Autoindustrie Die Tata Group
Ein indischer Riese. Porträt des Autobauers
Wer nach Indien fährt, kann dem Markenzeichen von Tata nicht entkommen. Schon der Wecker im Hotel trägt meist das Markenzeichen der Tata Uhren- und Schmuckfabrik (Marke: Titan). Auch der Tee oder Kaffee beim Frühstück stammt höchstwahrscheinlich aus den Fabriken von Tata. Und beim Telefonat mit dem Handy ist oft die Mobilfunkgesellschaft der Gruppe mit im Spiel. Ebenso gehört ihr die größte indische Hotelgruppe (Taj). Nicht zu vergessen sind auch die Stahlwerke, Chemie- und Pharmafabriken, Energieerzeuger und einer der weltweit größten IT-Dienstleister (Tata Consulting). Der ist in den USA und in Europa gut im Geschäft.
Die Tata Group umfasst insgesamt 98 Unternehmen. Die Gruppe hat sich nach ihrem Umbau in den vergangenen Jahren in sieben große Sektoren unterteilt. Gemanagt wird sie von einem vergleichsweise kleinen Führungsteam um den Clanchef Ratan Tata. Er steuert den gesamten Konzern vom Hauptquartier in Bombay aus.
Die Familie und die von ihren Mitgliedern gegründeten Stiftungen (Trusts) halten nicht in jedem Fall die Mehrheit an den einzelnen Unternehmen. Aber jede Firma, die das in Indien hoch renommierte Tata-Label nutzt, muss sich an die vom Führungsunternehmen Tata Sons festgelegten Geschäftsprinzipien halten.
Im Geschäftsjahr 2006/07 setzte die Gruppe mit ihren fast 290000 Beschäftigten nach eigenen Angaben umgerechnet 28,8 Milliarden US-Dollar um. Die 27 an der Börse notierten Tata-Firmen brachten es auf eine Marktkapitalisierung von 77,5 Milliarden Dollar. Die Unternehmensgruppe steuerte allein 3,2 Prozent zum indischen Bruttoinlandsprodukt bei.
Das Besondere an der Tata Gruppe sind von jeher ihre hehren unternehmerischen Grundsätze. Und so kann man der Tata-Familie und besonders ihrem Chef, einem überzeugten Junggesellen, vor allem eines als hervorstechenden Antrieb für ihren Expansionskurs nicht vorwerfen: persönliche Gier. Ein großer Teil des Unternehmensgewinns fließt nämlich in philanthropische Projekte wie die Armutsbekämpfung in den indischen Dörfern oder die Förderung von Theatern und Bildungseinrichtungen. Auch der Ausbildung von jungen Managern oder der Förderung von Gesundheitseinrichtungen widmen sich die Tatas. DHL
- Datum 27.03.2008 - 11:02 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 10.01.2008 Nr. 03
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