DIE ZEIT: Herr Klinsmann, was hat Sie mehr gereizt, der FC Bayern München oder die Rückkehr nach Deutschland?

Jürgen Klinsmann: Zunächst fiel die Entscheidung, in den Trainerberuf zurückzukehren. Und da gibt es für einen Trainer kaum eine reizvollere Aufgabe als jene, für Bayern München zu arbeiten, der zu den weltweit am besten geführten Clubs gehört.

ZEIT: Sie leben seit 1998 in den USA, Ihre Frau Debbie ist Amerikanerin, Ihre Kinder sind hier aufgewachsen, als Bundestrainer haben Sie sich immer wieder hierher zurückgezogen, wofür Sie viel Ärger ertragen mussten. Herr Klinsmann, war Amerika zwischenzeitlich auch ein wenig zu Ihrer Heimat geworden?

Klinsmann:Kalifornien ist eine der schönsten Gegenden der Welt. Wir haben über 300 Sonnentage im Jahr, mein Lebensmittelpunkt lag jetzt fast zehn Jahre an der amerikanischen Westküste. Wir haben Freunde dort und fühlen uns sehr zu Hause. Aber Heimat? Dazu braucht es mehr.

ZEIT: Was fehlt?

Klinsmann: Es wäre vermessen zu glauben, man könnte, nach neun, zehn Jahren, in denen ich jetzt hier lebe, Amerika wirklich erfassen, mit all seinen Eigenheiten und Traditionen. Klar, ich habe vieles übernommen im täglichen Leben, aber das Gefühl für das Land wächst nur sehr langsam. Heimatgefühl – das ist eine Vertrautheit, eine Geborgenheit, die aus der Kindheit kommt. Ich habe sie jedes Mal gespürt, wenn ich nach Deutschland zurückgekehrt bin, egal, wie lange ich zwischendrin weg war. In Amerika spüre ich sie nicht.

ZEIT: Was ist charakteristisch für dieses Land?