Herr Wepper, waren Sie schon mal auf der Berlinale?

Nein, noch nie. Als ich gehört habe, dass unser Film auf der Berlinale läuft, dachte ich: Hey, Wahnsinn, jetzt kommst du da auch mal hin.

Dabei sind Sie seit 50 Jahren im Geschäft!

Man kennt mich aber aus dem Fernsehen, aus Unterhaltungsserien, manche auch durch meine Kochsendung, die ich mit Alfons Schuhbeck mache. Es ist unglaublich, wie viel Leute mich darauf ansprechen. Manchmal habe ich in den letzten Jahren schon gewitzelt: Am Ende werden sie über mich sagen, der Elmar Wepper, das war doch der mit der Kochshow. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich war nicht unglücklich mit meiner Karriere, ich hatte immer Arbeit, habe gut verdient. Und die Kochsendung mit meinem guten Freund Alfons liebe ich! Aber für viele war ich in der Schublade der leichten Stoffe gelandet. Umso mehr freut mich, dass mit zunehmendem Alter das Rollenangebot interessanter wurde.

Und dann kommt eines Tages ein Drehbuch der Regisseurin Doris Dörrie, mit dem Angebot, die Hauptrolle zu spielen.

Ich fing an, das Buch zu lesen, und dachte nach wenigen Seiten: Den kenne ich, den Rudi, der ist mir nah.

Dieser Rudi ist Anfang 60 wie Sie und verheiratet. Er hat drei Kinder, arbeitet im Abfallamt, er liebt seinen täglichen Apfel. Er hasst Veränderungen und Abenteuer. Erst spät merkt er, dass die doch gar nicht so schlecht sind.