Der Künstler"Ich rechne von Monat zu Monat"

Volker Sieben sagt: "Ich bin froh, dass die Farben zurück sind." Früher seien seine Bilder dunkler gewesen und hätten den Betrachter an Vergänglichkeit gemahnt. Der Berliner Künstler wurde vor 47 Jahren im saarländischen Eiweiler als Volker Jenal geboren. Volker Sieben hat sich geändert, wenn auch nicht absichtlich: "Ich habe nicht den freiesten Beruf der Welt gewählt, um mich anzupassen."

Als junger Mann hat er das versucht. Er machte eine Ausbildung zum Grafiker, arbeitete als Angestellter und Freiberufler für Werbeagenturen. Später gründete er seine eigene Agentur. Auf Dauer war es ihm aber zu anstrengend, Mitarbeiter zu führen: "Ich hatte schon immer ein starkes Autonomiebedürfnis." Deswegen ging Sieben 1990 nach Berlin und konzentrierte sich auf die Malerei.

Auch wenn der Künstler heute sagt, er habe "Berlin-Mitte mitgestaltet", fiel es ihm lange schwer, Bilder zu verkaufen. Das ist besser geworden. Zurzeit hat er keinen festen Galeristen, Käufer kommen zu ihm in sein Atelier in der Nähe des Arkonaplatzes: "Verkaufen habe ich in der Agentur gelernt", sagt Sieben. Mal läuft das Geschäft gut, mal weniger gut. Dieses Jahr hat mit einer Ausstellung in Saarbrücken begonnen, zwei weitere stehen an. Natürlich hofft Sieben auf den großen Durchbruch. " Wenn man allerdings zwanzig Jahre dabei ist, weiß man auch, was man noch erwarten kann", sagt er.

Zwar steigen mit den Jahren die Preise seiner Bilder, reich wird er damit trotzdem nicht. " Ich rechne von Monat zu Monat, kann keine großen Sprünge machen", sagt Sieben, der deswegen nebenher jobben geht.

Um für das Alter vorzusorgen, zahlt Sieben regelmäßig je nach Einkommen in die Künstlersozialkasse ein. Allerdings wird die Rente, die ihm jedes Jahr von der Deutschen Rentenversicherung prognostiziert wird, immer geringer. Sollte er heute aus gesundheitlichen Gründen rentenbedürftig werden, würde das Geld für die Miete der Wohnung und des darüber liegenden Ateliers, den Unterhalt für seine beiden Töchter und die Lebenshaltungskosten gerade reichen, glaubt er.

An Aufgeben hat Volker Sieben noch nie gedacht. Aber sich schon mal überlegt, ob er nicht ein, zwei Jahre Pause von der Malerei einlegen sollte, um sich in einem Angestelltenjob ein Polster für die Zukunft zu erarbeiten. Den Plan hat er aber schnell wieder verworfen: "Bis zum Rentenalter sind es zum Glück noch weitere zwanzig Jahre, außerdem hoffe ich, dass ich bis ins hohe Alter weiterarbeiten kann."

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