Klassik Sudoku auf dem KlavierSeite 2/2

Dem Contrapunktus könnte ein Lächeln nicht schaden

Beschert dieses Spiel also vor allem Vergnügen im Sinne spiritueller Labung? Bachs Geheimkunst ist, wie die Kybernetik sagen würde, Zweck an sich, und Aimard musiziert mitnichten »interessant«. Er gibt sich keinem Effekt hin. Im Sinne Bachs betreibt er vorbildlich leisen, musikalischen Denksport, und fürwahr: Der Canon per Augmentationem in Contrario Motu tönt so weltabwesend ab, als löse der Interpret, das Publikum ignorierend, ein kompliziertes Sudoku. Auf Dauer wirkt das fast zu erlaucht und andächtig. Der chromatisch geladene Contrapunctus VIII gerät zu gemessen, und den heiteren, fast witzigen Zwischenspielen im Contrapunctus IV könnte ein Lächeln auf dem Gesicht nicht schaden. Oder wenigstens ein Zwinkern. Bach war der Welt in seiner Kunst der Fuge noch längst nicht abhanden gekommen. Es scheint nur so.

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Leser-Kommentare
  1. "... auf vier Notenlinien formuliert ...", klingt eher nach Kunst der Verknappung als der Fuge.Recte: vier Notensysteme.

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