Penn: Ich habe vor einer langen Zeit mal mit dem französischen Regisseur Louis Malle gedreht. Wir haben über das Drehbuch geredet, es ging um zwei Menschen, die sich verlieben. Louis, habe ich gesagt, wie soll sich diese Frau denn in diesen Mann verlieben? Mit Frauen, hat Louis gesagt, ist es doch ganz einfach: Entweder sie mögen dich, oder sie mögen dich nicht. In diesem Sinn bin ich eine Frau. Entweder ich mag jemanden. Oder nicht.

ZEIT: Chris musste seine Reise machen, um zu dieser Klarheit zu gelangen.

Penn: Es war ein Kreis, der sich schließen musste. Chris musste in die Wildnis, um herauszufinden, was sein Platz in dieser Gesellschaft sein könnte. Um dann zu helfen, die Gesellschaft besser zu machen.

ZEIT: Was hat Sie denn an dem Buch interessiert, als Sie es zuerst gelesen haben?

Penn: Lärm, Lärm, Lärm, Lärm. Freiheit.

Die Art, wie man sein Leben lebt, kann auch die Kunst in eine Bedingungslosigkeit treiben. Sean Penn führt das in all seinen Rollen vor. Selbst sein politisches Engagement ist hollywoodreif. Er besuchte 2002 den Irak, weil er nicht glaubte, dass es dort Massenvernichtungswaffen gab; er reiste 2005 als Journalist nach Iran, weil er über das Leben im Reich der Mullahs berichten wollte; er traf sich 2007 mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, um seinen Lieblingsfeind George W. Bush mal wieder zu ärgern. Und als er 2005 von CNN gefilmt wurde, wie er den Flutopfern des Hurrikans Katrina in New Orleans half, da konnte man tatsächlich denken, dass man einen Katastrophenfilm eingeschaltet hatte.

ZEIT: Muss es denn etwas Autobiografisches geben, damit Sie ein Filmstoff reizt?