RAF Wer ist der Mörder?

30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf den damaligen Generalstaatsanwalt Siegfried Buback fühlt sich dessen Sohn Michael vom Staat verraten. Eine Spurensuche

Bei Michael und Elisabeth Buback scheint alles wohlgeordnet. In dem Reihenhaus im Flecken Bovenden nahe Göttingen liegt nirgendwo eine ausgelesene Zeitung oder ein herumliegendes Papier, der Rasen im Garten wäre eines Golfplatzes würdig: das Zuhause von Menschen, die es gewohnt sind, alles nach System zu ordnen.

Michael Buback ist Professor der Chemie, Grundlagenforscher, ein Mann, der sich Zeit nimmt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Er forscht über die Kinetik und Prozessführung bei radikalischen Polymerisationen. Einfach gesagt, heißt das: Er studiert die Herstellung von Kunststoffen. Grundlagenforscher sind es gewohnt, dass die wenigsten verstehen, was sie da machen und welchen Zweck sie verfolgen. Grundlagenforschung ist eine Art Selbstzweck: wissen, um zu wissen. Ähnlich geht es Michael Buback mit der RAF.

Anzeige

Michael Buback will wissen, wer am Gründonnerstag 1977 seinen Vater ermordet hat, den einstigen Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Am Ende des Jahres 2007, in dem es so oft um die RAF ging, ist dieser Wunsch drängender denn je. Denn in den letzten Monaten wurde alles aufgerissen, was 30 Jahre lang verschüttet war. Angefangen hatte es Ende Januar, als Buback die Frage nach den Tätern in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung gestellt und in einem Radiointerview wiederholt hat. Er war sehr verwundert, als im März ein Exterrorist der RAF bei ihm anrief, um darauf zu antworten, nach 30 Jahren. Durch diesen Anruf wurde alles, was Michael Buback zuvor für wahr gehalten hatte, nichtig, sein Glaube an das Gute in diesem Staat, in den deutschen Behörden. Das heißt viel für einen, dessen Vater Generalbundesanwalt war und der diesen Vater bis heute bewundert. Als Peter-Jürgen Boock, der Exterrorist, sich am Telefon vorstellte, begann der Professor, ein international anerkannter Wissenschaftler, zu stammeln. Er war unsicher, ob er mit diesem Mann reden sollte, doch Buback wollte Informationen, und Boock sagte, er könne sie ihm geben. Der RAF-Terrorist Stefan Wisniewski, 1999 aus der Haft entlassen, sei einer der Täter gewesen, sagte Boock. Michael Buback war verwirrt. Drei Jahrzehnte lang hatte er geglaubt, dass die Terroristen Christian Klar, Günter Sonnenberg und Knut Folkerts das Attentat auf seinen Vater ausgeführt hätten, so wie es in zwei Gerichtsurteilen stand. Zwei hätten das Motorrad gefahren, einer habe im Fluchtauto gewartet. Man wusste nur nicht, wer von den dreien geschossen hatte. Und auf einmal sollte ein ganz anderer schuld sein. Unklar blieb die Rolle von Brigitte Mohnhaupt bei dem Mord. Aber die Geschichte sollte noch komplizierter werden.

Unser erstes Gespräch findet im Herbst statt. Elisabeth Buback, die Ehefrau, hat zwei alte Fotoalben bereitgelegt. Als ihr Schwiegervater erschossen worden war, hatte sie begonnen, Zeitungsartikel über den Fall zu sammeln. Sie klebte die Ausschnitte in Alben, wie andere das mit Urlaubsfotos machen. Sie würden sie später ihren Kindern zeigen, dachten die Bubacks, legten sie in eine Kommode und vergaßen sie. Nach Boocks Anruf erinnerten sie sich. Heute sind die vergilbten Alben ihre Kronzeugen.

Michael Buback schlägt ein Album auf. Die erste Seite ist ein Schwarz-Weiß-Porträt seines Vaters. Er ist darauf ein paar Jahre jünger als der 62-jährige Michael Buback jetzt. Die beiden sehen einander zum Verwechseln ähnlich: der massive Kopf, die Stirnglatze. Dahinter: Fotos vom Staatsbegräbnis, Artikel über die Ermittlungen. Als die Bubacks die alten Alben hervorholten, wollten sie wissen, ob sie Boock glauben könnten. Nun wollen sie wissen, ob sie den Behörden glauben können, den Gerichten, den Ermittlern, der Bundesanwaltschaft, jener Behörde, die das Leben des Siegfried Buback war und sein Tod.

Michael Buback hat nichts Eiferndes. Er redet ruhig, setzt Argument für Argument aneinander, sichtbar um Sachlichkeit bemüht. Er blättert bis zu einem Welt- Artikel vom Ostersamstag 1977. Ein Augenzeuge soll ausgesagt haben, der Schütze auf dem Soziussitz des Motorrads könnte eine Frau gewesen sein. Buback blättert weiter, durch die späteren Berichte, in denen die Hinweise auf eine Frau als Schütze fehlen – als diese Artikel erschienen, das hat er rekonstruiert, war nicht mehr die Karlsruher Polizei für die Ermittlungen zuständig, die jenen Augenzeugen vernommen hatte, sondern das BKA. Es hatte gleich am Tag nach der Tat Klar, Sonnenberg und Folkerts als Verdächtige präsentiert. Im Frühjahr 2007 aber, sagt Michael Buback, hat sich bei ihm per E-Mail ein weiterer Zeuge gemeldet, der am Tag vor der Tat vor dem Bundesverfassungsgericht, in der Nähe von Siegfried Buback, ein Motorradpärchen beobachtet hatte – der Sozius: eine zierliche Frau, ein »Hüpferle«, wie der Mann schrieb. Er habe damals auch ausgesagt, aber danach nie wieder etwas von den Ermittlern gehört.

Da wurde Michael Buback stutzig. Wie passte das alles zusammen? Er fährt mit dem Finger die Zeilen eines weiteren vergilbten Artikels aus dem Jahr 1977 nach, der ihm eine mögliche Antwort zu geben scheint: Am 3. Mai war Verena Becker bei Singen festgenommen worden. Dabei schoss sie auf die Polizisten mit der Waffe, die auch Siegfried Buback tötete. War in Wirklichkeit sie die Mörderin? Hatte sie zusammen mit Wisniewski auf dem Motorrad gesessen?

In all den Jahren zuvor hatte Michael Buback sich nie nach Details der Ermittlungen zum Tod seines Vaters erkundigt. Er sagt, er hatte »so etwas wie ein Urvertrauen in die Arbeit der Behörde«. Er war groß geworden mit einem festen Glauben an diesen Apparat; auch sein Schwiegervater war Bundesanwalt, Michael und Elisabeth Buback haben sich über ihre Väter kennengelernt. Nie hat Michael Buback bei einem der RAF-Prozesse im Zuschauerraum gesessen, »wir wollten uns damit auch schützen«.

Doch nach dem Anruf von Boock begann Michael Buback alte Berichte zu lesen, Akten anzufordern, Fragen zu stellen. Er hat sich damit nicht beliebt gemacht. Ein Bundesanwalt a.D. schrieb im Spiegel: »Wer sich zu wichtig nimmt, wird nicht mehr wichtig genommen.« Nachdem Buback mit Peter-Jürgen Boock in der ARD diskutiert hatte, fragte die Frankfurter Allgemeine Zeitung spottend, ob er sich schon als eine Art Sonderbotschafter zwischen Opfern und Tätern sehe. Angehörige anderer Opfer waren irritiert. Doch all der Spott und der Ärger scheinen seinen Ehrgeiz, jetzt endlich selbst die Wahrheit herauszufinden, nur befeuert zu haben. Akribisch hat er, ganz Wissenschaftler, Spuren zusammengetragen: In einem der beiden Motorradhelme, die bei der Tat benutzt wurden, fand sich ein rötliches Haar, das Verena Becker gehören könnte; ein ähnliches Haar wurde in einer Reisetasche sichergestellt, zu der sie einen Gepäckschein besaß. Ein Haarvergleich aber steht aus. Und: Es hat sich herausgestellt, dass Becker Verfassungsschutz-Informantin war; in Aussagen von 1981 und 1982 hatte sie ebenso wie Boock Wisniewski beschuldigt, geschossen zu haben. Das 200-seitige Protokoll der Aussage wurde dem Generalbundesanwalt übermittelt – doch der hat nichts unternommen. Weder gegen Wisniewski noch gegen Becker wurde in der Sache Buback Anklage erhoben. Inzwischen wird gegen Wisniewski ermittelt.

Der zuständige Generalbundesanwalt war Kurt Rebmann, der direkte Nachfolger von Siegfried Buback. Er starb vor zwei Jahren. Michael Bubacks Mutter traf ihn öfters, jedes Jahr legte Rebmann für den Vorgänger einen Kranz am Gedenkstein nieder. Sollte etwa er den Mörder seines Vaters gedeckt haben? Die Vermutung scheint Michael Buback ebenso schmerzvoll wie unfassbar. Hat man Verena Becker gegen Informationen über die RAF mit Strafe verschont? Oder war der Geheimdienst gar vorab über die Attentatspläne informiert? Einer Stasiakte zufolge soll Verena Becker schon seit 1972 für den Verfassungsschutz gearbeitet haben. Michael Buback sagt: »Ich warte auf die Information, dass es vor dem Mord an meinem Vater keine solche Zusammenarbeit gab, damit ich diesen schrecklichen Gedanken ausschließen kann.«

Das Wort »Verschwörung« liegt in der Luft. Buback scheint diese Momente in Gesprächen zu kennen. Er weiß, dass das Wort aus einem seriösen Professor einen Spinner macht. »Es geht nicht um Verschwörungstheorien«, sagt er. »Es geht um die kriminaltechnische Untersuchung von Spuren, wie bei anderen Verbrechen auch.«

Nachdem Buback seine Erkenntnisse bei einem Vortrag präsentiert hatte und nachdem er mit dem Versuch gescheitert war, die Helme und das Motorrad selbst zu inspizieren, titelte die Frankfurter Rundschau: Michael Buback ermittelt selbst. Ein Angehöriger, der die Untersuchung eines Mordfalles selbst in die Hand nimmt: In der Realität wäre es eine fast belustigende Vorstellung, wenn es nicht um ein so ernstes Thema ginge. Und wenn Michael Buback nicht den toten Vater so rührend verehrte, der »ein begnadeter Ermittler war«.

Er sei oft gefragt worden, warum er nicht auch wie sein Vater Jurist geworden sei. Inzwischen sei ihm klar geworden, dass das Ermitteln, wie es sein Vater als Staatsanwalt getan habe, durchaus Ähnlichkeit mit der Arbeit eines Naturwissenschaftlers habe. Er ist in diesem Jahr, auf eine gewisse Weise, seinem Vater noch einmal nähergekommen. Der Vater, der für den Sohn immer eins war mit der Institution, der er vorstand. Nun hat Michael Buback diese Institution angegriffen. Er kündigte an, er werde gegen Verena Becker Strafanzeige erstatten, wenn nicht endlich Ermittlungen gegen sie eingeleitet würden. Es war für den Sohn ein großer Schritt, und manchmal bei unserem Gespräch im Reihenhaus wirkt er, als müsse er selbst sich noch nachträglich Mut zusprechen. Er fühlt sich sichtlich unwohl in der Rolle des Systemkritikers und sagt fast entschuldigend, bei der Bundesanwaltschaft sei offensichtlich nur eine kleine Gruppe in die Aussage von Verena Becker eingeweiht gewesen. Die eigentlichen Ermittler vor Ort seien vom BKA gewesen. Als wäre die Sache weniger schlimm, wenn das BKA schuld wäre.

Das Gespräch ist zu Ende, Michael Buback muss los an die Universität; seit Jahresbeginn hetzt er hin und her zwischen Universität und der RAF. Im Flur, er steht da im Mantel, steckt ihm seine Frau rasch ein Butterbrot in den Koffer. Er werde mit seiner alten Mutter ein paar Tage verreisen, erzählt er. Sie findet, er solle die Sache ruhen lassen.

Es war ein aufreibendes Jahr für Michael Buback, eines, das vieles wachgerufen hat. Kurz bevor es zu Ende geht, kommt noch einmal Bewegung in den Fall Buback. Die Bundesanwaltschaft hat beim Bundesgerichtshof einen Antrag auf Beugehaft gegen Knut Folkerts, Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Günter Sonnenberg gestellt, um sie zu Aussagen über den Mord zu zwingen. Genugtuung für Michael Buback? Am Telefon wirkt Michael Buback vorsichtig. »Ich bin froh über jede Maßnahme der Bundesanwaltschaft zur Klärung des Verbrechens«, sagt er. Aber er fürchtet, dass man gegenüber den Aussagen der Exterroristen, wenn sie in Beugehaft erreicht würden, skeptisch sein werde. Seine Fragen zur Beteiligung von Verena Becker brennen ihm noch immer auf der Seele. Der Ermittlungsrichter, sagt Buback, habe am 10. Mai 1977 in seinem Haftbeschluss geschrieben, dass Verena Becker »in die Ausführung des Attentats als Mittäterin einbezogen war«. Warum wurde sie damals nicht angeklagt? »Die Antwort auf diese Frage erfordert keine Aussage von Terroristen. Sie müsste sich aus den Akten der Behörde ergeben.«

Es ist Sonntagabend. Er wird sich jetzt noch einmal über seine Unterlagen beugen, auf der Suche nach irgendeinem Detail. Den Terroristen, mit denen er sich nie beschäftigen wollte, gehört sein Privatleben, seit einem Jahr geht das so. Es könnte sein, dass alles erst angefangen hat, jetzt, nach 30 Jahren.

 
Leser-Kommentare
    • Akakor
    • 22.12.2007 um 19:31 Uhr

    Von der guten BRD? Nicht doch, Verschwörungstheorie, hier geht und ging es immer offen und ehrlich zu. Demokratisch eben.Zum Thema RAF sollte jeder "Das RAF-Phantom" von Wisnewski gelesen haben. Die "dritte Generation", die ominöse, ist bis heute nicht gefasst. Warum die RAF denn auch Deutsche Bank-Chef Herrhausen umlegen sollte, welcher die Initiative gestartet hatte, dass alle großen Bankhäuser der Welt, der "dritten Welt" die Schulden erlassen sollten, bleibt wohl auch ewig ein Geheimnis...Halten wir einmal fest:Mit Beckurts (Kernforschungszentrum / Siemens), Herrhausen (Deutsche Bank), Rohwedder (Treuhand) wurden allein 3 Männer umgelegt, die Deutschland evtl. zur Atommacht hätten machen können, die die "dritte Welt" entschulden wollten, die die ehemalige DDR aufbauen wollten.Deutschland wurde nicht zur Atommacht, die "dritte Welt" wurde nicht entschuldet, in der ehemaligen DDR (auch die DDR war immerhin Exportnation Nr. 15 in der Welt) wurde nicht saniert, sondern alles verschleudert, dichtgemacht und noch hunderte Milliarden obendraufgelegt.Nun mag man ja noch glauben, dass die RAF evtl. keine deutschen Atomwaffen wollte, beim Rest wird es etwas schwach. Keine Entschuldung der "dritten Welt"? Verschleuderung des Vermögens des "Arbeiter- und Bauernstaates" an die angelsächsische Hochfinanz...?Alle 3 Punkte würden gemäß einem "Cui bono" wohl sehr viel besser auf unsere westlichen "Bündnispartner" als Täter passen. Man stelle sich nur vor: D mit Atomwaffe, anstatt wie in Zeiten des kalten Krieges, der Staat zu sein, auf dessen Gebiet die meisten Atomwaffen der Welt, von Ost wie West, gerichtet waren...An Milliardenabschreibungen dürften der Wall Street und der Londoner City wohl genau so wenig gelegen sein, wie das Verpassen eines Bonanzas für die M&A-Abteilungen beim Verschleudern der Treuhand, der größten Industrieholding aller Zeiten...Dass die Presse dazu bisher geschwiegen hat, mag außer an der Gesinnung wohl an der Tatsache liegen, dass die Medienhoheit bis 2099 bei den Alliierten liegt, wir immer noch unter Besatzungsrecht leben (sehen Sie nur mal ins Bundesgesetzblatt  Artikel 4 G. v. 23.11.2007 BGBl. I S. 2614) und D nach wie vor FEINDSTAAT nach der UN-Charta ist.Der Rattenschwanz des erlogenen Terrorismus geht, wie Buback zeigt, aber noch viel weiter zurück. Dass er außgerechnet von der Bundesanwaltschaft, einem Teil des Systems, dass seinen Vater wohl ermorden ließ, Hilfe erhofft, ist wohl eher der Zaghaftigkeit zu einem offenem Wort als Naivität zuzuordnen.Es ist übrigens sehr gut, auch durch Gerichtsbeschlüsse (!), dokumentiert, dass der angebliche Terror der "Roten Brigaden" im Italien der 70er und 80er den Stay-Behind-Organisation  von NATO, CIA und MI6 im Rahmen von "Gladio" zuzuordnen ist. Schönen Dank für das Sprengen von Bahnhöfen mitten in Europa...Halten wir also fest:- es gibt keine Verschwörungen- D ist ein freies Land- die Alliierten unsere besten Freunde- die UN großartige (auch wenn D immer noch Feindstatt sind)- die EU ebenso großartig (auch wenn Mussolini den Faschismus als Verschmelzung von Staat und Großkonzernen definierte, was in der EU ja keineswegs der Fall ist...)- keiner wird in diesem Land belogen- Faschismus ist dann aber (s. obige Definition), wenn man sich in freier Meinungsäußerung gegen EU-Erweiterung, Kompetenzabtretung an Brüssel und Überfremdung ausspricht- wir müssen im "Kampf gegen den Terror" immer mehr den normalen Bürger verdächtigen, immer weitgreifendere Massnahmen rechtfertigen- NY, Madrid und London müssen zweifelsfrei genau so und nicht anders, als die Medien dies geschildert haben, passiert sein, Geheimdienste würden so etwas nie tun, deratige Behauptungen sind obskurste Verschwörungstheorien-  trotzdem ist dies der "freieste Staat seit Menschengedenken" auf deutschem BodenIn diesem Land ist man nicht nur vom Staat, sondern von allen Institutionen, die zur Meinungsbildung beitragen, verraten!

  1. Auch in England halten die Behörden zusammen und ein angeblich unabhängiger Richter erkennt auf "Kollektivversagen" kann aber keine Einzelverantwortlichkeit feststellen. Man erinnert sich: Der 27-jährige Charles de Menezes wurde Ende Juli 2005 in einer
    Londoner U-Bahn-Station von Polizisten aus kurzer Distanz mit sieben
    Schüssen in den Kopf getötet. Ein Geschworenengericht hatte die
    Londoner Polizei im November der Tötung des Brasilianers für schuldig
    befunden und zur Zahlung von knapp 800.000 Euro Strafe verurteilt.
    Mit dem Schuldspruch wurden jedoch keine einzelnen Polizeibeamten belastet, das Gericht sprach von einem Kollektivversagen.http://www.guardian.co.uk...Man sollte ja meinen, daß in einer Hierarchie, die ja das Befolgen von Befehlen verlangt, die Führer zur Verantwortung zu ziehen sind. Wenn sich Machtausübung nicht zu rechtfertigen hat, herrschen keine demokratischen, sondern feudale Strukturen, also die Herrschaft der Privilegierten über die Unfreien.______________________________________
    Meine Nr.1 Politdokumentation 2007:
    John Pilger's "War on Democracy"
    http://youtube.com/result...

  2. Sie behaupten als "Tatsache": "dass die Medienhoheit bis 2099 bei den Alliierten liegt, wir immer noch unter Besatzungsrecht leben".Wo kann ich das nachlesen -- möglichst in dekodierter Form?______________________________________
    Meine Nr.1 Politdokumentation 2007:
    John Pilger's "War on Democracy"
    http://youtube.com/result...

    • Akakor
    • 23.12.2007 um 14:05 Uhr

    Im Buch vom ehemaligen Amtshef des Militätischen Abschirmdienstes und Natogenerales, Generalmajor a.D. Gerd-Helmut Komossa: "Die deutsche Karte" (2007).Übrigens ist Komossa als Amerikafreund bekannt und hat in der Nato bestens mit diesen zusammengearbeitet. Was aber nichts daran ändert, dass was wahr ist, wahr bleiben muss.In diesem Buch wird übrigens auch auf die "Kanzlerakte" und den "geheimen Staatsvertrag" hingewiesen. Ein Bundeskanzler ist nicht dem deutschen Wähler, sondern der obersten Besatzungsmacht in Washington verantwortlich....

  3. Wie war das nochmal mit der Sprengung der EisenbahnZüge in Italien in den 70-ern und 80-ern :Gab es da nicht auch Theorien, dass diejenigen Kreise, aus denen u.a. Al Berluscone hervorgegangen ist, dahintersteckten ? Und wie sieht das im Gesamtbild aus ??

    • Akakor
    • 23.12.2007 um 15:38 Uhr

    Das Buch von Regine Igel : "Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien", beschreibt, was dort vorgegangen ist. Zu einer Titelstory in der freien deutschen Presse bringt es so etwas scheinbar nicht. Scheint keine Sensation zu sein, zumindest in den Redaktionsstuben scheint man wohl alles schon gewußt zu haben...?Die berühmte P2-Loge, aus deren Dunstkreis auch Berlusconi stammt, dürfte einiges dazu beigetragen haben.Möge dieses Weihnachtsfest zu einer wirklichen Besinnung führen....

  4. Gibt's nicht auch irgendwie kostenlose InfoMöglichkeiten (im Web) ?Und was die Arroganz der Behörden in Puncto Menschenleben angeht: Beispiele in D sind   - der Behinderte in Köln, den so ungefähr jeder im ganzen Polizeirevier (mit)erschlagen hat (alle kamen ohne Strafe davon),   - und die Morderei auf dem Dessauer Polizeirevier, wo der verbrannte (in der brandsicheren Zelle !) Afrikaner gar nicht der erste Tote gewesen zu sein scheint, und dessen Obduktion (nicht etwa vom Staatsanwalt veranlasst, sondern von Hinterbliebenen aus eigener Tasche bezahlt) ergab, dass er u.a. _zerstörte_Trommelfelle_ hatte, was typisch für PolizeiMisshandlungen ist .

  5. Akakor,
    zumindest die Tatsachen muss man – wie Mark Twain sagte - kennen, bevor man sie verdrehen kann. Wie Ihre wortreichen Ausführungen zeigen, ist selbst diese Stufe nicht erreicht. Sämtliche Ihrer Behauptungen sind entweder unsubstantiiert oder gar unzutreffend.

    Erstens: Wo steht in dem Buch von Komossa, "dass
    die Medienhoheit bis 2099 bei den Alliierten liegt“. Einen exakten Nachweis lassen Ihre Ausführungen vermissen. Zweitens: Meinen Sie, dass Ihre Aussage „Dass wir immer noch unter Besatzungsrecht leben“, durch den von Ihnen zitierten „Artikel 4 G. v. 23.11.2007“ BGBl. I S. 2614 begründet werden könnte (Meinen Sie etwa § 4 der Vorschrift zur Anwendung von Vorschriften der Strafprozeßordnung bei Straftaten gegen die Vertragsstaaten des Nordatlantikpaktes?). Der von Ihnen weiter angeführte Begriff "Feindstaat" in Art. 53 der UNO CHARTA bezeichnet – um dies klarzustellen - jeden Staat, der während des Zweiten Weltkriegs Feind eines Unterzeichners der Charta war. Wenn Sie aber – um mit Herrhausen zu sprechen – die Sachen konsequent zu Ende gedacht hätten, wären Sie möglicherweise zu dem Ergebnis gelangt, dass dieser Begriff heute keine Relevanz mehr haben kann und damit auch keinerlei wie auch immer geartete Rückschlüsse zulässt. Denn auch Polen, USA, Russland, Österreich, Japan könnten – aufgrund der Beitritte weiterer Staaten zur UN - heute nach Ihrer Lesart neben Deutschland unter den Begriff des „Feindstaat“ fallen. Apropos: Welche „Gerichtsbeschlüsse“ meinen Sie denn genau, durch welche dokumentiert ist, dass der Terror der "Roten Brigaden" im Italien der 70er und 80er den Organisationen von NATO, CIA und MI6 im Rahmen von "Gladio" zuzuordnen sei?

    Akakor, Wer sich – wie etwa die RAF - von der Wahrheit nicht
    besiegen lässt, der wird vom Irrtum besiegt. Möglicherweise wäre es Ihrerseits besser gewesen, der „Presse“ zu folgen, die – wie nach Ihrer Behauptung – in diesem Zusammenhang schweigt. Angesichts der feigen und verlogenen Morde der RAF, etwa an Herrhausen, von einem Rattenschwanz des „erlogenen Terrorismus“ zu sprechen, ist nämlich nicht nur naiv sondern geradezu beschämend.(Die Aussage erinnert an die skurrile Behauptung eines
    Schreibers namens „snowfix“, die RAF-Gefangenen büßten als
    "politische Gefange" mit überlangen Haftstrafen, was ein Schweigen
    rechtfertigt (Artikel „STUMME GEWALT“, Montag, 10/09/2007 - 12:50).

    Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt – oder: wie die Mörder der RAF weiter schweigt - ist ein Verbrecher.

    In diesem Sinne wünscht man Ihnen wirklich besinnliche Tage und ein friedliches Fest!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service