Energieversorgung Europas lange LeitungSeite 3/3
Noch lassen diese vielfältigen und für Nabucco langfristig kritischen Beziehungen zwischen Österreichs und Russlands Gas- und Ölmagnaten die EU-Kommission kalt. EU-Koordinator van Aartsen will in den nächsten Monaten vor allem die Ölkonzerne BP, Statoil und Total umwerben. Die nämlich sollen das Gas in Aserbajdschan fördern. Auch ohne sie geht bei Nabucco vorerst gar nichts.
- Datum 13.07.2009 - 09:03 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03.01.2008 Nr. 02
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Die Überschrift "Öl" ist irreführend. Es handelt sich ausschließlich um Gas.
Nun rächt es sich, dass viele EU-Länder den Konfrontationskurs der USA gegenüber dem Iran mitgetragen haben. Gerade Frau Merkel hat mit ihrem Geschwätz von der nukleren Beweislastumkehr die eigentlich traditionell guten deutsch-iranischen Beziehungen schwer beschädigt, der Rückzug deutscher Privatbanken tut ein Übriges.Wenn die USA durch politische Erpressung verhindern, dass der Iran Gas nach Europa exportiert, bedeutet das nicht das Ende der iranischen Exportwirtschaft. Dieses Gas bekommen dann eben andere Marktteilnehmer wie China, Pakistan, Indien und Russland.Diese Form europäischen Lemmingtums hinter der US-Politik her schädigt nicht etwa den Iran, sie schädigt Europa.Die deutsche Wirtschaft bekommt das längst zu spüren. Nicht nur im Iran, auch in China und Russland und auf afrikanischen Märkten.Das nennt man "Merkelkosten".
Der Iran ist in erster Linie sein Freund, dann Freund aller anderen radikalislamischen Staaten, die sich dem Führungsanspruch Teherans beugen. Der Rest sind Hindernisse und temporäre Helfer auf dem Weg zu einer globalen Vormachtstellung. Alles andere zu glauben ist naiv.
... wenn's Frau Merkel nicht paßt!
Deutschland ist total abhängig von ausländischen Energielieferanten. Die totale Abhängigkeit von ausländischen Fördergesellschaften besteht auf Dauer. Die Preise werden weiter steigen, ins Unermessliche, wenn der Rohstoff erst einmal so richtig knapp wird. Staaten, die mit einem so soliden und seit Jahrzehnten äußerst zuverlässigen Lieferanten wie Rußland langfristige Lieferbeziehungen pflegen, können sich glücklich schätzen. Dieser Tatbestand sollte sich auch mal in der ZEIT-Redaktion rumsprechen.
Der Nabucco-Pipeline wird wohl das Gas fehlen und eine Vision bleiben. Es sei denn der MasterPlayer Gazprom hilft mit Gas aus, wie bei der South-Stream-Pipeline.
Unsere FDJ-Kanzlerin hat, auch weil sie so gut russisch spricht und der Dolmetscher deshalb nicht mehr vernünftig korrigierend eingreifen konnte, unser Abhängigkeitsposition nicht gerade verbessert.
Aber, wir haben ja unseren Gehard Schröder, der als politischer Einzelkämpfer die Russen bei Laune hält. Mit der Nord Stream Pipeline hat wenigstens er aufs richtige Pferd gesetzt, obwohl er von unseren zahlreichen Verleger-Journalisten jede Menge Kritik einstecken muß. Bald wird das Gas nach Deutschland fließen. Die Minen in der Ostsee sind schon weitgehend geräumt. Und, Gas ist genug da. Auch wenn die Polen gerne einen Schieber hätten, mit denen sie uns dann ab und zu das Gas abdrehen könnten.
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