Die Taliban sind dem Westen militärisch unterlegen. Das wissen sie auch. Darum haben sie seit etwas mehr als zwei Jahren ihre Taktik umgestellt. Sie suchen nicht mehr den offenen Kampf, sondern sie setzen vermehrt auf Terror. Spektakuläre Schläge sollen die westliche Öffentlichkeit, die ohnehin große Zweifel an dem Einsatz in Afghanistan hat, zermürben. Diese Woche ist den Taliban ein besonderer Coup gelungen. Vier bewaffnete Männer stürmten in das Luxushotel Serena, das im Zentrum Kabuls steht. Sie töteten insgesamt acht Menschen, darunter zwei Ausländer. Der norwegische Außenminister, der sich zu dem Zeitpunkt des Anschlages in dem Hotel aufhielt, kam mit dem Leben davon.

Als das Hotel Serena 2005 eröffnet wurde, sollte es auch ein Zeichen für die Sicherheit Afghanistans sein. Wo in Luxus investiert werde, da könne es nicht so schlimm sein. Das war die Botschaft. Der afghanische Präsident, Hamid Karsai, kam zur Eröffnung. Der Anschlag untergräbt deshalb auch sein ohnehin schon angeschlagenes Image. Der Mythos vom sicheren Kabul ist dahin.

Welche Schlüsse soll man daraus ziehen? Sicher den einen: Man darf den Taliban nicht nachgeben. Doch gleichzeitig ist es mit Durchhalteparolen nicht getan. Jeder Anschlag und jeder Tote muss ein Anlass sein, darüber nachzudenken, ob die Strategie stimmt. Selbst wenn man das Richtige macht und die Taliban zurückdrängt, werden Anschläge dieser Art nicht zu vermeiden sein bis auf Weiteres.