War es ein Signal des Vertrauens? Oder doch eher Geschäftssinn? Am Dienstag erwarb Georg Funke, Vorstandschef der Hypo Real Estate (HRE), 20000 Aktien des von ihm geführten Unternehmens. Finanzvorstand Markus Fell kaufte 2500 Aktien, Risikovorstand Bettina von Oesterreich 2318, Vorstandskollege Frank Lamby 4000 und Cyril Dunne 58000. Als sie zuschlugen, war der Kurs des Wertpapiers bereits abgestürzt: 35 Prozent lag die Aktie am Abend im Minus. " Ich kann mich an keinen vergleichbaren Tagesverlust eines Dax-Wertes erinnern", fasste ein Händler das Elend in Worte.

Anlass für den Absturz waren die Zahlen für das vierte Quartal 2007, die um 13.07 Uhr per Ad-hoc-Meldung die Welt überraschten: Infolge der "anhaltenden Schwäche der internationalen Finanzmärkte" musste die Frankfurter Bank den Wert amerikanischer Wertpapiere um 390 Millionen Euro nach unten korrigieren. Ein Schock: Im August hatte der Staats- und Immobilienfinanzierer verlauten lassen, im Zuge der Subprime-Krise in den USA "keine negativen Belastungen zu erwarten", und noch bei Vorlage der Neun-Monats-Zahlen im November war keine Warnung zu hören gewesen. Unerfreulich war für die Börse auch, dass der Konzern die Dividende auf 0,50 Euro pro Aktie kürzen will nach 1,50 Euro im Jahr zuvor. " Was den Markt nicht erfreut, ist für das Rating der Bank durchaus positiv, denn die Kürzung bedeutet, dass der Bank mehr Kapital erhalten bleibt", sagte Sabine Bauer von der Rating-Agentur Fitchratings. Sie behielt die Einstufung der Bank bei, anders als Wettbewerber Standard & - Poors, der den Ausblick auf "negativ" herabstufte. Ob die Bank Vorbote weiterer schlechter Nachrichten ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen: Da geben Deutsche Bank, Commerzbank und die Allianz ihre Zahlen für 2007 bekannt.