Der Verbraucherschutzminister hat lange gebraucht, um sein Gesetz zum Schutz vor Gentechnik in Lebensmitteln auf den Weg zu bringen. Aber jetzt hat Horst Seehofer entschieden: Bei jedem Stück Schnitzel, jedem Glas Milch und jeder Scheibe Käse muss klar sein, ob das Schwein oder die Kuh zuvor mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurde.

Mal abgesehen davon, dass der Zusammenhang zwischen Schnitzel und Schwein nicht jedem Deutschen unmittelbar einleuchtet, weil sein Schnitzel doch aus der Kühltheke des Supermarkts stammt: Hätte sich Seehofer statt um gentechnisch veränderte Pflanzen nicht gleich auch um ingenieursoptimierte Würste kümmern müssen?

Zum Beispiel bei Volkswagen in Wolfsburg. 1,5 Millionen Currywürste stellt die hauseigene Schlachterei im Jahr her. Höhere Stückzahlen als beim Golf sind das. Und jede Wurst ist ein fleischiges Meisterwerk der Ingenieurskunst.

Die Wolfsburger Wurstfüllmaschine presst das Brät in einen aufgewickelten Kunstdarm, exakt 185 Gramm Fleisch füllen die Pelle, dann dreht die Maschine den Darm um 90 Grad fertig ist die Wurst.

Jede einzelne ist exakt 25 Zentimeter lang und drei Zentimeter dick.

Oder, wie es in der VW-Eigenwerbung heißt: "Die Würste gleichen wie ein Ei dem anderen". Na, wenn das mal kein Hinweis auf Genmanipulation ist.