Stammzellen Im Zweifel für das LebenSeite 3/3
Selbst wenn jemand Einwände hat gegen eine solche Argumentation, so muss gerade bei dem höchsten Gewicht, das für ein Lebewesen Menschenwürde und Lebensrecht haben, eine Überlegung Platz greifen, die aus der ethischen Tradition stammt, aber auch in der heutigen Ethik erwähnt wird: Bei Entscheidungen, die das Leben betreffen und bei denen sich möglicherweise mehrere Alternativen anbieten, soll man die sicherere Variante, also in dubio »pro vita« wählen (»Tutiorismus«) – es könnte ja vielleicht trotz aller Skepsis von Anfang an doch ein Mensch sein.
Darum tut die ernste Diskussion Not, bevor der Bundestag einen Beschluss fasst. Wenn wir anderer Meinung sind, brauchen wir uns deswegen nicht die Köpfe einzuschlagen. Dann darf aber auch niemand verunglimpft werden. Irren kann schließlich auch die Wissenschaft (vgl. nur die neue Darstellung des Wissenschaftshistorikers Ernst Peter Fischer Irren ist bequem. Wissenschaft quer gedacht, Stuttgart 2007). Dennoch gilt: »Christen dürfen nicht untätig zusehen, wenn sich in der Öffentlichkeit ein Klima ausbreitet, in dem der Sinn für bleibend gültige Werte … zurückgeht oder verdrängt wird … Ihr Beitrag muss kritisch und konstruktiv zugleich sein. Er muss Zeugnis davon geben, dass die ganze Wahrheit über den Menschen in Jesus Christus offenbar geworden ist« (Katholischer Erwachsenenkatechismus II, 454).
- Datum 01.10.2009 - 17:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.01.2008 Nr. 04
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Meine sehr geehrten Damen und Herren.Grundsätzlich: hat die Wissenschaft und die Forschung den Menschen zu Dienen.Es ist Moralisch und Ethisch nicht vertretbar, Embryos zu töten. Jedoch lässt sich die Wissenschaft- Forschung nicht aufhalten. (Wenn sie Verboten wird, Forschen sie im Geheimen)hier, beginnt die Wissenschaftliche Verantwortung, es gibt andere Wege, ohne das man Leben Vernichtet, um ans Ziel zukommen. Ferner gibt es unter Wissenschaftlern keine "Resozialisierung".gezFreiherr Antonio von SALIS
und wird von ihm auch konsequent vertreten. (Das macht
ihn mir - immer wieder - symphatisch.)
Dennoch führt dieser Standpunkt - so fürchte ich -
konsequent in die Irre. ich versuche das mal mit wenigen
Worten darzulegen:
Im Kern beruht die Argumentation von Lehmann auf dem
Konzept der Stetigkeit in der Entwicklung vom befruchteten Ei
zum Neugeborenen. In dieser Entwicklung ist keine scharfe
Zäsur zu beobachten. Um auf Nummer sicher zu gehen, geht
man auf die 'Zäsur' der Befruchtung.
Vergleichen wir dies mit der Frage: 'Wann weicht die Nacht?'
Tut sie es mit dem ersten Sonnenstrahl? Mit der ersten
(vielleicht nur mit empfindlichen Messgeräten feststellbaren)
Morgendämmerung? Auch hier gibt es in dem Prozess vom
Mitternachtspunkt an gerechnet keine scharfe Zäsur.
Sollen wir deshalb sagen dürfen: 'Ab Mitternacht weicht die
Nacht', um auch hier auf Nummer sicher zu gehen?
Die Rechtsprechung ist voll von normativen Grenzziehungen,
die letztlich der Rechtssicherheit und der Vermeidung endloser
Diskussionen dient. (Festlegung der Volljährigkeit,
Fahruntüchtigkeit, etc.etc.) Alle diese Grenzziehung sind
in einem wichtigen Sinne nicht willkürlich, und dennoch sind sie
nur Kompromisse.
Ich sehe vor diesem Hintergrund die Zuweisung der 'Menschenwürde'
in einer gewissen Analogie zur Zuweisung der 'Volljährigkeit'.
(Verwechseln Sie bitte beides nicht!)
Und ich denke, wir brauchen hier keine Dammbrüche zu befürchten,
wenn wir - und das erscheint mir als hinreichender Puffer - die Grenze
bei der Entwicklung der Nervenzellen ziehen.
Das ist nicht der Standpunkt der katholische Kirche. Aber:
nicht nur die Wissenschaft auch die Kirche kann irren.
Herzlichst Crest
Tun Sie das, was Sie am besten können: Beten Sie! Und lassen Sie die Finger von der Tastatur! Ihren ideologisch-theologisch verbrämten Buchstabensalat kann heutzutage wirklich keiner mehr gebrauchen, geschweige den lesen. Schnappen Sie sich Ihr dickes, altes Märchenbuch und lesen Sie darin. Als Kleriker sollte Ihnen das ausreichende Genugtuung verschaffen...
Einerseits wird die Wissenschaft bemüht, um zu zeigen, dass der Embryo von Anfang an Mensch ist, andererseits werden die Stufen der „vollständigen menschlichen Entwicklung“ als nebensächlich erachtet. Die Frage ist nicht, ob der Embryo (biologisch) ein Mensch ist (er muss es sein, denn sonst wäre es Forschung am Tier), sondern ob er ein menschliches Subjekt, Individuum, eine Person ist. Diese Frage wird von Lehmann nur gestreift. Lehmann sagt, „der Mensch wird nicht zum Menschen, sondern ist von Anfang an Mensch.“ Dennoch gesteht er zu, dass es sich um einen Prozess handelt, „der in Schritten, Stufen und Phasen verläuft“, wenngleich, wie er meint, ohne jede „Zäsur“ im Entwicklungsablauf. Dennoch benennt er selbst die entscheidende Zäsur in der Embryonalentwicklung, nämlich die „Einnistung in die Gebärmutter“, aber er misst dieser Implantation keine entscheidende Bedeutung zu, sondern begnügt sich damit, diese nicht gering zu schätzen. Höher bewertet er das Eigenpotenzial des Embryos. Diese ist aber zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die erfolgreiche Entwicklung, wie umgekehrt die Implantation ein zwar notwendige, aber keine hinreichende Bedingung ist. Solange es keine künstliche Gebärmutter gibt, ist das auf die Welt kommen des Menschen ohne Geburt nicht möglich. Ferner ignoriert Lehmann völlig, dass mit dem von ihm zugestandenen Entwicklungsprozess fundamentale, qualitative Veränderungen verbunden sind. Er argumentiert so, als wüchse im Mutterleib ein Homunkulus heran, ein von Anfang an fertiges Menschlein, das nur noch an Größe zunehmen müsse, bis es dann geboren werden kann.Auf welch schwachen Füßen Lehmanns Argumentation steht, mag folgendes Gedankenexperiment verdeutlichen: Man gebe in eine Petrischale fünf 10 Tage alte Embryonen, aber nur einer davon ist menschlich. Bevor diese entsorgt werden, soll der menschliche Embryo herausgefischt werden. Wollte Lehmann diese Aufgabe übernehmen, stünden die Überlebenschancen des „Menschen“ 1/5 und wären allein vom Zufall abhängig. Weil er den Menschen in der Petrischale als solchen nicht erkennen kann.
Herr Lehmann argumentiert gegen die embryonale Stammzellforschung mit dem Argument, dass der Embryo ein Mensch sei. Er stützt sich dabei auf die Argumente der Kontinuität, der Identität und der Potentialität. Jedes dieser Argumente ist fragwürdig. Das Argument der Kontinuität hält der genauen Betrachtung nicht stand, da der rechtliche Status eines Menschen oft durch willkürliche Grenzen bestimmt ist, zum Beispiel die Volljährigkeit (wie oben bereits erwähnt). Zudem wäre der Moment der Geburt ebenfalls eine spätere Zäsur (viele Menschen glauben beispielsweise, dass der Mensch erst bei seinem ersten Schrei seine "Seele" erhält). Die Einnistung der Eizelle wäre eine weitere Zäsur. Das Argument der Kontinuität trägt also nicht, da auch die zugegebenermaßen willkürliche Festlegung auf eine spätere Zäsur im Prozess der Menschwerdung möglich wäre.Das Argument der Identität. Mit der Vereinigung von Samen- und Eizelle ist die genetische Identität des Menschen festgelegt. Allerdings enthält jede Zelle des menschlichen Körpers dieselbe genetische Information. Man müsste somit jeder abgeschürften Hautzelle dieselben Rechte zugestehen wie einer embryonalen Zelle. Das ist nicht sinnvoll.Das Argument der Potentialität. Die embryonale Zelle hat das Potential, sich in einen Menschen zu verwandeln. Allerdings hat auch eine bischöfliches Spermium das Potential, sich in einen Menschen zu verwandeln, sofern es mit einer Eizelle vereint würde. Das Zölibat verhindert, dass dies geschieht. Natürlich ist das bischöfliche Spermium auf besondere Umweltbedingungen durch die Mutter angewiesen. Aber deswegen darf man das Eigenpotenzial des bischöflichen Spermiums nicht verschweigen. Es ist eine wirklich aktive Potenz zur vollständigen menschlichen Entwicklung festzustellen. Sollte die Wissenschaft irgendwann in der Lage sein, erwachsene Menschen zu klonen, müsste man nach diesem Argument dies unbedingt umsetzen, da sonst potentielles Leben verhindert wird. Allerdings wäre die katholische Kirche die erste, die gegen einen solchen Versuch wettern würde. Das zeigt, das dieses Argument inadäquat ist.Nun das wichtigste Argument: Auch die Stammzellforschung verfügt über Potential, Menschen zu helfen und zu heilen, möglicherweise gar Leben zu retten. Das sollte nicht ignoriert werden. Herr Lehmann diffamiert die Wissenschaftler, die für embryonale Stammzellforschung eintreten, als unethisch. Das ist aber sicher nicht der Fall. Man hat es hier mit einer sicherlich schwierigen Abwägung zu tun. Es ist die Frage, was kann die Forschung potentiell bewirken? Wo kommen die embryonalen Zellen her? Wurden sie für den Zweck der Forschung erzeugt? Wie wurden sie erzeugt? Etc. Was die katholische Kirche versucht, ist anstelle dieser differenzierten Erwägungen, die alle ethischer Natur sind, ein Dogma zu setzen. Sie versucht also, eine ergebnisoffene Abwägung und Diskussion zu verhindern.PS: Herr Lehman spricht davon, dass die ganze Wahrheit über den Menschen in Jesus Christus offenbar geworden ist. Jesus Christus ist allerdings ein Sonderfall, da er bekanntermaßen nicht durch die Verschmelzung von Spermium und Eizelle enstanden ist. Dennoch war er nach katholischer Auffassung ein Mensch. Hier widerspricht die katholische Kirche sich also wieder einmal selbst.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Volljährigkeit und der Menschenwürde. Das eine ist ein Rechtsstatus, das andere ein absoluter Wert. Damit wird die Analogie hinfällig.
diese ganze Wissenschaft ist für den Popo, ehrlich...Ich werde jetzt mal auf den Wissenschaftsdreck verzichten: Samen, Eizelle, Embryo usw.: Wenn das männliche Ding mit dem weiblichen Ding sich vereint, dann ist da nichts mehr dran zu fummeln! Das ist eigentlich ziemlich klar. Es bedarf keiner Diskussion. Und wer sich nicht daran hält, der ist schlicht und einfach ein Verbrecher. Und da können sie noch so viel forschen und Gesetze erlassen, die besagen "ist ok! ist ja kein Mensch, denn Mensch definieren wir als..."... Als ob gerade diese Leute wüssten was ein Mensch ist. Es ist zum Lachen!
was wohl daran liegt, dass Jesus, der Sohn des allmächtigen und allwissenden Gottes es nicht für nötig erachtet hat, hier eine klare Aussage zu machen, was damals ja noch keine Frage war - für gewöhnliche, nicht alles wissende Menschen. Man muss hier, aus christlicher Sicht also andere Aussagen und Gesetze kombinieren oder interpretieren, wofür es wohl einige Spielräume gibt. Der gleiche allmächtige Gott, hat ja immerhin den Föten einer bestimmten Haiart (Tigerhaien, glaub ich) erlaubt, ihre Geschwister noch im Mutterleib zu verzehren. Aber gut, der Bibelgott ist eben kein Gott der Haie, sondern vor allem einer der Menschen, insbesondere der der Juden.Gleichwohl hat es etwas für sich, bestimmte Dinge sich zu verbieten, muss bzw. müsste dies offen diskutiert werden. Die Zukunft der Menschheit dürfte so wohl auch nicht gesichert werden können - hier scheint mir die Bibel dann doch recht zu haben. Der Mensch verbricht sich gegen die ihn umgebende Natur, und damit letztlich auch gegen die eigenen natürlichen Aspekte heute ja eh so massiv und in allen Bereichen, wie noch nie zuvor - warum sollte man, als Bibelchrist, Ersteres nun gut heißen bzw. schweigend dulden, Letzteres (nur) aber prinzipiell ächten?! Die Menschheit dürfte auch ganz ohne Gentechnik zu Grunde gehen, scheint mir, und Gott hat sein Einverständnis dafür ja längst gegeben - bzw. die Ankündigung seines aktiven Mitwirkens in dieser Frage...
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