Kein Mensch gleicht einem anderen vollständig auch die Erbanlagen sind einzigartig. In etwa ein bis zwei Promille der Genbausteine unterscheiden sich alle Menschen. Diese Differenzen nutzen forensische Genetiker, um Spuren an einem Tatort einem Verdächtigen zuzuordnen etwa Blut-, Sperma- oder Speichelspuren. Auch einzelne Haare oder Hautreste liefern genug Erbmaterial für ein DNA-Profil. Dabei werden heute in der Regel besonders variable Regionen des Erbguts untersucht, meist 13 sogenannte short tandem repeats (STR). Bei Übereinstimmung der DNA-Muster am Tatort mit denen eines Verdächtigen ist die Wahrscheinlichkeit, den Spurenleger identifiziert zu haben, sehr groß.

Trotzdem liefern die Tests immer nur Wahrscheinlichkeiten für eine Täterschaft. Der Ausschluss gilt dagegen stets als sicher: Stimmt der genetische Fingerabdruck nicht mit dem Profil eines Verdächtigen überein, so kommt er als Täter nicht infrage. Tatsächlich wurden durch DNA-Tests bislang mehr Unschuldige aus der Haft, nicht wenige sogar aus Todeszellen, befreit als Täter überführt.