Ein Bericht auf den Österreich-Seiten der ZEIT hat im November des vergangenen Jahres den Stein ins Rollen gebracht. Doping ohne Reue?

hieß die Geschichte. Sie erzählte vom Versagen der österreichischen Dopingkontrolleure und nahm die Spur zu einem Labor in Wien auf, das im Verdacht steht, Spitzensportlern systematisches Blutdoping zu ermöglichen. Wenige Wochen später begann sich auch die deutsche Antidopingbehörde Nada für die bislang nur in Insiderkreisen bekannte Firma Humanplasma zu interessieren und bat um Rechercheunterlagen.

Sollten etwa auch deutsche Athleten die vertraulichen Dienste in Anspruch genommen haben? Laut ARD stehen derzeit rund 30 Namen auf einer Verdachtsliste. Ins Zwielicht gerieten internationale Radstars ebenso wie Biathleten und Langläufer aus Deutschland. Bereits unmittelbar nach dem Dopingskandal im Turiner Olympiaquartier der österreichischen Biathlonmannschaft war die Wiener Blutbank erstmals in das Visier der Fahnder gerückt.

Noch leugnen alle Beteiligten. Doch die Illusion, lediglich einige Radrennfahrer und schwarze Schafe in anderen Disziplinen würden mit verbotenen Mitteln ihre Leistung steigern, dürfte nun endgültig geplatzt sein. In Wien kursieren bereits wilde Gerüchte, Namen von Skihelden und Schwimmstars werden genannt. Ist Doping ein Massenphänomen? Zumindest finden die Doper immer neue Helfer. Sie mögen glitzernde Figuren sein wie der Madrider Arzt Eufemiano Fuentes, großspurig auftreten wie das kalifornische Dopingnetzwerk Balco. Oder sie verstecken sich in einer schäbigen Gasse in der Vorstadt von Wien.