SCHWARZ-GRÜN Die Avantgarde aus Südhessen
Ole von Beust sollte nach Otzberg blicken, eine Gemeinde in Hessen. Kein Ort in Deutschland hat längere Erfahrung mit Schwarz-Grün, 1989 wurde die erste Koalition geschlossen. Ein Gespräch mit Bürgermeister Karl Ohlemüller, Mitglied der CDU und seit 2001 im Amt.
DIE ZEIT: Herr Ohlemüller, in Otzberg ist die CDU seit 19 Jahren mit den Grünen liiert. Können Sie dazu raten?
Karl Ohlemüller: Ja, unbedingt! Anfangs wurden meine Parteikollegen von der hessischen CDU zwar beschimpft, aber es lief danach immer gut und vor allem pragmatisch zwischen uns und den Grünen. 2001 hatten wir die absolute Mehrheit und haben trotzdem mit den Grünen weiter kooperiert. Und seit 2007 sind wir wieder eine feste Koalition.
ZEIT: Gab es nie eine Beziehungskrise?
Ohlemüller: Einmal wurde es heikel, als bei den Grünen das Personal gewechselt hatte. Die neue Führung war plötzlich gegen die CDU, ohne Angabe von konkreten Gründen! Gott sei Dank denken sie jetzt wieder pragmatisch. Wir haben sogar ein neues Gewerbegebiet ein Bahnanschluss war der Kompromiss.
ZEIT: Manchmal ist es ja gut zu wissen, was sich bei einem Partner nie ändert. Was ist das bei den Grünen?
Ohlemüller: Das ständige Bäumepflanzen! Wenn ich es so nennen darf.
Ich habe ja nichts gegen Bäume. Aber man kann beim besten Willen nicht überall Bäume pflanzen.
Die Fragen stellte Matthias Stolz
- Datum 28.02.2008 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT Nr.10 vom 28.02.2008, S.18
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