Humor Bravissimo!
Seit hundert Jahren ist er nicht mehr sterblich: Ein Jubelgesang auf unseren liebsten Klassiker, den großen Wilhelm Busch
»Der Ruhm, wie alle Schwindelware
hält selten mehr als tausend Jahre«
(Wilhelm Busch, wer sonst)
Mein Wilhelm-Busch-Album wiegt knapp zwei Kilo. Fest in Leinen gebunden, fasst es 356 Seiten; in den noblen hellgrauen Stoff ist in Rot und groß die Signatur geprägt: »Wilhelm Busch«, im selben Rot ist die Seite umrandet. Auf dem olivgrünen Schutzumschlag aber steht in Fraktur gemeißelt:
Wilhelm Busch-Album
Humoristischer
Hausschatz
in 1500 Bildern
Darunter trabt, die Zeichenmappe unterm Arm und den steilen Hut auf dem Künstlerkopf, der junge Kuno Klecksel – der Umschlag zitiert den ersten Auftritt des letzten Titelhelden an der Kunsthochschule. Der Innentitel wiederholt die Ansage und fügt noch in roter Fraktur »Jubiläumsausgabe« hinzu. »Verlag von Fr. Bassermann München« in Schwarz darunter.
Mein Hausschatz ist von 1924. Seit Generationen gehörte so ein Foliant zum sicheren Bestand bürgerlicher Haushalte, ein repräsentatives coffee-table book, das fast nichts als hanebüchenen Unfug enthält.
Nobel in meinem Jubelband, ganzseitig, noch vor dem Innentitel, das Porträt des Autors, eine Radierung des zu Lebzeiten Buschs prominentesten Malers, nämlich Lenbachs.
Man ist befreundet, macht gemeinsam Wallfahrten in die Museen in Holland, schreibt sich Briefe: »Lang hats braucht, liebster Lenbach, bis Du mir mal wieder literarisch was merken ließest. Doch ich vergaß Dich nicht derweil. Hätts auch ohnehin nicht gekonnt, denn Dein Ruhm umsäuselt mich in allen Blättern. Bravissimo!« (August 1891)
Ob auch Vertreter künftiger Generationen ohne neue Hausschätze ihre Busch-Biografie haben werden? Ich kann mit meiner aufwarten: Einmal, in einer linden Sommernacht, hat Gisela mich zum Bahnhof begleitet, und wir machten einen Umweg ins Freie, unterm Arm ich den Hausschatz, den ich mir ausleihen durfte. Immer langsamer wurden unsere nächtlichen Schritte, am Brückengeländer hielten wir uns umfangen, und kurz vor dem Kuss – PLATSCH – fiel der Schatz in den Bach.
Im Folgenden werd ich kreuz und quer durch Werk und Leben des Jubilars, der seit hundert Jahren nicht mehr sterblich ist, tapern und Anmerkungen anmerken zum vorbildlichen Einsiedel, zum Freund und Künstler, Szenen keiner Ehe und Opernnummern bringen. Alsdann:
Der vorbildliche Einsiedel
»Möchtest Du mir nicht ein Gebinde mit etwa 50 Flaschen reinen guten Pfälzer schicken?…«
»Den Wein könnt ich wohl in einem Fäßchen gebrauchen, da ich noch hundert leere Flaschen von Deidesheim her habe…« (Bestellungen bei seinem Verleger Bassermann, 1873 und 1874)
Auch diesmal werden kluge Kenner einem vertanen Leben nachtrauern: Sein Rückzug aus der Öffentlichkeit wird bedauert, ja beklagt werden.
Man hätte bei einem Künstler seiner Potenz und Prominenz mehr Repräsentanz verlangen können. Er aber versteckt sich, gerade mal 40 Jahre alt, in abgeschiedenen niedersächsischen Dörfern… 1872 zieht er in sein Geburtshaus nach Wiedensahl. Bedauerlich? Ach was!
Beneidenswert und vorbildlich lebt und produziert er fortan vom Dorf aus in jenen siebziger Jahren. Das deutsche Kaiserreich war gegründet, der Franzos’ besiegt. Busch aber – in diesem Fall sein Verleger Schauenburg – war am Großherzoglichen Badischen Kreis- und Hofgericht Offenburg angeklagt, noch vor seinem Um- und Rückzug. Vor Gericht stand Der heilige Antonius von Padua; »…wegen durch die Presse verübter Herabwürdigung der Religion und Erregung öffentlichen Ärgernisses durch unzüchtige Schriften«. Freispruch ein Jahr drauf, Aufhebung der Beschlagnahme des Werkes im April 1871. Er hat’s nicht drauf angelegt wie manche Satiriker späterer Jahre; aber sicher war der Prozess auch gute Werbung.
Was treibt er in Wiedensahl? Oft, ja meist ist er auf Reisen. Den Nahverkehr nach Hannover, Wolfenbüttel, Göttingen und Ebergötzen mal außer Acht gelassen, geht’s im Jahr 72 nach Berlin. 73 beginnen die jährlichen Fahrten nach München, über Heidelberg, Frankfurt. Und diesmal weiter nach Wien; dort ist Weltausstellung, und er liefert für den Stand seines Stammverlages Bassermann ein Plakat nur für seine Werke; im Angebot waren damals schon vier Erfolgstitel: Die fromme Helene, Bilder zur Jobsiade, Pater Filuzius und Der Geburtstag. Sein Hit Max und Moritz ist nicht dabei, seit 1865 verdient sich der Verleger Caspar Braun, dem er das Buch für 1000 Taler überlassen hatte, dick und dämlich. Ihm, Busch, blieben Ruhm und Beifall, nicht zu knapp, und alle folgenden Bücher gingen weg wie geschnitten Brot. Nur: In den Hausschatz -Bänden, mit denen Bassermann noch zu Lebzeiten Buschs auf den Markt ging, war Max und Moritz nie dabei (in meinem auch der Antonius nicht).
Rege Reisetätigkeit Jahr für Jahr. Der mobile Klausner und hochdynamische Einsiedel auf Kreuz- und Querfahrt. Holland, Pilgerreise zu den Kunstschätzen in Amsterdam, Haarlem, Haag und nach Scheveningen ans Meer. Nach Belgien, wo er studiert hat: Brüssel, Brügge, Gent, Antwerpen. Bremen immer wieder, Borkum mehrmals. Und immer wieder Jahr für Jahr München, einmal auch weiter nach Bozen und Venedig. Hochwillkommen ist er in München: »Im Künstlerverein veranstalteten sie nämlich mir zu Ehren einen scherzhaften Fackelzug, und Gedon hielt eine Rede, worin er alle aufforderte, für mein Wiederkommen zu stimmen, was geschah; worauf Lenbach in meinem Namen zusagend erwiderte; er bot mir eins von seinen Ateliers zu ganz freier Benutzung an. Kurz, ich wurde so zuvorkommend und freundlich behandelt, daß ich ordentlich verlegen wurde…«
Der Künstlerverein Allotria war schon eine hochkarätige exklusive Institution. Über obigen Besuch, das war 1876, schrieb er in einem anderen Brief: »Die vielen Leute, das Fest, der Lärm, das Bier, der Rauch – mir ward ganz unklug davon. Und dann nie vor Nachts zwei Uhr ins Bett…«
Natürlich strengt das an. An Lenbach schreibt er zum selben Anlass: »So viel bei so viel Lärm, und wärs auch noch so schön, macht mich unruhig und verlegen, und ich fühle dann so recht deutlich, wie weit ich mich aus dem Geknuff der Welt ins ›Land der Fabel‹ zurückgezogen habe. Zu weit vielleicht. Ich will versuchen, ob nicht eine Mittelstation für mich zu finden ist; denn ganz wird der Schuhu sein Gemäuer wohl nicht verlassen.« Aber immer wieder und immer öfter fliegt er aus.
Aus Borkum schreibt er: »Mein Incognito konnte ich leider nicht bewahren. Es wurde von Geschaftelhubern eine Abendunterhaltung veranstaltet, wozu ich ein Programm zeichnen mußte; und so war ich denn schließlich fast mit Jedermann bekannt.« Einmal wird er nicht erkannt, und im Abteil der Eisenbahn liest er begeistert den Tobias Knopp vor.
Seinem 70. Geburtstag, 1902, entflieht er. »Bei meiner Rückkehr fand ich etwa anderthalbtausend Begrüßungen vor, in Worten und Werken, aus allen Weltteilen, von höchst, hoch und gering.« Höchst? SM der Kaiser gratuliert! Und der Verlag Braun und Schneider, der damals das Max und Moritz- Manuskript für 1 Appel und 1 Ei kriegte, kam mit 20000 Mark rüber. Sauber!
So viel kurz über die siebziger Jahre, in welchen zwischen, vor und nach den Reisen Busch die drei Bände seines Tobias Knopp zeichnete und schrieb. Für Band 1, Abenteuer eines Junggesellen, hat er noch jede einzelne Zeichnung mit Feder und Sepia spiegelverkehrt auf Stirnholz gezeichnet als Schnitt- und Druckvorlage für die Holzstecher, die Xylografen. Busch im Juli 1875: »Ich saß seit vier Wochen bis über die Ohren in Zeichnungen, die ich heute abgeschlossen – was mir lieb. Die nächsten vier Wochen werde ich ›in Holz‹ sitzen – was mir nicht lieb.«
Die Zeichnungen für die folgenden Bände wurden auf fotomechanischem Wege zum Druck befördert. Busch hat mehr Zeit für Reisen und Briefeschreiben. Zum Einsiedeln und Klausnern ist der alte Schuhu wenig gekommen. Paul Klee wird ihn 50 Jahre später einen »wohlorientierten Europäer« nennen.
Der Freund
»Wem der große Wurf gelungen
eines Freundes Freund zu sein…« (Schiller)
Nach Schillers hohem und hohlem Odenton sollte jeder, dem der große Wurf gelungen, in den Jubel einstimmen. Er selber hatte wenig Anlass; seine »klassische Gemeinschaft« mit Seiner Exzellenz, dem Geheimrath v. Goethe, war eher ein Kartell zur Kontrolle über die deutsche Literatur und zur Herstellung von Klassik. Busch hat seinen Erich Bachmann, den Müllermeister in Ebergötzen. Busch 1876 in einem Brief: »Sitzend auf dem Bock neben dem Postillon, fuhr ich bei scharfem Winterwind von Göttingen aus über die Berge nach meinem lieben alten Ebergötzen, wo ich den letzten und schönsten Teil meiner Kinderjahre verlebt… Kein Ort ist mir so vertraut wie Ebergötzen. Ich lese es wie ein Buch, wie ne Chronik; bei jedem neuen Besuch fang ich ein neu Kapitel an. Der Müller in der alten Mühle mitten im Dorf ist seit meinem zehnten Jahr mein Freund, der liebste und beste, den ich habe.«
Freunde jubeln nicht. Sie besuchen sich, schreiben Briefe, erzählen sich was. Busch im Februar 1875: »Mein lieber Erich, hier war neulich auch Sängerball, wozu ich eine Einladung erhielt. Da ich mich aber durchaus nicht besinnen konnte, was ich da eigentlich anfangen sollte, blieb ich zu Hause. Eine sonderbare Reisegesellschaft hatt ich, als ich neulich nach Hannover fuhr. Eine alte Dame saß mit im Coupee, die in einem Wagen hinter uns ihren todten Mann bei sich hatte. Sie waren kinderlos; hatten ihr Gut in Pommern verkauft und waren nach Italien gereist. Dort hatte sie, eine Holländerin und katholisch, ihren Mann ebenfalls katholisch gemacht. Nach vier Wochen war er gestorben. Sie hatte ihn dann gehörig verpackt und mit nach Holland genommen. Dort war ihr eingefallen, daß er in Küstrin früher ein Begräbnis gebaut, wo er dermaleinst liegen wollte. Nun war er bis Berlin expediert. Aber unterwegs war ihr eingefallen, die protestantischen Verwandten möchten sie schlecht empfangen. – Die Frau hatte ganz den Kopf verloren. Sie wollte nun wieder nach Salzbergen, einem Dorf an der holländischen Grenze, wo sie mal einen Sommer verlebt. Ich ging deshalb mit ihr zum Bahnhofsinspektor, der dann auch den Waggon mit dem Todten auszuhängen versprach. Sonderbar! Sonst können die Leute die Lebendigen nicht los werden! Die Frau war seit 14 Tagen in dieser Gesellschaft unterwegs, war nicht aus den Kleidern und seit Rom in keinem Bett gewesen. Ich muß offen sagen, daß es mir ein unbehaglicher Gedanke ist, wenn ich so nach meinem Tode als Gepäck in der Welt herum fahren müßt.«
Erich Bachmann, der liebste und beste Freund, ist ein halbes Jahr vor Wilhelm Busch gestorben. Friede seiner Asche und Ehre seinem Namen.
Eheszenen
»So schläft er mit den Worten ein:
Wie schön ists, Herr Gemahl zu sein.«
(aus: »Tobias Knopp«)
Schon die Vorbestellungen der einzelnen Bände der Knopp- Trilogie waren fünfstellig. Und für weitere Auflagen hatte Bassermann nicht immer genügend Papier. Aber in meinem Jubiläums -Hausschatz von 1924 ist die Luxusausgabe des gesamten Knopp angezeigt: »in Ganzleinen gebunden M. 4,80; in vornehmster künstlerischer Ausstattung. Ein Geschenkwerk von ganz besonderem Reiz.«
Auch Tobias Knopp fängt als Junggeselle an. Und die Abenteuer eines Junggesellen, der erste Band, fangen mit einer allegorischen Vignette auf dem Titel an: Da rast, gezogen von zwei Ziegenböcken, ein Amorbub auf römischem Streitwagen von links nach rechts übers Blatt. Er hält den Flitzebogen hoch und schaut zurück auf sein Opfer. Gefesselt an den Füßen, wird der rundliche Knopp mitgezogen. Der geht, schwer getroffen, auf Brautschau, quer durch die kleinbürgerlichen Gegenbeispiele, kehrt um und macht seiner Dienstmagd Dorothee den kürzesten Antrag aller Zeiten:
»Mädchen, spricht er, sag mir ob
und sie lächelt: Ja, Herr Knopp.«
In der Vignette zu Band 2, Herr und Frau Knopp, wird der Ehemann vorgeführt. Er, Herr Knopp, ist gut im Geschirr und zieht auf allen vieren den ehelichen Karren; am Zügel und mit Peitschchen die Dorothee unter der Haube, der Amorknabe sitzt auch mit drauf. Und hintendran im Kinderwägelchen: Julchen. Wieso sollte Busch noch selber heiraten? Auf seinem Papiertheater inszeniert er die Ehe als Komödie. Nein, Busch ist kein Misanthrop; er zeichnet die fröhlichste Bettszene, dass es nur so quiekt und quietscht. Und eine unübertroffene Choreografie einer schwer besoffenen Heimkehr des Herrn K. in 30 Bildern, einige ganz ohne Text; wundersamer Slapstick.
Ja, und dann kommt die Hebamme. Julchen, die Heldin des 3. Bandes, tritt auf. Der Rest, rasch erzählt, beginnt mit dem unsterblichen Vers:
»Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.«
Vater Knopp, am End auch Schwiegervater, hat als Stellvertreter und Platzhalter des Autors seine Pflicht getan und kriegt den Abgang und Abgesang in vornehmster künstlerischer Ausstattung.
Das war, mitten in den siebziger Jahren, Buschs Heldenleben, die Knopp- Trilogie. Vollendet zur selben Zeit wie die Tetralogie, der vierteilige Ring des Nibelungen, des anderen Titanen des 19. Jahrhunderts.
Richard Wagner und Wilhelm Busch bitte auf die Bühne!
Die Gesamtkunstwerker
Im selben Jahr 72, in dem Busch nach Wiedensahl zog, bezieht Wagner seine Residenz, das neu erbaute Haus Wahnfried in Bayreuth, und gibt auch dort keine Ruhe, bis er vier Jahre später das Festspielhaus auf den Grünen Hügel gestellt und mit den vier Opern des Rings des Nibelungen gefüllt hatte. Zur Premiere sind Stücker vier Kaiser gekommen, die Könige nicht gezählt, und der Pilgerzug nach Bayreuth nimmt bis heut kein Ende.
Wagners Hofjude, der Parsifal- Dirigent Hermann Levy, war ein enger Freund von Busch. Er, Levy, hat Busch nach Wagners Tod nach Bayreuth eingeladen. Busch hat freundlich abgewinkt. Einmal, zu Lebzeiten des Titanen, schickt Levy diesem – und Cosima, die Hohe Frau, notiert’s im Tagebuch – »Max und Moritz und anderes«. Und? »Es unterhält R. gut eine Weile.« Dann wird sie’s ihm weggenommen haben. Sie hat keinen Spaß verstanden.
Busch war 1878 in München in der Oper. »Im Theater sah und hörte ich unter anderem die Walküre, war entzückt von dem, was ich hörte, und gelangweilt von dem, was ich sah. Ginge einer hinein, der taub wäre, dem müßt es vorkommen wie eine peinlich in die Länge gezogene Parodie der nordischen Göttersage.«
Wilhelm Busch sein Bayreuth
Gepflegt werden Werk und Erbe von Wilhelm Busch im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover. Und zwar vorbildlich. Eigene Haltestelle der Linien 4 und 5, vor den Herrenhäuser Gärten. Da liegt in dem schönen Park das Wallmoden-Schlösschen. Neben, vor und nach den wechselnden Ausstellungen finden Sie dort die größte Sammlung seiner Manuskripte. Und – das wär ein eigenes Kapitel – seine Malereien, meist kleinformatige Landschaften.
Zum Finale bitte die Schweine auf die Bühne
Robert Gernhardt hat anno 2000 bei Eichborn, in der Anderen Bibliothek, eine Wilhelm-Busch-Auswahl zusammengestellt, herausgegeben und kommentiert. Auch Gernhardt bedauert den Rückzug nach Wiedensahl. Und er feiert die unerschrockene Komik, insbesondere der tierischen Szenen, und dort die Schweine. Die Sau, »jenes Tier mit den vielen Gesichtern, jene Sado-maso-anarcho-hoho-huhu-haha-aua-ratsch-patsch-Klickeradoms-Komik-Sau«. Und statt intellektueller Komiktheorien Gernhardts Befund der Hochkomik im Werk des Wilhelm Busch: »vollkommen komisch … vollkommen herzlos … herzlich flach.«
Und zum Schluss singen wir mit der Madonna den Schlussgesang des heiligen Antonius von Padua, dem man – siehe oben – anno 70 noch vor der Reichsgründung und Kaiserkrönung den Prozess gemacht hat: Der heilige Antonius und sein Schwein – »du gutes Schwein / Du sollst nun ewig bei mir sein« – kommen vor die Himmelstür. Man will das Schwein nicht reinlassen.
»Doch siehe! – Aus des Himmels Tor
tritt unsere liebe Frau hervor…
Willkommen! Gehet ein in Frieden!
Hier wird kein Freund vom Freund geschieden.
Es kommt so manches Schaf herein,
Warum nicht auch ein braves Schwein?!
Da grunzte das Schwein, die Englein sangen.
So sind sie beide hineingegangen.«
Geht doch!
Der Lyriker, Grafiker, Satiriker F. W. Bernstein heißt eigentlich Fritz Weigle, wurde 1938 in Göppingen geboren, war bis 1999 Professor für Karikatur und Bildgeschichte in Deutschland an der Hochschule der Künste in Berlin und hat zusammen mit Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, F. K. Waechter, Chlodwig Poth, Bernd Eilert und Hans Traxler die legendäre Neue Frankfurter Schule gegründet
- Datum 02.01.2008 - 08:08 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 27.12.2007 Nr. 01
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