WUTAUSBRÜCHE Der pöbelnde Präsident
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy verlor vergangenen Samstag bei einem Messebesuch die Fassung: »Dann hau doch ab, du Idiot!«, pöbelte er einen Besucher an, der ihm nicht die Hand geben wollte. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft:
Die Personenschützer von Helmut Kohl konnten 1991 nur mit Mühe eine Prügelei verhindern, als der Kanzler in Bitterfeld auf Eier werfende Demonstranten losging und dabei fast eine Absperrung umrannte.
Wolfgang Clement, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, wurde im Oktober 2000 bei dem Besuch der Expo-Weltausstellung von Jugendlichen mit ausgestreckten Mittelfingern begrüßt. Er erwiderte die Geste im Vorbeigehen.
Bremens Wirtschaftssenator Peter Gloystein (CDU) goss bei einem Weinfest im Mai 2005 einem Arbeitslosen Sekt über den Kopf.
Augenzeugen zufolge soll er gesagt haben: »Hier hast du auch etwas zu trinken.« Gloystein trat zurück.
SPD-Parteivorsitzender Kurt Beck ist als Pöbler schon bekannt: Vor einem Jahr hatte er dem Arbeitslosen Henrico F. geraten: »Waschen und rasieren Sie sich, dann haben Sie in drei Wochen einen Job!«
Vergangene Woche rief er beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg einem betrunkenen Mann, der während Becks Auftritt mehrmals »Pfui!« gerufen hatte, zu: »Sie sind ein ungehöriger dummer frecher alter Mann!«
- Datum 28.02.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.10 vom 28.02.2008, S.18
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