Navigation Navigieren fast für lau

Ein billiger Weg zum Handy-Navi

Gebraucht werden: ein taugliches Handy, ein billiger Mobilfunkanbieter und eine kleine Kiste, die sich mit Satelliten versteht und via GPS den Standort bestimmen kann. Dann muss man ein bisschen fummeln und downloaden und bluetoothen – und hat ein Handy, das Navi kann. Fast für lau. Und das bietet uns wer? DasÖrtliche!

Ganz taufrisch ist das Navi-Handy nicht. Sehr teure Geräte von Nokia oder Blackberry tragen GPS-Empfänger und digitales Kartenmaterial bei sich und weisen Autofahrern und Fußgängern den Weg ebenso gut wie die Maschinchen, die sich inzwischen fast jeder ins Auto baut. Der Stadtplanspezialist Falk bietet auch schon seit einiger Zeit für fünf bis zehn Euro im Monat einen Server an, von dem sich ein GPS-versorgtes Handy immer genau die Daten holt, die es zur Berechnung einer Strecke gerade braucht. Das spart Speicherplatz und garantiert frischeste Daten. DasÖrtliche macht jetzt exakt dieses nach, nur gratis. Allerdings nicht ganz: Bei Ö-Navi bezahlt man mit Aufmerksamkeit. Stets präsent sind die Banner der »Werbepartner«, die auf dem nicht gerade üppig bemessenen Handyscreen auch noch Platz wegnehmen.

Ö-Navigieren geht so: Erst im Internet nachsehen, ob das eigene Handy Ö-tauglich ist (so wie einige Blackberrys und Motorolas, viele Nokias und Sony-Ericssons). Von DasÖrtliche ein kleines Programm aufs Handy laden. GPS-Gerät anschalten, Geduld haben, Satelliten werden gesucht. Handy und GPS-Gerät via Bluetooth verbinden. Route eingeben. Die entsprechende Karte wird über Datenverbindung aus dem Internet geholt. Auf dem Handy erscheinen entweder Pfeile oder Karten mit Standort. Lesebrille ist unnötig, denn alsbald spricht eine Dame: »Bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden.« Auch Handy-Navi bietet allen Pipapo wie Stauumfahrung, Vogelperspektive, Geschwindigkeitswarner, Tankstellen. Dazu noch eine Funktion, mit der man sein geparktes Auto wiederfindet. Und – nicht umsonst ist DasÖrtliche eigentlich ein Telefonbuch – man kann Ziele eingeben, indem man eine Telefonnummer wählt. Cool.

Noch cooler sind Kosten und Folgekosten. Für ein GPS-Gerät will etwa Jentro Technologies aus München 50 Euro haben. Und für das Ö-Navigieren fallen nur noch die Kosten für die kleinen Datenpakete an, die das Handy verschickt und empfängt. Zwei Cent kostet die Routeninfo bei einer Strecke von 50 Kilometern – wenn man einen günstigen Handyanbieter hat, sonst kostet es locker das Zehnfache.

Zugegeben: Ein wenig provisorisch wirken zusammengestoppelte Lösungen wie Ö-Navi doch. Das separate GPS-Gerät nervt. Und das zusätzliche Ladegerät ist ungefähr das Letzte, was einem noch gefehlt hat. Andererseits: einen so billigen Zugriff auf das digitale Straßenkartenmaterial (fast) ganz Europas gab es bis jetzt noch nicht. (www.oe-navi.de)

 
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