Sie schreiben einer Reihe von "neuen Vätern" aus dem Herzen. Ein wesentlicher Grund für die Rollenverunsicherung heutiger Väter ist Ihnen leider entgangen: In Deutschland kann ein Mann auch 2008 nur über den Umweg einer Mutter Vater sein! So muss er nach deutschem Familienrecht schon mit der Mutter des Kindes verheiratet sein oder zumindest deren schriftliche Einwilligung erwirken, um das Sorgerecht für sein Kind innezuhaben.

Mit anderen Worten: Nach deutschem Recht ist Kindererziehung "Muttersache", und der Vater darf und soll mit ihrer Einwilligung auch (mehr oder weniger) tätig werden. Dass Väter es unter diesem Leitbild schwer haben mit der Emanzipation der eigenen Rolle, sollte da nicht verwundern.

Der "neue" Vater unterscheidet sich von "alten" nämlich vor allem darin, dass er sich nicht mehr als Vater von Mutters Gnaden definiert, sondern als Erziehungspartner auf gleicher Augenhöhe, der sein Recht auf eine selbstbestimmte Elternschaft wahrnimmt. Vielleicht liegt es nicht nur an zu unsicheren "neuen Vätern", sondern auch an zu wenigen "neuen Müttern", dass es so schwer ist, unsere verkrusteten Elternrollen aufzubrechen.

Wer wirklich "neue Väter" will, sollte über eine grundsätzliche Gleichstellung von Männern und Vätern im Familienrecht nachdenken. Die gibt es nämlich in Deutschland noch nicht!

Oliver Behre Zwochau

Warum wurde dieser Artikel nicht von einem Mann verfasst? Warum sprechen immer noch die Frauen für die Männer? Gibt es keine Männer, die über sich selbst und ihre eigenen gelebten Erfahrungen schreiben können? Das wäre doch wohl das, was uns Frauen sehr interessieren würde.

J. Völkel-Glock, Heidelberg