie es bisher, gibt es in den Berechnungen schon gar nicht mehr. Der Mensch hat allein die Schuld, anders darf es gar nicht sein, aber der Mensch bringt auch die Erlösung vom Weltuntergang, zumindest wenn er auf Leute wie Vorholz hört.
Nur leise gibt es eine sanfte Kritik, wenn, wie üblich mehr als 10000 Delegierte nach Bali fahren, immerhin sind das ca. 70 Delegierte pro Land, ob groß oder klein. Nur um ein Mandat zu bekommen, ist das ja wohl kaum nötig.
Je mehr man sich mit dem Drumherum um das Klima beschäftigt, je mehr kommt man zur Überzeugung, dass da von verschiedenen Leuten aus sehr verschiedenen Motiven ein riesiges Rad gedreht wird. Nicht passende Argumente werden eliminiert, und letztendlich sind es nur ganz wenige Wissenschaftler, von ihren Regierungen zudem noch delegiert, die die entscheidenden Aussagen machen. Und diese Aussagen werden dann für bare Münze genommen und unters Volk gebracht, obwohl es viele Erkenntnisse gibt, die zumindest diese Aussagen modifizieren, wenn nicht sogar ganz infrage stellen.
Es geht bei der Konferenz von Bali vor allem um die Anteile an der zukünftigen Energienutzung. Die Industrieländer wollen ihr Niveau nichts verlieren, die Schwellen- und DritteWeltländer sehen nicht ein, dass sie auf einen solchen Standard verzichten sollen.
Nur eine Minderheit der Wissenschaftler glaubt an den überragenden Einfluss von CO2 auf globale Temperaturen. Mit Sicherheit ist dies auch bei vielen Politikern der Fall.
Herr Vorholz, Sie sind fürwahr ein richtiger Mainstreamer, keine Klimaplattitude lassen Sie aus! Klimahysteriker gerieren sich wie alle, die an den urban legends stricken, aber durch ständiges Wiederholen gewinnt keine Meinung an Wahrheit. Auch Sie werden sich als wenig einflussreichen Erdling begreifen müssen, das Wetter wird nicht im medialen CO 2 Studio gemacht, sondern im Universum, so, wie es dort schon immer beschickt wurde, einmal warm, einmal kalt, seit an die 14 Milliarden Jahre.Gewiss sollten wir keinen unnötigen Dreck machen, aber that is another cup of tea.
Im Gegensatz zum Untergangsszenarium von Vorholz hier drei Stimmen aus einer heutigen Sendung von 3SAT.
Wenn man diese Stellungsnahmen liest, dann muss man sich wirklich fragen, ob Vorholz, oder die Leser des Artikels, in einer anderen Welt leben.------------------------------------------------
http://www.3sat.de/hitec/
Klimaforschung in Grönland
Das deutsche Forschungsschiff Merian war unlängst inmitten von Eisbergen und Gletschern unterwegs, Mit an Bord: Wissenschaftler aus acht Ländern. Sie waren dem System Klima- Erde- Mensch auf der Spur, um die Diskussion zum Klimawandel zu versachlichen und mit Daten und Fakten zu unterfüttern. Sie wollten wissen, wie stark der Mensch an der Klimaveränderung beteiligt ist oder ob es auch andere - natürliche Ursachen geben kann
3 Aussagen der Forscher (im Film)
Sören Rysgaard GINR Institut Nuuk, Grönland
Wenn es wärmer wird, verschwindet Meereis. Wird das Eis weniger, dringt mehr Licht in die Wassersäule ein. Dann beginnen sich Organismen zu entwickeln, und wenn sie das tun, nehmen sie Co 2 auf . Es könnte also sein, dass sie das zusätzliche Co2 aus der Atmosphäre abbauen."
Wladimir Schewtschenko Akademie der Wissenschaften, Moskau
Ich sehe die Klimaveränderung ganz gelassen. Solche Expeditionen sind unter diesem Aspekt sehr wichtig. Die Wissenschaftler an Bord und ihre Ergebnisse bringen mehr Substanz in die Diskussion. Die geologischen Untersuchungen und Daten zeigen eben, dass Veränderungen im Klima seit Millionen von Jahren gang und gäbe sind. Das, was wir heute als Arktis bezeichnen, war früher ein warmes Gebiet. Also: Hysterie ist völlig unangebracht."
Jan Harff Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
„Diese Erwärmung hätte auch stattgefunden mit großer Wahrscheinlichkeit, auch wenn wir den CO2 Ausstoß nicht erhöht hätten. Und wir sind eben der Meinung, dass man gerade bei diesen Diskussionen, die im Moment laufen, dass die etwas überhitzt sind. Und man sollte es mit mehr Ruhe und Sachlichkeit angehen und ich glaube, dass wir dazu beitragen können. Das sind zum großen Teil natürliche Schwankungen, denen unsere Erde unterlegen ist, und wir erleben nun gerade ein paar Jahrhunderte von dieser langen Geschichte der Erde . Und deshalb soll man das in das vernünftige Maß bringen, was ist natürlich und was ist – wir sagen anthropogen - durch den Menschen gemacht. Und wir glauben eben, dass das bestimmende Signal die natürliche Schwankung ist“.
Hi!Die Aussage in dem Artikel "Ohne CO₂ in der Atmosphäre wäre es auf der Erde im Durchschnitt nicht
15 Grad warm, sondern minus 18 Grad kalt. Nur 0,028 Prozent
Kohlendioxid in der Luft bewirken diesen erstaunlichen Unterschied." ist so nicht richtig. Tatsächlich sind für diesen Effekt ALLE Treibhausgase nötig. CO2 hat daran einen Anteil von ca. 20%. Das quantitativ wichtigste Treibhausgas ist Wasserdampf mit etwa 50-60% Anteil. Tatsächlich ist auch dessen Anteil in der Atmosphäre angestiegen. Schätzungen des IPPC gehen davon aus das diese Zunahme etwa zu 50% auf anthropogenen Einfluss zurückzuführen ist.CiaoAchim
"Nur eine Minderheit der Wissenschaftler glaubt an den überragenden Einfluss von CO2 auf globale Temperaturen. Mit Sicherheit ist dies auch bei vielen Politikern der Fall."Aha, belegen kannst du diese tendenziöse Aussage auch?
Erst dann, wenn wieder der menschenfreie Zustand einkehrt.P.S. Wie will man die Erde sauber machen, wenn es Kriege ständig geführt werden? Wenn millionen von Minen auf ihre Opfer lauern.
das sieht man sehr gut an den hier vorgebrachten.
Die neuen Pflanzen könnten soundsoviel abbauen - ja, wieviel denn nun in etwa, das man dies mal gegenüberstellen kann?
"Das was wir heute als Arktis bezeichnen, war früher ein warmes Gebiet."
Ja, es mag sein, dass kalte Gebiete so stärker begrünt werden, so dann auch für den Menschen wertvoller werden, wie die russische Tundra oder die Arktis, das ist wahr - deshalb sind Russland und Canada hier ja nicht an vorderster Front. Wenn aber anderswo größere Verwüstungen oder Überflutungen eintreten sollten, dann könnten die Auswirkungen wohl auch für die Russen insgesamt eher negativ ausfallen - brauchen die doch immer jemand, der ihnen was für "ihre" Rohstoffe herstellt, und dann die vielen Migranten, auch das Fernhalten selbiger, der Unerwünschen-Fraktion, kostet sehr viel, bei solch einem großen Land...
Es ist vor allem aber die massive Besiedlung mit Menschen, die aus einem stärkeren und relativ raschen Klimawandel eine Katastrophe für die Menschheit (vor allem) macht. Wenn die Arktis früher mal begrünt war, dann war die Vereisung für die dort lebenden Lebewesen eben auch eine Katastrophe - sicher nicht für die gesamte Erde.
Und ja, wenn alle europäischen Küstenstädte verlassen werden müssen, innerhalb von 50 oder 60 Jahren - in der Vorzeit ist auch schon so manche Hafenstadt untergegangen - mitsamt ihren maximal 5000 Einwohnern und hunderten von Holz-/Lehmhäusern - und es ist dennoch irgendwie weitergegangen....! Wir sollten also nicht so anthropozentrisch sein...! Schließlich kann man auch Müllhalden leben - das sieht sehr schön doch in manchen Entwicklungsländern, und auch in den diversen Wüsten - der Mensch ist eben sehr anpassungsfähig!
Aber gut, man kann auch sagen, wer sich jetzt immer noch vermehrt, der ist selbst schuld - er hat ja gewusst oder mit höherer Wahrscheinlichkeit annehmen müssen, dass es für seinen Nachwuchs sehr schwer werden wird.... Die Klügeren ziehen sich halt rechtzeitig auf elegante Art und Weise zurück - und dafür gibt es, außer dem Klimawandel, ja doch auch genug andere Gründe...! Und ja, wer weiß schon, ob die Bevölkerungszunahmen wirklich so hoch ausfällt, oder ob es nicht gerade hier zu einer starken Korrektur nach unten kommen wird - mit zunehmender Problembewusstheit (nicht nur, was das Klima betrifft! Bildung ist hier wohl auch hierfür der Schlüssel.)
Bloß gut, dass manche hier etwas weiter sehen können! Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Das gilt und kann nicht nur für den Airbag und die privaten Rentenversicherung gelten, die individuelle Ebene also - das muss auch für solch grundlegende Dinge wie das Klima gelten.
Bleibt die Sonne. Ja, da muss eine Phase mit niedriger Aktivität (oder eben mit anderen Faktoren der Erderwärmung, z. B. den schwer kalkulierbaren inneren) mit einer hohen C02 bzw. Treibgaskonzentration zusammenfallen, im Idealfall gleicht sich hier was aus. Es darf hier aber keine Aktivitätsgipel mit dem CO2 Gipfel zusammenkommen. Das müsste ja fast wie ein Sechser im Lotto sein, dass wir mit unserer CO2-Spitze, unbewusst, gerade in solch eine Phase kommen.
Vergessen wurde hier, bisher (leider auch im Beitrag), ja noch der Verhinderungseffekt durch die Reflektion durch den Feinstäube und Aerosole, was hier wirklich von Bedeutung ist. Nur ist Smog nicht unbedingt etwas sehr Wünschenswertes - viele versuchen deshalb ja eben, diesen abzubauen, was den Treibhauseffekt weiter erhöht. (Dies nicht zu tun, wäre vielleicht das wirklich billigste Gegenmittel...).
Also: Sicherheit braucht momentan noch ein paar A-Waffen - auch längst nicht so viele, eigentlich - und auch ein paar Maßnahmen gegen eine evtl.(!), wahrscheinlich erscheinende, Klimakatastrophe für viele Menschen. Das Aussterben der Menschheit dürfte man so aber wohl auch nicht verhindern. Das hat neben dem Umweltaspekt auch andere Gründe.
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