Auf den ersten Blick kein Ort, an dem man das Lachen vermutet. Vorne am Eingang Wachleute, dahinter die trutzige Funktionalarchitektur der Büros und Studios. Wenn dann noch Nordwind Regen um die Häuser treibt, dann geht hier kaum noch jemand vor die Tür. An solchen Tagen lässt sich Martin Schneider nicht lange bitten und fährt an seinem Mischpult die Regler hoch. Plötzlich dröhnt ein Lachen, ein lautes, prustendes Lachen über den Flur. Die Kollegen kennen das schon und denken dann, ja, der Martin.

Martin Schneider bringt das Lachen ins Fernsehen, er arbeitet beim NDR in Hamburg-Lokstedt, Haus 17, etwas versteckt hinter der Kantine gelegen. Hier pflegt Schneider das Geräuscharchiv. Rund 15000 »Einzelgeräusche« hat er gelistet, gut 100 davon besonders wertvoll, »die Einträge mit Lachen«. Schneider, 41 Jahre alt und seit seinem 17. Lebensjahr im Funkhaus, ist über seine Tätigkeit alles andere als ein extrovertierter, gar alberner Mensch geworden. In sich gekehrt sitzt er an seinem Tisch. Hinter ihm eine Grünpflanze, vor ihm Skalen, Schieber und Knöpfe ohne Zahl. Seinen Blick hat er auf einen Bildschirm gerichtet, der anzeigt, welche akustischen Schätze er jederzeit heben kann: »Männer lachen«, »Frauen lachen«, »Kinder lachen«. Es gibt die Abteilung »Kichern«, auch »lachende Affen«, die Schneider mal für die Sendung Extra Drei gebraucht hat.

Wieder drückt er einen Knopf. Ein sogenannter »Auflacher mit Kreischen« weht jetzt über den Flur, »möglicherweise aus dem Hamburger Ohnsorg Theater«, wie Schneider vermutet. »Möglicherweise«, das kennzeichnet das Problem. Der Mann ist sich nicht sicher. Bei welcher Gelegenheit haben die Leute gelacht? Stand wirklich Heidi Kabel auf der Bühne, oder waren es nicht doch Loriot, Carrell, Hildebrandt? Schneider wüsste es gerne für sein Archiv. Würde die Szenen gerne korrekt beschriften. Mono oder Stereo, nur diese Unterscheidung hat er zur Hand. Mono, das sind die ganz alten Sachen, »Werner Finck, vielleicht auch Heinz Erhardt.« Aber sonst? Schneider kann nicht ausschließen, dass die Lacher vom Ohnsorg Theater wieder und wieder zum Einsatz kommen, im Kulturjournal, aber auch bei Panorama, dem Politmagazin. »Die machen ja manchmal auch heitere Beiträge«, sagen sie im Lacharchiv, »dann brauchen die uns.«

Mit dem Aufmarsch der privaten Fernsehsender in Deutschland Anfang der achtziger Jahre kam die ganz große Unordnung, veränderte sich das Lachverhalten dramatisch. Ein normaler Fernsehsamstag bietet heute bis zu 15 Stunden Witz und Jux, und nicht alles ist zum Brüllen komisch. Deshalb bieten Firmen wie Sonoton in München allen Fernsehschaffenden CDs mit knapp 100 wichtigen Geräuschen an. Professionell gemacht, »auch das Lachen«, das muss NDR-Mann Schneider anerkennen. Rund 80 Euro werden dafür fällig, »aber es ist halt doch was anderes«. Es ist ihm fremd.

»Sie werden lachen«, hat einst Werner Finck gesagt, »ich meine es ernst«

Mit jedem neuen Tag scheint die Zahl jener Comedians zu wachsen, die gut gelaunt unter die Scheinwerfer treten und entschlossen das Publikum bespielen. Einerlei ob öffentlich-rechtlich oder privat, die Fernsehschaffenden setzen auf Zuschauer, die sich gerne auf die Schenkel schlagen. Was also ist passiert? Wenn es jemanden gibt, der die Wandlung erklären kann, dann ist es dieser Mann, der in den Fernsehstudios von Köln-Hürth noch eine Handvoll Möhren vom Buffet nimmt.

Hugo Egon Balder heißt er, noch immer ein Name wie Donnerhall. In den Magic Media Studios in Hürth zeichnet Balder an diesem Dezemberabend für Sat.1 die Folgen 309 und 310 der Sendung Genial daneben auf, »mein Baby«, wie er sagt. Der Verlauf der Show ist schnell beschrieben: Comedians wie Ingo Appelt oder Bastian Pastewka müssen unter der Leitung des Meisters weithin unbekannte Begriff erraten, die Zuschauer eingesandt haben. Das bringt Spaß, das amüsiert das Publikum im Saal bisweilen so sehr, dass mancher vor lauter Lachen zu weinen beginnt. Sieben Jahre lang ist Balder einst mit seiner Idee durch die Sender gezogen, »keiner wollte Genial daneben haben«. Mittlerweile ist das Format mehrfach ins Ausland verkauft, »ich weiß gar nicht, wohin überall«.

Keine Proben, kein Briefing, so muss es sein. In 20 Minuten soll die erste Aufzeichnung beginnen, noch ist außer ihm niemand da, was Balder aber nicht nervös macht, sondern zu einem kleinen Exkurs über den Humor in Deutschland veranlasst. Ein bisschen habe sich getan, habe sich der Humor entwickelt, »aber es ist immer noch schwierig«. Bedauerlicherweise hätten die Leute in diesem Land immer noch Angst davor, einfach nur zu lachen. »Ein Deutscher lacht nicht ohne Grund.« Da er auch einmal mit einer Französin verheiratet gewesen sei, könne er die Mentalitäten gut vergleichen, deshalb wisse er, dass es in Frankreich anders sei. »Die lieben es, sich einfach zu freuen.«

Hugo Egon Balder macht eine Pause und guckt gegen die Wand seiner Garderobe. Warum der ganze Raum in diesem Kanariengelb gestrichen hat, weiß er auch nicht. Die Farbe ist ihm noch gar nicht aufgefallen, was im Grunde auch irgendwie witzig ist. »Lache über die Dinge, dann hältst du sie aus«, hat ihm einst seine jüdische Mutter beigebracht. So hat er es immer gehalten. Balder sitzt in seinem Sessel, die Ärmel des dunkelgrauen Pullovers hat er nach oben geschoben. Seine krausen, dunklen Haare werden an den Koteletten allmählich etwas heller. Er wird bald 58, für einen Comedian ist das schon ein Alter.

Tutti Frutti, muss man mehr sagen? Hat er gemacht, vor gut zwanzig Jahren. Eine Quizsendung bei RTL, interessant, aber auch irgendwie sonderbar wegen der Mädchen mit den nackten Busen, die Balder mit »Himbeere« oder »Erdbeere« ansprach. Auch wenn sich das Format als bahnbrechend für den Sender herausstellte, dem Image des Moderators war Tutti Frutti eher abträglich, was Balder, ganz Cowboy, aber gut aushielt.

Von sich aus erwähnt er wieder seine Mutter, die »eine ziemlich harte Frau« gewesen sei. Fast zwei Jahre im KZ Theresienstadt, zusammen mit dem Bruder – mit Larmoyanz habe man ihr später nicht mehr kommen können. Den Sohn im Falle von Liebeskummer zu trösten, das brachte seine Mutter nicht mehr fertig. »Ich habe sie nie klagen hören, sie war nie krank.« Etwas von diesen Eigenschaften, auch der Härte, stellt Balder heute bei sich fest. »Ich blicke niemals zurück, ich kann Vergangenes leichten Herzens abhaken.« Und Kritik, wenn die Journalisten mal wieder gegen ihn anschreiben, die kann ihn schon gar nicht treffen.

Er ersann den Comedy-Dino Samstag Nacht, jene Sendung, die Anke Engelke und Bastian Pastewka fernsehweit bekannt machte. Und wenn es die Zeit erlaubte, er sich zwischendurch selber belohnen wollte, kramte er in seinem privaten Komik-Archiv herum. Alter Narr, was nun? Zufällig fiel ihm dabei das Buch der Kabarettlegende Werner Finck wieder in die Hände. Überhaupt dieser Werner Finck, seine Idee, ein Kabarettprogramm so zu nennen: Sie werden lachen, ich meine es ernst. Balder empfindet tiefen Respekt für einen solchen Einfall.

Vor einigen Jahren kaufte sich Hugo Egon Balder ein Haus in Spanien, »natürlich mit Pool«. Das Problem: Balder konnte nicht schwimmen. Seine damalige Frau drängte ihn, endlich ins Wasser zu springen. »Nach zwei Minuten konnte ich schwimmen«, sagt Balder. »Mensch, wie einfach«, habe er nur gedacht. Nicht viel anders ist es offenbar den Deutschen mit dem Humor gegangen. Plötzlich konnten sie lachen. Der Comedian steht auf, die Show beginnt.

Lässt sich Humor lernen, wenn man es wirklich will?

Lässt sich der Humor tatsächlich erlernen, wenn man es nur wirklich will? In Stuttgart soll es passieren, im Haus der Wirtschaft. »Von den Besten profitieren« heißt das Motto einer Veranstaltung, bei der rund 700 Besucher jeweils knapp 70 Euro Eintritt gezahlt haben. Es sind Menschen erschienen, die einfach neugierig sind auf den Referenten. Aber es gibt auch die anderen, jene Schwaben, die schon einen gewissen Leidensdruck verspüren, die von dem Wunsch getrieben werden, ihrem Leben endlich etwas mehr Witz und Leichtigkeit beizugeben. Sie alle blicken ehrerbietig auf die Bühne, wo ein Schlacks in dunklem Anzug und offenem Hemd offenbar erfolglos an seinem Computer herumhantiert.

Der Mann heißt Eckart von Hirschhausen. Ein Mediziner, der über Blutvergiftungen und deren Vermeidung promovierte, einige Jahre als Arzt praktizierte und dann den Comedian in sich entdeckte. Mittlerweile zählt Hirschhausen zur ersten Liga, zu jenen, die auch die großen Hallen füllen. Im Fernsehen, im Ersten, bei Schmidt und Pocher, praktiziert er, bietet dort »eine Schnellausbildung zum Hilfsarzt« an. Stabile Seitenlage eines Trunkenboldes in der Kneipe, Hirschhausen hat es drauf. Doch seine eigentliche Spezialität ist sein Wirken als Coach, als Humortrainer selbst bei scheinbar aussichtslosen Fällen.

»Nimm einfach die Hand aus der Tasche und dich selbst auf den Arm!«

Dabei erhebt er nicht den Anspruch, aus jedem noch so drögen Manager einen charmanten Plauderer zu formen. Manchmal empfiehlt der Doktor dem Klienten, wie unlängst im Falle eines »furztrockenen hanseatischen Kaufmanns« geschehen: »Nimm einfach die Hand aus der Tasche und dich selber auf den Arm. Steh dazu, dass du so bist, wie du bist.« Manche bezahlten viel Geld, dass er sie gnadenlos rannehme.

Im Stuttgarter Haus der Wirtschaft hat mittlerweile eine Fröhlichkeitswelle eingesetzt, die bis in die letzte Reihe schwappt. Der Beamer funktioniert, Hirschhausen wirft einen neuen Sinnspruch auf die Leinwand: »Eigentlich bin ich ganz anders, nur komm ich so selten dazu.« Der Horváth-Klassiker. Stuttgart am Rande der Contenance. Einen Moment lang badet der Doktor auf der Bühne schweigend im Applaus. Dann ruft Hirschhausen in den Saal: »Legen Sie doch endlich ein Foto von sich ins Portemonnaie, auf dem Sie gute Laune zeigen!«

Nach gut zwei Stunden ist die Therapie beendet, erfolgreich, wie es aussieht. Hirschhausen packt die Tasche mit den Requisiten zusammen, das Modell eines menschlichen Schädels guckt oben heraus. Bei jedem Schritt wiegt der Kopf hin und her, zufrieden tritt der »Medizinmann und Hofnarr«, wie er sich nennt, hinaus in die Nacht.

Deutschland bei Laune. Selbst im Ruhrgebiet, seit je Epizentrum des großen Geknötters, bricht verlässlich gute Stimmung durch, wenn jemand wie Herbert Knebel die Bühne betritt. »Boh glaub Se, manchma hab ich allen Ernstes den Eindruck, ich bin schon am Verkalken dran! Also, noch nich dat Endstadium, wo man gar nich mehr weiß, wo man wohnt, sondern wo et ein momentan grad nich einfällt.«

Uwe Lyko hat diesen Herbert Knebel erfunden, jenen stets nörgelnden Rentner aus Essen-Altenessen. Eigentlich ist Lyko Fernmeldetechniker aus Duisburg-Rheinhausen, aber um defekte Telefone hat er sich schon seit Jahren nicht mehr kümmern müssen. Zwanzig Sekunden genügen, dann hat er den grauen Kittel übergestreift, die dicke Brille aufgesetzt und als Knebel den Klimawandel so kommentiert, »dat die Polen schmelzen«. Unakademisch ist das. Worauf man sich bei Knebel verlassen kann, er bringt den authentischen Humor unter die Leute. Affentheater heißt das Programm, aber zum Affen macht sich der ältere Herr bestimmt nicht.

Die Figur des Knebel, dessen Ruhrgebietsdeutsch im ganzen Land Anklang findet und an den legendären Tegtmeier Jürgen von Mangers erinnert, hat Lyko zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Sein Haus liegt hoch über Essen-Werden, es hat einen großen Garten, in dem sich ein verwunschener Schwimmteich befindet. Während des Gesprächs am Tisch des Wohnzimmers blickt Lyko immer mal wieder besorgt hinaus, ob draußen alles seine Ordnung hat. Zu oft hat er beobachten müssen, dass Vögel in großen Scharen geflogen kommen, sich in seinem Teich zum Baden niederlassen und das Biotop ziemlich verschmutzt wieder verlassen. Aufregen kann ihn das, dann erreicht er als Reviermensch schnell Temperatur, dann wird er zum Knebel, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg bleibt.

Viel hätte nicht gefehlt, und Lyko wäre Sozialarbeiter geworden, »damals, als das alle gemacht haben«. Im Weg stand ihm seine Ungeduld, die »ich mit Knebel gemein habe«. Diese Sozialisierung verhindert auch, dass er sich für diesen Mario Barth begeistert, Deutschlands aktuellen Obercomedian. Wenn sich Barth anschickt, mit seinem Programm demnächst das Berliner Olympiastadion zu füllen, soll er doch. Lyko würde sich jedenfalls nicht mit einem Programm auf die Bühne trauen, das »im Prinzip nur ein Hauptthema hat, nämlich die Doofheit der eigenen Ehefrau«. Nein, so was kann er nicht gut ab, das geht ihm »auf den Zünder«.

Für einen Augenblick hat Lyko aus dem Fenster kontrollierend nach draußen gesehen. An seinem Schwimmteich macht sich jetzt eine Frau zu schaffen, »meine Gärtnerin«, wie er zufrieden anmerkt. Dann kommt der Hausherr noch einmal auf Deutschlands erfolgreichsten Comedian zu sprechen. »Stumpfsinnige Betrachtungsweisen sind leider immer noch ein größerer Erfolgsgarant als differenzierte.«.

»In jedem Mann steckt ein Trinker, warum nicht auch ein Comedian?«

Sorgt Mario Barth also für den Humor, den das Land verdient? So viele Menschen hat noch keiner zum Ablachen in die Arenen gelockt wie dieser Spaßarbeiter aus Berlin-Neukölln. Muss es einem deshalb bange sein um den Kulturstandort Deutschland? Hausbesuch 700 Kilometer weiter südlich, München-Schwabing, Bismarckstraße, dritter Stock. Gerhard Polt, der vielfach Preisgekrönte, öffnet die Tür und bittet alsbald um Entschuldigung. »Ja mei«, diesen Barth kenne er kaum, am liebsten gucke er BBC World. Überhaupt habe er sich über die vielen Comedians noch keine Gedanken gemacht. Wieder und wieder hat der 65 Jahre alte Polt den Humor erklären müssen, manchmal spürt er eine gewisse Müdigkeit. »Ich bin kein Kommentator, verstehen Sie.«

Polt wirkt garstig, die Wohnung ist kalt, der Kühlschrank leer bis auf eine Flasche Bier. Er ist viel unterwegs, gewiss nicht oft in dieser Wohnung. Steckt in jedem Menschen ein Künstler, steckt in jedem Menschen ein Comedian? Polt hat sich an einen Tisch gesetzt, hinter dem ein Bücherregal steht. Ein Gestell aus dunklem Eichenholz, darin eine Weltgeschichte in zehn Bänden, daneben Goethe, in Leder, 1840. »In jedem Menschen steckt ein Trinker«, sagt Polt, »ein Esser, ein Friseur, warum nicht auch ein Comedian?«

Manchmal schaffe das Leben Trends in seltsamer Massierung. »Es gibt Trends in der Kunst, in der Gastronomie, alle kochen jetzt zum Beispiel. Nicht nur Comedians sind in, sondern auch Kochsendungen. Wenn Sie irgendwo reinschauen, es wird gekocht.« Polt hat den Kopf zur Seite geneigt, die Züge seines Gesichts scheinen für einen Augenblick einzufrieren. »Sobald alle Sender mit Kochprogrammen und Comedians voll sind, muss es etwas Neues geben. Meinetwegen lernen die Leute dann, Gitarre zu spielen.«

Polt, der Skandinavistik studierte, hat selber nie Pointen gesammelt, er hat nur erzählt. Geschichten aus seiner Kindheit, seiner Heimat. Eine spielt in der Münchner Amalienstraße, es war die erste Geschichte von allen. Sie handelt von Herrn Jennerwein, Mieter im vierten Stock eines Hauses, das eine Immobilienfirma räumen lässt. Alle sind bereits fort, nur Herr Jennerwein, der ist noch da, als der Bagger kommt. Man hat ihn vergessen. Dann wird auch Herr Jennerwein weggebracht, als man ihn aus der Wohnung führt, ruft er zornig, »dass er sich vorkäme, als wenn man ein Dachs in seinem Bau wäre«.

Als Polt die Geschichte von Martin Schneider und dem Lacharchiv des NDR hört, erinnert ihn das an seine Fernsehsendung Humor ist, wenn, »auch schon mehr als zwanzig Jahre her«. Es ging um einen Dialog zwischen einem Mann und einer Frau, »erst pur, dann mit vereinzelten Hahahas, am Ende mit einer Lachorgie unterlegt«. Es sei verblüffend gewesen, wie sehr das Rohstoffgelächter die Wirkung der Szene beeinflusst habe. Was er über die deutschen Comedians denkt, bleibt in der Schwebe. Aber die Geschichte des Lacharchivars Schneider – die scheint ihn zu faszinieren. Jedenfalls wirkt er fast ein wenig amüsiert.

Gerhard Polt ist aufgestanden, seine hünenhafte Gestalt ragt fast bis zur Decke. Zur Entspannung geht er ein paarmal in dem Zimmer auf und ab. Später am Nachmittag hat er noch was vor, rausfahren zum Klinikum Großhadern. Er hat versprochen, in Krankenzimmern Weihnachtsgeschichten zu erzählen. Auch die von »Nikolausi und Osterhasi«? Polt verzieht keine Miene. Er will es nicht ausschließen.