Klimaschutz Der Energiesünder

Die Energiepolitik von George W. Bush taugt nicht viel. Das hat dem amerikanischen Präsidenten nun auch die Internationale Energie Agentur (IEA) bescheinigt

In einem fast 200 Seiten starken, neuen Report der in Paris ansässigen Behörde heißt es, die von der US-Bundesregierung betriebene Politik leide vor allem darunter, dass Energie-, Umwelt- und Sicherheitsaspekte vollkommen unzureichend miteinander verknüpft seien. Dieser Mangel erhöhe sowohl die Abhängigkeit des Landes von fossilen Brennstoffen wie auch die von Energieimporten. Unterdessen verschlimmerten sich die durch den Energieverbrauch verursachten Umweltschäden, so die IEA. Die amerikanische Energiepolitik sei schlicht »unausgewogen«.

Immerhin findet es die atomenergiefreundliche Behörde »begrüßenswert«, dass neue Kernkraftwerke in den Vereinigten Staaten seit einiger Zeit subventioniert werden. Die IEA erwartet deshalb eine »Renaissance« der Nuklearenergie in den USA. Vor dem Jahr 2015 sei allerdings nicht damit zu rechnen, dass ein neuer Meiler ans Netz geht. (Vo)

 
Leser-Kommentare
    • lef
    • 27.02.2008 um 22:26 Uhr

    es gibt viele Staaten, die einen fast ebenmso hohen CO2-Verbrauch haben (pro Einwohner), aber die USA sind enorm produktiver und haben schon deswegen höheren Energieverbrauch..Australien z.B. ist fast ebenso hoch im Ausstoß.Oder Kanada - dito.Das Gemeinsame ist deren historische Infrastruktur - schwer zu ändern, stimmt, aber die USA geben sich zumindest Mühe, es zu ändern (neue verdichtete Städte ff).Und nicht vergessen:Ohne die USA würden heute noch in Deutschland wahrscheinlich alle Autos bleiverseuchtes Benzin ohne Katalysatoren fahren.

  1. Die gesamte Politik von George W. Bush taugt nicht viel.Das ist schon von vielen Seiten bescheinigt worden.

  2. Als Autor der Studie freut es mich natürlich das sie ihren Weg in die Zeit gefunden hat, und auch das wesentliche in kürzerer Form als es mir möglich war darstellt.Zum Kommentar von lef - die Kritik am CO2 Ausstoss basiert auf dem relativen Ausstoss pro 1000 US$ Bruttosozialprodukt, sie hat also nichts mit dem absoluten Ausstoss zu tun, der natürlich in einem wirtschaftlich so mächtigen und einwohnerreichen Land wie den USA höher ist als in z.B. Australien, oder Deutschland.  Man sollte aber fairerweise auch sagen das sich seit 2000 die Emissionen in den USA weitaus besser entwickelt haben als in vielen Ländern die Kyoto beigetreten sind.Mit freundlichen Grüssen aus Paris.Andreas Biermann

    • lef
    • 29.02.2008 um 17:10 Uhr

    danke für die freundliche Antwort - ich halte allerdings das Bruttosozialprodukt nicht für das richtige Maß.Der Pro_Kopfverbrauch ist IMHO aussagefähiger und auch direkt von den EW zu ändern (weniger Verbrauch v. A. mit Autos, bessere Anbindung, verdichtete Städte ff).2005 hatten pro Kopf CO2 - AusstoßUSA: 19,8 tAustralien 18,7 tKanada 17,2 t.(Als nächstes folgen übrigens Ölstaaten und Deutschland liegt in Europa an der Spitze des Ausstoßes mit allerdings nur 9,9 t).Verglichen mit dem BSP ist der hohe Ausstoß der USA dadurch sehr stark relativierbar - zumal in den USA ein recht hohes Wollen zur Energieeinsparung durchaus vorhanden ist (von Australien hört man dagegen wenig).Ich bin eigentlich auch nur gegen das beliebte Amibashing - das ist falsch.

  3. HalloM.E. haben beide Indikatoren ihre Berechtigung.  Für eine umfassende Systemanalyse ist allerdings der Pro-Kopfverbrauch nur eingeschränkt nützlich, meiner Meinung nach.  In den USA ist ein grosser Teil der Emissionen bedingt durch die relativ ineffiziente Stromproduktion (Durchschnitt der Kohlekraftwerkseffizienz = 32%, in Deutschland 39%).  Daran kann niemand durch eine Änderung des Lebensstils etwas ändern, in dem Sektor ist aktive Regierungspolitik gefragt.Bezgl. des Amibashings kann ich Ihnen nur zustimmen - ohne den Zusammenbruch der DDR würde die deutsche CO2 Bilanz auch nicht so gut aussehen das man sich darüber aufplustern müsste.Weitere Infos zum Buch, Presseerklärung und eine Präsentation von mir auf Capitol Hill zur Veröffentlichung finden Sie übrigens hier:http://www.iea.org/Textba... und hier:http://www.iea.org/textba...Mit freundlichen GrüssenAndreas Biermann

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