Jugendgewalt Sehr geehrte Bürger!
"Integration ist unser Thema": 17 Unionspolitiker antworten auf einen deutsch-türkischen Appell – und distanzieren sich von Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch.
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In einem offenen Brief an CDU und CSU forderten vergangene Woche 21 prominente Deutschtürken mehr Sachlichkeit in der Debatte um Jugendgewalt . »Wir verurteilen abscheuliche Überfälle wie in der Münchner U-Bahn«, schrieben die Abgeordneten Özcan Mutlu und Bilkay Öney, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, die Schauspielerin Renan Demirkan und andere in der ZEIT. Aber ein Wahlkampfpopulismus, wie ihn Roland Koch propagiere, schüre rassistische Resentiments. Die Unterzeichner forderten ernsthafte Reaktionen auf eine fehlgeschlagene Integrationspolitik. Jetzt antworten Unionspolitiker auf Initiative des nordrhein-westfälischen Integrationsministers Armin Laschet (CDU).
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Interesse haben wir Ihren Appell an CDU und CSU zur Kenntnis genommen. Auch wir sind für Sensibilität und Sachlichkeit in der Integrationspolitik. Daher erlauben wir uns einen Beitrag zu der aktuellen Debatte.
Wir möchten Sie daran erinnern, dass es mit Jürgen Rüttgers ein christdemokratischer Regierungschef war, der 2005 nach Ablösung der rot-grünen Landesregierung das erste deutsche Integrationsministerium errichtete. Der 20-Punkte-Aktionsplan zur Integration, den Nordrhein-Westfalen erarbeitet hat, wurde bundesweit beachtet und parteiübergreifend gelobt. Auch möchten wir Sie daran erinnern, dass mit Angela Merkel zum ersten Mal nach über 50 Jahren Einwanderung in Deutschland eine christdemokratische Bundeskanzlerin Migranten und ihre Organisationen zu einem Gipfel eingeladen hat, um gemeinsam mit Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur und Gesellschaft über Integration zu sprechen und Konsequenzen für politisches Handeln zu ziehen. Der Nationale Integrationsplan von 2007 ist das Ergebnis.
Dürfen wir Ihren Blick auch lenken auf die Deutsche Islamkonferenz, die der christdemokratische Innenminister Wolfgang Schäuble einberufen hat. Die klare und unverblümte Aussage, dass der Islam Teil der deutschen Gesellschaft ist und bleibt, hätten wir uns auch schon von seinem sozialdemokratischen Vorgänger gewünscht. Doch für diese Erkenntnis brauchte die Politik über 45 Jahre seit dem Anwerbeabkommen mit der Türkei 1961.
Diese »demonstrative Erkenntnisverweigerung«, wie Klaus Bade es genannt hat, hat die Politik in Deutschland viele Jahrzehnte geprägt. Nicht nur die Union, sondern alle politischen Parteien überboten sich in der Kampfrhetorik, die der Integrationspolitik nicht dienlich war. Dabei ist klar: Unsere älter werdende Gesellschaft, in der 38 Prozent der Kinder eine Zuwanderungsgeschichte haben, braucht Potenziale eines jeden Kindes, das hier geboren ist.
Und auch wenn Sie den Blick auf Großstädte richten, werden Sie feststellen, dass hier Christdemokraten in Stuttgart und Frankfurt, in Duisburg und Essen, in Hamburg und Köln eine vorbildliche Integrationspolitik angestoßen haben und tagtäglich zum Gelingen des Miteinanders in vielfältigen Stadtgesellschaften beitragen.
Deutschland hat sich verändert! Die politischen Lager sind enger zusammengerückt. Dabei musste die Union erkennen, dass Deutschland de facto ein Einwanderungsland ist und es in der jahrzehntelang verschlafenen Integrationspolitik einen dringenden Nachholbedarf gibt. Das linke politische Lager ist ebenfalls zu der Erkenntnis gelangt, dass eine multikulturelle Einwanderungsgesellschaft kein immerwährendes Straßenfest ist und man auch klare Anforderungen formulieren muss. Und Daniel Cohn-Bendit hat recht, wenn er für die politische Linke einräumt, man habe die Einwanderer idealisiert und zu spät die deutsche Sprache als zentrales Integrationsproblem erkannt. Dies führte dazu, dass Migranten Objekte der Politik waren und nicht deren Träger.
Integrationspolitik muss über Parteiengrenzen hinweg erfolgen. Integrationspolitik ist so fundamental für die Zukunft unseres Landes, dass sie nicht zum Wahlkampfthema degradiert werden darf. Sie haben recht, wenn Sie schreiben: Die beste Prävention gegen Jugendgewalt ist Bildung, individuelle Förderung und die Eingliederung der Eltern. »Eltern müssen begreifen, dass die Söhne nicht alles tun und lassen dürfen, was sie wollen.« Anforderung an Werte, an Respekt vor dem anderen: Auch das ist lange unterblieben in Zeiten politischer Kampflage. Gerade die christsoziale Regierung im Freistaat Bayern leistet hier Vorbildliches mit ihren Integrationsforen auf Bezirks- und kommunaler Ebene. Auch in Hessen sind mit der frühen Sprachförderung wichtige Akzente in der Integrationspolitik gesetzt worden.
Ihr Appell an CDU und CSU sollte deshalb ein Appell an die ganze Gesellschaft sein – an die Mehrheitsgesellschaft wie an die Zuwanderer. Wir brauchen politische Vorbilder, Erfolgsgeschichten, für die Sie stehen und die in dieser Klarheit sagen, dass abscheuliche Vorgänge wie in der Münchner U-Bahn »die ganze Härte unserer bestehenden Gesetze« erfahren müssen. Wir, Mitglieder der CDU und der CSU, wissen, dass das, was der 17-jährige Grieche und der 20-jährige Türke gegenüber dem 76-jährigen Rentner getan haben, untypisch ist für die Kultur ihrer Eltern und Großeltern. Respekt vor dem Alter wird in Zuwandererfamilien oft höher geschätzt als bei deutschen Jugendlichen.
Gewalt und Kriminalität gedeihen, wo Respektlosigkeit, mangelnde Bildung und Erziehung herrschen. Dumm schlägt gut – hat die taz getitelt. Umso mehr müssen wir anerkennen, dass Gewalt kein ethnisches, sondern ein Bildungsproblem ist. Deshalb muss ein ganzheitliches Bildungskonzept zentraler Baustein der Integrationspolitik sein: frühe Sprachförderung ab dem vierten Lebensjahr, damit schon bei Schulbeginn gleiche Startchancen erreicht werden. Mehr Ganztagsangebote, bessere Durchlässigkeit der Schulzeiten, mehr Lehrer und Sozialpädagogen an Hauptschulen, damit kein Kind ohne einen Abschluss die Schule verlässt. Ein besserer Übergang von der Schule in die Ausbildung, damit jedes Kind eine solide Grundlage für seinen weiteren Berufsweg bekommt. Auch an den Hochschulen muss sich die Bevölkerungsstruktur widerspiegeln.
All das kann nur gemeinsam gelingen – wir brauchen einen neuen parteienübergreifenden Konsens für die Integrationspolitik zusammen mit Migranten und der Mehrheitsgesellschaft, der auch über Wahlkämpfe hinweg hält und trägt.
Ole von Beust, 1. Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg; Armin Laschet, Integrationsminister Nordrhein-Westfalen; Christa Stewens, Sozialministerin des Freistaates Bayern; Dr. Friedbert Pflüger, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus; Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., vorm. Vorsitzende des Zuwanderungsrates der Bundesregierung; Peter Altmaier MdB, parl. Staatssekretär im Bundesinnenministerium; Ruprecht Polenz MdB, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages; Emine Demirbüken-Wegner, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses; Adolf Sauerland, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg; Fritz Schramma, Oberbürgermeister der Stadt Köln; Dr. Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart; Dr. Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister der Stadt Essen; Dr. Yasar Bilgin, Mitglied im Landesvorstand der CDU Hessen; Prof. Dr. Dieter Oberndörfer, Migrationsforscher Universität Freiburg; Bülent Arslan, Vorsitzender des Deutsch-Türkischen Forums; Ismail Akpinar, CSU Nürnberg; Agül Özkan, Bürgerschaftskandidatin für Hamburg
- Datum 23.09.2009 - 11:25 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.01.2008 Nr. 06
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Ausgerechnet der feine Herr von Beust, der seinen Sessel einzig und allein Richter Gnadenlos Ronald Schill und dem Thema Ausländerkriminalität zu verdanken hat meint sich hier profilieren zu müssen. Widerlich!
Was soll er machen, der Ole v. B ?. Das Wasser steigt. Seinen Boot droht zu sinken. Er kommt vom Bahnhof, sieht, Konfrontation bringt nichts,Schmusen hingegen ja.Wenn man vom Bahnhof kommt, ist man schlauer....??Aber, WER durchschaut das NICHT ?Schlau-Meierei statt Kraft-Meierei,ob es das bringt ?
über diese Stellungnahme,und wenn hier über einen Einzelnen geurteilt wird, erinnere ich daran, dass in der Adressatenliste (den "Deutschtürken") ebenfalls sehr Viele unterschrieben haben, die mehr als anrüchig sind (siehe Kommentare dort)..Ich freue mich darüber, weil das Thema "Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen" endlich wieder "normal" diskutiert werden kann,es wäre mehr als schlimm, wenn es wegen der 4 Wochen populistischer Betrachtung unter den Tisch gekehrt werden würde.Gewalt ist unter Jugendlichen ein immer heftiger werdendes Problem (ich habe einen Sohn in dem Alter), und es ist faktisch für jeden Jugendlich4en (m oder w) dieses Alters überdeutlich, dass Migrantenkinder hierbei einen sehr große Rolle spielen.Andererseits sehe ich mit Besorgnis, dass andererseits gerade durch solche Gruppen Jugendliche in die Arme von Rechtsextremen getrieben werden, weil sie weder von Eltern noch von Lehrern mehr erfahren, als nur eine groteske Verharmlosung des Problems.Im Übrigen ist die Schlammschlacht um dieses Thema m.A.n. von Linkspopulisten eröffnet worden, gegen Kochs Rede in der "Bild"http://www.bild.t-online.... wirklich Niemand etwas einwenden, es war eine Nennung des Problems, mehr nicht.Aber bereits hier hat die "Zeit" http://www.zeit.de/online...Koch bereits "üblen Populismus" unterstellt.Übrigens bereits am 28.12.07 mit dem Hinweis, dass Koch Verluste befürchtet.Wenn die "Zeit" nun Kochs Reden nach dem 28.12. als Grund für den Verlustnennt, ist das unredlich - den Verlust gab es schon vorher.Richtig ist allerdings, dass Koch in die Falle des Linkspopulismus gelaufen ist, das war ziemlich dämlich von ihm..Er hätte bei der Nennung des Problems bleiben sollen.Dass jetzt ausgerechnet die Linkspopulisten triumphieren, ist seine Schuld.Übrigens finde ich es mehr als traurig, dass SPD+Grüne sich derart lernresistent dem Problem Jugendgewalt verschließen - ich hätte NIE gedacht, dass ich mal ausgerechnet der CDU zustimme!
Sie lernen es nicht - sie wollen und sie können es nicht lernen.Jugendgewalt ist zu einem guten Teil Gewalt von MIgrantenkindern aus dem moslimischen Kulturkreis.Allein das ganze auf soziale Ursachen und fehlende Bildungschancen zurückzuführen und dabei nicht zu sehen, dass eben auch kulturelle Eiogenheiten bis hin zu religiösen dazu eine wesentliichen beitrag bei dieser Gruppierung beiträgt, ist schon gemeingefährlich.Ein Blick in so machne nachbarländer , die eben nicht die fehler der Deutschen Politik gemacht haben, wie z. b. Belgien, Niederlande , England aber auch Schweden und deren Problem mit Jugendgewalt und Probleme mit bestimmten Migrantengruppen - eben wieder vor allem aus dem islamischen Kulturkreis - würde helfen. Aber: ja nicht das problem angehen und aussprechen - könnten ein paar vernagelte 68er Altkommunisten und islamISTENverbände (denn diese Migranten-Verbände sind idR. eben Ultraorthodox und zum teil eben Islamistisch orientiert) ja schimpfen und die nazikeule oder gar Rassismusvorwürfe losschreien - oder noch shclimmer: man müßte mal zur erkenntnis kommen, dass man selbst mittlerweilen nicht mehr die für eine bessere Welt kämpfende Jugend ist sondern nur noch die Erzreaktionäre ist, die man früher bekämpft hat.
Da gibt es diesen Sachverstand in der CDU/CSU. Da sind so viele die das richtig integrativ sehen..Angela ist da Vorreiterin, Wolfgang schon lange im Boot. NRW als 1. Bundesland...........Und da hat keiner dem LIEBEN Roland einen Tip gegeben?.Also, entwederist er beratungsresistentoderdie lieben Parteifreunde haben in ins Messer laufen lassen..Beides sehr blamabel für politische Christen..Gruss Sikasuu.Ps. Das dieser Brief eine Wahlkampfhilfe für Hamburg sein soll, kann ich nicht glauben. Das tut kein aufrechter Christdemokrat..Und ein Hanseat erst recht nicht. Der geht liebermit standhaften Blick auf den Michel unter!
Der Hanseat, genau dieser, ja, hatte sie vor Jahr und Tag nicht gescheut, mit Hilfe eines schlimmen Populisten an die Macht zu kommen. Das hätte Hamburg seinerzeit fast gespalten. Ein Scharfmacher, der gottseidank einen so schlechten Senator gab, dass selbst er gehen musste. Aber die Mär vom aufrechten Hanseaten stimmt leider nicht-jedenfalls nicht, wenn es um die Macht geht.
Werte Kommentatoren,zu diesem Thema schauen Sie doch mal auf Herrn Laus Blog in der ZEIT vorbei:http://blog.zeit.de/joerg...
schreibt: Sie lernen es nicht - sie wollen und sie können es nicht lernen.########DU lernst es nicht!!!!.Die Kinder fangen an zu prügeln, weil ihnen vorne ein Stück am Pi..l fehlt. Da reibt die Hose und dann......Dadurch das immer wieder geschrieben wird,"Der Islam", der "Koran" macht Gewalt.... wird dieses Geschätz nicht richtiger..Millionen Moslems leben zusammen, auch mit anderen, ohne sich jeden Tag zu prügeln. Irak, Afganistan..... auch Gewalt in Deutschland als Islamproblem darzustellen ist nicht nur kurzsichtig sondern DUMM!.Das ist fast( ich betone fast) so ein Geschätz wie von den "Slavischen "Untermenschen" von vor 33. Was das danach gebracht hat kann jeder nachlesen, bzw. sich von Älteren erzählen lassen..Brummige GrüsseSikasuu.Ps. @ Zagreus » Ab in die Schule/die Uni und einige Semester Soziologie gehört. Lesen reicht auch schon, aber da solltes du die eine Literaturliste zusammenstellen lassen. Bild,Faz und Welt.... reichen alleine da nicht aus. Bücher und Grundlagen sollten es schon sein.
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