Unter anmachender Überschrift finden sich in lockerer Reihung einige der gängigen Zutaten wie Linksruck, Kinderarmut, Mindestlohn und Selbstbedienungsmentalität breiter Wählerschichten. Dazu Merkel und Beck. Dieser wie immer nicht ohne eine Prise Lafontaine. All das in groben Stücken gesotten und heiß über ein heroisches Nein zum Reformstau gegeben. Schließlich einen Schuss leicht vergorene Ironie eingerührt und sofort serviert gleich auf der ersten Seite.

Schon bei den ersten Bissen hatte ich deutliche Schluckbeschwerden.

Doch waren Erstaunen und Neugier stärker. Und so aß ich diesen Teller leer bis zum letzten Bissen. Noch Stunden nach dem Verzehr liegt mir das Gericht schwer im Magen. Vor dem Verzehr solcher Nahrung werde ich künftig stets einen guten Digestif bereitstellen.

Henning Soenke, Berlin

Als wie wahr doch viele Gedanken dieses Artikels zu erkennen sind.

Doch was lernen wir daraus, wo liegt die "echte Alternative"? " Weiter anstrengen", wie gefordert, klappt wohl nicht ohne die Richtungsgebung und Verpflichtung einer Regierungspartei. Und dahin gehört der Appell dieses erfahrenen Journalisten. Die linksbequempopulistische Sozialschiene wird mittig von beiden großen Parteien besetzt. Die FDP könnte punkten, vertut die Chance zurzeit aber. Sogar von den Grünen ist fast nur Sozialschleimerei (Grundbedarf oder Grundsicherung) zu hören. Mit dem Ausstieg des Oswald Metzger schwand die letzte Hoffnung auf Verbindung von Ökologie/Ökonomie.

Marianne Tigges, München