Bäume zieren ihre Logos, doch grün sind sich FSC und PEFC nicht. Das eine steht für Forest Stewardship Council, zu Deutsch: Rat für Forstwirtschaft, das zweite für das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes, das Programm zur Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen. Die zwei internationalen Verbände vergeben Gütesiegel für nachhaltige Forstwirtschaft und streiten seit Jahren: Als "elitär" beschimpft das PEFC das FSC-Siegel, beim FSC heißt es, das eigene Siegel sei qualitativ besser.

In den Gremien des FSC entscheiden Vertreter von Holzindustrie, Umweltverbänden und sozialen Gruppen mit gleicher Gewichtung, was nachhaltige Forstwirtschaft ist. Waldbesitzer oder Holzfirmen, die das Gütesiegel erhalten möchten, verpflichten sich auf ökologische Mindeststandards wie den Verzicht auf Kahlschlag, aber auch auf gute Arbeitsbedingungen für das Personal Waldarbeiter müssen möglichst ganzjährig und nicht nur als Saisonkräfte beschäftigt werden. Ob sich die Bewerber an die Regeln halten, prüfen unabhängige Zertifizierungsstellen.

Beim PEFC trifft ein Zertifizierungsrat, der vor allem aus Vertretern der Holzindustrie und der Waldbesitzer besteht, die Entscheidungen. Er setzt Arbeitsgruppen ein, die die Qualität der Forstwirtschaft in einzelnen Regionen bewerten. Namhafte Umweltverbände sind im Rat nicht vertreten, das PEFC-Siegel gilt als industrienah. Holzunternehmen, die das Siegel nutzen, müssen nur eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen und eine jährliche Gebühr an das PEFC zahlen der Verband prüft die Betriebe erst im Nachhinein. Dass das PEFC-Siegel leicht zu erhalten sei, bestreitet nicht einmal der Verband selbst.

Die Waldbesitzer müssten aber hohe Standards einhalten, heißt es. In Deutschland ist PEFC deutlich beliebter als der FSC: Ende 2007 machte die Waldfläche aller vom FSC zertifizierten Holzproduzenten nur rund 500000 Hektar aus, etwa 7,3 Millionen Hektar deutschen Waldes trugen dagegen das PEFC-Siegel.