Theo Sommer 50 Jahre für die ZEIT
Redakteur, Chefredakteur, Herausgeber – alles, was man sein kann, ist Theo Sommer für die ZEIT gewesen. Niemand außer Marion Gräfin Dönhoff hat das Blatt so geprägt wie er.
Im Januar 1958 war er, gerade 27 Jahre alt, in die Redaktion eingetreten. Der Politologe Theodor Eschenburg hatte den jungen Theo Sommer der Gräfin Dönhoff empfohlen. Sommer hatte in Chicago Internationale Beziehungen studiert und in Tübingen beim Historiker Hans Rothfels über das deutsch-japanische Verhältnis seine Doktorarbeit verfasst. Die Außen- und Sicherheitspolitik ist sein Lebensthema, über die Ostpolitik, den Nachrüstungsstreit und die Verwerfungen im atlantischen Bündnis hat er die deutsche Öffentlichkeit in seinen Leitartikeln orientiert. Aber die Welt war für Sommer immer größer als Europa und Amerika – über China und Indien hat er schon geschrieben, als diese Länder für viele noch exotisch waren. Sein 2005 erschienenes Buch über das Jahr 1945, über Kriegsende und Neubeginn, handelt von Japan und vom pazifischen Raum ebenso wie davon, was in Berlin geschah. Ein Lehrstück in Unprovinzialität.
In seinem Artikel zum persönlichen 50. ZEIT- Jahrestag blickt Theo Sommer nicht (oder nur ein bisschen) zurück. Er fragt, was die Zukunft bringen wird – wenn nicht in den nächsten 50 Jahren, dann doch in den kommenden zwei oder drei Jahrzehnten, bis sich die Linien aus der Gegenwart im Ungewissen verlieren.
Alle ZEIT-Texte von Theo Sommer: www.zeit.de/theo-sommer
- Datum 05.01.2008 - 04:59 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 03.01.2008 Nr. 02
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