Einer der Größten seines Fachs ist von seinem Arbeitgeber, dem 1. FC Nürnberg, entlassen worden: Hans Meyer, Pokalsieger 2007. Welchen Bundesligatrainer erwischt es als Nächsten?

Das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Von den drei besten Trainern der letzten Saison mussten nun schon zwei gehen – Meyer und Sander . Sie sehen: Es kann jeden erwischen.

Aber nicht jeder kommt damit gut zurecht.

Ich habe für meine Arbeit an der Sporthochschule Köln Trainer aus den höchsten drei Ligen befragt. Viele erzählten mir, es sei für einen entlassenen Trainer extrem wichtig, dass mit offenen Karten gespielt werde. Als besonders kränkend wird empfunden, wenn schon vor der Entlassung ein Neuer gesucht wird oder mögliche Nachfolger auf der Tribüne sitzen.

Im Fall Meyer stand der Neue schon fest.

Dann ist die Verbitterung besonders groß. Eine persönliche Kränkung allerdings ist die Entlassung immer. Einer sagte mir, »Kränkung« sei weit untertrieben. Der hat danach nie mehr Profis gecoacht.

Woran leiden Fußballtrainer überhaupt?

Die Mehrheit berichtet von Symptomen des Burn-out-Syndroms. Im Moment halten sich die meisten zwar nicht für »ausgebrannt«, erzählen aber von Phasen der Stagnation, Frustration, Apathie und von einer zeitweise extrem hohen Einschränkung der persönlichen Leistungsfähigkeit. Fast zwei Drittel kennen das Gefühl der Machtlosigkeit.