Zuerst, was Freude macht: Nick Hornby ist in seinem neuen Roman Slam sehr oft sehr lustig. Er verfügt über die beneidenswerte Gabe, Pointen zu setzen, die einen leisen, kultivierten Buchleser in der U-Bahn plötzlich zum Mittelpunkt des Interesses machen, weil er ohne Anlauf laut herauslacht. Können Sie ausprobieren. Zum Beispiel mit der Szene, als die 16-jährige Alicia, die von ihrem 16-jährigen Schulkollegen Sam, dem Erzähler dieses Romans, schwanger ist, gemeinsam mit ihm ihren Eltern die heikle Nachricht überbringt.

»Wir setzten uns an den Küchentisch. Es wurde erst lange und umständlich mit Tee und Milch und Zucker und Keksen hantiert, und ich begann mich zu fragen, ob sie es erraten hatten und das ganze Hin und Her mit dem Wasserkocher und so nur ein Vorwand war, um sich noch ein kleines bisschen länger an ihr altes Leben zu klammern. Es wäre auch nicht so schwer zu erraten gewesen. Was sollten wir zwei schon sagen wollen? Wir hatten schon vor einer Weile Schluss gemacht, also würden wir ihnen nicht erzählen, dass wir heiraten wollten. Und Alicia war nicht weg gewesen, also würden wir ihnen auch nicht erzählen, dass wir schon irgendwohin durchgebrannt waren und geheiratet hatten. Was blieb da noch?

›Woran denkst du?‹, fragte Alicias Dad.

Alicia sah mich an. Ich räusperte mich. Niemand sagte etwas.

›Ich bekomme ein Baby‹, sagte ich.«

Lustig war Hornby immer, aber nur lustig war er nie. Er hat neben seinem Humor und der Geschmeidigkeit seiner Sprache einen sicheren Instinkt für alles Berührende. Und er mag seine Figuren. Deshalb hilft er ihnen auch gern, wenn sonst alles furchtbar peinlich würde, mit dem richtigen Witz aus der Patsche, denn Hornby hat es gar nicht gern, wenn in seinen Geschichten auf einmal betretene Stille herrscht oder sich ein kalter Abgrund auftut.