Jean-Luc Godard: Gibt es ein Problem mit den Aufnahmegeräten?

DIE ZEIT: Nein, aber irgendwo in der Handtasche muss noch ein kleiner Stecker sein.

Godard: Es gibt übrigens nicht den geringsten Grund, nervös zu sein.

ZEIT: Vor der ersten Begegnung mit Ihnen haben sich Bernardo Bertolucci und der französische Filmkritiker Serge Daney vor Angst übergeben. Da darf man wohl ein bisschen aufgeregt sein.

Godard: Ich wüsste wirklich nicht, warum.

ZEIT: Das Irritierendste ist vielleicht, dass Sie auch jenseits Ihrer Filme existieren. Als Mensch aus Fleisch und Blut.

Godard: Jetzt, da ich weniger Filme drehe, existiere ich vielleicht noch mehr. (er zündet die Zigarre an) Wissen Sie, es scheint mir seltsam, in Berlin einen Filmpreis für mein Lebenswerk zu bekommen. Für Filme, die sich gerade die Leute, die die Preise in Berlin vergeben, nicht anschauen.