Schulabgänger Alt hilft jung

Ein ehrenamtliches Patenprojekt unterstützt Schulabgänger auf dem Weg in den Beruf. Ein Gespräch mit der Gründerin Gabriele Wahlen.

Sie haben ein ehrenamtliches Patenprojekt für Schulabgänger gegründet. Was tun Sie genau?

Ältere Menschen helfen Hauptschülern zwei Jahre lang, einen guten Schulabschluss zu schaffen und einen Ausbildungsplatz zu finden. Als Erstes versuchen beide herauszufinden, was der Jugendliche beruflich machen will. Man geht gemeinsam die Noten durch, um Stärken zu entdecken, die die Jugendlichen einsetzen könnten. Ist ein junges Mädchen beispielsweise in Chemie sehr gut, könnten die beiden gemeinsam überlegen, ob sie Chemielaborantin werden kann.

Für Hauptschüler ist es besonders schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Um überhaupt eine Chance zu haben, müssen sie sehr gute Noten haben. Deshalb treffen sich Pate und Schüler einmal in der Woche, üben für Klassenarbeiten, machen Hausaufgaben und schreiben Bewerbungen. Manch einer merkt da zum ersten Mal, was alles in ihm steckt – und ist motiviert, sich noch mehr Mühe zu geben.

Was machen die Paten beruflich?

Es sind Lehrer und Ärzte genauso wie Ingenieure, Einzelhandelskauffrauen oder begeisterte Mütter. Die Jüngsten sind 52 und arbeiten noch, die Ältesten sind 68 und schon im Ruhestand.

Die eigene Schulzeit der Paten liegt lange zurück. Da hat sich viel verändert.

Deshalb werden die Paten auch als Vorbereitung auf ihre Aufgabe vier Monate lang geschult, insgesamt 50 Stunden. Dabei lernen sie, wie Jugendliche heute leben, womit sie sich beschäftigen.

Ihr schönstes Erfolgserlebnis?

Ein Mädchen hat es bis zum Abitur geschafft, ein anderes, das früher Hooligan war, macht jetzt eine Ausbildung zur Krankenschwester. Solche Geschichten machen mich glücklich. Und natürlich die Tatsache, dass 70 Prozent aller Teilnehmer tatsächlich einen Ausbildungsplatz finden.

Interview: Sabine Hoffmann

Gabriele Wahlen, 57, ist Gründerin eines Patenprojektes für Hauptschüler in Köln

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 31.01.2008 Nr. 06
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    • Schlagworte Ausbildungsplatz | Hooligan | Jugendliche | Bewerbung | Ruhestand | Köln
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