Uni-Präsident

Was passiert ist: Früher hießen sie meistens Rektoren, heute nennen sie sich immer häufiger Präsidenten. Dass viele Uni-Lenker ihre Bezeichnung wechseln, ist kein Zufall: Sein Titel verspricht dem Rektor zwar Ansehen,doch seine Entscheidungsfreiheit ist häufig eingeschränkt, direkt durch den Einfluss des akademischen Senats, indirekt durch die Abhängigkeit von den Ministerien. Die Reformer hingegen glauben, dass es einer starken Führungspersönlichkeit bedarf, damit eine Hochschule im Wettbewerb um die klügsten Köpfe erfolgreich ist. Neue Präsidialverfassungen gestehen vielen Uni-Präsidenten eine Sonderfunktion zu. Sie sind nicht mehr Erste unter Gleichen innerhalb der Professorenschaft, sondern haben häufig das letzte Wort.

Gleichzeitig erlangen die Hochschulen mehr Freiheit, manche werden gar zu Stiftungen, sodass ihre Präsidenten auch formal nicht mehr den Minister als Vorgesetzten haben.

Wo es hakt: Auf dem Papier mag die Unabhängigkeit vieler Unis mittlerweile groß sein, doch die Ministerialbürokratie einiger Bundesländer tut sich in der Praxis schwer damit, loszulassen. Selbst in kleine Budgetentscheidungen versuchen manche Beamte hineinzufunken.

Letzten Endes hilft nur die Entschlossenheit des Ministers, damit den schönen Worten Taten folgen. Gleichzeitig kann auch die größte Unabhängigkeit nichts an der Unterfinanzierung durch den Staat ändern.

Schließlich müssen viele Präsidenten mit innerem Widerstand fertig werden: Kritiker sehen in ihrer Macht das Ende der Gremienuniversität.

Professorenbesoldung