Kaschmir

Kaschmir – Reise in ein belagertes Land

Seit 1947 tobten um die Provinz drei Kriege zwischen Indien und Pakistan. Die muslimischen Widerstandskämpfer gegen die proindische Regierung beteuern, nur noch Frieden zu wollen und Selbstbestimmung. Doch was wäre das für ein Staat? Manche fürchten: Ein neues Afghanistan

Am 18. August 1990 übernachtet Jawed Ahmad Ahangar, Schüler der 10. Klasse, bei seinem Cousin in der Stadt, mit dem er für das Examen lernt. Gegen drei Uhr nachts schlagen Soldaten an die Tür und rufen: »Jawed, ist hier ein Jawed?« Der Onkel öffnet das Fenster, auch Jawed Ahmad schaut heraus: »Ich bin Jawed.« Soldaten zerren ihn aus dem Fenster und schlagen auf ihn ein. Vergeblich die Schwüre der Familie, dass der Junge nichts mit dem militanten Widerstand zu tun habe, ohnehin viel zu jung sei und vor dem Examen stehe. Später stellt sich heraus, dass im Nachbarhaus ein Militanter namens Jawed Ahmad Batt wohnte. Parweena Ahangar hat ihren Sohn nie wiedergesehen.

Mit ihrem Mann, einem einfachen Bauern, zog Parweena von Kaserne zu Wache, von Wache zu Behörde, von Behörde zu Ministerium. Einmal hieß es tatsächlich, Jawed Ahmad sei festgenommen worden und liege derzeit in einem Militärkrankenhaus. Nun fragte sich die Mutter von Krankenhaus zu Krankenhaus durch – erfolglos. 1994 gründete sie mit anderen Angehörigen vermisster Söhne eine Selbsthilfegruppe, der heute 600 Familien angehören.

Das ist keine fancy NGO mit Computern und jungen, englischsprachigen Aktivisten, die wissen, wie man Öffentlichkeit und Gelder – manchmal nur Gelder – akquiriert. An den Ausläufern Srinagars, der Hauptstadt Kaschmirs, kurz vor dem Flughafen, ein zwölf Quadratmeter großes Zimmer in einem heruntergekommenen Hinterhaus, die Wände vor einer Ewigkeit giftgrün lackiert, bis auf einen Metallschreibtisch und ein paar Stühle keine Möbel – dort sitzt Parweena Ahangar, von dort aus arbeitet sie, wie sie sagt, 24 Stunden täglich daran, ihren Sohn und die anderen Söhne zu finden, die im Krieg verschwunden sind, eine so traurige wie entschlossene Frau, die unter ihrem gelben Kopftuch älter aussieht, als ihre 45 Jahre glauben machen.

Mal wurden ihnen eine Million Rupien angeboten, etwa 18000 Euro, falls sie ihre Kampagne aufgäben, mal 600000 Rupien plus eine Anstellung, mal kam das Angebot vom Militär, mal von der Regierung. Manche Familien sind darauf eingegangen.

Die Teilung des indischen Subkontinents hat viele Wunden gerissen. Eine Million Menschen starben, sieben Millionen mussten ihre Heimat aufgeben. Kaschmir ist die Wunde, die sich nie zu schließen scheint, ausgerechnet Kaschmir, das Himmlische, dessen Gletscher, Seen und Wiesen leider nicht nur die Dichter und Reisenden verzückten. Seit dem 14. Jahrhundert hatte das Tal fremde Herrscher, die es eroberten, ausbeuteten und gern auch verschacherten.

Nach dem Rückzug der Briten 1947 fiel der größere Teil der Provinz trotz seiner überwiegend muslimischen Bevölkerung an Indien, ihr Westen an Pakistan und ein Streifen im Nordosten später an China. Vor den Vereinten Nationen verpflichtete Indien sich auf ein Plebiszit, in dem die Kaschmiris selbst über ihr Schicksal entscheiden sollten. Dazu ist es jedoch nie gekommen, stattdessen zu drei Kriegen mit Pakistan. Immerhin gewährte Delhi der Provinz weitgehende Autonomie, doch nach einer Serie offenkundiger Fälschungen bei den Regionalwahlen brach 1989 ein bewaffneter Aufstand aus, der mittlerweile 100.000 Menschen das Leben gekostet hat – bei einer Einwohnerzahl von fünf Millionen.

Überall Soldaten – auf den Straßen, in den Gassen, sogar auf den Feldern

Etwa 600.000 Soldaten soll die indische Armee in der Provinz stationiert haben, die meisten im Kaschmir-Tal, das gerade einmal doppelt so groß ist wie das Saarland. Soldaten stehen überall, in allen Städten, in allen Dörfern, auf den Überlandstraßen wie auf den Nebenstraßen, den Hauptstraßen, in den Gassen und sogar auf den Feldwegen, selbst auf den Feldern und natürlich auf der gegenüberliegenden Uferpromenade, alle 50 Meter einer. Für die Inder ist es ein Kampf gegen den Terrorismus, für die Bevölkerung Besatzung.

Aber ist es noch Krieg?

In Srinagar unterbrechen Funklöcher jedes Telefonat in der Nähe einer militärischen Einrichtung, also auf einer Autofahrt alle drei Minuten. Ansonsten würde man, wenn nicht überall Soldaten stünden, tagsüber nicht merken, dass sich Kaschmir im Krieg befindet. Die Armee selbst, die nicht dazu neigt, die Gefahr zu untertreiben, gibt die Zahl der Aufständischen, die noch verblieben sind, mit etwa tausend an. Die Journalisten in Srinagar, auch die indischen, gehen eher von einigen Dutzend Kämpfern aus, allenfalls von zwei- oder dreihundert, dazu von einer unbestimmten Anzahl von Männern, die tagsüber ihrer Arbeit nachgehen und abends der Sabotage.

Wohl einmal die Woche melden die Zeitungen ein Scharmützel oder einen Anschlag, häufig im letzten Moment vereitelt. Ab etwa acht Toten schicken die internationalen Nachrichtenagenturen eine Meldung hinaus. Darin ist dann von getöteten Extremisten die Rede. Liest man die einheimische Presse, fällt auf, wie viele Extremisten Adressbücher bei sich tragen, in denen die Namen der Komplizen und Hintermänner fein säuberlich aufgelistet sind. Tage später berichten dieselben Zeitungen von einer Verhaftungswelle und dass den Sicherheitskräften ein bedeutender Schlag gegen den Terrorismus gelungen sei.

Durchgängig alle Menschen, mit denen ich spreche, haben die Nase voll vom Krieg. Fed up ist der Ausdruck, der mit Abstand am häufigsten fällt. Gut, Salam alaikum höre ich noch öfter, oder Alaikum salam, immer wenn ich die Menschen mit dem islamischen Gruß überrascht habe.

»Friede sei mit Ihnen«, das hat in Kaschmir einen ganz eigenen Klang. Mit der Zeit wirkt es wie ein Flehen, was mehr ist als nur eine Einbildung, nämlich die Ahnung, dass auch dieser Gesprächspartner gleich versichern wird, nun wirklich genug zu haben vom Krieg, fed up, genug von den nächtlichen Durchsuchungen, den Ausweiskontrollen, den Straßensperren, vor allem von der Willkür dieser fremden Soldaten.

Selbst an der Universität, vor einigen Jahren das geistige Zentrum der Unabhängigkeitsbewegung, treffe ich niemanden, der noch bereit wäre zu kämpfen. Alle unterstützen die Forderung nach Selbstbestimmung, bekräftigt eine junge Dozentin – aber was sei am Tag danach?, fragt sie ihre Studenten. Man müsse das vorher wissen. Werden andere Mächte intervenieren, die Nachbarn, China, die USA? Wird es ein zweites Afghanistan werden? Was ist mit den Nichtmuslimen, was mit den Frauen? Ein säkulares Kaschmir sieht sie nicht. Ein Blick auf die möglichen Führer des freien Kaschmir genügt ihr: Islamisten.

Kaschmirs führende Politiker leben in Villen, bewacht wie im Gefängnis

Die Studenten schweigen. Einige haben eine Zeitschrift gegründet, die sich weitgehend auf die Probleme am Campus beschränkt. Darauf sei der ganze Widerstand zusammengeschmolzen, sagt einer der Redakteure, auf diese paar zusammengehefteten Seiten aus dem Kopierer. Das Examen ist wichtiger. Seht bloß zu, dass ihr euch nicht in die Politik einmischt, warnen die Eltern, von denen viele selbst noch gekämpft haben für Azadi, wie das Zauberwort im magischen Jahr 1989 auch in Kaschmir hieß – für die Freiheit.

Immerhin fanden 2002 regionale Wahlen statt, die einigermaßen sauber gewesen sein sollen. Die Regierung in Srinagar bemüht sich, die Menschenrechtsverletzungen der indischen Armee einzudämmen, und verlangt deren Rückkehr in die Kasernen. Aus der Altstadt mit ihren engen Gassen hat sich die Armee sogar fast vollständig zurückgezogen. Einzelne Soldaten entdecke ich. Das Maschinengewehr auf dem Rücken, gehen sie scheinbar sorglos umher, kaufen auch ein, verhandeln über die Preise.

Hingegen scheinen sich die indischen Touristen, die in die Hausboote auf dem Dal-See zurückgekehrt sind, noch nicht in die Altstadt zu trauen, die mit ihren Häusern aus Stein und Holz so pittoresk ist, dass man jeden Augenblick eine Herde Japaner, eine Deutsche im Sari oder einen Amerikaner in Shorts erwartet. Teehäuser, Plätze, an denen man verweilt, gehören seit dem Krieg allerdings nicht mehr zur kaschmirischen Kultur, dafür Moscheen, wie ich sie so gut frequentiert nirgends angetroffen habe.

Die Regierung in Srinagar, die 2002 ins Amt gekommen ist, eine Koalition aus der nationalen Kongress-Partei und der lokalen People’s Democratic Party, sieht sich nicht als Teil der Besatzungsmacht, sondern als Vertretung der kaschmirischen Bevölkerung, die sich gegen die Willkür der Soldaten wehrt. Sieht Parweena Ahangar – die Mutter jenes von der Armee verschleppten, spurlos verschwundenen Ahmad – einen Fortschritt?

Nein. Oder doch: Die jetzige Regierung lässt einen DNA-Test vornehmen, wenn Leichenteile gefunden werden. Manche Toten konnten so identifiziert werden. Sie vertraue auf Gott, sagt sie, dass ihr Sohn nicht als Kadaver wiederkehre. Die Behauptung des jetzigen Regierungschefs von Kaschmir, wonach 2007 erstmals seit Ausbruch des Aufstands keine Vermissten mehr gemeldet worden seien, könne schon stimmen. Die Armee wolle solche Fälle nicht mehr. Sie sei dazu übergegangen, die Leichen auf einem Feld oder an einer Straße abzulegen, mit einem Maschinengewehr in der Hand. »Es gibt also keine Vermissten mehr, sondern nur noch Tote?« – »Ja, derzeit haben wir keine neuen Mitglieder in unserer Selbsthilfegruppe.«

Dass Kaschmirs Regierungsvertreter abgehoben von der eigenen Bevölkerung leben, lässt sich nicht bestreiten – abgehoben im wahrsten Sinne des Wortes: Wie alle führenden Politiker hier, die nicht in die Illegalität abgetaucht sind, wohnen sie auf einem eigenen Hügel, der sich am Rande der Hauptstadt am Dal-See erhebt. Will man die Villen besuchen, in denen der indische Staat sie unterbringt, muss man mehrere Straßensperren und Personenkontrollen passieren. Den bekannteren Politikern scheint jeweils eine ganze Hundertschaft Soldaten zugeordnet zu sein, die sich auf den parkähnlichen Grundstücken eingerichtet haben, das Gartenhäuschen als Kaserne, die Besenkammer als Dienstküche, die Pförtnerwohnung für den Offizier.

Die Villen wirken von außen stilvoll, haben drinnen jedoch den Charme möbliert vermieteter Apartments. Gewiss, für gewöhnliche Menschen gehören Politiker einer eigenen Kaste an, die sich ihre Loyalität gegenüber dem indischen Staat reich entlohnen lässt. In den Villen selbst ist der Eindruck ein anderer. Da wirken die Politiker eher verloren inmitten des Mobiliars, das ihnen nicht gehört, vor den Fenstern Soldaten, die eigene Stadt ein Gebiet, das sie kaum je betreten und meist nur in schwer bewaffneten Wagenkolonnen durchfahren können.

Besonders einem Politiker nehme ich das Unwohlsein ab: Yussof Tarigami, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Kaschmirs, die die Regierungskoalition toleriert. Er sitzt auf dem Sofa wie sein eigener Gast, ein melancholischer Mann in den Fünfzigern, mit seinem Seitenscheitel und den etwas zu langen, schwarzen Haaren ginge er als Kriminalkommissar in einem italienischen Spielfilm durch. »Ich habe keine Wahl«, sagt er. Vor zwei Jahren ist er einem Anschlag entkommen, es war nicht der erste.

Über den Staat, der sie beschützt, haben die Politiker wenig Gutes zu erzählen. In den Villen höre ich die gleichen Berichte über Menschenrechtsverletzungen, die Wut der Bevölkerung, die Entfremdung von Indien. Die Gewalt sei rückläufig, meint Tarigami, aber nicht etwa, weil die Kaschmiris sich mit der Besatzung abgefunden hätten, sondern einfach weil sie erschöpft seien.

Er selbst habe den bewaffneten Widerstand stets für falsch gehalten und sich entschieden, den Kampf innerhalb der Institutionen zu führen. Dass er in dieser Villa lebe, ja, eingesperrt sei, das sei eben die Konsequenz daraus, im System geblieben zu sein. Auch er fordert Selbstbestimmung, weist aber darauf hin, dass der Bundesstaat nicht nur aus dem Kaschmir-Teil bestehe mit seiner weitgehend muslimischen Bevölkerung, sondern auch aus Jammu, wo die Mehrheit hinduistisch ist, und aus Ladakh mit seinen vielen Buddhisten. »Was ist mit ihnen, würde Kaschmir an Pakistan fallen?«, fragt Tarigami.

Bill Clinton nannte Kaschmir den gefährlichsten Konflikt der Welt

Unabhängigkeit, die dritte Option neben dem Verbleib bei Indien und dem Anschluss an Pakistan – Unabhängigkeit klinge gut, ja, ein säkularer, multikultureller Staat. Das sei aber leider vollkommen unrealistisch angesichts dreier Riesen als Nachbarn, außer Indien und Pakistan auch China, von denen keiner auf seinen Anteil an Kaschmir verzichten würde. »Es gibt keine perfekte Lösung«, betont Tarigami, um sodann den Plan eines weitgehend autonomen Kaschmirs zu skizzieren, das nicht formell unabhängig wäre, mit offenen Grenzen zum pakistanischen Teil und regionaler Selbstverwaltung in den drei so unterschiedlichen Provinzen Jammu, Kaschmir und Ladakh.

Ebendies haben vor Jahren der indische Ministerpräsident Vajpayee und der pakistanische Präsident Musharraf vorgeschlagen. Auch Vajpayees Nachfolger Singh hat sich kürzlich in diesem Sinne geäußert: Die Grenzen sollten nicht aufgehoben, aber irrelevant gemacht werden.

Zu den Paradoxien Srinagars gehört, dass es leichter ist, die Führer des Widerstands zu treffen als Politiker in Amt und Würden oder gar Vertreter des Militärs. Man klingelt einfach, und manchmal ist es der Führer selbst, der die Tür öffnet zu seinem Haus, das zwar sehr viel bescheidener ist, als es die Villen der Politiker sind, aber dafür ihm selbst gehört. Noch verwirrender ist, dass die Widerständler im Prinzip genau das Gleiche verlangen wie die Regierungspolitiker: Autonomie, offene Grenzen, Rückzug der Armee – nichts anderes umreißt der schiitische Geistliche Hodschatoleslam Abbas Ansari als Lösung.

Ansari gehört zu den Sprechern der Hurriyat-Konferenz, der Dachorganisation der Widerstandsgruppen. Er gilt als Islamist, betont aber, dass er ein theokratisches Staatsmodell ablehne. Die Ferse im Schneidersitz bis an den Beckenknochen hochgezogen, verschmitztes Lachen unter dem weißen Turban, bewegt er ohne Unterlass die Hände, als ginge gleich etwas Spannendes los, ein Spiel oder eine Partie, ein Coup oder eine Revolution. Mit verblüffender Offenheit schildert er die Streitigkeiten innerhalb des Widerstandes. Alle wüssten, dass der bewaffnete Kampf vorbei sei. Man müsse verhandeln, um vielleicht nicht bei den nächsten, aber bei den übernächsten Wahlen als Partei anzutreten. Die Hardliner seien gar nicht hart, sondern nur beleidigt, dass niemand sie an den Tisch gebeten habe. Mach sie zum Minister, und du hast sie auf deiner Seite.

»Die Menschen sagen, dass sie von ihren Führern verkauft worden sind – von allen Führern.«

»Die Menschen haben recht«, erwidert Ansari.

»Das bedeutet, dass sie auch von Ihnen verkauft worden sind?« – »Ja.«

»Es heißt, dass die Führer des Widerstands das Geld von beiden Seiten empfangen haben, von Indien und von Pakistan.« – »Stimmt.«

Wenn in Palästina und Israel eine knappe Mehrheit weiß, worauf der Frieden hinausläuft, dann wissen es in diesem Konflikt alle – die Menschen, die Politiker, die Soldaten, das Ausland. Aber geschehen ist seit 2004 nichts. Keine weiteren Gespräche, keine Friedenskonferenzen, seit der neuen indisch-amerikanischen Allianz auch kein internationaler Druck mehr auf Delhi und Islamabad. Das war unter Bill Clinton, der Kaschmir wegen der indischen und pakistanischen Atombomben den gefährlichsten Konflikt der Welt nannte, anders.

Das neue Kaschmir-Paradoxon lautet: Heute ist Indien außenpolitisch zu stark, um Kompromisse eingehen zu müssen, und Pakistans Musharraf ist innenpolitisch zu schwach, um welche eingehen zu können. So reduziert sich der Frieden auf eine wöchentliche Busverbindung, die zwischen Srinagar und Muzaffarabad im pakistanischen Teil Kaschmirs eingerichtet worden ist.

»Alles, was wir tun können, ist, Druck auszuüben, mit friedlichen Mitteln, damit Indien und Pakistan endlich tun, worüber sie sich im Kern längst einig sind«, erklärt Tarigami. »Wir müssen die öffentliche Meinung in Indien und Pakistan auf unsere Seite ziehen.«

Schließlich treffe ich doch noch einen Führer, der am bewaffneten Kampf und dem Ziel eines islamischen Staates festhält. Dieser Seyyid Geelani ist mit Abstand der charismatischste Politiker, den Kaschmir zu bieten hat, ein alter, eleganter Mann mit Bart, die Wangen und, bis auf einen dünnen Streifen, die Oberlippe rasiert. Zumal mit der viereckigen Stoffmütze auf dem Kopf erscheint das Gesicht noch schlanker, als es ohnehin ist. Müde Augen, leise, klar artikulierte Stimme, gutes Englisch.

Zwei Tage zuvor wurde er mit Gewalt daran gehindert, das Freitagsgebet zu leiten – nicht etwa von der Armee, sondern von Kaschmiris, genau gesagt, den Anhängern einer rivalisierenden Widerstandsgruppe, die von der Forderung nach einem Plebiszit abgerückt ist. Er umarmt mich wie einen jüngeren Verwandten, still und ein paar Sekunden länger als üblich. Als er meint, mich frieren zu sehen, bringt er mir aus dem Nebenraum eigenhändig eine Decke, sich selbst ebenfalls eine. So sitzen wir uns eingemummelt gegenüber.

Seinen Standpunkt – den Wunsch nach Selbstbestimmung – begründet er gut, mit gleichbleibender Ruhe und Bestimmtheit. Ausführlich schildert er die Greueltaten der indischen Armee, besonders die Vergewaltigungen, das zwölfjährige Mädchen vor der Mutter, danach die Mutter vor der zwölfjährigen Tochter und so weiter.

Das Problem ist, dass er leider nicht übertreibt, allenfalls ignoriert, dass die Übergriffe rückläufig sind, wie die nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen vermerken. Die Berichte, wonach die Aufständischen ebenfalls für Misshandlungen und Morde verantwortlich seien, tut er als indische Propaganda ab. Dass er für den Anschluss Kaschmirs an Pakistan eintritt, halte ich auf der Grundlage meines eigenen Wissens über Pakistan, mit Verlaub, für keine so gute Idee, ohne es direkt zu formulieren. Die Pakistanis selbst seien doch von der Forderung nach einem Plebiszit abgerückt, wende ich schließlich ein.

»Als ob die Pakistanis in Pakistan etwas zu sagen hätten«, wehrt Geelani den Einwand ab. »Nicht die Pakistanis sind vom Plebiszit abgerückt, sondern Präsident Musharraf.« Wieder einmal sei Kaschmir verraten worden.

Eine Verräterin auch sie? Auf die Frage, ob sie sich als Inderin bezeichne, antwortet Mehbooba Mufti, ohne zu zögern: »Ja, natürlich bin ich Inderin. Ich bin Kaschmiri und Inderin.«

Wenn in den vergangenen Jahren überhaupt einmal ein westliches Fernsehteam den Weg nach Kaschmir fand, porträtierte es Mehbooba Mufti gern als Hoffnungsgestalt: eine Frau in mittleren Jahren, geschieden, die als Parteivorsitzende ihre Landsleute beschwört, von den Waffen zu lassen, und zugleich ihre Stimme gegen die Verbrechen der indischen Armee erhebt, eine muslimische Jeanne d’Arc der Diplomatie, religiös und feministisch. Bei den letzten Wahlen hat sie ihre Partei aus dem Stand in die Regierungskoalition geführt.

Der Heilige sitzt nackt auf dem Rasen und spuckt alle zehn Sekunden

Als ich sie in ihrer Villa aufsuche, ist sie viel mehr Politikerin, als nach jenen Berichten zu vermuten war. Wie vorformuliert fallen ihre Antworten aus – nicht weil sie unglaubwürdig wirken, sondern weil mir keine Fragen gelingen, die sie nicht vielfach schon beantwortet hätte. Nur dass sie überlegt, die Koalition zu verlassen, weil der Ministerpräsident nicht genügend Druck auf die Armee und die Zentralregierung in Delhi ausübt, ist hier eine echte Neuigkeit. Es sei doch auffällig, spielt Mehbooba Mufti auf die sogenannten faked encounters an, die fingierten Zusammenstöße, dass sich immer gerade dann ein terroristischer Anschlag ereigne, wenn der Ruf nach dem Rückzug der Soldaten lauter werde.

In ihrem Ambassador – der indischen Limousine, die man aus Agatha-Christie-Filmen kennt – und mit 14 Militärfahrzeugen Begleitung nimmt sie mich mit auf eine Tour durch die Dörfer ihres Wahlbezirks. Meinte sie gestern, dass die kaschmirischen Polizisten weit genug seien, selbst für die Innere Sicherheit zu sorgen, gesteht sie heute ein, nicht auf die indischen Soldaten verzichten zu können, die sie bewachen. Die Reiseroute, vor allem aber die spontanen Abzweigungen und Pausen, die sie anordnet, sind ein Albtraum für ihre Bodyguards, denen der Frust und die Anspannung ins Gesicht geschrieben stehen.

Ob es eine Show ist für den ausländischen Berichterstatter? Wahlen gewinnt sie, indem sie hier einen Brunnen, dort einen Friedhofszaun finanziert, sich die Klagen über den verhafteten Sohn, den misshandelten Vater anhört, Namen aufschreibt, verspricht, sich zu kümmern. Die Menschen entlang der Straßen und Feldwege reagieren freundlich auf die Staatskarosse. Würden alle Vertreter des Establishments Wahlkampf in den Dörfern betreiben, hätte das Land ein paar Brunnen mehr und ein paar Folterer weniger.

»Was hat denn der ganze Aufstand gebracht?«, fragt Mehbooba Mufti und zeigt erstmals Anzeichen von Erregung: »Dass wir heute glücklich wären, wenn wir wieder die Autonomie hätten, die es vor dem Aufstand gab.«

Am nächsten Tag fahre ich mit dem eigenen Wagen durch den Wahlbezirk der Politikerin und treffe diejenigen, die niemals winken würden. Ein Bankchef, der auf die Inder schimpft, die seine Bank bewachen, wünscht sich das islamische Reich herbei – neben ihm steht seine unverschleierte Angestellte, die ihn skeptisch anblickt. Der Kampf sei noch lange nicht zu Ende, nur jetzt eben unbewaffnet. Am Ende wäre der Bankchef aber mit dem gleichen Ergebnis zufrieden wie der kommunistische Parlamentarier, wie die Widerstandsgruppen und wie fast alle Parteien nicht nur in Kaschmir, sondern auch in Pakistan und Indien: Autonomie und offene Grenzen.

Das ist mir schon auf vielen Reisen aufgefallen – die Konflikte, die so hoffnungslos kompliziert erscheinen wie der israelisch-palästinensische oder der auf dem Balkan, sie sind die Ausnahme. Die meisten Konflikte, etwa in Aceh, in Tschetschenien oder eben in Kaschmir, wären lösbar. Die Bereitschaft zum Kompromiss hat sich längst eingestellt – es müsste nur jemand Druck ausüben auf die Akteure, wie es nach dem Tsunami tatsächlich in Aceh geschah, als innerhalb von Monaten Friedensverhandlungen nicht nur geführt, sondern auch zum Abschluss gebracht wurden.

Ich fahre weiter nach Osten, entlang sattgrüner Felder und farbenfroher Obstplantagen, durch Dörfer mit engen Gassen und Steinhäusern, die mehr nach Schweiz als nach Südasien aussehen. Die extreme Armut, sonst allgegenwärtig in Indien, trifft man in Kaschmir nicht an. Die Familien besitzen Grund und Boden. Kaschmir ist der einzige indische Bundesstaat, der nach der Unabhängigkeit die Landreform weitgehend durchgesetzt hat, eine Folge seiner Autonomie. Hinzu kommt das Geld, das Indien und Pakistan im Krieg nach Kaschmir pumpten, um die Führer des Widerstands entweder zu stärken oder zu kaufen. In den neuen Villen sitzen die alten Warlords.

Samir und Riaz, beide studiert, Mitte 30 und Väter, Informatiker der eine, Angestellter der andere, führen mich durch ihre Kleinstadt, in der keine Häuserwand steht ohne Einschläge von Geschossgarben. In der Gegend hier lag das Zentrum des Aufstands. Am Rande eines Fußballplatzes setzen wir uns auf die Wiese. Was die Armee alles getan hat, Durchsuchungen, Erschießungen, Vergewaltigungen – die immergleichen Berichte, jeder hat hier eine Schwester, einen Vater, einen Sohn, den es getroffen hat. Samir zeigt mir seine Narben. Aber es stimme, jetzt bemühten sich die Inder, Vertrauen zurückzugewinnen, auch die Armee selbst, sie hätten ein paar Entwicklungsprogramme aufgelegt, soziale Einrichtungen eröffnet, ein wenig Geld in die Schulen investiert. Sie sagen: »die Inder«. Nicht: die Regierung in Srinagar.

»Aber wenn jemand drei Söhne durch Armeekugeln verloren hat, wird er den Indern nicht mehr vertrauen«, meint Samir. Er habe die Hoffnung auf Freiheit nicht aufgegeben, doch müsse man schließlich auch leben, die Kinder ernähren. Anfang der neunziger Jahre hätten sich alle jungen Leute der Stadt für den Widerstand engagiert, heute seien es nur noch fünf Prozent.

»Hier wollen 100 Prozent der Leute nur noch Frieden«, sagt Riaz. Er glaubt nicht einmal mehr an die fünf Prozent.

»Vielleicht wird es der nächsten Generation gelingen, die Freiheit zu erlangen«, hofft Samir.

Aber Riaz fragt: »Willst du etwa deinen Sohn kämpfen sehen?«

Samir nimmt mich mit in sein Dorf, in dem die Islamisten einst ihr Hauptquartier hatten. Besuch beim Dorfältesten. Ein Greis mit Stoffmütze und weißem Bart, Wangen und Oberlippe rasiert wie ein ostfriesischer Fischer, der als Einziger an diesem langen Tag dem bewaffneten Widerstand noch das Wort redet. Kalifat und Demokratie wünscht er sich, so ähnlich wie in Saudi-Arabien. »Aber in Saudi-Arabien gibt es doch kein Kalifat und schon gar keine Demokratie.« – »Ja, also nicht ganz wie in Saudi-Arabien, so ähnlich.«

Sein Islambild sieht für die Frauen die Burka vor, die in seinem Dorf keine einzige Frau trägt; die Frauen in seinem eigenen Haus, die mich zur Tür begleiten, tragen nicht einmal ein Kopftuch. Dass die Islamisten sich in Kaschmir nicht durchgesetzt haben, liegt nicht nur an der Übermacht und Brutalität der indischen Armee. Es liegt auch daran, dass die meisten Kaschmiris an ihrem traditionellen Glauben festhalten.

Anders als in Afghanistan, Iran oder manchen Gegenden Pakistans hat sich in Kaschmir der Sufismus, der mystische Islam, gegen die neue Ideologie behauptet. Es dürfte kaum eine Landschaft geben, in der die sufistische Kultur mit ihren Gottsuchern, Gesängen und Gräbern so lebendig, ja allgegenwärtig ist.

Ahad Baba sitzt auf dem Rasen, splitternackt wie immer, hinter sich einen Sessel, auf dem ich mir ihn nicht vorstellen kann. Er ist ein sogenannter Malang, einer jener närrischen Heiligen, die in Kaschmir hochverehrt sind. Am Gartenzaun drängeln sich die Pilger. Ein Verwandter nimmt ihre Mitbringsel und reibt sie an dem Oberschenkel des Babas, der den Kopf bewegt, im Abstand von vielleicht zehn Sekunden spuckt und längst jenseits der Sprache ist.

Jemand führt mich durch das Gartentor. Ich knie neben dem Baba, der mich kurz darauf anspuckt. Ich fühle mich befangen, weiß nicht, was tun, auch weil so viele mich sehen. Später lächelt er mich an. Ich verbeuge mich zum Abschied und fahre weiter zum Mattin-Suriyat-Tempel, zu einer der wichtigsten religiösen Stätten der Pandits, wie sich die kaschmirischen Hindus nennen.

Eine Autostunde östlich von Srinagar liegt Frieden in der Luft

Eingeschüchtert durch Drohungen, Brandstiftungen und mehrere Hundert Morde islamischer Extremisten, die den ursprünglich nationalen Aufstand mehr und mehr besetzten, haben im Laufe der neunziger Jahre fast alle Pandits das Kaschmir-Tal verlassen, fast 700000 Menschen. Hier aber, im Tempel, eine Autostunde östlich der Hauptstadt Srinagar, liegt Frieden in der Luft, wirklich Frieden: Sikhs, die an der Tempelwand Kricket spielen, muslimische Alte, die sich auf der Wiese fläzen, ein paar ältere Pandits, die mir einen Stuhl anbieten. Weder die indische Regierung noch die Lokalregierung in Kaschmir tue etwas, um die Vertriebenen zurückzuholen oder sie wenigstens zu entschädigen, klagen sie und lassen zugleich nichts auf ihre muslimischen Nachbarn kommen. Von den zwei Toten, die sie hier im Dorf gehabt hätten, sei ja einer selbst Muslim gewesen, der Wächter des Tempels, den die auswärtigen islamischen Kämpfer für einen Hindu hielten.

Zwei Frauen sehe ich, die mit den Händen im großen Wasserbecken spielen, die Jüngere von solcher Schönheit, wie sie in Märchen geschildert wird, Sekundenverliebtheit, sie oder Tod. Ich frage sie, ob sie hier wohnen – »ja« – und wie das Leben für sie jetzt ist – »gut«. Es klingt ehrlich, und so freue ich mich, dass offenbar auch jüngere Pandits im Dorf geblieben sind, bis sich herausstellt, dass die beiden Frauen Musliminnen sind. Von 500 Hindu-Familien, die einst hier lebten, sind 13 übrig geblieben.

Rings um den Tempel abgebrannte Häuser, leer stehende Häuser, an einem Fluss Verkaufsstände für Ausflügler. Die Farben der Süßspeisen, die Farben der Felder und Wiesen, die Farben der Saris – man muss lange hinschauen, bis man herausfindet, welchen Ton die Frauen meiden, nämlich nur Grau. Sonst tragen sie sämtliche Grund- und Mischfarben in allen Kombinationen, gelegentlich auch Schwarz oder Weiß, und bei aller Vielfalt harmonisch.

Am nächsten Morgen besuche ich den Schrein des mittelalterlichen Mystikers Baba Schukur-e Din. Das Heiligtum liegt auf einem einzelnen Berg, der als Vorsprung des Himalayas in den höchsten See Südasiens ragt. Auf dem Gipfel kommt alles zusammen, was Kaschmirs Kultur und Schönheit ausmacht, ein gewaltiges Erleben der Natur und der Religion. Von außen höre ich einen berückend schönen, melancholischen Chor. Wie andere auch, trete ich zunächst in eine kleine Moschee unterhalb des Schreins.

Als ich nach dem Gebet herauskomme, singt der Chor nicht mehr. Ich gehe in den Schrein und bin verblüfft, keine Gruppe vorzufinden, die vorhin noch gesungen haben könnte. Nur ein junger Mann trägt im leisen Singsang etwas aus einem Diwan oder einem Gebetbuch vor. In der schmucklosen Halle sind vor allem junge Leute, die Jungen mit modischen Frisuren, die Mädchen in ihren bunten Saris, das Halstuch über den Kopf gelegt, jeder und jede für sich im Gebet, auch Kinder, drei, vier Greise oder Greisinnen, manche stehend, manche sitzend, manche hockend, zwei beten ihr Ritualgebet. Andere Stimmen erheben sich, mischen sich in den Singsang, überall im Raum. Und plötzlich ist der Chor wieder da.

Nachts verwandelt sich Srinagar in eine Geisterstadt. Weil die Stadt tagsüber so normal wirkt, dauert es ein paar Tage, bis ich begreife, warum sich niemand am Abend mit mir verabreden möchte. Wenn man ein Auto besitzt, kann man durch die leeren, unbeleuchteten Straßen fahren, zu einem Bekannten oder einem der vornehmeren Restaurants etwa, die bis neun oder allenfalls halb zehn geöffnet sind. Wahrscheinlich fände man danach auch noch eine Bar, wenn man reich genug wäre, die teuren Drinks zu bezahlen. Aber ein Taxi ist von acht Uhr an nicht mehr aufzutreiben, von neun an nicht einmal mehr eine Rikscha.

Nachts ist niemand auf den Straßen, nicht einmal die Soldaten sind zu sehen

Selbst Faroq, mein eigener Fahrer, der sich um mich wie um seinen persönlichen Staatsgast kümmert, lässt sich nicht überreden, nicht einmal für den doppelten Fahrpreis. Wenn schon, dann müsste ich es als persönlichen Gefallen formulieren, aber dann nähme er überhaupt kein Geld.

Einmal setzt mich Faroq um sieben in der Stadt ab, weil ich noch jemanden besuchen will. »Die bringen mich schon heim«, beruhige ich ihn. Den Gastgebern gegenüber behaupte ich, draußen warte mein Fahrer, damit sie mich nicht selbst fahren. Irgendeine Rikscha findet man immer, sage ich zu mir selbst. Sie findet sich nicht. Als ich dann zwei Stunden lang durch die Stadt laufe, ist mir so unheimlich wie auf einem Minenfeld. Nicht einmal die Soldaten sind noch zu sehen, nicht mal an den Checkpoints.

Am vorletzten Tag der Reise fährt mich Faroq mit einem erleichterten Seufzer, dass endlich einmal eine touristische Attraktion Kaschmirs besichtigt wird, zu einem der Moghul-Gärten Srinagars. Es ist jenes Paradies auf Erden, das kein Bericht über den Krieg unerwähnt lässt, die riesenhaften grün-roten Bäume, die hinreißende Ordnung der Brunnen und Bäche, Blumenbeete und Wasserfälle, davor der schillernde Dal-See mit den schwarz glänzenden Giebeldächern und Kuppeln Srinagars im Hintergrund, im Rücken die braunen Berge, die Farben der Natur, die nicht minder leuchten als die Farben der Saris. So begeistert bin ich, dass ich am nächsten und letzten Morgen mit der Fahrt auf der Gondel endlich Punkt zwei des touristischen Standardprogramms absolviere. Auf der anderen Seite des Sees entdecke ich, wo es sich wahrhaft himmlisch leben ließe – in Srinagar, zugleich weit weg von Srinagar.

Was ist Parweenas Hoffnung für Kaschmir? »Die Armee soll sich zurückziehen!«, antwortet sie. »Ich bin keine politische Aktivistin. Ich kämpfe nicht für die Unabhängigkeit Kaschmirs. Wenn mein Sohn nach Hause kommt, das ist meine Freiheit.«

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Leser-Kommentare

  1. 1. Danke

    Danke für einen umfangreichen Beitreg aus einer Region um die es sehr still geworden ist in den Nachrichten. Ich würd gerne mehr solcher Berichte lesen über Regionen über die es Still geworden ist um u erfahren ob die gantz aufregung etwas gebracht hat und was sich aus den ansätzen entwikelt hat.

    • 20.02.2008 um 12:50 Uhr
    • haide

    Danke ebenfalls für den umfassenden Artikel.
    Auf der Homepage:
    www.womenbetweenthefrontl...
    sind noch mehr Informationen zu Kaschmir
    und vor allem zur Situation der Frauen,
    die hier ja nur kurz angsprochen war,
    gesammelt.

  2. "Was ist mit den Nichtmuslimen, was mit den Frauen? Ein säkulares Kaschmir sieht sie nicht. Ein Blick auf die möglichen Führer des freien Kaschmir genügt ihr: Islamisten."

    "Auch er fordert Selbstbestimmung, weist aber darauf hin, dass der Bundesstaat nicht nur aus dem Kaschmir-Teil bestehe mit seiner weitgehend muslimischen Bevölkerung, sondern auch aus Jammu, wo die Mehrheit hinduistisch ist, und aus Ladakh mit seinen vielen Buddhisten. »Was ist mit ihnen, würde Kaschmir an Pakistan fallen?«, fragt Tarigami."

    "Schließlich treffe ich doch noch einen Führer, der am bewaffneten Kampf und dem Ziel eines islamischen Staates festhält."

    "Ein Bankchef, der auf die Inder schimpft, die seine Bank bewachen, wünscht sich das islamische Reich herbei – neben ihm steht seine unverschleierte Angestellte, die ihn skeptisch anblickt."

    "Kalifat und Demokratie wünscht er sich, so ähnlich wie in Saudi-Arabien."

    "Von 500 Hindu-Familien, die einst hier lebten, sind 13 übrig geblieben."

    Gibt es eigentlich noch Konflikte auf der Welt, bei denen der Islam keine Rolle spielt?

    Es ist an der Zeit, dass diese Idiologie, die sich wie eine Seuche verbreitet, gestoppt wird.

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      R.K.

    Verheißen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, daß Er sie gewiß zu Nachfolgern auf der Erde machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und daß Er gewiß für sie ihre Religion befestigen wird, die Er für sie auserwählt hat; und daß Er gewiß ihren (Stand) nach ihrer Furcht in Frieden und Sicherheit verwandeln wird, auf daß sie Mich verehren (und) Mir nichts zur Seite stellen. Wer aber hernach undankbar ist, wird ein Frevler sein. [24:55]

    Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle Religionen siegen lasse, auch wenn die Götzendiener es verwünschen. [61:9]

    Sie wollten Allahs Licht mit ihrem Munde auslöschen; jedoch Allah will nichts anderes, als Sein Licht zu vollenden; mag es den Ungläubigen auch zuwider sein. [9:32]
    Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein. [9:33]

    Dann sandte Allah Seinen Frieden auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen herab und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht saht, und strafte jene, die ungläubig waren. Das ist der Lohn der Ungläubigen. [9:26]

    Der Korn (Übersetzt von Max Henning)

  3. 4. ad Udo

    Es gibt keine kriegerischen Konflikte ohne Menschen, die einfachste Lösung wäre doch eine gesamte Ausrottung! D'accord?

    • 13.12.2009 um 17:46 Uhr
    • R.K.
    5.

    Verheißen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, daß Er sie gewiß zu Nachfolgern auf der Erde machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und daß Er gewiß für sie ihre Religion befestigen wird, die Er für sie auserwählt hat; und daß Er gewiß ihren (Stand) nach ihrer Furcht in Frieden und Sicherheit verwandeln wird, auf daß sie Mich verehren (und) Mir nichts zur Seite stellen. Wer aber hernach undankbar ist, wird ein Frevler sein. [24:55]

    Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle Religionen siegen lasse, auch wenn die Götzendiener es verwünschen. [61:9]

    Sie wollten Allahs Licht mit ihrem Munde auslöschen; jedoch Allah will nichts anderes, als Sein Licht zu vollenden; mag es den Ungläubigen auch zuwider sein. [9:32]
    Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein. [9:33]

    Dann sandte Allah Seinen Frieden auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen herab und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht saht, und strafte jene, die ungläubig waren. Das ist der Lohn der Ungläubigen. [9:26]

    Der Korn (Übersetzt von Max Henning)

    Antwort auf "Immer das Gleiche."
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  • Von Navid Kermani
  • Datum 19.2.2008 - 07:43 Uhr
  • Quelle DIE ZEIT, 14.02.2008 Nr. 08
  • Kommentare 5
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